Kinderernährung – ab wann gibt’s Familienessen?

Die Ernährung von Babies und Kleinkindern ist neben dem Thema „Einschlafen“ wahrscheinlich eins der am meisten diskutierten Probleme junger Familien. Daher zuerst der sicher am schwersten umzusetzende Tipp: bleibt erstmal locker, Ihr könnt nichts erzwingen. Natürlich sollt Ihr aber auch nicht den ganz einfachen Weg gehen und Euer Kind nur mit den Sachen satt machen, die es am liebsten isst. Daher gibt es hier ein paar Tipps für Euch.

Zuerst einmal gilt es, den richtigen Zeitpunkt für die Umstellung der Kinderernährung zu erwischen. Sobald Euer Kind seinen ersten Geburtstag feiert, sollte Schluss sein mit der Flasche oder Gläschen. Euer Kind ist nun bei normaler Entwicklung in der Lage, die gleichen Sachen zu essen wie der Rest der Familie. Wichtig dabei ist auch, nach Möglichkeit die meisten Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen. So lernen Kinder die Nahrungsaufnahme als Teil des Familienlebens kennen und sind in der Lage, sich darauf einzulassen und sich die nötige Zeit zu nehmen.

Das Setup

Kinderernährung
Richtet Eurem Kind einen gleichberechtigten Platz am Familientisch ein. Das funktioniert am besten mit einem sicheren, stabilen Kinderstuhl, den Ihr flexibel an die Größe Eures Kindes anpassen können. Speziell für die kleinen Esser gibt es schönes Kindergeschirr aus Plastik. Denn gerade zu Anfang fällt bestimmt auch mal ein Teller auf den Boden. Daher ist es ratsam, sich mit bruchsicherem Becher und Teller an die neuen Essgwohnheiten heranzuarbeiten. Die meisten Kids möchten auch gleich selbst in Ihrem Essen herumstochern, daher könnt Ihr gleich von Beginn an einen kindgerechten Löffel dazulegen. Und wenn es funktioniert, erweitert Ihr auf Gabel und Messer.

Der Ess-Rhythmus

Ein paar Besonderheiten gibt es noch zu beachten. Denn Kleinkinder brauchen mehr Mahlzeiten als Erwachsene. Meistens reichen drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten für eine ausgewogene Ernährung. Speziell zu Anfang müsst Ihr ein bißchen ausprobieren. Dann erkennt Ihr, ob Euer Kind zum Beispiel lieber Brot oder Müsli isst. Ob ihm Wasser besser schmeckt als Tee oder Schorle und ob Ihr bei Gemüse ein wenig nachhelfen müsst oder ob das von alleine funktioniert. Gerade bei den Zwischenmahlzeiten könnt Ihr recht gut mit Obst und Gemüse testen, was ankommt.

Was soll auf den Teller?

Merkt Euch als Faustformel der Kinderernährung: Euer Kind braucht Gemüse, Obst, Milchprodukte, Eiweiß ( vor allem in Fleisch, Fisch und Eiern) und Kohlenhydrate (Brot, Getreide, Nudeln, Reis, Kartoffeln). Der Mix sollte aus reichlich pflanzlichen Lebensmitteln und Getränken bestehen. Tierische Produkte wie Fleisch, Fisch, Eier und Milcherzeugnisse reichen in Maßen. Und mit Fett aus Butter und Öl sowie Süßigkeiten sollte sehr sparsam umgegangen werden.

Mit gutem Beispiel voran

Zieht Ihr Euch am liebsten die TK-Pizza vor dem Fernseher rein? Dann ändert unbedingt Euer eigenes Essverhalten, denn Kinder gucken genau hin. Der Fernseher sollte erst angeschaltet werden, wenn das Kind schläft. Und die Mahlzeiten solltet Ihr gemeinsam am Tisch einnehmen. Das gilt natürlich auch für das, was auf den Teller kommt. Wenn Ihr selbst den Spinat mit „iiihhh“ kommentiert und liegen lasst, dann wird Euer Kind sich meist auch nicht drauf stürzen.

Verbote ziehen nicht – Belohnungen aber schon

Früher sagte man: „Iss Deinen Teller leer, sonst gibt es morgen schlechtes Wetter“. Aber funktioniert hat das nie, denn Kinder lassen sich nicht zum Essen zwingen, sondern reagieren eher mit Trotz. Übt also keinen Druck aus, sondern seid geduldig. Und natürlich darf es auch mal Fast Food oder etwas Süßes sein. Aber schafft hier klare Regeln und legt fest, wann und wie oft genascht werden darf. Dann bleibt es etwas Besonderes und wird nicht ständig eingefordert.

Fazit zur Kinderernährung

Lasst Eure Säuglinge am besten alles probieren, was gut verdaut werden kann und gesund ist. Denn im Kleinkindalter probieren Kinder fast alles, was Ihnen vorgesetzt wird. Die Berührungsängste entwickeln sich erst später etwa ab dem 18. Lebensmonat. Dann entwickelt sich die sogenannte Neophobie, die Kleinkinder davor schützt, alles in sich hineinzustopfen. Denn beim Essen lauern schließlich auch Gefahren. Nutzt also die Zeit vor dieser natürlich einsetzenden Zurückhaltung und lasst Euer Kind die Welt „erschmecken“. Viel Erfolg!

Foto oben: © Oksana Kuzmina – Fotolia.com // Foto unten: © Elena Stepanova – Fotolia.com

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