Mit dem Schnitt durch die Nabelschnur werden die Nährstoffe nicht mehr „automatisch“ aufgenommen und natürlicherweise kümmern sich die Mütter über das Stillen um die Nahrungsaufnahme der Neugeborenen. Doch das Thema Ernährung beschäftigt zwangsläufig beide Elternteile und wirft viele Fragen auf. Ab wann muss „zugefüttert“ werden? Ist es besser, die Nahrung selbst zuzubereiten oder soll ich auf Industrieprodukte zurückgreifen? Wenn ja, dann lieber Bio-, Vollwert- oder Normalkost? Es hilft auf jeden Fall, sich zu informieren anstatt auf die Werbebotschaften der Verpackungen zu vertrauen. Damit lässt sich nicht nur viel Geld sparen, auch die Ernährungsgewohnheiten der Kinder werden damit positiv beeinflusst.

Fakt ist: Muttermilch ist die beste und natürlichste Ernährung für Säuglinge und deshalb sollten Mütter ihre Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten, wenn möglich, ausschließlich stillen. Die Muttermilch enthält alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge und ist auf das noch unreife Verdauungssystem des Babys abgestimmt. Die darin enthaltenen Abwehrstoffe schützen vor Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Infektionen. Zudem fördert die Muttermilch die Entwicklung der Darmschleimhaut, der Darmflora und des Immunsystems. Kinder, die von ihrem Müttern gestillt werden, erkranken seltener an Allergien, Diabetes oder Zöliakie und gestillte Kinder können in der Regel nicht überfüttert werden. Somit verhindert das Stillen auch ein späteres mögliches Übergewicht der Kinder. Muttermilch ist zudem immer verfügbar, keimfrei und hat immer die richtige Temperatur. Mit diesen Erkenntnissen können Informationen wie „Geeignet von Geburt an“ oder „Ideal zum Zufüttern“ auf den Verpackungen von Babykost im Normalfall bewusst ignoriert werden. Zudem verhindert die Zufütterung die natürliche Milchproduktion der Mutter, die nur durch häufiges Anlegen des Säuglings entsprechend gewährleistet wird.

Läuft alles nach Plan, sind die ersten sechs Monate kein Problem. Danach wird es komplizierter. Zum einen, weil wir als Frischfleisch der Zielgruppe bereits mit Marketingbotschaften bombardiert worden sind. Newsletter hier, Kostprobe dort und bei vielen Babykost-Herstellern lockt ein „Club“ mit Tipps, Tricks, Rabatten und dem besten „Stoff“ für Dein eigenes Fleisch und Blut. Deine Timeline bei Facebook wird mit Babymarken geflutet und diese animieren Dich zum Kauf, Klick oder Kommentar.

Was in den ersten tausend Tagen in Sachen Ernährung wichtig ist, hat uns Kai mal ausführlich erklärt. Er hat für seine Tochter das Essen immer selbst zubereitet und *achtung* es hat ihr geschmeckt. Warum wir bei der eigenen Zubereitung der Nahrung nicht nur wissen, was tatsächlich drin ist, sondern auch den Grundstein für ein gesundes Kind legen, weiß unsere Gastautorin Natalie Stadelmann. Und nach der Beikost geht der Spaß erst richtig los. Schon mal darüber nachgedacht, was die Kinder in der Kita so alles essen? Oder in der Schule? Lest unser Experteninterview mit Sonja Fahmy (Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.) und Prof. Ulrike Arens-Azevedo (Wissenschaftlerin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg) und ihr bekommt eine andere Antwort als die von euren Kindern: „Irgendwas mit Soße!“

Und abschließend noch ein Satz, den sich jeder Elternteil zu Herzen nehmen sollte: „Zucker ist die Wurzel allen Übels!“. Das heißt nicht, dass Kinder nicht auch mal „schlickern“ dürfen. Vielmehr heisst es: Keine Belohnung durch Naschkram. Keine Industrie-Limo, kein Malztrunk oder nach Möglichkeit auch keine Fertig-Schorle – auch wenn es sich gesund anhört. Ein Loblied auf das gute H2O findet ihr hier.

Fotocredit: © Christin Lola – Fotolia.com

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