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Ernten, Naschen, Glücklichsein – 7 Gründe für ein Naschbeet

Ein Gastbeitrag von Marcel Eckert von Purgrün

Jeder von uns wird diese Situationen kennen: Dein Kind sitzt mit versteinerter Miene am Esstisch, dreht das außerirdisch anmutende Brokkoliröschen mit kritischem Blick in den Händen, drückt vielleicht ein bisschen darauf rum und entscheidet schließlich, dass es von dem Miniaturbaum, der nach nichts riecht und höchstwahrscheinlich nach noch weniger schmeckt, lieber Abstand nehmen möchte.

Während der Brokkoli im besten Fall wieder auf dem Teller landet, im schlechtesten Fall in deinem Gesicht, auf dem Fußboden oder auf Nimmerwiedersehen unter dem Küchenschrank verschwindet, wunderst du dich vielleicht, wie du deinem kleinen Racker die Freude an Gemüse vermitteln kannst. Die einfache Antwort: Wecke mit einem Naschbeet das Interesse deines Kindes für Obst und Gemüse, sodass es von selbst zum Möhren- und Brokkolienthusiasten wird.

Tipp: Hast du keinen Garten, in dem du deinem Kind einen kleinen Bereich für ein Naschbeet freimachen kannst, tut es auch ein Balkonkasten oder eine kleine Holzkiste, in der das Kind sein Gemüse und seine Kräuter auf dem Balkon anbauen kann. Hast du auch keinen Balkon, kannst du ein Miniaturnaschbeet auch einfach auf die Fensterbank stellen. Ein kleines Naschbeet hat überall Platz, wo die Sonne scheint, und wird dein Kind mit ziemlicher Sicherheit zum Gemüse-Gourmet machen.

Für noch mehr Tipps zum Anlegen eines Naschbeets siehe diesen Ratgeber.

7 Gründe für ein Naschbeet

Ein Naschbeet für Kinder ist das beste Mittel, um deinen Kids die Freude an Gemüse zu vermitteln. Es ist nicht nur ein einfaches Beet, sondern ein Abenteuerspielplatz, auf dem deine Kinder spielerisch lernen, wie sie ihre eigenen Früchte und Gemüsesorten anbauen können. Sie können die Samen setzen, beobachten, wie ihre Pflanzen wachsen, und mit etwas Geduld schließlich stolz die Ernte einfahren. Was ein Naschbeet darüber hinaus bietet?

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© Paige Cody (Unsplash)

1. Ein Naschbeet ist ein sinnliches Erlebnis

Ein Naschbeet ist ein Ort, an dem deine Kinder die Fülle der Natur mit allen Sinnen erleben können. Wenn sie ihre kleinen Hände in die weiche Erde eintauchen, spüren sie die belebende Kraft der Natur. Die bunten Blüten erstrahlen in leuchtenden Farben und verzaubern deine Kinder mit ihrem betörenden Duft. Sie können das Treiben der Bienen beobachten und dem Summen der Natur lauschen.

Natürlich bietet ein Naschbeet auch etwas für den Geschmackssinn. Zwischen den grünen Blättern und zarten Ranken verstecken sich süße Erdbeeren oder Himbeeren. Dein Kind kann eine Vielzahl von Kräutern ziehen und damit so ziemlich alle Salate und Gerichte verfeinern. Die Kleinen können die Kräuter, das Obst und Gemüse zwischendurch kosten und erfahren den unverfälschten Geschmack natürlicher Lebensmittel.  

2. Ein Naschbeet erfordert körperliche Aktivität

Ein Naschbeet für Kinder ist nicht nur ein Ort des Geschmacks, sondern bietet deinen Kindern auch die Chance, aktiv an der Natur teilzunehmen und dabei ihre körperliche Fitness zu verbessern. Denn alle Gartenbesitzer wissen, so ein Naschbeet erfordert Einsatz. Die Kinder müssen buddeln, Unkraut entfernen, die Erde auflockern. Dabei werden sich Muskulatur und Motorik wie von selbst entwickeln.

Das Hantieren mit verschiedenen Geräten, das Heben von Gießkannen und die Aktivität im Garten oder auf dem Balkon verbessern das Wohlbefinden und belasten- ohne zu überlasten. Auch das Ernten der Früchte und Gemüse aus dem Naschbeet erfordert Aktivität. Die Kinder bücken sich, strecken sich nach oben oder seitwärts, während sie die reifen Leckereien pflücken. All diese Aktivitäten fördern ihre Flexibilität, Koordination und Ausdauer.

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© RDNE Stock project (Pexels)

3. Naschbeete schärfen das Umweltbewusstsein

Während der Arbeit im und am Naschbeet lernen die kleinen Gärtner, wie bedeutsam es ist, respektvoll mit der Natur umzugehen. Sie entdecken den Einfluss von Sonnenlicht, Wasser und Bodenqualität auf das Pflanzenwachstum und erkennen, dass sie als Teil der Natur verantwortlich für ihr Handeln sind. Durch den eigenen Anbau von Obst und Gemüse erleben sie hautnah, dass Lebensmittel nicht einfach im Supermarktregal entstehen, sondern einen komplexen und natürlichen Prozess durchlaufen.

Das Naschbeet schärft ihr Bewusstsein für nachhaltige Praktiken wie Kompostierung, Wassereinsparung und den Verzicht auf chemische Pestizide. Sie lernen, dass ihre Entscheidungen Auswirkungen auf die Umwelt haben und wie sie durch kleine Handlungen zum Schutz der Natur beitragen können. Das Naschbeet eröffnet den Kindern die Möglichkeit, sich als aktive Umweltschützer zu fühlen und ihr Wissen und ihre Leidenschaft für eine nachhaltige Lebensweise zu teilen.

4. Naschbeete machen Naturwissenschaften erlebbar

Naschbeete für Kinder machen Naturwissenschaften erlebbar und verständlich. Was deine Kinder ansonsten nur im Schulbuch in der Theorie lernen, können sie hier in der Praxis erforschen und entdecken. Sie lernen den Zyklus einer Pflanze, von der Aussaat bis zur Ernte kennen, erfahren etwas über Pflanzenwachstum und welche Rolle Sonnenlicht und Wasser dabei spielen. Sie können etwas über Bodenbeschaffenheit und Mineralien lernen, mathematische Konzepte anwenden, die Anzahl der Samen zählen, das Wachstum der Pflanzen messen und den Ertrag der Ernte berechnen.

Indem sie Naturwissenschaften erleben, entwickeln die Kinder ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise der Natur. Naschbeete erlauben es ihnen, auf spielerische Weise Neugierde und Begeisterung für die Naturwissenschaften zu entwickeln und ein solides Fundament für weiterführende Lernprozesse zu schaffen.

Ein Naschbeet bringt eine reiche Ernte für die Kleinen.
© Eli Pluma (Unsplash)

5. Ein Naschbeet hält Lektionen fürs Leben bereit

Das Naschbeet bietet nicht nur die Chance, Natur zu erleben und Wissenschaft zu entdecken, sondern es fördert auch eine zentrale Eigenschaft bei deinen Kindern: das Bewusstsein dafür, dass ihr Handeln Konsequenzen hat. Ein Naschbeet erfüllt hier dieselbe Funktion, wie ein Meerschweinchen oder Hamster. Die Kinder müssen sich um ihre Pflanzen kümmern, ansonsten werden sie durch vertrocknete Blätter und herabhängende Pflanzen mit der harten Realität konfrontiert.

Indem die Kinder im Naschbeet Verantwortung übernehmen, lernen sie wichtige Lebenskompetenzen wie Achtsamkeit, Zuverlässigkeit und Engagement. Sie erkennen, dass Verantwortung übernehmen nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Möglichkeit ist, positive Veränderungen zu bewirken und einen liebevollen Umgang mit der Natur und anderen Lebewesen zu fördern.

6. Ein Naschbeet fördert die Neugierde

Ein Naschbeet ist ein faszinierender Ort der Entdeckungen für Kinder. Hier können sie die Vielfalt der Pflanzenwelt erkunden und eine breite Palette an Formen, Farben und Texturen entdecken. Sie können die unterschiedlichen Arten von Blättern fühlen, die verschiedenen Stadien des Pflanzenwachstums beobachten und die erstaunliche Vielfalt der Früchte und Gemüsesorten kennenlernen.

Jeder Tag im Naschbeet bietet neue aufregende Entdeckungen, sei es das Erscheinen erster Keimlinge, das Aufblühen einer prächtigen Blüte oder das Geschmackserlebnis einer reifen Frucht. Diese Entdeckungsreisen im Naschbeet fördern die Neugier der Kinder, wecken ihre Begeisterung für die Natur und eröffnen ihnen die faszinierende Welt der Pflanzen und des Lebenszyklus in all seinen wunderbaren Facetten.

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© Johnny McClung (Unsplash)

7. Ein Naschbeet macht Spaß

Last, but not least: So ein Naschbeet im Garten oder auf dem Balkon macht auch einfach Freude. Es ist ein Ort, an dem sie sich frei entfalten können, ihre Hände in die Erde graben, den Duft der Blumen einatmen und sich von der Natur umarmt fühlen. Hier können sie mit Begeisterung neue Dinge lernen, während sie spielerisch die Wunder der Natur entdecken.

Das Naschbeet weckt ihre Kreativität und Fantasie, denn es gibt so viele Möglichkeiten, das Beet zu gestalten und ihre eigenen Ideen umzusetzen. Ob beim Pflanzen, Gießen, Ernten oder einfach beim Beobachten der Pflanzen, das Naschbeet vermittelt den Kindern ein Gefühl von Erfüllung und Zufriedenheit. Es ist ein Ort des Lachens, des Staunens und der unvergesslichen Momente, an dem sie sich mit der Natur verbinden und einfach Spaß haben können.

Titelbild © Yan Krukau (Pexels)

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel ist Patchwork-Dad von drei Kindern, die eigene Tochter Mika ist im April 2012 geboren. Der Hamburger ist Online-Publisher und betreibt neben Daddylicious auch das "NOT TOO OLD magazin" inklusive Podcast. Außerdem schreibt er für ein paar Zeitschriften und Magazine und hilft Kunden und Agenturen als Freelance Consultant. Nach dem Job entspannt er beim Laufen oder Golf.

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