Der tschechische Automobilhersteller konnte bisher bei unseren Familienchecks schon mehrfach punkten. Sowohl der Superb Combi als auch der Octavia Combi überzeugten als Familienauto bis auf kleine Einschränkungen absolut in Sachen Design und Funktionalität. Für den aktuellen Test parkte jetzt der Škoda Yeti vor unserer Tür. Und auch wenn das sicherlich subjektiv ist, tat ich mich mit der „Liebe auf den ersten Blick“ irgendwie schwer. So richtig sprang der Funke nicht über. Aber geht der Yeti trotzdem als vernünftiges Familienauto durch? Wir haben es getestet.

Zuerst nochmal zur Optik: ich finde den Škoda Yeti zu kastenförmig. Es fehlt die Dynamik, die Anmutung ist eher die eines kleinen Transporters als eines Familienautos. Dazu wirkten die aufgemotzten Felgen an unserem Testwagen irgendwie deplatziert. Und auch die Lackierung in „Pazifik Blau“ wäre auch nicht meine erste Wahl. Die Front ist Škoda-typisch und kommt sogar leicht sportlich daher. Aber dahinter geht es irgendwie unentschlossen weiter. Zu wenig hochbeinig für ein SUV, zu kantig für einen Kompakten. Aber wie beschrieben ist das meine persönliche Meinung. Ich weiss von vielen anderen Daddys, denen speziell der Yeti ganz besonders gut gefällt. Daher gucken wir mal genau hin:

 Škoda Yeti Heckansicht

Von außen

Škoda Yeti Armatur
Wir haben uns in einem anderen Beitrag schon mal drüber lustig gemacht, wie viele SUV oft vor dem Kindergarten parken, die wahrscheinlich noch nichtmal eine Sandpiste gesehen haben – geschweige denn ein bißchen Outdoor-Action im Gelände hinter sich haben. Die meisten modernen Geländewagen sind in der Stadt zuhause. Daher macht Škoda das eigentlich konsequent richtig und versucht gar nicht erst, einen Bergsteiger zu entwickeln. Der Yeti klingt vom Namen nach zwar nach einem ruppigen Aufstieg auf einen Achttausender, kommt aber optisch eher als urbane Version einer Bergziege daher. Straßentauglich mit dem Touch eines geländetauglichen Offroaders. Um den roughen Fähigkeiten zu unterstützen, gibt es sogar die Ausstattungsvariante „Outdoor“, die noch etwas mehr auf Fahrspaß abseits befestigter Wege hindeutet. Unser Testwagen war die City-Version vom Škoda Yeti, mit in Wagenfarbe lackierten Seitenschutzleisten, Lufteinlässen in Wabenform und einer dezenten, schwarzen Dachreling. Dazu gab’s einen ganz zarten Tuning-Touch – mit 17“-Leichtmetallfelgen, ebenfalls in schwarz.

 Škoda Yeti Innenraum

Von innen

Man kennt die Škoda-Modelle fast aller Kategorien als echte Raumwunder. Und auch der Yeti steht dem in nichts nach. Insbesondere für die Passagiere auf der Rückbank gibt es nicht nur Beinfreiheit ohne Kontakt zum Vordersitz (Beides auf 1,83 Körpergröße eingestellt), sondern dazu noch eine herunterklappbare Mittelkonsole mit Getränkehaltern. Ebenso praktisch sind Klapptische, die allerdings als kostenpflichtiges Extra dazugekauft werden müssen. Genauso wie das von mir favorisierte Panorama-Schiebedach, welches den kleinen Mitfahrern die Touren versüßt.
Škoda Yeti Beinfreiheit
Dank üppig verteilter Airbags können sich alle Passagiere auf ein Höchstmaß an Sicherheit verlassen. Sehr clever sind darüberhinaus ein kleiner Abfalleimer mit Beutel zum Wechseln, die Getränkefächer in der Tür mit Platz für 1-Liter-Flaschen, die herausnehmbare Taschenlampe im Kofferraum, doppelte Sonnenblenden, Brillenfach und viele kleine und große Staufächern.

Die Ledersitze in Beige wirken sehr edel, ansonsten gibt es am Armaturenbrett nicht viel zu Bewundern. Aber das muss es auch gar nicht. Es funktioniert alles absolut intuitiv, die Anordnung der Knöpfe, Schalter und Funktionen ist durchdacht. Für den Škoda Yeti gibt es neben den Lack- und Felgenangeboten etliche Ausstattungs- und Design-Möglichkeiten. Da wird jeder seine favorisierte Zusammenstellung finden.

 Škoda Yeti Kindersitz

Auf dem Kindersitz

Škoda Yeti Isofix
Zur Installation eines Kindersitzes ist ein Isofix-System auf beiden Rücksitzen sowie auf dem Beifahrersitz installiert. Wir haben allerdings unser Modell mit dem Fangkörper eingesetzt. Auch das war problemlos möglich, wir mussten die Kopfstütze nicht entfernen und auch der Gurt hatte eine ausreichende Länge. Der Blick nach vorne wird durch die massive Kopfstütze versperrt, aber das ist bei fast allen Herstellern der Fall. Die Position des Kindersitzes ist ziemlich aufrecht und der Abstand zum Vordersitz kann so eingestellt werden, dass die Kleinen nicht gleich mit den Schuhen die Rückseite verschmutzen.

 Škoda Yeti Kofferraum

Im Kofferraum

So sehr wir das Platzangebot für die Passagiere hervorgehoben haben, so beengt geht es im Kofferraum zu. Es gibt viele Haken, Netze und Staufächer. Das ist prima. Aber unser wuchtiger Kinderwagen füllte den Kofferraum fast komplett aus und ließ nur wenig Spielraum für weitere Taschen, Koffer oder Einkäufe. Hier wirkt der Škoda Yeti von außen tatsächlich etwas größer als er in Wahrheit ist.

 Škoda Yeti Vordersitze

Audio und Navigation

Die Bedienung der Hifi-Audio-Navigationssystems erfolgt entweder direkt an der Konsole in Verbindung mit dem Touch-Screen oder über das schlichte, aber handliche Leder-Chromlenkrad. Beim Einlegen des Rückwärtsganges startet die Rückfahrkamera und bietet mehr Komfort für Parkmanöver. Das Navigationssystem ließ sich schnell und einfach bedienen und die Prognosen der Ankunftszeiten auf längeren Strecken waren punktgenau. Lediglich beim Sound konnte der Yeti nicht wirklich überzeugen. Scheppernde Bässe und klirrender Sound ließen keine Konzertsaal-Stimmung aufkommen. Aber für die Benjamin Blümchen CD wird es reichen.

 Škoda Yeti Frontansicht

Unter der Haube

Unser Testfahrzeug war mit dem 1,8 Liter TSI mit 6-Gang-DSG ausgestattet. Mit 152 PS die stärkste Benzinvariante nach dem 1,2 Liter TSI mit 105 PS und dem 1,4 Liter TSI mit 122 PS. Dem stehen diverse Dieselvarianten gegenüber mit einer Leistungsspanne von 105 bis 170 PS. Und wenn wir uns in anderen Familienchecks höchstens einmal über etwas zu wenig Druck beschwert haben, war es hier eher etwas zuviel Bumms. Ein lässiger Tritt auf’s Gaspedal sorgte für mächtig Vortrieb und machte aus dem behäbig wirkenden Kastenwagen einen rasanten Flitzer.
 Škoda Yeti Kofferraum leer
Allerdings hat so viel Power auch seinen Preis, denn nach über 700 Testkilometern, die wir mit normaler Fahrweise auf der Autobahn und im Stadtverkehr zurückgelegt haben, stand der Durchschnittsverbrauch bei über 12 Litern. Aus meiner Sicht viel zu viel für ein an die Vernunft appelierenden Familienwagen. Der Diesel scheint im Vergleich der Hersteller-Verbrauchswerte die bessere Variante zu sein. An die flotte, fast stufenlose, Schaltung des Automatik-DSG können wir uns jedoch gewöhnen.

Preise für den Škoda Yeti

Für den kleinsten Benziner in der Basisvariante ruft der tschechische Autohersteller 18.990 EUR auf. Das Spitzenmodell mit höchster Motorisierung und der Edel-Ausstattung von L&K liegt bei 36.050 EUR. Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit. Ganz ohne Extras und Stylepakete ist der Spaß- und Designfaktor gleich Null. Spaß macht es in einer Preisrange von etwa 28.000 bis 35.000 EUR. Dafür gibt es dann individuelles Interieur, ein paar Assistenten, Sicherheitssysteme und eine Motorisierung, die eine flotte Fahrweise unterstützt.

 Škoda Yeti Rückbank

Fazit

Meine Fahrberichte über den Octavia und Superb von Škoda fielen außerordentlich positiv aus. Und vielleicht fehlt mir genau deshalb auch der Grund, warum ich einen Yeti kaufen sollte. Er ist nicht wirklich geländetauglich, bietet gefühlt weniger Platz im Kofferraum und kommt alles andere als dynamisch und sportlich daher. Die Fahreigenschaften überzeugen, nicht aber der Verbrauch. Die Sicherheitsausstattung lässt keine Wünsche offen, der Sound tut das schon. Alles in allem lässt sich zwar durch die Vielzahl der Optionen ein ganz individuelles Modell zusammenstellen, in Sachen Optik und Komfort würde ich jedoch zu anderen Modellen vom gleichen Hersteller greifen.

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