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Robotik für Kinder – die Tinkerbots im Test

[WERBUNG] Das Prinzip ist auf den ersten Blick einfach und klingt in Anbetracht der Milliarden von Einzelteilen in den Kinderzimmern dieser Welt auch sehr logisch: Bauklötze mittels Robotertechnik zum Leben zu erwecken. Ein déutsches startup hatte diese Idee und sie starten damit jetzt richtig durch. Das bewies auch der Andrang auf der diesjährigen Spielwarenmesse. Die Tinkerbots bieten ein faszinierendes Spielerlebnis für Kinder wie Erwachsene. Das Gute daran: Tinkerbots sind kombinierbar mit anderen Baukastensystemen wie LEGO oder MEGA BLOKS. So können Kinder alles bauen, was sie sich vorstellen können und die eigenen Kreaturen mit den Tinkerbots Modulen zum Leben erwecken.

Wir haben das „Advanced Builder Set“ mal genauer unter die Lupe genommen und unseren Testprobanden im Alter von neun Jahren mal drei Wochen im Kinderzimmer eingeschlossen.

Zuerst einmal waren die Erwartungen bei uns sehr groß, schließlich haben wir schon vor über einem Jahr über das junge Unternehmen berichtet, dass sich mittels Crowdfunding entsprechendes Kapital bei der zukünftigen Kundschaft geholt hat. Der Erfolg dieser Kampagne ließ schon damals darauf schließen, dass dieser Firma aus Brandenburg sehr wahrscheinlich die Zukunft gehört.

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Die Story

Das Projekt Tinkerbots entstand an der Bauhaus Universität in Weimar. Die Gründer Christian Guder und Leonhard Oschütz waren Kommilitonen im Studiengang Produktdesign. Beide verband die Vorliebe für ausgefallene Projekte. Aus dem Freundeskreis kannten sie Matthias Bürger, der gerade an seiner Doktorarbeit in Innovationsökonomik schrieb. Die Grundidee zu Tinkerbots entstand 2009 aus dem Uni-Projekt „Build a Dream Machine“. Als leidenschaftlicher Lego Fan tüftelte Leonhard Oschütz seit 2009 an den ersten Prototypen zu dem, was Tinkerbots heute ist. Im September 2013 gründeten die drei Freunde die Firma Kinematics GmbH mit keinem geringeren Ziel, als das beste Robotik Spielzeug zu entwickeln, das die Welt bisher gesehen hat: Tinkerbots.

Im Dezember 2013 waren erste Geldgeber gefunden, die in den Traum von Tinkerbots investierten (Strategische Investition von ProSiebenSat.1, Frühphasenfond Brandenburg). Um auch die künftigen Nutzer ins Boot zu holen, starteten sie im April 2014 eine erfolgreiche Crowdfunding Kampagne auf der Plattform Indiegogo.com. Innerhalb von 45 Tagen hatten sie rund 300.000 USD und mehr als 800 Vorbestellungen eingesammelt. Danach konnten sie das Projekt entscheidend vorantreiben. Mit Erfolg: Die ersten 2.000 Tinkerbots Baukästen wurden noch vor Weihnachten 2015 ausgeliefert.

Bei Tinkerbots wird erst gebaut und dann gespielt

Das Advanced Builder Set

Das Mittlere von drei Sets kostet laut Hersteller knapp 250 Euro. Dafür müssen Kinder ganz schön viele Autos waschen, Hektar von Rasenflächen mähen und unglaublich vielen Großmüttern die Einmachgläser aus dem Keller holen. Klar, sie legen Wert auf „Made in Germany“. Das ist gut so und jeder weiß, dass sich dieses Attribut auch im Preis niederschlägt. Aber trotzdem sind 250 Euro viel Holz und als Käufer erwartest Du dementsprechend viel von den Tinkerbots. Nachdem Öffnen der Verpackung sind es rund 40 unterschiedliche Teile, mit denen die Kinder arbeiten können.

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Die Module

Alles beginnt mit dem sogenannten Powerbrain, dass als Herz und Gehirn jedes Roboters fungiert. Mit seinem Mikrocontroller gibt es Befehle und versorgt über seinen Akku alle anderen Module mit Energie. Die Bewegungsmodule führen über einen Motor und eine ganz bestimmte Bewegung aus. Der Grabber greift zu und nimmt sich, was immer er bekommt. Der Motor dreht Achsen und Räder. Das Pivot ist ein Gelenk und schwenkt nach links und rechts. Der Twister dreht sich selbst und alles was man dransteckt um 180°. Licht- und Abstandsensoren sorgen dafür, dass echte Roboter wissen, was um sie herum passiert und darauf reagieren.

Mit den passiven Modulen lassen sich die Modelle immer wieder neu erfinden. Der Cube verbindet bis zu sechs Module auf einmal. Er leitet Strom und Daten von einem Modul zum anderen und ermöglicht dadurch komplexere Konstruktionen. Der Cube hat sechs Steckflächen und an jede lässt sich ein anderes Modul andocken.

Das Advanced Builder Set beinhaltet jeweils 1 Powerbrain, Pivot (Bewegungsmodul), Motor und Twistet. Der Grabber und die Licht- und Abstandssensoren gibt es erst im großen Set (Sensoric Mega Set).

Die klassischen Bausteine ohne künstliche Intelligenz heißen Cubies. Damit erhält der Roboter seine individuelle Gestalt. Es sind kleine Bausteine
– Würfel, Quader und Dreiecksprismen – die sich ganz leicht zusammenstecken lassen und endlose Kombinationen ermöglichen. Der Brick Adapter verbindet Tinkerbots® mit anderen bekannten Baukastensystemen, wie LEGO® oder MEGA BLOKS®.

Mit der patentierten Steckverbindung werden alle Module ohne Kabel miteinander verbunden. Einfach zusammenstecken, drehen und die Module sitzen fest aufeinander. Energie und Daten werden automatisch übertragen. Das Gute daran: Falsch zusammenstecken geht nicht.

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Die Bauanleitungen

Hier haben wir uns als Väter bewusst ausgeklinkt und die Testperson mit Baukasten und Anleitung alleine tüfteln lassen. Nachdem wir uns kurz über die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft ausgetauscht haben, fuhr uns schon der erste Rennwagen in die Hacken. Kurze Zeit später ruckelte der Hund über das Parkett. Fazit hier: Die Bauanleitungen sind kinderleicht. Die einzelnen Schritte sind grafisch sehr gut erklärt und es bedarf kein Eingreifen der Erziehungsberechtigten.

Tinkerbots lassen sich digital steuern

Die Steuerung

Die Bedienung der Roboter ist wirklich kinderleicht via Smartphone oder Tablet (Android, iOS). Herunterladen, Verbindung herstellen und den Rennwagen durch die Wohnung steuern. Oder den Hund Gassi führen oder, oder, oder. Kinder können selbst entscheiden, wie sie ihre Roboter bedienen möchten. Sie können Standard Bewegungen ausführen, ihren Kreationen eigene Bewegungen per Hand beibringen und wieder abspielen, sie über Sensoren per Smartphone oder Tablet in Bewegung setzen oder sie sogar selbst programmieren.

Mit defn Tinkerbots lässt sich unter anderem ein Hund bauen, der dann laufen lernt

Die Baukästen

Wheeler Set
Für alle Autos, Trekker und andere Fahrzeuge.
Ab 6 Jahren
Preis: 169,95 EUR

Advanced Builder Set
Damit lassen sich coole Tiere, Monster, Autos oder gar Maschinen bauen.
Preis: 249,95 EUR

Sensoric Mega Set
Bietet Spiel- und Lernspaß und kombiniert verschiedene Module wie den
Twister, den Pivot und den Grabber miteinander, sodass ganz verschiedene Autos, Tiere oder
Monster entstehen.
Preis: 469,95 EUR

Tinkerbots Advanced Builder Set
  • Steuerung über Tablet oder Smartphone
  • passend für Lego
  • Lernen Sie die Programmierung

Fazit Tinkerbots

Sowohl die Idee als auch die Umsetzung überzeugen. Das Material ist hochwertig, durchdacht und vor allen Dingen ist es kein weiteres geschlossenes Produkt-Ökosystem, da es mit anderen bewährten Spielsteinen kombinierbar ist. Sowohl im Produktdesign und in der Produktkommunikation sprechen die Tinkerbots eine sehr verständliche Sprache, die auch Kinder im Alter von sechs Jahren verstehen. Der Ansatz, Kinder in diesem Alter das Thema Robotik näher zu bringen, halten wir für wirklich gut.

Gerade weil die einzelnen Module dazu lernen und Kinder dem Roboter selber Bewegungsabläufe oder Handlungen beibringen können. Der A-Ha-Effekt bei den Kids ist enorm. Zur Testperson: Unser Proband ist voll in die Tinkerbots-Welt abgetaucht und war bei Erstkontakt zwei Stunden mit den Bausteinen beschäftigt. Bereits am Folgetag Kam vom Vater unseres Probanden die Nachricht, dass ich noch mehr Tinkerbots-Teile besorgen soll. Es ist also ein Produkt, mit dem sich Kinder in dem Alter wirklich beschäftigen (Hauptgrund, Freunde!) und sie erkennen relativ schnell, dass die vorgegebenen Bauanleitungen nur der erste Schritt in eine kreative Welt ist, die einzelnen Motoren, Powerbrains und Grabber auch für andere Spielzeuge einzusetzen.

Zum Beispiel dem AT-AT von Lego ein wenig Leben einzuhauchen. Lediglich der Preis hinterlässt einen leichten Beigeschmack. 250 Mücken sind, wie schon gesagt, viel Holz. Ich gehe aber mal davon aus, dass sich der Preis aufgrund höherer Stückzahlen im Laufe der Zeit ein wenig „beruhigt“. Wünschenswert wäre es.

WUFF, WUFF!

[In Kooperation mit TinkerBots.de]