Manchmal treffen sich Eltern im Kindergarten weil die Kindergartenleitung dazu eingeladen hat. Was machen die dann dort? Sie besprechen wichtige Dinge oder auch manchmal nicht so wichtige Dinge.

Vor gut zwei Wochen gab es in unserem Kindergarten auch so einen Termin. Für alle Eltern, die aktuell ein Vorschulkind in einer der Kindergartengruppen haben. So auch wir. Da der Termin am Nachmittag war, nahm meine Frau den Termin wahr und das was sie dort erlebte versuche ich jetzt mal zu schildern.

Die Vorschulkinder machen in unserem Kindergarten eine knapp dreitägige Abschlussfahrt auf einen Bauernhof. Eben zum Abschluss der Kindergartenzeit. Unsere Kindergartenleitung informiert zu diesem Thema frühzeitig und ausführlich und versucht auch bestimmten Eltern die Angst zu nehmen. Angst, ja es gibt Eltern die ein, sagen wir, ungutes Gefühl haben, ihr Kind drei Tage in „fremde“ Obhut zu geben. Ist ja eigentlich auch nicht schlimm, aber was manche Eltern daraus machen ist schon fast nicht mehr wahr.

So saß die Elternrunde im Turnraum des Kindergartens und ließ sich von der KiGaLeitung erzählen, wie so der Ablauf ist. Am Abreisetag sollen alle Kinder z.B. pünktlich um 9 Uhr im Bus sitzen und die Eltern sich am besten schon vorher verkrümelt haben, damit es keine Abschiedsdramen gibt. Der Kindergarten macht das nicht von ungefähr so, die haben Erfahrung damit weil sie das schon Jahre so machen. Dennoch gibt es Eltern die sich darüber auslassen müssen. So auch eine alleinerziehende Mutter, die das überhaupt nicht verstehen wollte und sich sogar mit ihrer Sitznachbarin so hochgeschaukelt hatte, dass sie ihr vorschlug, doch vor die Tür zu gehen um die Sache zu klären. Erwachsen geht irgendwie anders.

Aber es ging noch weiter. Eben diese alleinerziehende Mama kam mit dem nächsten Hammer. Dazu muss man vorab wissen, dass es in unserem Kindergarten hauptsächlich Familien mit zwei oder drei Kindern gibt. Diese eine Mama hat „nur“ ein Kind. Die KiGaLeitung fuhr weiter fort und ermahnte die Eltern, einen Besuch der Kinder auf dem Bauernhof zu unterlassen. Das nahm die alleinerziehende Mama als Anlass, eine weitere Salve rauszuhauen: „…ist ja schön und gut, aber das ist mein einziges Kind und wenn da dann was passiert…“.

Sie hatte sicher ganz dolles Kopfkino und eine Mama von drei Kindern versuchte ihr ein wenig die Angst zu nehmen. Da kam dann prompt die Antwort „…ihr habt ja alle gut reden ihr habt ja auch mehr Kinder, da habt ihr sicher nicht so viel Angst wenn mal was passiert…“. Zwischen den Zeilen haben wirklich alle gehört „…ach ist doch egal, ein Kind mehr oder weniger“. Die Runde konnte aufgrund dieser Aussage erst einmal nur den Kopf schütteln bevor wieder eine „Mehrlingsmama“ zu erklären versuchte, dass es keine Rolle spiele, wie viele Kinder man habe. Auch die KiGaLeitung und eine Erzieherin, die bislang alle Fahrten mitgemacht hatte, versuchten ihr ihre Ängste ein wenig zu nehmen.

Das Ende vom Lied/Leid. Diese eine Mama überlegt nun, ihr Kind nicht mitfahren zu lassen, was letztendlich sehr schade für das Kind ist. Denn alle Kinder, die so eine Fahrt einmal mitgemacht haben, waren hellauf begeistert. Klar gibt es auch mal die ein oder andere Blessur, aber die kann man sich auch im Kindergarten oder auf dem Spielplatz holen.

Eltern sollten versuchen, über ihren eigenen Schatten zu springen und ihren Kindern diesen Spaß gewähren. Auch wenn man Ängste hat. So haben beide Teile die Möglichkeit zu wachsen. Die Eltern lernen vielleicht besser mit ihren Ängsten bezüglich ihrer Kinder umzugehen und die Kinder werden Spaß haben, Neues erleben, vielleicht tiefe Freundschaften schließen. Alles in Allem haben Sie einfach eine grandiose Zeit. Ängste hat wohl jeder mehr oder weniger, aber mit der übertriebenen Angst leidet nur das Kind. Weil es nicht dabei ist.

Fotocredit: Kitty – Fotolia.com

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