Für viele Familien ist das Auto das Reisemittel der Wahl. Wie unterschiedlich sich Deutsche, Franzosen, Spanier, Briten und Iren dabei verhalten, hat der Autovermieter Enterprise Rent-A-Car mit einer groß angelegten Umfrage untersucht – mit teils überraschenden Ergebnissen.

„Sind wir bald da?“ oder „Wie lange noch?“– gefürchtete Fragen, die jeder kennt, der schon einmal mit Kindern im Auto unterwegs war. Doch wann fallen sie? Laut Aussage von 4.500 Eltern aus Deutschland, Frankreich, Spanien, dem Vereinigten Königreich und Irland kommt die Frage nach der verbleibenden Reisedauer nach durchschnittlich knapp anderthalb Stunden (1h 27min). Besonders ausdauernd sind dabei die deutschen Kinder, die im Schnitt nach 1 Stunde und 43 Minuten nachfragen. Damit zeigen sie sich eine halbe Stunde geduldiger als die Kinder aus dem Vereinigten Königreich und Irland, die ihre Eltern nach durchschnittlich 1h 12min bzw. 1h 13min mit der Frage behelligen.

Eine Sache der Gewohnheit? Der Schluss liegt durchaus nahe, denn die Deutschen trauen sich besonders lange Autofahrten mit ihren Kindern zu: Mit acht Stunden im Durschnitt liegen sie in der Umfrage an der Spitze, dicht gefolgt von den Franzosen mit 7 Stunden und 55 Minuten. Die Iren beispielsweise würden im Schnitt nur maximal fünf Stunden mit ihren Kindern im Auto fahren.

Oder sind die Kinder vielleicht ein wenig skeptisch in Bezug auf die Aussagen ihrer Eltern? Die Umfrage hat jedenfalls gezeigt, dass es die Iren und die Briten mit der Wahrheit bezüglich der tatsächlichen Reisedauer nicht so genau nehmen: 41 Prozent der irischen und 39 Prozent der britischen Eltern geben zu, ihre Kinder beim Thema Fahrtzeit anzuflunkern. Das sind doppelt so viele wie in Deutschland (20 Prozent), wobei die deutschen Eltern besonders ehrlich zu sein scheinen: 71 Prozent der Befragten geben an, ihre Kinder nie zu belügen, wenn es um die Dauer der Autofahrt geht. Bei den Spaniern und den Franzosen sind es jeweils ca. ein Drittel (FRA: 28 Prozent; ESP: 33 Prozent), die nicht ganz ehrlich sind und ca. zwei Drittel (FRA: 67 Prozent; ESP 61 Prozent), die immer die Wahrheit sagen.

Stimmungskiller Nummer eins ist – da sind sich 38 Prozent aller befragten Eltern in den Ländern einig – die Langeweile. Sie verfolgen allerdings unterschiedliche Taktiken, um die Kinder bei Laune zu halten: während sich die Deutschen mit traditionellen Spielen wie „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ (41 Prozent) und Spielzeug (44 Prozent) die Zeit vertreiben, stehen bei den anderen Nationen Videospiele ganz oben auf der Liste (GBR: 40 Prozent; IRL: 45 Prozent; FRA: 45 Prozent; ESP: 42 Prozent; DEU: 36 Prozent).

Ist die Stimmung einmal gekippt, kommt bei vielen Eltern eine pädagogische Grauzone zum Einsatz: die Bestechung. 35 Prozent aller Eltern in den Ländern geben zwar an, dieses Mittel nicht einzusetzen (in Frankreich sind es sogar 51 Prozent), bei allen anderen stehen aber Süßigkeiten (31 Prozent) und die technischen Begleiter wie Smartphone oder Tablet (30 Prozent) zur Besänftigung hoch im Kurs. Monetäre Anreize spielen in den meisten Ländern eine untergeordnete Rolle (zwei bis sechs Prozent). Lediglich zwölf Prozent der Briten ziehen Geld als Überzeugungsmittel in Betracht.

Grundsätzlich ist die Reise mit dem Auto für die meisten der befragten Eltern eine positive Erfahrung. 52 Prozent aller Eltern schätzen an der gemeinsamen Autofahrt besonders, dass sie Zeit als Familie miteinander verbringen können. Darauf angesprochen, was ihnen bei der letzten längeren Autoreise mit den Kindern nicht gefallen hat, fällt 43 Prozent der Befragten gar nichts Negatives ein. Am Auto als Reisemittel schätzen 47 Prozent der Eltern vor allem die Flexibilität und die Planungsfreiheit. Dr. Carol Burniston, Kinderpsychologin aus Großbritannien, kommentiert: „Die Eltern machen grundsätzlich einen guten Job, wenn es um die Betreuung ihrer Kinder auf langen Autofahrten geht. Mit ein bisschen Planung und Fantasie können die Autofahrten sogar viel Spaß machen und ein richtiges Familienereignis sein.“

Tori Patrick, Leiterin des europaweiten Flughafengeschäfts bei Enterprise Rent-A-Car, zu der Umfrage: „Das Auto als Reisemittel ist bei Familien in Deutschland, Frankreich, Spanien, Irland und dem Vereinigten Königreich fest verankert, vor allem aufgrund der Flexibilität und der Freiheit, die es bietet. Aber auch soziale Faktoren wie das Verbringen von gemeinsamer Zeit als Familie spielen eine Rolle, wie die Umfrage gezeigt hat. Und sollte die gute Stimmung einmal bedroht sein, findet der Großteil der Eltern Mittel und Wege, die Fahrt zu einem Erlebnis zu machen, das positiv in Erinnerung bleibt.

Weitere interessante Ergebnisse der Umfrage:

> Während beim Packen für die Fahrt Getränke (durchschnittlich 80 Prozent) und Snacks (durchschnittlich 64 Prozent) bei der großen Mehrzahl der Eltern in den meisten einzelnen Ländern die beiden wichtigsten „Must Haves“ sind – nur die Spanier halten Feuchttücher für wichtiger als Snacks – variiert Platz drei bei den Einpackprioritäten: Bei den Deutschen sind es Süßigkeiten (56 Prozent), bei den Briten (50 Prozent), den Franzosen (53 Prozent) und den Spaniern (58 Prozent) sind es digitale Geräte und bei den Iren (59 Prozent) sind es Feuchttücher.

> Brave Kinder: Die große Mehrheit der Eltern (durchschnittlich 87 Prozent) gibt an, dass sich die Kinder auf den langen Autofahrten gut benehmen. Nur in Spanien scheint es größere pädagogische Differenzen zu geben: 21 Prozent der spanischen Eltern sagte, dass sich ihre Kinder nicht gut benehmen.

> „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ scheint ein über die Landesgrenzen hinaus beliebtes Spiel zu sein: 78 Prozent der Briten, 80 Prozent der Iren, 72 Prozent der Deutschen und 77 Prozent der Spanier spielen es. Nur in Frankreich ist es mit 29 Prozent nicht ganz so populär.

Autoreise mit Kindern

Über die Umfrage:
Die Umfrage wurde von Opinium im Zeitraum 17.-22. Juni 2015 unter 4.529 Eltern im Vereinigten Königreich (1.002), Irland (520), Frankreich (1.003), Deutschland (1.002) und Spanien (1.002) durchgeführt. Die Kriterien für die Teilnahme an der Umfrage waren mindestens ein Kind unter 18 Jahren und eine gemeinsame lange Autofahrt in den vergangenen zwölf Monaten. Als lange Autofahrt galten Fahrten, die länger als eine Stunde waren.

Foto oben: @sges – Fotolia.com

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