Am 28. September kommt Cars 3: Evolution in die Kinos. Nach einer Pause im zweiten Teil wieder mit dabei ist Oliver Kalkofe – bzw. seine Stimme, die der Comedian erneut dem liebenswerten alternden Automobil Rusty leiht. Im Exklusivinterview mit DADDYlicious plaudert ein herrlich selbstironischer Kalkofe über seine Liebe zu Comic- und Animationsfilmen, verrät außerdem, welchen Superhelden er gerne mal spielen würde und dass er in Vorbereitung auf die Rusty-Rolle wochenlang in der Garage geschlafen hat.

ACHTUNG: Am Ende des Interviews verlosen wir noch zwei tolle Cars 3: Evolution Merchandise-Pakete inkl. eines ferngesteuerten Autos!

Herr Kalkofe, warum haben Sie sich für diese Rolle, diesen Job begeistern können?

Es ist ja so, dass ich bereits damals in Teil 1 mitgesprochen habe, in Teil 2 die Rolle aber leider nicht stattgefunden hat. Ich spreche ja Rusty, einen der beiden Rennstall-Chefs von Lightning McQueen und als man mich nun fragte, ob ich den Part noch mal übernehmen wollen würde, habe ich sofort und gerne zugesagt. Meine Rolle ist dieses Mal sehr klein ausgefallen und der traurige Grund dafür ist, dass einer der zwei Brüder, Tom Magliozzi, die das amerikanische Original sprechen, und in Amerika auch eine große Radiosendung haben, leider kürzlich während der Arbeiten an Cars 3 verstorben ist. Dennoch habe ich die Rolle gerne gesprochen, denn ich bin ein großer Fan von Filmen dieser Art, insb. von Pixar. So durfte ich z.B. sogar in der amerikanischen Version von Planes, einem Spin-Off der Cars-Filme, mitmachen, da dort ein deutsches Auto, Franz Fliegenhosen, ein Auto mit gespaltener Persönlichkeit, das sich in ein Flugzeug verwandeln kann, mitspielt.

Einer Comicfigur seine Stimme zu leihen ist das eine, aber einer Maschine – ist das nicht noch eine Spur abgedrehter?
Ach, eigentlich nicht. Denn mittlerweile wurde ja in Filmen dieser Art bereits jeder Gegenstand zu einem Charakter geformt. Bei Sausage Party z.B. werden ja sogar schon die Würstchen im Kühlschrank zu Figuren und insbesondere bei Autos finde ich das gar nicht weit her geholt, wenn man mal beobachtet, wie Kinder mit Spielzeugautos spielen. Kinder verpassen denen ja immer eine richtige Seele. Und ich finde, dass das Pixar auch diesmal wieder sehr charmant und liebevoll umgesetzt bekommen hat.

Was macht den Reiz aus, ausschließlich über die Stimme performen zu müssen?
Also zunächst mal ist es sehr angenehm, wenn man nicht die ganze Zeit von der Kamera beobachtet wird, nicht geschminkt werden oder seltsame Masken tragen muss. Man kann aussehen wie man will und in lockeren Klamotten dasitzen. Das ist sehr entspannend. Vor allem aber komme ich ja vom Radio und hätte seinerzeit nie gedacht, dass ich irgendwann auch mal meine Fresse in eine Kamera halten muss (lacht) Nein, mir macht es einfach riesigen Spaß, allein über meine Stimme Charaktere zu erschaffen und verrückte Figuren zu erfinden. Es ist eine ganz andere Arbeit, als wenn man noch mit Kostümen und Mimik agieren muss und für mich immer eine Erinnerung an meine gute alte Hörspiel-Zeit. Je abgedrehter und bekloppter, desto schöner!

Wie kommt man an eine solche Rolle?
Tja, wenn ich das wüsste (lacht) Warum hat man gerade mich bzw. meine Stimme für ein altes, rostiges Auto gewählt, warum durfte ich einen dicken Bären in Dr. Doolittle 2 sprechen? (lacht) Immerhin habe ich mich später zum dicken Garfield hochgearbeitet – meistens werde ich, obwohl ich´s mir nicht erklären kann, bevorzugt für komische dicke Tiere genommen (lacht) Wahrscheinlich, weil die Leute denken, der Kalkofe ist ein solcher Method Actor, der kann auch entgegen all seiner Charakteristika spielen, den nehmen wir! (lacht)

Wie bereitet man sich auf eine solche Rolle vor?
Vorbereiten kann man sich eigentlich gar nicht so wirklich. Man muss sich jedoch zunächst das Original anschauen, um zu verstehen, was eben jene Rolle im Original ausmacht. Denn man spielt oder kreiert, zumindest beim synchronisieren, ja nicht selber eine Figur, sondern muss versuchen, einen Charakter, den ein meistens sehr toller Schauspieler bereits gespielt oder gesprochen hat, ins Deutsche rüberzubringen. Und zwar so, dass es die Performance des Originals nicht zerstört, sondern im Gegenteil, sehr nahe ran kommt. Dazu gehört sicherlich viel Einfühlungsvermögen, um zu kapieren, was die Person, die diese Rolle im Original gesprochen hat, rüberbringen wollte.

Hat man als Synchronsprecher Einfluss auf den Text?
Generell wird schon penibel darauf geachtet, dass man sich eng an die Vorlagen hält. Aber natürlich kommt es vor, dass man merkt, dass etwas nicht passt – zu lang, zu kurz, wie bekommt man die Passage mit den Lippenbewegungen kompatibel, usw. Und hin und wieder stellt man auch fest, dass ein Witz nicht so funktioniert. Dann darf man in der Tat auch mal kreativ werden. Aber einfach freestylen geht nicht, denn Synchronsprechen ist wirklich eine wahnsinnig feine und genaue Arbeit. Die Synchonautoren müssen da tatsächlich äußerst akkurate Arbeit abliefern, sei es von der Länge her, oder vom Rhythmus, usw. Oft geht es ja um Zehntelsekunden. Über die Jahre ist mein Respekt gegenüber Drehbuchatouren und Regisseuren dahingehend jedenfalls noch mal gewaltig gewachsen! Eine Wahnsinnsarbeit – und toll, wenn sie gut gemacht ist!

Rusty gilt ja als ein eher liebenswürdiger Charakter. Passt ihnen das, oder würde ihnen auch gerne mal ein Fießling oder exzentrischer Charakter schmecken?
Natürlich spreche ich gerne jemand Liebenswerten, ganz klar. Aber ich muss schon ehrlich sagen: Bösewichter und Bekloppte sind das Beste! Fießlinge sind am schönsten, wenn sie ein bisschen variantenreich sind: Vorne nett und hintenrum böse und schleimig. Aus einem Schurken kann man viel mehr rausholen und viel mehr damit spielen. Oder eben leicht bescheuerte Figuren, das ist auch sehr lustig. Die Braveren und die Helden sind zum sprechen meistens die am wenigsten interessanten Figuren, weil man am meisten eingeschränkt ist. Die sind nett und fertig. Aber die Fiesen und Bekloppten bieten immer noch viel Spielraum, aus dem man noch was Schönes machen kann.

Gehören sie auch zu der Sorte Schauspieler, die zeitweise den Charakter der Figur annehmen, die sie momentan mimen?
(lacht) Du darfst gerne die Legende verbreiten, dass ich mich wochenlang nur noch als rostiges Auto durch die Gegend bewegt, in der Garage geschlafen und mich von Dieselöl ernährt habe…

Wunderbar, ich werde mal versuchen es unter die Leute zu bringen… Gibt es einen bestimmten Comichelden, den sie gerne noch mal sprechen, oder gar spielen wollen würden?
Ganz egal, ob man mir einen Marvel-, DC- oder was-auch-immer-Comic anbieten würde. Ich würde, glaube ich, alles machen! Das wäre wirklich ein Traum! Bereits seit meiner Kindheit bin ich ein riesen Spiderman-Fan und entsprechend wäre ich bei allem, was mit Spiderman zu tun hat, sofort dabei. Vielleicht wird ja mal wieder ein Dr. Octopus gesucht..? (lacht) Ich spiele natürlich auch gerne den Superhelden, weiß aber nicht, ob´s all die Spandex-Kostüme auch in meiner Größe gibt?! (lacht)

Warum sollten Papas mit ihren Kids ausgerechnet in diesen Film gehen?
Ich denke, zunächst mal haben viele Papas eine Affinität zu Autos. Deswegen ist das auf jeden Fall schon mal die bessere Wahl gegenüber z.B. Filmen mit Rehkitzen oder Einhörnern. Entscheidend aber ist tatsächlich, dass Kinder einfach Spaß an Autos haben und daran, mit ihnen zu spielen. Und wenn dann Autos ins Spiel kommen, die leben und sprechen und einen Charakter haben, werden die Kinder richtig begeistert sein. Außerdem können die Papas, wenn sie ihren Kindern nach dem Film noch ein Spielzeugauto aus dem Film in die Hand drücken, mal ein, zwei Stunden entspannen, weil der Nachwuchs erst mal beschäftigt ist (lacht)

Vielen Dank für Ihre Zeit, Herr Kalkofe!

Den Trailer zu Cars 3: Evolution“ gibt´s hier

Lasst uns über die Kommentarfunktion wissen, warum Oliver Kalkofe Eurer Meinung nach der perfekte deutsche Rusty-Synchronsprecher ist und gewinnt mit ein bisschen Glück eins von zwei tollen Merchandise-Paketen inkl. eines ferngesteuerten Autos!

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