Sicherer Winterspaß auf Kufen – Tipps fürs Schlittenfahren mit Kindern

Anders als viele Eltern lieben die meisten Kinder Schnee und Kälte. Dann werden Schneemänner gebaut, auf zugefrorenen Seen die Schlittschuhe angeschnallt oder so ziemlich alle schneebedeckten Erhöhungen mit Schlitten erklommen, um dann auf Kufen bergab zu rodeln. Dieses Schlittenfahren kann ein riesiger Spaß sein, gerade auch für Väter zusammen mit dem Nachwuchs. Wichtig ist, sich warm und wassergeschützt anzuziehen, vielleicht ein kleines Picknick einzupacken und ein paar Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. Die haben wir für euch zusammengetragen. Daher: erst lesen und dann ab auf die Piste.

Vielleicht kennt ihr das noch aus der eigenen Kindheit. Meist werden vor dem ersten winterlichen Abenteuer zuerst einmal die leicht angerosteten Kufen mit Wachs poliert, damit der maximale Speed auf der Abfahrt erreicht werden kann. Laut Empfehlung des ADAC sollten Kinder erst ab sechs Jahren allein Schlittenfahren, weil sie frühestens dann das Bremsen und Lenken beherrschen. Vorausgesetzt, ihr bringt ihnen das vorher bei. Aber natürlich gibt es auch waghalsige Papas, die schon mit recht kleinen Mädchen und Jungs gemeinsam steile Pisten herunterbraten.

Und im Gegensatz zum Radfahren, bei dem ein Helm bei Kindern mittlerweile Standard ist, schützt auf dem Rodelberg maximal eine Wollmütze den kleinen Kopf. Das ist ein Risiko. Aber zuerst einmal checken wir, mit welchen Hobeln ihr auf die Piste gehen könnt.

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© Bao Menglong (Unsplash)

Die Wahl des richtigen Schlittens

Der Klassiker unserer Kindheit ist der Holzschlitten mit Metallbeschlägen unter den Kufen. Es gibt aber noch eine Vielzahl weiterer Rodel, hier ist eine kleine Übersicht.

Klassischer Holzschlitten

Diese Teile waren früher schon super und sind es immer noch. Meist ist an der vorderen Stange ein Seil angebracht, mit dem ihr den Nachwuchs schon auf verschneiten oder vereisten Wegen zum Rodelberg ziehen könnt. Für kleinere Kinder gibt es auch Varianten mit Rückenlehne. Auf so einen Schlitten passen bis zu drei Personen. Im Sitzen lenkt ihr, indem ihr die Füße auf den Boden packt. Auf dem Bauch könnt ihr dann mit dem Schuhen hinten ebenfalls lenken. Varianten des klassischen Davos-Schlittens sind Versionen mit lenkbaren Kufen oder Hörnerschlitten. Grundsätzlich sind diese Schlitten robust, lange haltbar und flott auf der Bahn. Schnellste Variante ist der flachere Rennrodel.

Bob

Dieses Wintersportgerät ist üblicherweise aus Kunststoff und liegt recht dicht auf der Piste. Lenken kann der Pilot durch Gewichtsverlagerung. Es gibt aber auch Modelle mit Lenkrad oder Lenkhebeln auf beiden Seiten. Das Gewicht von einem Bob ist gering, daher können Kinder diese Rodel problemlos den Berg hochtragen. Üblicherweise sitzt nur eine Person auf einem Bob. Kleinere Kinder könnt ihr zwischen den Beinen aber auch mitnehmen.

Rodelteller oder Woks

Die gesteigerte und popofreundlichere Alternative zur Plastiktüte ist ein Rodelteller, auch Poporutscher genannt. Das ist eine runde Plastikscheibe mit einem Griff vorne oder zwei Griffen an den Seiten. Trotz der Griffe sind diese Geräte zum Schlittenfahren eher ungeeignet, weil sie sich kaum lenken lassen.

Schneereifen

Besser gefedert seid ihr auf einem aufblasbaren Schneereifen. Auch hier ist die Steuerung etwas tricky. Er lässt sich aber leicht transportieren und ist auch in der Anschaffung noch so hochpreisig. Diese Snowtubes können auf vereisten Pisten hohe Geschwindigkeiten erreichen und lassen sich dann nicht so easy bremsen, daher solltet ihr euch auch mit diesem Untersatz langsam steigern, um kein Risiko einzugehen. Steine, Äste oder spitze Eisdornen können euer Rodelvergnügen schnell beenden, daher solltet ihr die Piste vorher checken.

Kinder haben auf dem Schlitten oder Bob im Winter extrem viel Spaß
© Jeremy McKnight (Unsplash)

Checkliste für die Ausrüstung

Die Sicherheit beim Schlittenfahren steht und fällt mit der richtigen Ausrüstung. Damit der Rodelspaß auf dem Schlitten ungetrübt bleibt, ist es entscheidend, auf eine gut durchdachte Ausstattung zu achten. Hier ist unsere Checkliste, die sicherstellt, dass Väter und ihre kleinen Abenteurer bestens gerüstet sind:

  1. Schutzhelme für alle: Bevor es den Hang hinabgeht, sollten sowohl Vater als auch Kind mit gut sitzenden Helmen ausgerüstet sein. Ein Helm schützt nicht nur vor Verletzungen, sondern macht das Schlittenerlebnis auch sicherer und vermittelt den Kleinen die Wichtigkeit von Sicherheitsmaßnahmen. Das gilt insbesondere für steile und längere Hänge oder für Fahrten in Skigebieten oder im Skiurlaub.
  2. Warme und wetterfeste Kleidung: Kälte und Nässe kann den Spaß schnell verderben. Achtet darauf, dass die Kinder warm und trocken eingepackt sind. Wasserdichte Handschuhe und Schneeanzüge sind dabei unverzichtbar. Für größere Kinder tut es auch eine Kombi aus Schneehose und wasserdichter Winterjacke.
  3. Sichtbarkeit im Schnee: Besonders bei schlechten Lichtverhältnissen und einbrechender Dunkelheit ist es wichtig, gut sichtbar zu sein. Bringt Reflektoren an Klamotten und Schlitten an oder beschafft reflektierende und auffällige Kleidung, damit andere Rodler euch frühzeitig erkennen können.
  4. Erste-Hilfe-Set mitnehmen: Unfälle können passieren, daher ist es ratsam, ein kleines Erste-Hilfe-Set dabei zu haben. Pflaster, Desinfektionsmittel und eine kleine Schere können im Notfall schnell benötigt werden. Darauf gehen wir später nochmal ein.

Wie schon erwähnt macht es auch Spaß, den Spaß mit dem Schlitten für ein kleines Picknick zu unterbrechen. Da bietet sich warmer Tee, Obst oder Sandwiches an, die gut und schnell verputzt werden können. Kekse sind auch eine gute Idee. Nur bei der Pinkelpause müsst ihr wahrscheinlich improvisieren, denn ein WC ist an den meisten Rodelbergen nicht unbedingt vorhanden.

Die Suche nach einem Rodelberg

Die Wahl des richtigen Schlittens und die passende Ausrüstung haben wir nun schon besprochen, aber gerade die Auswahl des geeigneten Rodelbergs spielt eine entscheidende Rolle. Nicht alle Hügel eignen sich gleichermaßen für das sichere Rodelvergnügen mit dem Schlitten.

Es ist ratsam, offizielle Rodelpisten zu bevorzugen, die speziell für diesen Winterspaß präpariert wurden. Diese Pisten werden regelmäßig kontrolliert und bieten in der Regel eine gute Sicherheitsinfrastruktur. Informieren Sie sich vorab über örtliche Rodelregelungen und eventuelle Einschränkungen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Diese Empfehlung gilt insbesondere im Süden Deutschlands, wo die Berge höher und die Hänge steiler sind. Hier sind die laut ADAC 11 schönsten Rodelstrecken in Deutschland.

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© Lan Gao (Unsplash)

In allen anderen Regionen findet ihr bei Google unter „Rodelberge + eure Stadt“ bestimmt schnell ein paar Tipps für passende Abfahrten in eurer Nähe. Viele Gemeinden und Regionen stellen Informationen zu ihren Rodelmöglichkeiten online zur Verfügung. Und auf Plattformen wie Google Maps findet ihr bestenfalls gleich auch Bewertungen und Kommentare von anderen Nutzern, die wertvolle Einblicke in die Qualität und Sicherheit der Rodelberge geben können.

Darüber hinaus gibt es spezialisierte Websites und Apps, die sich auf winterliche Aktivitäten konzentrieren und detaillierte Informationen über Rodelstrecken, Schwierigkeitsgrade und lokale Gegebenheiten bereitstellen. Solltet ihr mit dem Auto anreisen wollen oder müssen, dann bedenkt bei der Auswahl des Schlittenbergs auch die Anfahrt und Parkmöglichkeiten. Dann steht einem unvergesslichen Wintertag auf dem Schlitten nichts im Weg.

Sicherheitsregeln für Väter und Kinder:

Die Sicherheit beim Schlittenfahren steht stets an erster Stelle, gerade mit Kindern. Ein paar grundlegende Sicherheitsregeln solltet ihr daher kennen und beachten.

Es beginnt mit der richtigen Ausrüstung, angefangen bei den Helmen bis zu den warmen Handschuhen. Die Helme sollten korrekt angepasst sein, um einen optimalen Schutz zu gewährleisten. Eltern sollten außerdem darauf achten, dass ihre Kinder gut sichtbar sind, sei es durch auffällige Kleidung oder Reflektoren, besonders bei Dämmerung oder schlechten Lichtverhältnissen. Wenn ihr beim Thema Helm noch schmunzelt, lest gern diesen Beitrag des ADAC zum Crashtest mit Schlitten.

Bevor es für euch auf den Hang geht, ist es wichtig, dass sich Eltern und Kinder mit den grundlegenden Sicherheitsregeln vertraut machen. Dazu gehört das Einhalten von Abstand zu anderen Rodlern, das Vermeiden von riskanten Stunts und das Beachten von Warnhinweisen. Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass der Schlittenweg frei von Hindernissen ist, um unerwünschte Zusammenstöße zu verhindern.

Ein entscheidender Aspekt der Sicherheit ist die Beachtung der Witterungsbedingungen. Bei schlechten Sichtverhältnissen oder starkem Schneefall sollte die Rodelaktivität überdacht werden. Zudem ist es wichtig, die Kinder über die Gefahren von gefrorenen Teichen oder anderen unsicheren Bereichen aufzuklären.

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© Gorilla (depositphotos.com)

Notfälle am Hang und Sofortmaßnahmen

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen kann es gelegentlich zu kleinen Unfällen auf dem Schlitten kommen. Daher ist es wichtig, dass Väter nicht nur für den Spaß, sondern auch für mögliche Notfälle am Hang vorbereitet sind.

Im Falle von kleinen Verletzungen wie Schürfwunden oder leichten Prellungen ist ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set unverzichtbar. Desinfektionsmittel, Pflaster, sterile Verbände und eine kleine Schere sollten stets griffbereit sein. Bei größeren Verletzungen ist es entscheidend, umgehend professionelle medizinische Hilfe zu holen. Kleine Pausen zwischen den Abfahrten können nicht nur die Energie der kleinen Rodler auffrischen, sondern auch Verletzungen vorbeugen, die durch Ermüdung entstehen könnten.

Die Kommunikation mit anderen Eltern am Hang ist ebenfalls wichtig. Im Falle eines Unfalls kann eine koordinierte Zusammenarbeit dazu beitragen, dass schnelle Hilfe geleistet wird. Eltern sollten sich untereinander über eventuelle Gefahrenpunkte informieren und sich gegenseitig unterstützen. Abschließend sei betont, dass die Freude am Schlittenfahren durch die Beachtung von Sicherheitsregeln und die Bereitschaft zur Ersten Hilfe nur gesteigert wird. Ein sicherer Tag am Hang wird nicht nur zu unvergesslichen Erinnerungen, sondern stärkt auch das Verantwortungsbewusstsein der kleinen Abenteurer und ihrer begleitenden Väter.

Titelbild © Lakschmi (depositphotos.com)

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Autor
Kai Bösel
Kai Bösel ist Patchwork-Dad von drei Kindern, die eigene Tochter Mika ist im April 2012 geboren. Der Hamburger ist Online-Publisher und betreibt neben Daddylicious auch das "NOT TOO OLD magazin" inklusive Podcast. Außerdem schreibt er für ein paar Zeitschriften und Magazine und hilft Kunden und Agenturen als Freelance Consultant. Nach dem Job entspannt er beim Laufen oder Golf.