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10 Tipps für Eltern zu vegetarischen und veganen Ernährung

Kinder und Jugendliche sind oft schon in jungen Jahren daran interessiert, für die Umwelt einen wichtigen Beitrag zu leisten. Dabei ist es ein Leichtes, durch die Umstellung vom Omnivoren zum Vegetarier oder Veganer ein klares „Nein“ gegenüber der Massentierhaltung auszusprechen. Doch wie ergeht es den Eltern, wenn sie von heute auf morgen Fleisch, Eier und Co. vom Speiseplan streichen sollen? Welche Ersatzprodukte sind sinnvoll, dass eine vollwertige Ernährung für die ganze Familie möglich ist? Damit auch Ihnen die Umstellung zur veganen und vegetarischen Ernährung gut gelingt, gibt die Köchin und Restaurantbesitzerin Ulla Voepel wichtige Tipps.

Die Wine, Dine & Happiness Köchin Ulla Voepel hat sich schon als kleines Mädchen für das Kochen interessiert. Durch zahlreiche Reisen ist sie der internationalen Küche sehr verbunden und serviert gerne feine Gerichte aus fernen Ländern. Heute betreibt Frau Vöpel im Bergischen Land erfolgreich das Hotel & Restaurant „Zu den Drei Linden„. Hier können Jung und Alt den Weinkeller und die Kochschule besuchen. Jetzt ihre 10 wichtigsten Tipps, wie auch Ihnen die Umstellung der Ernährung gelingt.

Gute Information für Mütter und Väter ist die halbe Miete zum Erfolg

Wer in der Familie tierische Produkte vom Speiseplan streichen möchte, sollten sich umfassend informieren. Proteinmangel kann dazu führen, dass die Muskelkraft abnimmt oder auch das Immunsystem geschwächt ist. Aus diesem Grunde sollten Sie sich vorab genau informieren, wie Sie wichtige Nährstoffe wie Eiweiß oder Vitamin B 12 ersetzen können. Soja, Linsen, Hülsenfrüchte und Nüsse leisten hierzu einen wertvollen Beitrag, dass es zu keinen Mangelerscheinungen kommen wird.

Ersetzen Sie tierische Produkte Schritt für Schritt

Gerade dann, wenn Väter und Mütter sich im Haushalt auf die bewusste Ernährung ohne tierische Produkte einstellen möchten, gilt das Motto „Rom wurde auch nicht an einem Tag erschaffen!“ Denken Sie also daran, dass zu Beginn durchaus 1 – 2 Veggie-Tage pro Woche reichen, um sich langsam an den neuen Lebensstil heranzutasten.

Vegan oder vegetarisch ernährt man sich nicht über Nacht. Es ist sinnvoll, sich langsam umzustellen
© Laure Noverraz (Unsplash)

Vom Vegetarier zum Veganer werden

Die meisten Veganer haben erst einmal vegetarisch gelebt und nicht auf Eier, Milch und Butter komplett verzichtet. Den „Zwischenschritt“ auf dem Weg zum Veganer sollten auch Sie sich gönnen, damit sich Seele und Körper langsam umstellen können. Nicht nur Kinder, sondern auch wir Erwachsen, sollten uns Zeit geben, damit wir die Ernährungsumstellung Schritt für Schritt in unserem Herzen verinnerlichen.

Eltern dürfen mit Kindern über ihre Überzeugung sprechen

Warum möchten Sie die Lebensgewohnheiten verändern? Meist sind Überzeugung und die Einstellung, einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz zu leisten, mit ein Grund für die Umstellung. Diskutieren Sie also durchaus öfter einmal darüber, warum es sich lohnt, auf Salami, Grillkäse oder Joghurt zu verzichten. Sprechen Sie auch über die geschmackvollsten Möglichkeiten, tierisches Food zu ersetzen.

Bitte lesen Sie die Etiketten im Supermarkt genau

Damit Sie lernen, wie Sie mit Einkäufen umgehen müssen, sollten Sie die Zutaten der Etiketten von allen Lebensmitteln genau studieren. Das bedeutet am Anfang einen erhöhten Zeitaufwand. Nach und nach werden Sie aber schnell wissen, was in den Einkaufswagen darf und was nicht. Geben Sie sich Zeit, beim Einkauf die richtigen Lebensmittel zu finden.

Achten Sie darauf, dass es zu keinerlei Mangelerscheinungen kommt

Die größte Sorge von Eltern ist, dass die Kinder ohne tierische Produkte schnell Mangelerscheinungen erleben werden. Bitte achten Sie darauf, wie die Umstellung den Kindern und Ihnen selbst bekommt. Ein regelmäßiger Gang zum Arzt zum Blutcheck ist dabei eine wertvolle Unterstützung, um ggf. Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, die der Gesundheit dienlich sind.

Gehen Sie achtsam in der Umstellungsphase um und sprechen Sie mit Ihren Kindern über alles, was sie interessiert

Nicht jedem Kind schmeckt das Tofu-Schnitzel oder der Salat aus Chia Samen oder Quinoa. Bitte sprechen Sie mit Ihren Kindern immer darüber, was ihnen hervorragend schmeckt und was nicht. Vielleicht helfen sie Ihnen auch bei der Zubereitung der ein oder anderen Mahlzeit. Ein Grießbrei aus Mandelmilch kann sehr lecker schmecken und gelingt kinderleicht. Je nach Alter und Interesse möchten manche Kids sogar mit ihren Kochkünsten die Eltern verwöhnen. Warum nicht?

Ein Grießbrei kann auch vegan mit Mandelmilch zubereitet werden
© Angelica Vaihel (Pixabay)

Was ist, wenn der Hunger auf Fleisch oder Käse siegt?

Wer Heißhunger auf Wurst, Fleisch oder Quark hat, sollte den Hintergrund näher analysieren. Oft ist eine Fehlernährung die Ursache davon.

Selbstbeobachtung ist für Väter und Mütter der Schlüssel zum Erfolg

Beobachten Sie die Gewohnheiten der ganzen Familie, wenn Sie sich auf eine andere Art und Weise ernähren. Wer nach dem Mittagessen die Schokolade nicht beiseite legen möchte, ist vielleicht noch nicht richtig satt. Greifen Sie bei Süßigkeiten zu veganen Alternativen (mit Xylit), die hervorragend schmecken.

Wie können Sie auf Reisen oder bei Einladungen reagieren?

Auf Reisen bieten die meisten Hotels Buffets mit einer großen Auswahl von Obst und Gemüse an. Auch bei Einladungen haben sich Veggie-Fans längst schon durchgesetzt. Denken Sie immer an Ihre Vorsätze, warum Sie auf tierische Produkte verzichten möchten. Meist finden Sie schnell erlaubte Alternativen – und das an jedem Ort der Welt.

Fazit zur veganen und vegetarischen Ernährung

Sie sehen: Es lohnt sich, auf tierische Produkte zu verzichten. Wer bewusst vegan oder vegetarisch lebt, wird sich fit fühlen und leistungsbereit das Leben genießen.

Titelbild © Nina Firsova (Shutterstock)