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Buchtipp: „Vater werden ist nicht schwer…“ – Interview mit Autor Ralf Oesterreicher

Den Titel seines ersten Buches hat Autor Ralf Oesterreicher clever gewählt, denn schon Wilhelm Busch wusste: „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“. Die Papas unter euch können das sicherlich bestätigen. Daher schieben wir gleich noch das afrikanische Sprichwort „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“ hinterher. Dieses ganze Dorf wird euch das Buch „Vater werden ist nicht schwer…“ nicht komplett abnehmen können. Allerdings ist es ein kurzweiliges und unterhaltsames Werk zur Vaterrolle insbesondere im ersten Jahr mit Baby. Wir haben Autor Ralf Oesterreicher zum Interview gebeten.

Gerade das erste Jahr mit Baby ist für viele frischgebackene Väter eine echte Herausforderung. Sie müssen sich an die kleine Familie gewöhnen und tragen den Nachwuchs in den ersten Tagen oft wie ein rohes Ei, aber gleichzeitig voller Stolz durch die eigenen vier Wände. Da wird gewickelt und beim Schlafen zugeguckt, wenn auch der eigene Schlaf und die Partnerschaft erstmal hinten anstehen. Es gibt aber auch die Papas, die mit dem kleinen Stöpsel noch nicht so richtig etwas anfangen können. Für den gemeinsamen Start gibt es kein Erfolgsrezept, denn jedes Kind und auch jeder Papa ist anders.

Trotzdem kann es helfen, die Geschichten von anderen Vätern zu lesen. Weil man spätestens dann feststellt, dass man mit seinen Sorgen und Fragen nicht allein ist.
In seinen tagebuchartigen, kurzen und somit männerfreundlichen Texten erzählt Autor Ralf Oesterreicher, wie er das erste Lebensjahr seines Sohnes erlebte. Er nimmt euch mit auf die Reise von der Geburt, der Ankunft zu Hause, den ersten Touren bis zum ersten Geburtstag. Wir wollten etwas mehr dazu wissen, daher haben wir Ralf zum Interview gebeten.

Autor Ralf Oesterreicher
© Ralf Oesterreicher

Interview mit Ralf Oesterreicher

1. Hey Ralf, du bist Redakteur und PR Manager und hast gerade dein erstes Buch für Väter geschrieben. Was sollten wir noch von dir wissen?

Ich habe mittlerweile ein zweites Buch mit Kurzgeschichten aus „vergangenen Tagen“ geschrieben, das momentan in der Bewerbungsphase bei Verlagen ist. Und ich bin gerade dabei, ein Konzept für ein drittes Buch zu entwickeln. Darüber möchte ich aber noch nichts verraten. Außerdem bin ich natürlich mit ganz viel Stolz und Herz Vater und freue mich auf jedes neue Erlebnis mit meinem Sohn.

2. Wir wissen, dass Väter eine schwer zu mobilisierende Zielgruppe sind. Warum kommen sie an deinem Buch nicht vorbei?

Weil es authentisch ist. Weil ich darin erzähle, wie ich das erste Jahr wirklich erlebt habe. Welche Hürden, welchen Frust, aber auch wie viel Freude ich dabei hatte, das Vatersein zu lernen. Und weil ich nicht belehren oder kluge Ratschläge geben will, sondern weil sich Väter (und natürlich auch Mamas) in dem Buch wiederfinden werden. Und diejenigen, die es noch vor sich haben, können einmal einen wirklich echten Einblick nehmen, was auf sie zukommt.

3. Das Buch heißt „Vater werden ist nicht schwer…“ und wir wissen, wie der Spruch weitergeht. Wieviel Erfahrung hast Du selbst mit dem „Vater sein“ und wie kamst du darauf, daraus ein Buch zu machen?

Mein Sohn ist mittlerweile acht Jahre alt und ich denke, er ist ganz gut geraten. Demnach können wir nicht so viel falsch gemacht haben. Nicht so viel heißt natürlich nicht, dass wir immer alles richtig gemacht haben. Wie auch anderswo lernt man aus Fehlern, versucht Dinge immer besser zu machen und gleichzeitig das eigene Kind so gut wie möglich zu unterstützen und zu fördern. Aber eben auch, es Kind sein zu lassen.

Da ich schon lange im Bereich Journalismus tätig bin, lag die Idee, ein Buch aus dem ersten Jahr meines Sohnes zu machen, nicht unbedingt fern. Allerdings lagen die Notizen ein paar Jahre, bevor ich sie weiter bearbeitet und ein Buch daraus gemacht habe.

4. Du hast dein Werk als Tagebuch aufgezogen mit kleinen Häppchen Das ist auf jeden Fall vater-freundlich 😉 Wie hast du das Buch gegliedert?

Ganz einfach chronologisch. Das ist ja in dem Alter von Null bis Eins auch irgendwie logisch und für die Leser ist es spannend, wie die einzelnen Phasen kommen und gehen – und ob es bei den Lesern genauso ist oder war.

5. Die Geschichten sind deine eigenen Erfahrungen. Es ist ja aber jedes Kind anders. Gibt es trotzdem auch allgemeingültige Tipps, die Papas helfen können?

Sich nicht verrückt machen lassen von den ganzen Leitlinien und Ratschlägen aus Sach- und Fachbüchern, sondern eigene Erfahrungen sammeln und auf die eigene Familie und gute Freunde hören. Am Ende ist dann doch alles ganz anders…

6. Dein Schreibstil ist voller Humor und Selbstironie. Hilft das gerade in den ersten Monaten, um durch die kurzen Nächte und langen Tage zu kommen?

Ich würde sagen, es ist überlebenswichtig. Schließlich ist ja nach der Geburt jemand mit im Haus, der von nun an die unangefochtene Nummer Eins ist. Da hilft es, sich selber nicht mehr so wichtig zu nehmen und der Mama so viel wie möglich abzunehmen und an ihrer Seite zu stehen. Das ist nicht immer leicht, denn gerade in den  ersten Monaten ist „Mann“ eher geduldeter Helfer und Gast. Aber es lohnt sich. Tag für Tag. Und ja, auch Nacht für Nacht.

Shot innen
© Ralf Oesterreicher

7. Beim Titelbild zeigst du ein Kind mit Schnuller vor dem Fernseher, während der Papa schläft. Ist das nicht eine etwas schräge Botschaft? Mediennutzung ist ja ein vieldiskutiertes Thema.

Auch hier wollte ich nicht pädagogisch belehrend sein, sondern die Realität so darstellen, wie sie ist. Und da ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Und es ist nur menschlich, wenn man zwischendrin mal die Glotze anschaltet und irgendeinen Zeichentrickfilm laufen lässt. Alles andere halte ich für scheinheilig. Niemand schafft es, Tag für Tag 24 Stunden lang nur pädagogoisch wertvolle Dinge mit seinem Kind zu veranstalten.

8. Wie sieht es bei dir selbst mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus?

Kinderzeit ist Qualitytime. Und so sollte man es sehen und auch leben. Es ist nicht das wichtigste, wie viel Zeit man mit seinem Kind verbringt, sondern dass man dann auch wirklich bei der Sache und voll für das Kind da ist. Und das schafft man immer irgendwie. Gut ist es, wenn man sich die Zeit so aufteilen kann, dass der Papa mit dem Kind eben Papa-Sachen und die Mama Mama-Sachen macht.

Damit meine ich nicht, dass Mamas wickeln und Papas Ball spielen, sondern dass man viel mit seinem Partner spricht und herausbekommt, was dem einen liegt und was dem anderen. Und im besten Falle ist es für beide ein Gewinn, wenn sie das eine nicht mehr machen müssen und das andere machen dürfen. So werden Pflichten zum Vergnügen.

9. Was war die wichtigste Anschaffung bei eurem Nestbau, die du nicht missen möchtest?

Viel Platz im Wohnzimmer und wenig Ecken und Kanten, wo sich der Kleine verletzen hätte können. Das schafft Zeit für einen selbst und senkt das Stresslevel, dass etwas passieren könnte. Und Junior konnte ungestört seinen Entdeckergeist ausleben.

10. Laut Untertitel hat euer Sohn euer Leben auf den Kopf gestellt. Ist eure Familienplanung denn abgeschlossen oder habt ihr Lust auf mehr?

Michi ist nun bereits acht Jahre alt und ich bin vollkommen zufrieden. Ich beobachte jeden Tag mit großem Staunen und viel Freude, wie er sich weiterentwickelt, wie er selbst Probleme löst und wie er langsam ein richtiger Lausbub wird. Noch so einen? Manchmal ergibt es sich eben nicht:-).

Und jetzt kommt ihr, liebe Papas – und Mamas. Wenn euch das Interview gefallen hat und ihr Lust drauf habt, das Buch von Ralf zu lesen, dann besucht den Buchdealer eures Vertrauens und schlagt zu.

Infos zu „Vater werden ist nicht schwer…“ von Ralf Oesterreicher

  • Herausgeber: ‎ novum Verlag
  • Termin der Veröffentlichung: 19. April 2024
  • Sprache: ‎Deutsch
  • Taschenbuch: ‎142 Seiten
  • Abmessungen: ‎13.5 x 0.91 x 21.5 cm

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Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel ist Patchwork-Dad von drei Kindern, die eigene Tochter Mika ist im April 2012 geboren. Der Hamburger ist Online-Publisher und betreibt neben Daddylicious auch das "NOT TOO OLD magazin" inklusive Podcast. Außerdem schreibt er für ein paar Zeitschriften und Magazine und hilft Kunden und Agenturen als Freelance Consultant. Nach dem Job entspannt er beim Laufen oder Golf.

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