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Buchtipp: „Von einem, der heimging, um bei seinen Kindern zu sein“

Ein Gastbeitrag vom Autor Marius Kronsberger

Väter, die nach der Geburt ihrer Kinder eine längere berufliche Pause einlegen, sind bei uns in Deutschland immer noch in der Minderheit. Daher lassen wir heute mal Marius Kronsberger zu Wort kommen. Der dreifache Papa war bei seinem ersten Kind in der zweimonatigen Elternzeit, ist für die dann folgenden Zwillinge aber für ein Jahr zum Hausmann geworden. Und dazu hat er das lesenswerte Buch „Von einem, der heimging, um bei seinen Kindern zu sein“ verfasst, welches am 27. Oktober erschienen ist. Exklusiv für unser Vätermagazin hat Marius mal aufgeschrieben, was ihn zu seinem Werk motiviert hat. Der Untertitel lautet nämlich: „Was ein Jahr Elternzeit mit Papa macht“. Wir sind gespannt.

Als meine Elternzeit begann, hatte ich nicht den Plan, ein Buch zu schreiben. Mir war durchaus bewusst, dass es etwas vermeintlich Besonderes ist, wenn ein Papa ein ganzes Jahr Elternzeit macht, noch dazu mit Zwillingen. Auch für mich fühlte es sich nicht völlig normal an. Immerhin hatte ich bei unserem großen Sohn nur die klassischen zwei Monate genommen, gemeinsam mit meiner Frau. Das war eine wunderschöne, gemeinsame Familienzeit. Doch dieses Mal, sechs Jahre später, sollte alles ganz anders werden. Ich würde tagsüber allein verantwortlich für das Wohl unserer Sprösslinge sein. Das fühlte sich schon komisch an. Ich war unsicher, was die Entscheidung mit meinem Leben machen würde. Daher entschied ich, besondere Momente für mich festzuhalten.

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© Annie Spratt (Unsplash)

Nach den ersten fünf Monaten hatte ich so viele Anekdoten festgehalten, dass in mir der Gedanke entstand, das Ganze zu sortieren und zusammenzufassen. Mich bewegte damals vor allem die Tatsache, dass ich ganz andere Dinge festgehalten hatte, als ich zu Beginn erwartet hatte. Natürlich waren da auch viele schöne und unschöne Erinnerungen mit den Kindern. Aber ein großer Anteil meiner Aufzeichnungen bestand aus völlig anderen Themen:

Zum einen waren da die aktiven und passiven Rückmeldungen aus der Gesellschaft, die mich bewegten. Es war für viele Menschen offenbar sehr besonders, was ich da tat. Teilweise sagten mir die Menschen das völlig ungefragt, sprachen mich einfach auf offener Straße oder im Supermarkt an und äußerten Ihre Verwunderung. Aber auch im näheren Umfeld gab es beeindruckende Entwicklungen. Als uns das Gerücht erreichte, dass wir uns getrennt hätten, weil man ja nur noch mich mit den Kindern sehe, waren wir doch sehr überrascht.

Auf der anderen Seite gefiel es mir, was ich da tat. Ich genoss jeden Tag mit meinen Kindern. Natürlich war es furchtbar anstrengend und Kinder sind nicht jeden Tag nett zu einem. Aber noch nie zuvor in meinem Leben war ich so im Reinen mit mir und meinem Handeln gewesen. Jede einzelne Sekunde wusste ich genau, warum ich etwas tat. Das fühlte sich gut an und wollte überhaupt nicht zu dem Unverständnis passen, dass ich teilweise erntete.

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© skalekar1992 (Pixabay)

Das alles bewegte mich von Tag zu Tag mehr. Ich verstand immer weniger, warum es so wenige Väter gibt, die lange Elternzeit machen. Auch für unsere Beziehung war es super, dass wir beide wussten, wie sich der andere fühlte. Schließlich kannten wir nun beide die Seite zu Hause genauso wie das Gefühl, nicht da zu sein. Das hat unsere Beziehung gestärkt, finden wir beide.

Als Ergebnis habe ich nun das Buch geschrieben, das ich im Nachhinein gerne vor meiner Elternzeit gelesen hätte. Es ist ein authentischer Bericht geworden, wie es den Kindern und mir ergangen ist. Genauso erfährt der Leser aber auch, was mich während dieser Zeit beschäftigt hat und wie ich mich durch die Erfahrungen verändert habe. Es ist ungeplant und durch die Brust ins Auge ein Plädoyer für mehr Väter in „richtiger“ Elternzeit geworden. Ich bin zwischenzeitlich davon überzeugt, dass es für die Gesellschaft ausschließlich gut wäre, wenn eine geteilte Betreuung der Kinder durch beide Elternteile der Standard wäre. Zu dieser Entwicklung möchte ich einen Beitrag leisten.

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Das Buch findet ihr zum Beispiel im tredition Shop.

Mein Buch heißt: „Von einem, der heimging, um bei seinen Kindern zu sein – Was ein Jahr Elternzeit mit Papa macht“ und erschien am 27.10.22 im Selbstverlag. Besonders freue ich mich, dass sich die Spiegel-Bestsellerautorin und Pädagogin Inke Hummel dazu bereit erklärt hat, mir ein kleines aber feines Vorwort zu schreiben, nachdem sie mein Manuskript gelesen hat. Unter anderem schrieb sie:

„So, ein Papa-Buch also?! Schon 1000-mal gehört?! Nein, versprochen, es ist anders. Es ist besonders. Ich liebe die Schreibe von Marius und ich bin sicher, sie wird euch auch gefallen.“

Inke Hummel

Beim Lesen meines Buchs darf viel gelacht werden, denn wir hatten viel Spaß. Aber an der einen oder anderen Stelle können Lesende auch einen Kloß im Hals bekommen.

Für mich ist mein Ziel erreicht, wenn durch dieses Buch nur ein einziger Vater, der es sonst nicht getan hätte, sich für eine lange Elternzeit entscheidet. Dieser Gedanke trieb mich beim Schreiben an.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und freue mich über Rückmeldungen

Euer
Marius Kronsberger

Infos zum Buch

  • Titel: Von einem, der heimging, um bei seinen Kindern zu sein
  • Autor: Marius Kronsberger
  • Erscheinungstermin: 27. Oktober 2022
  • Verlag:‎ tredition
  • Sprache: ‎Deutsch
  • Taschenbuch:  148 Seiten

Infos zu Marius findet ihr auf seiner Website, bei Twitter und bei Instagram.
Und hier gibt es weitere lesenswerte Bücher für Väter.

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel ist Patchwork-Dad von drei Kindern, die eigene Tochter Mika ist im April 2012 geboren. Der Hamburger ist Online-Publisher und betreibt neben Daddylicious auch das "NOT TOO OLD magazin" inklusive Podcast. Außerdem schreibt er für ein paar Zeitschriften und Magazine und hilft Kunden und Agenturen als Freelance Consultant. Nach dem Job entspannt er beim Laufen oder Golf.

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