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Blogstöckchen #WasAndersWäre | Mutter statt Vater

Mutter statt Vater? Da sind wir dabei… Wenn Ihr viel in den sozialen Netzwerken wie insbesondere Twitter unterwegs seid, dann kennt Ihr Blogparaden. Das sind sowas wie die Kettenbriefe des Internets, aber meist mit einem durchaus sinnvollen Anlass und ohne böse Absichten. Ein Blogger reisst ein Thema an, denkt sich einen Hashtag aus und nominiert dann ein paar Kollegen, um die Lawine ins Rollen zu bringen. Ganz selten sind wir auch mal mit dabei. So wie dieses Mal.

Die bezaubernde Lucie Marshall mit Ihrem Blog www.luciemarshall.com hat uns den Ball rübergeschoben und bittet um unser Statement zu der Ausgangsfrage: Was wäre anders in deinem Leben, wenn du eine Frau wärst? Das ist für uns hier auf Daddylicious natürlich nur bedingt spannend, daher bauen wir um auf: Was wäre anders in deinem Leben, wenn du eine Mutter wärst?

In der Blogparade gilt es, sechs Fragen zu beantworten und im Anschluss ein paar Blogs aus dem Netzwerk zu bitten, auf den Zug aufzuspringen und sich das Thema ebenfalls zu greifen. Da inzwischen aber bereits etliche coole berichte entstanden sind und wir nicht wie bei der „Ice Bucket Challende“ der Honk sein wollen, der sich ein halbes Jahr später peinlicherweise dann auch noch den Kübel über die hohle Rübe kippt, nominieren wir keine Blogs. Wer das liest uns sich aufgefordert fühlt, darf natürlich auch noch etwas verfassen.

Und jetzt zu den Fragen „Mutter statt Vater“

1. Was wäre anders in deinem Leben, in deinem Alltag, wenn du eine Mutter wärst?
Boah, da steigen wir gleich mal ein mit der Frage aller Fragen. Was unterscheidet die Mutter vom Vater? Ich komm nun aber nicht mit den Schubladen, wie sehr die Schwangerschaft Mutter und Kind verbindet und was es mit der Brust auf sich hat. Ebenso wenig gehören aus meiner Sicht hier Klischees beleuchtet, ob Papa wirklich waghalsiger ist, die Kinder höher wirft – und wieder auffängt und inwieweit der Spagat zwischen Job und Familie eher Männer oder Frauen betrifft. Aber um die Frage zu beantworten: in meinem Leben wäre alles anders, wenn ich eine Mutter wäre.

Ich hätte ein sensibleres Gehör und einen weniger festen Schlaf, um bei dem kleinsten Geräusch senkrecht im Bett zu sitzen und nach dem Kind zu gucken. Ich würde meinem Mann jedes Mal eine Tasche packen, wenn er allein mit dem Kind unterwegs ist. Das kann er zwar auch allein, aber ich würde mich besser fühlen, wenn ich die „finale Durchsicht“ hätte. Ich würde der Tochter jeden Abend die letzte Milch vor dem Einschlafen geben. Weil sie genau das gern möchte. Als Ritual.

Ich würde mich wundern, wie Männer mit Kleinkind überhaupt noch an Sex denken können und würde vielleicht auch mal drüber nachdenken, ob einiges für mich einfacher wäre, wenn ich ein Mann wäre…

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2. Was tust du nur deshalb, weil du ein Vater bist?
Momentan ist es so, dass ich aufgrund meiner beruflichen Situation weniger Zeit mit unserer Tochter verbringen kann als meine Frau. Daher lass ich mir für die Tage, in denen wir dann zu zweit unterwegs sind, meist besondere Sachen einfallen. Ich gehe dann mit unserer Tochter in den Zoo, ins Akquarium, in den Trampolinpark oder gerade heute zu einem Konzert der Kinder-Rockband Radau. Insofern habe ich als Vater etwas weniger echten Alltag, bei dem auch normale Dinge zu erledigen sind. Natürlich erledigen wir als Familie gemeinsam auch alltägliche Dinge. Aber unsere Zeit zu zweit nutzen wir meist intensiver und geplanter.

3. Was tust du nicht / welche Dinge lässt du lieber, weil du ein Vater bist?
Im Bezug auf die Kinder kann ich das gar nicht direkt beantworten, denn an sich können wir beide auch alle Jobs übernehmen, die zu erledigen sind. Es gibt nicht die eine Situation wie eine komplett zum Rand gefüllte Windel oder an Ansetzen einer kindgerechten Mahlzeit, die bei uns nur der eine von beide erledigen kann. Vielmehr ist es so, dass unsere Tochtern in manchen Situationen den einen oder den anderen verlangt.

Kinder zeigen ja meist selbst, was ihnen in welcher Situation am besten tut. Und wenn man erstmal abgelegt hat, diese Forderung persönlich zu nehmen, dann fährt man am besten, wenn man darauf reagiert. Es gibt aber eigentlich nichts, was ich mir als Vater nicht auch zutraue.

4. Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?
Ich schiebe selbst noch Klischees vor mir her. Kürzlich gab es eine Reportage im ZDF über Väter, die ihre Karrieren zugunsten ihrer Kinder aufgegeben haben. In einigen der Fälle dachte ich dann selbst: „Was ist das denn für ein Typ, der nicht die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklimmt?“ Kurz danach war ich dann selbst erschrocken über diesen Gedanken, denn seit Jahrzehnten verzichten auch die Mütter auf berufliches Vorankommen, um sich um die Familie zu kümmern.

Und obwohl ich mich für einen modernen, offenen und toleranten Vater halte, muss ich da mit den Klischees erstmal bei mir selbst anfangen. Ansonsten stelle ich fest, dass die Vater-Dichte auf den Hamburger Spielplätzen auch unter der Woche immer weiter zunimmt. Insofern sind wir auf einem guten Weg.

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5. Erzähle von einer Situation, in der du bemerkt hast, dass es von Vorteil ist, zur Gruppe der Väter zu gehören.
Wenn wir mal davon ausgehen, dass die Väter meist einen Tick körperlich stärker sind als die Mütter, dann ist das durchaus von Vorteil, wenn man mit seinem Kleinkind im Kinderwagen unterwegs ist. Denn ich habe festgestellt, dass Vätern ziemlich selten geholfen wird, wenn sie mit dem Kind unterwegs sind. Bei Müttern wird der Kinderwagen recht oft mit angepackt bei Treppen, Bus und Bahn.

Bei Vätern sieht das anders aus. Vielleicht haben die anderen Leute damit ein Problem, weil das am Ende dann eine Mann-Mann-Nummer ist. Auf jeden Fall habe ich den Kinderwagen schon oft allein die Treppen hochgebuckelt, während das Fussvolk an mir vorbeizog.

6. Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?
Ein Kind mit Liebe zu versorgen, ist zum Glück nicht vom Geschlecht abhängig. Solange die Eltern dem Kind das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit vermitteln, gern mit ihm Zeit verbringen, keine Gewalt ausüben und so dafür Sorgen, dass sich das Kind in jeder Situation gut behütet fühlt, läuft schon mal Vieles richtig. Und da ist es egal, ob es von der Mutter oder dem Vater ausgeht.

Wir hoffen, dass Ihr Spaß beim Lesen hattet. Und wenn Ihr nun Lust habt, Eure eigenen Ideen zu veröffentlichen, dann denkt an den Hashtag: #WasAndersWäre