shutterstock 2028903035

5 Tipps gegen Tic-Störungen durch Reizüberflutungen bei Kindern

Ein Gastbeitrag von Sabine Baumann über Tic-Störungen bei Kindern

Durch Überreizung des kindlichen Nervensystems baut sich Stress auf. In der heutigen, hektischen Zeit kommt es auch durch die Digitalisierung bei kleinen Kindern zu immer mehr Reizüberflutungen. Wussten Sie, dass ab dem Alter von 4 Jahre oft die sogenannten Tics auftreten können? Die Kleinen sind in diesem Alter sehr feinfühlig und emotional. Hier kommt Sabine Baumann, Heilpraktikerin für Psychotherapie, als Expertin für Sie ins Spiel. Sie hilft vielen Vätern dabei, die Tic-Störungen der Kinder auf natürliche Art und Weise in den Griff zu bekommen.

Frau Baumann hat sich auf Tic-Störungen bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Sie ist Erzieherin und kennt sich in der Naturheilkunde sehr gut aus. Nach ihrem Abitur schloss sie erfolgreich die Lehre zur staatlich anerkannten Erzieherin ab. Danach arbeitete sie erfolgreich in diesem Bereich, um im Anschluss die Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie zu absolvieren. Auch die eigenen Kinder verstärkten den Wunsch, Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu helfen. Demnach eröffnete sie 2015 ihre eigene Praxis.

Sie half bereits vielen Kindern und Jugendlichen sowie den Eltern dabei, einen gesunden, friedlichen Familienalltag zu führen. Mit Überzeugung spezialisierte sie sich auf Tic-, Angst- und Bindungsstörungen sowie Depressionen bei Kindern und Jugendlichen. Zu einer ihrer erfolgreichsten Methode gehört das therapeutische Malen. In diesem Beitrag verrät sie Ihnen in 5 Tipps, wie Sie das Umfeld Ihres Kindes reizarm gestalten und mit den Tics der Kleinen umgehen können.

Tic-Störungen bei Kindern

Tics werden je nach Ausprägung in motorische oder vokale Tics sowie in einfache oder komplexe Tics unterteilt.

  • Einfache motorische Tics: Kopfschütteln, Schulterzucken, Augenblinzeln, Augenzwinkern, Grimassen, Stirnrunzeln
  • Einfache vokale Tics: Räuspern, Schniefen, Husten, Nase hochziehen
  • Komplexe motorische Tics: Hüpfen, Springen, Stampfen, Klopfen, Kratzen, Beißen, Schlagen
  • Komplexe vokale Tics: Summen, Schreien, Pfeifen

1. Individuelle Therapie

Das Thema „Reizüberflutung“ ist bei Tic-Störungen sehr individuell zu beurteilen. Alle Väter sollten wissen: Die Therapie als Baustein ist wichtig, damit Ihr Kind mit der Reizüberflutung gut klarkommt. Zudem ist mehrheitlich belegt, dass Stress den Verlauf der Tic-Störungen maßgeblich moduliert.

2. Stress und Streit vermeiden

Viele Väter klagen: „Mein Kind ist in der Schule maßlos überfordert“ oder „Der Leistungsdruck von Klassenarbeiten und das viele Sitzen vor Fernsehen, Computer, Gameboy oder Handy ist einfach zu viel für mein Kind!“ Auch die Flut von Social-Media überfordert Kinder sehr häufig. Dann kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen mit Familienmitgliedern (Eltern, Geschwister). Nicht selten zieht dies nach sich, dass auch die Eltern miteinander Konflikte austragen. Doch auch aufregende Erlebnisse wie Geburtstage, Weihnachten oder eine traumatische Erfahrung bringen das Gleichgewicht der ganzen Familie ins Wanken.

Zuviel Medienzeit kann bei Kinder zu Tic-Störungen führen
© Tyler Lagalo (Unsplash)

Viele Kinder müssen viel zu vielen Freizeit-Verpflichtungen nachkommen und sind dadurch mehr als gestresst. Aus diesem Grunde gilt für alle Väter: Bitte minimieren Sie die Stellschrauben für Stress von Anfang an auf das, was dem Alltag der ganzen Familie guttut. Muten Sie Ihrem Kind nicht zu viele Reize und Aufgaben zu! 

3. Tic-Störungen analysieren

Der Teufelskreis der motorischen und verbalen Tics wird deutlich, wenn Sie die Anspannung der Kinder genauer unter die Lupe nehmen. Tics führen zu einem erhöhten Stresspegel. Dadurch kommt es zu vielfachen Problemen, die in Schule und Familie weitere Schwierigkeiten nach sich ziehen. Die Spirale nach unten ist ein böser Kreislauf: Schnell werden die Kinder gemobbt, ausgegrenzt und es entstehen immer mehr Tics, die den Alltag belasten. Bitte achten Sie von Anfang an darauf, die Reizüberflutung so zu regulieren, dass Ihr kleiner Engel nicht überfordert ist. 

4. Reizüberflutung kontrollieren

Die Umwelt und die Einflüsse daraus können wir nicht verändern. Was wir aber regulieren können, ist unser Handeln, Denken und Fühlen. Überlegen Sie sich als Eltern und Erzieher also genau, wie Sie bei Tic-Störungen reagieren. Hier hilft es oft schon, mit Ihrem Kind an die frische Luft zu gehen oder Sport zu betreiben. Außerdem sollten Sie folgende Tipps von Sabine Baumann beachten: Fernseher, Handy, Computer und Gameboy sind schnelle und immer zur Verfügung stehende Geräte. Hierbei können Sie genaue Nutzungszeiten festlegen, die das Kind einhalten soll. Diese haben ihre Berechtigung und Funktion. Für jedes Alter gibt es eine gesunde Empfehlung zu diesem Thema.

isaiah bekkers fZZaFE6Yyz0 unsplash
© Isaiah Bekkers (Unsplash)

5. Nutzungsbedingungen für technische Geräte

Sich vorher über die Nutzung von technischen Geräten Gedanken zu machen ist sinnvoll. So kommt Ihr Kind zur Ruhe und kann sich der Reizüberflutung entziehen. Immer dann, wenn es zu anstrengenden und diskussionsintensiven Streitpunkten kommt, verstärken sich die Tic-Störungen. Manchmal ist es besser, nachzugeben, um Streit zu vermeiden. Doch jeder Erzieher kann selbst sein Mittelmaß in Sachen Regeln finden, damit der friedliche Alltag in der Familie gewahrt wird.

Vermeiden Sie Streit, Lärm und Hektik im Alltag und regulieren Sie die Technik so, dass Kind und Eltern damit gut leben können. Bitte lassen Sie auch Ihr Kind nach Möglichkeit nie zu lange alleine mit Technik. Beschäftigen Sie sich vielmehr persönlich mit Ihrem kleinen Liebling. Gute Gespräche helfen den Kindern oft dabei weiter, sich weiterzuentwickeln. 

Fazit

An diesen 5 Tipps der Expertin Sabine Baumann sehen Sie: Es lohnt sich für alle Väter, sich mit Tic-Störungen intensiv auseinanderzusetzen. Auch die Hilfe von einem Profi ist ein Segen, einen friedlichen Familienalltag mit Ihren Kindern zu genießen. Wichtig ist, auch eine Portion an Humor mit in den Alltag der Familie mit einzubauen. Dadurch kann der Stresspegel erheblich reduziert werden.

Titelbild © Kingfajr (Shutterstock)