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RatgeberErziehungFinanzielle Bildung von Kindern - 7 Tipps speziell auch für Mädchen

Finanzielle Bildung von Kindern – 7 Tipps speziell auch für Mädchen

Zum Weltmädchentag am 11. Oktober startet die SOS-Kinderdorf-Stiftung eine Ratgeberserie zur finanziellen Bildung von Kindern. „Die Kindheit prägt unseren Umgang mit Geld entscheidend, und finanzielle Bildung ist für das spätere Leben wichtig, besonders für Mädchen„, sagt Petra Träg, Geschäftsführerin der SOS-Kinderdorf-Stiftung. Studien zeigen, dass Frauen oft weniger verdienen und von Altersarmut bedroht sind. Sie trauen sich auch weniger in Finanzangelegenheiten und denken, sie wissen weniger als Männer.

Umfragen haben ebenfalls ergeben, dass Frauen sich in Sachen Finanzanlage auch weniger zutrauen und – oft zu Unrecht – denken, sie wüssten weniger als Männer. Als Ergebnis sind sie bei Investitionen und der Geldanlage risikoaverser und somit am Ende auch weniger vermögend als die Männer. Heute präsentieren wir sieben Tipps für Eltern, wie ihr euren Kindern und speziell auch euren Töchtern wichtiges Wissen und Fähigkeiten rund um das liebe Geld vermitteln können:

Wir müssen lernen, über Geld zu reden, denn unsere Rechnungen zahlen sich nicht von alleine und auch der Vermögensaufbau beginnt nicht von selbst

Petra Träg
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© Oleksandr P (Pexels)

Offen über Geld sprechen

Geld sollte in der Familie ein offenes Thema sein. Es ist wichtig, altersgerechte Gespräche darüber zu führen, warum bestimmte Ausgaben getätigt werden können und andere nicht. Offenheit schafft Verständnis. Viele Eltern wollen den Kindern nicht ihr Gehalt verraten, weil sie vermuten, dass die mit diesen Zahlen nicht umgehen können. Dabei könnte es durchaus hilfreich sein, den Kindern das Einkommen und auch die monatlichen Ausgaben offenzulegen. So bekommen sie einen realistischen Eindruck über die finanziellen Verpflichtungen und Spielräume. Außerdem wird dann vielleicht auch klar, warum bestimmte Anschaffungen oder Wünsche gerade nicht erfüllt werden können. Beantwortet die Fragen eurer Kinder offen und altersgemäß. Sollten euch gerade finanzielle Sorgen umtreiben, dann sind die im Detail vielleicht aber tatsächlich nichts für die Kinderohren.

Alltägliches finanzielles Wissen vermitteln

Im Alltag können Eltern ihren Kindern erklären, wie Rechnungen beglichen werden, wie Steuern funktionieren und wie Kaufentscheidungen getroffen werden. Gemeinsame Budgetplanung, wie beispielsweise die Frage, ob ein kürzerer Hotelurlaub oder ein längerer Campingausflug in das vorhandene Urlaubsbudget passt, weckt das Interesse ihrer Kinder an finanziellen Fragen. Hilfreich ist auch eine Erklärung, warum eine EC-Karte nicht unbegrenzte Einkäufe ermöglicht und was es mit einer Kreditkarte auf sich hat. Spart ihr vielleicht auf einen separaten Konto für besondere Anschaffungen oder den nächsten Urlaub? Dann lasst eure Kinder da gern dran teilhaben. Das ist nicht peinlich oder unangenehm, sondern weckt das Interesse ihrer Kinder an Finanzthemen.

Ältere Kinder verstehen sicherlich auch schon Begriffe wie Inflation oder Zinsen, die sie vielleicht auch bei der abendlichen Tagesschau aufschnappen. Da könntet ihr auch aufzeigen, wie sich Preise entwickelt haben und was es bedeutet, eine Anschaffung auf Raten zu tätigen. Für kleinere Kinder ist das Thema Geld noch zu abstrakt, aber da können Vergleiche helfen: Das kostet so viel wie die Lebensmittel für einen ganzen Monat.

Taschengeld für finanzielle Bildung nutzen

Die Verantwortung für ihr eigenes Taschengeld zu übernehmen, ermöglicht Kindern, den Zusammenhang zwischen ihren Entscheidungen und den finanziellen Konsequenzen zu verstehen. Ihr Eltern solltet eure Kinder ermutigen, langfristige finanzielle Ziele zu setzen und einen Teil ihres Taschengeldes zu sparen, um Prioritäten setzen und Geduld lernen zu können. Das Führen eines Taschengeldbuchs kann Kindern bewusst machen, wofür sie ihr Geld ausgeben.

Finanzielle Bildung von Kindern fängt mit dem Taschengeld an
© Annie Spratt (Unsplash)

Verhandlungsgeschick entwickeln

Das Erlernen von Verhandlungsfähigkeiten, sei es beim Aushandeln des Taschengelds oder auf dem Flohmarkt, ist von großer Bedeutung. Es zeigt Kindern, dass Verhandlungen ein normaler, notwendiger und sogar unterhaltsamer Aspekt des Lebens sind. Früh üben hilft, später ein gerechtes Einkommen zu erzielen. Vielen Eltern ist das Handeln noch eher unangenehm, sie fragen selbst nicht nach Rabatten oder einem Bonus bei Anschaffungen. Dabei spart das bares Geld. Und fragen kostet ja nichts. Also könnt ihr euch auch gleich vornehmen, in Zukunft besser zu verhandeln.

Die Kunst des klugen Konsums lehren

Eltern sollten ihren Kindern beibringen, wie man kluge Kaufentscheidungen trifft. Gemeinsam Preise vergleichen und Alternativen finden sind wichtige Lektionen. Zum Beispiel kann man statt etwas zu kaufen, das man nur einmal verwendet, eine Aktivität finden, die mehr Spaß macht. Und auch bei Lebensmitteln gibt es genug Möglichkeiten, etwas finanzielle Bildung einzubauen. Bestellt eine Pizza beim Pizzaservice und beim nächsten Mal kauft ihr die Zutaten und macht die Pizza zuhause selbst. Im Anschluss vergleicht ihr die Preise beider Varianten.

Eigenes Geld verdienen

Schon in jungen Jahren können Kinder lernen, wie sie ihr eigenes Geld verdienen können. Dies kann durch den Verkauf von Gegenständen auf dem Flohmarkt, das Austragen von Zeitungen oder das Geben von Nachhilfeunterricht an jüngere Kinder geschehen. Eltern sollten ihre Kinder ermutigen, kreative Ideen zu entwickeln. Geld, das selbst verdient wurde, hat oft einen besonderen Stellenwert und lehrt Kinder, ihre Ausgaben sorgfältig zu überdenken. Gerade, wenn auch größere Wünsche vorhanden sind.

Verständnis für Investitionen entwickeln

Kinder können verstehen, wie aus begrenztem Geld mehr gemacht werden kann. Dabei helfen zum Beispiel auch Spiele wie Monopoly oder das Spiel des Lebens. Wenn Kinder älter sind, sollten Eltern mit ihnen darüber sprechen, wie Aktien, Anleihen und andere Investitionsmöglichkeiten funktionieren. Falls Eltern selbst unsicher sind, können sie dies als Gelegenheit nutzen, um gemeinsam mit ihren Kindern mehr darüber zu erfahren. Die Fähigkeit, ertragreich Vermögen aufzubauen, ist eine wertvolle Lebenskompetenz, die Kindern helfen kann, finanziell erfolgreich zu sein. Wir Deutschen sind nicht unbedingt Vorreiter darin, Vermögen anzuhäufen. Die finanzielle Bildung der Kinder könnte es möglich machen, dass sie besser vorbereitet sind.

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Daher ist die finanzielle Bildung unserer Kinder entscheidend, um ihnen eine sichere Zukunft zu ermöglichen. Sprecht mit ihnen offen über Geld und bringt ihnen die Fähigkeiten bei, die sie benötigen, um finanziell den Überblick zu behalten.

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Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel ist Patchwork-Dad von drei Kindern, die eigene Tochter Mika ist im April 2012 geboren. Der Hamburger ist Online-Publisher und betreibt neben Daddylicious auch das "NOT TOO OLD magazin" inklusive Podcast. Außerdem schreibt er für ein paar Zeitschriften und Magazine und hilft Kunden und Agenturen als Freelance Consultant. Nach dem Job entspannt er beim Laufen oder Golf.

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