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Übersicht der 9 Erziehungsstile – welcher ist der Beste für Familien?

Wahrscheinlich ohne es genau zu wissen, folgt dein Verhalten gegenüber deinem Kind einem Erziehungsstil. Davon gibt es verschiedene Ausprägungen, die unterschiedliche Namen haben. Wir springen zwischen den unterschiedlichen Erziehungsstilen wild hin und her, denn wir haben ja keinen von der Pike auf gelernt. Meist handeln wir auf Basis unserer Erfahrungen, dem Wissen und unser Bewertung und Definition von Sicherheit, Ehrgeiz, Fairness und Sozialverhalten. Das Bauchgefühl ist oft richtig. Trotzdem wollen wir euch heute mal aufzeigen, welche verschiedenen Erziehungsstile es gibt, was sie kennzeichnet und welche gut oder weniger geeignet sind.

Zuerst einmal gilt es zu prüfen, wieviele verschiedene Erziehungsstile es überhaupt gibt. In den meisten Beiträgen, Artikeln und Forschungen werden sieben Erziehungsstile unterschieden. Gängig sind die Ausprägungen autokratisch, permissiv, antiautoritär, egalitär, autoritär, autoritativ, demokratisch, negierend und laissez-faire. Zum Teil haben diese Stile auch andere Namen. Wir beschreiben euch die Merkmale jedes einzelnen Stiles und geben dazu auch eine Bewertung ab.

Definition der Erziehung von Kindern

Um die Erziehungsstile zu verstehen und zu bewerten, gehen wir erstmal einen Schritt zurück. Denn was ist überhaupt „Erziehung“? Die Erziehung von Kindern ist das Ziel der Eltern, das Verhalten des Kindes in eine bestimmte Richtung zu lenken. Die gewünschten Verhaltensweisen werden dabei unterstützt und gefördert, die unerwünschten Verhaltensweisen werden reduziert oder unterbunden. Ihr Eltern nehmt durch pädagogische Maßnahmen somit Einfluss auf das Verhalten und die Entwicklung eurer Kinder. So helft ihr dem Nachwuchs dabei, eine eigenständig handelnde Person zu werden.

Durch Werte und Erziehungsstile prägt ihr eure Kinder für das spätere Leben
© Brittani Burns (Unsplash)

Nach welchen Werten ihr dabei handelt, ist bei allen Eltern unterschiedlich. Die Werte sind Eckpfeiler für jeden einzelnen Menschen. Dabei hat jeder andere Prioritäten. Hier findet ihr ein paar Werte, die in eurem Leben eine Rolle spielen und die ihr in unterschiedlicher Wichtigkeit auch an eure Kinder weitergebt.

  • Fairness
  • Respekt
  • Toleranz
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Mitgefühl
  • Ehrgeiz
  • Freundschaft
  • Hilfsbereitschaft
  • Tradition
  • Ehrlichkeit

Welcher ist der beste Erziehungsstil?

Eins gleich vorab: es gibt keine Blaupause für die bestmögliche Erziehung eurer Kinder. Zum Glück ist jeder Mensch anders und benötigt somit auch andere Verhaltensmuster. Der flexible Einsatz verschiedener Erziehungsstile ist somit der richtige Weg. Am Ende ist ja die Frage, ob ihr eure Ziele bei den Kindern eher erklärend, liebevoll oder streng erreicht. Dabei seid ihr selbst auch immer Vorbild für den Nachwuchs. Und es spielt auch mit rein in die Erziehung, wie ihr die eigene Kindheit wahrgenommen habt. Waren und sind eure Eltern Vorbilder für euch oder wollt ihr alles ganz anders machen?

Gerade bei Vätern ist die Bandbreite sehr hoch. Es gibt immer noch die distanzierten Papas, die lieber zur Arbeit gehen und der Mama die Erziehung weitestgehend überlassen. Es gibt aber auch Helicopterväter, es gibt führsorgliche Daddys, die sich mit den Müttern die Arbeit teilen. Und leider gibt es auch immer noch Väter und Eltern, die handgreiflich gegenüber ihren Kindern werden. Das ist natürlich nicht zu entschuldigen und niemals eine Option.

„Erziehung besteht aus zwei Dingen: Beispiel und Liebe“

Friedrich Fröbel (1782 bis 1852)

Um aber die Frage ein Stück weit zu beantworten: in der Fachliteratur werden als die besten Stile meist der autoritative und der permissive Erziehungsstil genannt. Daher erklären wir euch nun erstmal die Unterschiede.

Übersicht der Erziehungsstile

Ende der 30er Jahre hat der österreichische Psychologe Kurt Lewin erstmals eine Kategorisierung der Erziehungsstile vorgenommen. Damals beschränkte er sich auf die drei Ausprägungen „autoritär“, „demokratisch“ und „laissez faire“. Mittlerweile sind noch einige weitere Bezeichnungen hinzugekommen.

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© freestocks.org (Pexels)

Schauen wir uns die einzelnen Stile etwas genauer an. Was gibt es für Erziehungsstile? Wir sortieren von autoritär über demokratisch bis laissez faire.

Autokratischer Erziehungsstil

Politisch gesehen ist ein Autokrat ein Alleinherrscher, der die uneingeschränkte Staatsgewalt innehat oder für sich beansprucht. Auf die Familie bezogen meint das also, dass es keinen Raum gibt für die freie Entfaltung des Kindes. Denn Eigeninitiative gehört nicht zu den gewünschten Verhaltensweisen der Eltern. Wer sich unter den Erziehungsstilen für diesen entscheidet, der verlangt von seinem Nachwuchs absoluten Gehorsam. Eltern stellen die Verhaltensregeln auf und geben den Rahmen vor. Brechen Kinder aus diesem Konstrukt aus, werden sie bestraft. Begründen tun Eltern diese recht harte Hand mit der These, dass nur sie wüssten, was gut für das Kind ist. Und der Angst vor Strafe sorgt dafür, dass die Vorgaben eingehalten werden.

Der autokratische Erziehungsstil ist somit sogar noch eine Steigerung des autoritären Stils.

Autoritärer Erziehungsstil

Diese Art der Erziehung ist ein veraltetes Modell. Bis in die 60er war das hierarchische Machtprinzip führend als Modell für die Erziehung von Kindern. Das heißt aber nicht, dass es von der Bildfläche verschwunden ist. Noch immer gilt in Familien das Gesetz von Verboten, Disziplin, Strenge und Strafe.

Nur die Eltern sind in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ein Mitdenken und Mitgestalten ist nicht erwünscht. Kinder sind die Befehlsempfänger und aufgefordert, sich entsprechend der Vorgaben zu verhalten. Gelingt das nicht, gibt es Strafen. Das Ankündigen von Drohungen ist auch heute noch bei Eltern beliebt, aber meist werden diese Drohungen dann nicht in die Tat umgesetzt.

Diese harte Hand hat aber nicht nur Einschüchterung der Kinder zur Folge. Sie entwickeln weniger Selbstbewusstsein als andere gleichaltrige Kinder, denn in erster Linie wollen sie gefallen. Außerdem haben diese Kinder keine Chance, aus Fehlern zu lernen. Autoritäre Eltern neigen außerdem dazu, weniger liebevoll und zärtlich mit ihren Kindern zu sein. Und das kann bis ins Erwachsenenalter Folgen haben, denn in der Schule und im Job müssen sich die Kinder dann später in ein soziales Gefüge einfinden. Das dafür erforderliche Selbstwertgefühl haben sie aber nicht gelernt. Entweder treten diese Kinder besonders aggressiv auf, um ihre Ziele durchzudrücken. Oder sie rutschen in die Opferrolle, in der sie sich alles gefallen lassen. Beides gilt es zu vermeiden.

Einige Erziehungsstile sind geprägt von Authorität, Strafe und Drohungen. Das kann nie eine Lösung sein.
© Dmitry Vechorko (Unsplash)

Autoritativer Erziehungsstil

Wie der Name vermuten lässt, hat dieser Erziehungsstil mit Autorität zu tun. Gemeint ist ein liebevoller Umgang der Eltern mit ihren Kindern, allerdings mit klar verteilten Rollen und Verantwortlichkeiten. Anders als autoritäre Eltern sind sich autoritative Eltern ihrer Rolle als Erzieher bewusst, sind aber diskussionsbereit und in der Lage, ihre Entscheidungen dem Kind gegenüber zu begründen. Dabei wird der Willen des Kindes nicht übergangen, sondern berücksichtigt.

Dieser Umgang liegt zwischen dem autoritären und dem permissiven Erziehungsstil und stellt somit die ausgewogene Mitte zwischen zu viel Strenge und zu viel Freiraum. So bereitet dieser Stil die Kinder auch recht gut auf das spätere Berufsleben vor. Auch dort müssen Hierarchien und Autoritäten berücksichtigt werden, aber mit Vehemenz auch eine eigene Meinung gebildet werden. Diese Erziehungsweise gehört zu den demokratischen Erziehungsstilen, verfügt aber durch festgelegte Regeln über variable Grenzen. Diese werden mit dem Älterwerden der Kinder stetig hinterfragt und angepasst.

Der autoritativer Erziehungsstil wird somit von vielen als die beste Form der Kindererziehung genannt. Denn Eltern fördern ihre Kinder und sind dabei dicht an ihnen dran. Dazu gehört Lob und die Vermittlung von Werten und Normen. Gleichzeitig ist Liebe und Wärme für die Kinder stets spürbar und sie sehen sich nicht der Willkür der Eltern ausgesetzt.

Demokratischer Erziehungsstil

Der demokratische Erziehungsstil ähnelt dem autoritativen, allerdings wird dabei etwas weniger Kontrolle ausgeübt. Wir leben in Deutschland in einer Demokratie, daher kann ja die Erziehung der Kinder nach diesem Prinzip eigentlich nicht schlecht sein, oder? Immer wird so ein positives Miteinander gefördert, bei dem sich jeder in einem vorgegebenen Rahmen einbringen kann. Ähnlich wie auch bei unserer Regierung sind es am Ende die Eltern, die alle Entscheidungen treffen. Allerdings immer unter Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kinder. Und mit einem sehr respektvollen Umgang.

Wie aber auch in der Politik gilt es, das sinnvolle Modell von der Theorie in die Praxis zu übertragen. Es braucht von Seiten der Eltern also klare und begründbare Rahmenbedingungen, die auch als Vorbild selbst eingehalten werden müssen. Durch eine intensive Kommunikation wird den Kindern beigebracht, wie sie ihren Teil zu dem Familienleben beitragen können. Das wirkt sich positiv auf den Nachwuchs aus, denn die Mädchen und Jungen fühlen sich ernstgenommen und wachsen mit ihren Aufgaben. So wird das Selbstvertrauen gestärkt und die Eigeninitiative gefördert.

eltern und zwei kinder mit hund am strand
© chillla70 (Pixabay)

Hört sich alles gut an. Aber wie erwähnt ist jeder Mensch zum Glück anders. Und auch Dinge wie Verständnis, Vernunft und Motivation sind sehr unterschiedlich verteilt. Und da liegen die Herausforderungen. Wenn das Kind nämlich bockig trotzt, dann ist es mit den Argumenten und dem Überzeugen gar nicht mehr so einfach.

Alles in allem gehört der demokratische Erziehungsstil zu den verbreiteten und positiv bewerteten Methoden. Denn die Kinder sind hier gleichwertige Partner, die an die Selbstständigkeit herangeführt werden. Die Eltern sind beratend stets an ihrer Seite.

Egalitärer Erziehungsstil

Dieser Erziehungsstil hat nichts mit „egal“ zu tun. Vielmehr steht das Wort „egalitär“ für eine soziale Gleichheit. Das wird auf die Familie übertragen, indem Kinder und Eltern gleiche Rechte und Pflichten besitzen. Entscheidungen in der Familie werden gemeinsam getroffen. Die Wünsche der Kinder werden immer mit eingeholt und gleichberechtigt bewertet.

Wie auch in der Demokratie entwickelt sich durch dieses Miteinander schon früh die Selbstständigkeit und Eigeninitiative der Kinder. Durch die nicht vorhandenen Regeln fehlt es aber an Orientierung. Das könnte die Kinder überfordern. Positiv ist jedoch zu bewerten, dass in diesem Familien immer Gruppenentscheidungen getroffen werden und dass das Kind so lernt, seiner Meinung Gewicht zu verleihen. Das fördert auch den Austausch aller Familienmitglieder. Da die Eltern sich an die Entscheidungen zu halten haben, wäre eine gewisse Reife der Kinder eigentlich wünschenswert, gehört in diesem Erziehungsstil aber nicht zu den Voraussetzungen.

Der egalitäre Erziehungsstil wird üblicherweise als Steigerung der demokratischen Erziehungsmethode eingeordnet, denn es gibt hier keine Hierarchie.

Antiautoritärer Erziehungsstil

Hier haben wir das Gegenteil der autoritären Version, den antiautoritären Erziehungsstil. Seit den 68ern wurde von vielen Eltern das Ziel verfolgt, die Zügel extrem zu lockern – oder ganz aus der Hand fallen zu lassen. In den Köpfen vieler Menschen bedeutet dieses Modell, dass die Kinder machen können, was sie wollen. Sie gehen über Tische und Bänke, verhalten sich wenig respektvoll gegenüber Mitmenschen – und die Eltern lehnen sich entspannt zurück. Aber ganz so ist es dann doch nicht.

Die antiautoritäre Erziehung gibt den Kindern zuerst einmal viel Freiraum und Möglichkeiten zur Entfaltung. Es gibt keine straffen Regeln, keine Zwänge und keine Vorgaben. Kindern treffen Entscheidungen allein und müssen diese auch nicht gegenüber den Erziehungsberechtigten rechtfertigen. Die Eltern sind allerdings nicht zurückgezogen, sondern als Berater und Ideengeber an der Seite der Kinder. Konsequenzen für das eigene Handeln tragen die Kinder jedoch selbst. Kommunikation findet umfangreich statt, allerdings auf Augenhöhe. Es gibt keine Hierarchie, sondern eher ein freundschaftliches Miteinander. Eltern gehen davon aus, dass ihre Kinder durch ausprobieren am besten lernen und ihren Weg finden.

Viele Eltern verwechseln den antiautoritären Erziehungsstil mit schlecht erzogenen, aber kreativen Kindern
© Pranav Kumar Jain (Unsplash)

Es stimmt sicherlich, dass die Kinder auf diesem Weg ihre Kreativität, ihre Persönlichkeit und ihr Selbstbewusstsein intensiv entwickeln. Allerdings kann es dazu kommen, dass antiautoritär erzogene Kinder später Schwierigkeiten haben werden, sich an Regeln zu halten oder die Entscheidungen der Mitmenschen zu tolerieren. Das Lustprinzip könnte schon in der Schule zu Problemen führen. Der antiautoritäre Erziehungsstil ist mittlerweile kaum noch vertreten, sondern wurde durch andere Modelle abgelöst.

Permissiver Erziehungsstil

Diese Erziehung ist geprägt von relativ wenig Kontrolle, denn permissiv meint soviel wie nachgeben oder frei gewähren lassen. In Sachen Strenge liegt er somit nah bei dem antiautoritären und dem „laissez faire“ Erziehungsstil. Wenn Eltern ihre Kinder nach diesem Prinzip großziehen, dann halten sie sich eher zurück und überlassen dem Kind die Initiative. So sollen Kinder lernen, schon früh die Verantwortungen für getroffene Entscheidungen und das eigene Handeln zu übernehmen. Dazu gehört auch eine offene Kommunikation, also das Formulieren von Wünschen und Interessen. So sollen die Mädchen und Jungs früh lernen, sich eigener Ziele und Meinungen bewusst zu werden und sich dafür einzusetzen. Anders als bei anderen Stilen gibt es bei der permissiven Ausgestaltung jedoch einen Rahmen und somit Grenzen.

Mangels Richtlinien lernt das Kind früh, sich selbst um seine Bedürfnisse zu kümmern. Das fördert die Eigenständigkeit. Da es jedoch von Eltern keinen Rahmen vorgeben und sich eher passiv verhalten, kann es sich negativ auf das Sozialverhalten des Kindes auswirken. Denn es erlernt keine Toleranz und somit fehlt es möglicherweise an Empathie. Der permissive Erziehungsstil birgt Gefahr, einen Egoisten hervorzubringen, der nicht gelernt hat, sich an Regeln zu halten.

Erziehungsstil „laissez faire“

Vielleicht habt ihr den Begriff „laissez faire“ auch schon vor der Gründung einer Familie kennengelernt, denn er wird auch in unserem Sprachgebrauch genutzt. Gemeint ist damit soviel wie „einfach laufen lassen“, die Dinge also durchwinken und nicht eingreifen. Das ist bei der Erziehung von Kindern natürlich nur bedingt eine gute Idee.

Wenn Eltern sich nicht einmischen, die Kinder eher passiv begleiten und keinen Rahmen abstecken, dann fehlen Orientierungspunkte. Sicherlich wird so die Eigeninitiative gefördert. Wenn aber Ansprüche an das Kind fehlen, keine Ziele gesetzt und kein Lob verteilt wird, dann verpuffen die positiven Effekte. Da wir Erziehung als Unterstützung und Wegweiser im Prozeß des Erwachsenwerdens verstehen, fehlen hier ganz wesentliche Teile. Nämlich das Gefühl der Sicherheit und die emotionale Verbundenheit. Leben ist ja viel mehr, als einfach nur zu funktionieren. Es ist geprägt von Beziehungen, von Werten, von Gefühlen und von Moral. All das kommt in diesem Modell zu kurz.

kind versteckt sich unter kissen
© Pixabay

Negierender Erziehungsstil

Diese krasse Form der Erziehung ist eigentlich gar kein Stil, denn beim negierenden Erziehungsstil überlassen die Eltern ihre Kinder sich selbst. Sie haben kein Interesse am eigenen Nachwuchs und lehnen Erziehung gänzlich ab. Kinder treffen Entscheidungen allein, Regeln sind nicht vorgegeben. Es gibt keine Konsequenzen und keine positive Unterstützung.

Wenn eine Familie nach diesem Prinzip zusammenlebt, dann fehlt es an Zuneigung, an Interesse und an einer emotionalen Bindung. Kinder lernen viel zu früh, dass sie eigentlich allein sind auf der Welt. Damit fehlt es ihnen später an dem richtigen Sozialverhalten und an der Fähigkeit, sich in eine Gemeinschaft einzugliedern.

Teilweise führt dieses Modell zur Verwahrlosung der Kinder. Denn da sie in der Wohnung keine kindgerechte Umgebung vorfinden, flüchten sie auf die Straße. Ein Zusammenleben mit gemeinsamen Mahlzeiten findet nicht statt. Schularbeiten werden nicht kontrolliert und den Eltern liegt weder die Gesundheit noch Liebe und Glück ihrer Kinder am Herzen. Diese Ignoranz der Eltern führt meist zu seelischen Schäden bei den Kindern und benötigt nicht selten externe Hilfe und Maßnahmen.

Fazit: Intention und Vorbildfunktion

Wie erwähnt gibt es kein Erfolgsmodell, um als Eltern alles richtig zu machen. Die Wahrheit liegt – wie so oft – in der Mitte. Zu streng sollte es nicht zugehen. Und jede Art der Züchtigung ist absolut tabu. Auf der anderen Seite helfen Regeln und ein klar definierter Rahmen den Kindern dabei, sich innerhalb dieser Grenzen auszuprobieren. Das braucht natürlich Geduld. Aber wenn ihr erkennt, dass eure Kinder selbstbewusster werden, gute Entscheidungen treffen und auch an die Familiengemeinschaft denken, dann könnt ihr den Rahmen immer größer abstecken.

Macht euch bewusst, dass Strafen und Ausraster eigentlich nie zielführend sind. Atmet in stressigen Phasen ein paarmal tief durch und verlasst euch grundsätzlich auf euer Bauchgefühl. Es ist nur eine Phase…

Vergesst nicht, dass ihr in jeder Lebenslage auch ein Vorbild für eure Kinder seid. Somit hat das, was ihr den ganzen Tag treibt, Einfluss auf den Ehrgeiz, die Hilfsbereitschaft und das Sozialverhalten eurer Kinder.

Titelbild © Viachaslau Govorkov (Shutterstock)