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Škoda Enyaq iV 80 als Familienauto – das Elektro-SUV im Test

Unabhängig von der Frage, ob man einen geräumigen Kombi, ein wuchtiges SUV oder einen großen Minivan als Familienauto bevorzugt, stellt sich Eltern bei der Suche nach einem Fahrzeug mittlerweile auch immer die Frage nach dem Antrieb. Die Verbrenner sollen bei den meisten Herstellern in den nächsten Jahren verschwinden, machen aber noch den größten Anteil auf den Straßen aus. Auf dem Vormarsch sind allerdings die alternativen Antriebe Gas, Hybrid und Elektro. Wir wollten wissen, wie sich ein E-Auto im Alltag schlägt und waren mit dem Škoda Enyaq iV 80 für neun Tage von Hamburg in Richtung Niederlande unterwegs. Hier ist unser Fahrbericht.

Auf der Tour ging es nicht nur darum, das innovative SUV des tschechischen Herstellers kennenzulernen, sondern insbesondere die Reichweite und den Stressfaktor bei der Suche nach Ladesäulen abzuchecken. Wie lange lädt das Auto an welcher Säule, wie findet man Schnellladestationen und was kostet der ganze Spaß? Mit den Niederlanden haben wir uns ein Reiseziel ausgesucht, was von Hamburg aus nach gut 400 Kilometern gut erreichbar ist.

lenkrad und Tacho des Škoda Enyaq iV 80

Und sicherlich ist die Situation für E-Autos dort besser also zum Beispiel im südlichen Italien oder dem für den Familienurlaub beliebten Kroatien. Aber irgendwo muss man ja anfangen. Und ich kann vorwegnehmen: das soll nicht die letzte große Tour im Stromer gewesen sein, denn das Fahren und auch alles andere fühlt sich ziemlich gut an.

Fahrverhalten mit dem E-Auto

Vielleicht habt ihr euch bei eurem handgeschalteten Benziner in der Vergangenheit mit einem effizienteren und sparsameren Fahrstil befasst, indem ihr früher schaltet und viel häufiger segeln lasst. Das könnt ihr beim E-Auto über Bord werfen. Denn elektrisch gibt es nur die Automatik. Beim Škoda Enyaq iV 80 könnt ihr jedoch neben „D“ auch auf die Auswahl „B“ schalten und so die Rekuperation nutzen, um beim Bremsvorgang Energie zurückzugewinnen. Da das Fahrzeug dann eigenständig bremst, braucht ihr fast nur noch das Gaspedal.

skoda enyaq iv 80 fahrersitz

Ansonsten ist die Zeit des Rasens und des High-Speeds mit einem Elektroauto auch vorbei. Denn die Reichweite von gut 400 Kilometern verringert sich bereits bei einem Autobahntempo von 120 km/h um ein paar Prozent. Wer mit 140 km/h oder noch mehr unterwegs ist, der muss dann nach weniger als 300 Kilometern schon wieder an die Ladesäule. Während es also im Stadtverkehr mit einem E-Auto kaum Einschränkungen gibt, solltet ihr auf Langstrecken einfach so tun, als gäbe es schon ein Tempolimit in Deutschland. Mit dem Grenzübertritt ist in den meisten Ländern dann eh bei 120 oder 130 km/h Schluss.

skoda enyaq iv 80 tacho

Reichweite und Ladesituation

Die größte Umgewöhnung beim E-Auto ist die Suche nach Ladestationen und die damit verbundene, eigentlich unbegründete, Reichweitenangst. Denn während ich mit einem Verbrenner immer noch eine Tankstelle finde und zur Not mit dem Kanister losmarschiere, braucht es für die Aufladung der Batterie etwas mehr Suche und Planung. Denn das spart wertvolle Zeit. Gebe ich im Navi des Škoda Enyaq iV 80 ein Reiseziel ein, dann erreicht das Auto sofort den dafür nötigen Strom und weist mich darauf hin, ob ein Ladestopp nötig ist.

Zeitgleich wird mit eine Ladestation für den Stopp vorgeschlagen. Allerdings gibt es hier eine enorme Bandbreite von 11 kW bis 300 kW Ladesäulen. Diese lassen sich über das Navi nicht filtern. Außerdem wird nicht angezeigt, ob eine Säule gerade belegt ist.

Das Navi des Škoda Enyaq iV 80 empfiehlt Ladestationen

Optimale Planung ermöglicht eine App wie zum Beispiel mobility+ von EnBW. Die gibt es mit verschiedenen Tarifen. Für „ab und zu“-Lader ohne Grundgebühr, dafür etwas teureren Preisen für den Strom. Oder für E-Auto-Besitzer mit Grundgebühr und günstigerem Strom. Außerdem könnt ihr über die App auf eurer Route passende Ladestationen finden und filtern. Zum Beispiel nur Säulen mit mehr als 50, 100 oder 150 kW. Angezeigt wird auch die aktuelle Verfügbarkeit.

Unsere Erfahrung an der Ladesäule

In der Zusammenfassung war es unterwegs mit dem Škoda Enyaq iV 80 weniger stressig als gedacht. Aber ein paar Schweißtropfen hatten wir doch auf der Stirn. Auf der Hinfahrt von Hamburg in die Niederlande war es absolut entspannt. An der Autobahn gab es eine 300 kW Turbosäule, an der wir gut 40 Minuten zum Kaffee und Pinkeln aufluden und danach mit fast voller Batterie weiterfahren konnten. So eine Ladung ist meist deutlich teurer als eine lange Ladezeit an einer schwächeren Säule, aber gerade während einer Reise macht es total Sinn, nur diese Schnellladesäulen anzusteuern.

Im Alltag und am Reiseort selbst ist die Situation eine andere. Da kann zum Beispiel auch eine AC-Säule mit Wechselstrom genutzt werden, an der das Auto nach etwa sieben bis acht Stunden wieder vollständig aufgeladen wird.

Probleme sind zuerst einmal die immer noch dünne Verfügbarkeit von Ladesäulen. Einige Ladesäulen, die in der APP angezeigt wurden, waren nicht vorhanden. Andere waren von Autos zugeparkt und konnten nicht genutzt werden. Und eine Turboanlage mit vier Säulen, die wir dringend gebraucht haben, war komplett außer Betrieb. Solche Erlebnisse steigern die Anspannung, lassen sich mit etwas Ruhe, einer App und Wartezeit aber eigentlich immer lösen. Daher ist das Fazit nach 1.150 gefahrenen Kilometern in Sachen Ladesituation mit dem Škoda Enyaq iV 80 auch fast durchweg unkompliziert.

Kosten pro 100 Kilometer im E-Auto

Viele Fragezeichen gibt es bei Autofahrern in Sachen Fahrtkosten. Die meisten wissen nur, dass ein E-Auto in der Anschaffung deutlich teurer ist als der Benziner. Das stimmt und erklärt sich anhand der Kosten für die Batterie. Neben Gründen der Nachhaltigkeit ist somit immer die Frage, wie hoch die Kosten pro Kilometer sind. Dann lässt sich anhand der jährlich gefahrenen Kilometer eine Vergleichsrechnung aufmachen. Zu den Stromkosten folgende Infos:
in der von uns vorgestellten Mobilitäts-App liegen die Kosten pro Kilowattstunde bei 45 Cent (AC) und 55 Cent (DC).

Auf unserer Testfahrt haben wir mit drei Insassen und reichlich Gepäck mit dem Škoda Enyaq iV 80 in Summe 18.4 kWh pro 100 Kilometer verbraucht. Je nach Ladesäule kosten uns 100 Kilometer somit 8,28 bis 10,12 Euro. Viellader können den Preis je nach Anbieter auf bis zu 35 Cent senken. Dann kosten 100 Kilometer nur noch 6,44 Euro. Und das macht schon einen deutlichen Unterschied. Nicht nur bei den aktuell exorbitant hohen Benzinpreisen.

skoda enyaq iv 80 fazit

Der Stromverbraucht lässt sich natürlich auch noch verändern, wenn Klimaanlage, Sitzheizung und andere Features mehr oder weniger genutzt werden. So solltet ihr auch im Auto zum Stromsparer werden. Aber das ist nach etwas Eingewöhnung auch kein Thema mehr.

Mehr Infos zum Škoda Enyaq iV 80

Nun wisst ihr bereits, dass uns das elektrische Reisen extrem gut gefallen hat. Und daher wollen wir euch nun auch gern noch ein bisschen mehr zu dem Škoda Enyaq iV 80 erzählen. Wer ein SUV als Familienauto bevorzugt, der sollte mal genauer hingucken.

Varianten

Der Škoda Enyaq ist derzeit in vier Varianten zu bekommen:

  • ENYAQ iV 50 // 148 PS // 34.600,– EUR
  • ENYAQ iV 60 // 180 PS // 39.650,– EUR
  • ENYAQ iV 80 // 204 PS // 44.750,– EUR
  • ENYAQ iV 80x // 265 PS // 47.000,– EUR

Und dann gibt es als Spitzenmodell noch das Škoda Enyaq Coupé RS IV für 57.700 EUR. Alle genannten Preise beziehen sich auf das jeweilige Basismodell. Mit einer nicht ganz einfach zu durchschauenden Liste an Extras und Sonderausstattung könnt ihr die Modelle noch individualisieren und nach eurem Geschmack aufrüsten. Von besonderen Lackfarben und größeren Felgen bis hin zu mehr Style im Innenraum, sportlichere Optik von außen oder noch mehr Sicherheit. Unser Testmodell war der Škoda Enyaq iV 80 mit dem Ausstattungspaket First Edition und der Design Selection Suite für insgesamt 57.499,99 EUR.

skoda enyaq iv 80 heck

Von außen

Mit einer Länge von 4,65 Metern und einem Wendekreis von 10,9 Metern ist der über zwei Tonnen schwere Bolide trotzdem agil und wendig. Die Spoiler und die Seitenlinie geben dem SUV einen sportlichen Anstrich. Kostenlose Basisfarbe ist Energy-Blau, alles andere gibt’s gegen Aufpreis. Zum Beispiel bei unserem Modell Arctic-Silber Metallic für 620 EUR. Serienmäßig ist auch die 19″ Leichtmetallfelge Proteus, für 120 bis 1.300 EUR könnt ihr bis zur 21″ Leichtmetallfelge Betria in Anthrazit-glanzgedreht pimpen.

Von innen

Wie die anderen Modelle von dem tschechischen Hersteller ist auch der Škoda Enyaq iV 80 ein echtes Raumwunder. Es gibt auch auf der Rückbank extreme Beinfreiheit. Auf dem Bild sitze ich hinter dem auf meine Größe von 1,83 Metern eingestellten Fahrersitz. So viel Sitzkomfort sucht seinesgleichen. Cool ist, dass sich auch die Rücksitze beheizen lassen. Und Isofix für den Kindersitz ist natürlich auch vorhanden. Und auch wichtig mit Kindern: die Sonnenblenden sind direkt in den hinteren Türen eingelassen.

Sehr lässig finde ich, dass auf der Website im Konfigurator die Design-Pakete für den Innenraum anhand von Wohnungseinrichtungen dargestellt sind. So kann man recht schnell seinen Geschmack finden und auf das Auto übertragen. Im Serienmodell verbaut ist die Design Selection LOFT mit einer Stoff/Kunstleder-Kombination in Dunkelgrau. LODGE kommt mit einer Naturfaser/Wollstoff-Kombination für 600 EUR, LOUNGE mit Leder/Mikrofaser-Kombination in Grau mit Ziernaht in Gelb für 1.300 EUR und unsere Auswahl SUITE mit einer Lederausstattung in Schwarz für ein Plus von 1.500 EUR.

Etliche Ablageflächen, Ambientebeleuchtung, Ladebuchsen und Haken im Kofferraum sorgen für entspanntes Reisen und gute Lademöglichkeiten. Mit drei SUPs und Gepäck für neun Tage mussten wir die Rückbank zur Hälfte klappen.

skoda enyaq iv 80 kofferraum

Konnektivität

Während das Kombiinstrument mit einem 5,3“ Farbdisplay hinter dem Lenkrad des Škoda Enyaq iV 80 mit nur wenigen wesentlichen Angaben eher unauffällig erscheint, ist das digitale Herzstück das große Infotainment-System mit 13-Zoll-Display, Sprachsteuerung und Touchscreen. Hier können Fahrer und Beifahrer die Navigation, Assistenten, Klimaanlage, Beleuchtung und Musik steuern. Am einfachsten gelingt es, sein Smartphone in einer der beiden Induktions-Ladeplätze zu platzieren und über den USB-C-Anschluss mit dem System zu verbinden. Dank Android Auto und Apple CarPlay habt ihr so direkten Zugriff auf die wichtigsten Apps und alle Kontakte eures Smartphones.

skoda enyaq iv 80 android auto

Sehr clever ist auch die optionale 230-V-Steckdose für die hintere Sitzreihe. So können gerade für längere Fahrten elektrische Geräte für die Kinder angeschlossen werden.
Es gibt mit der Škoda Connect App des Herstellers darüber hinaus die Möglichkeit, sein Telefon mit dem Fahrzeug zu verbinden und so Fahrzeugfunktionen zu bedienen, die Klimaanlage zu aktivieren oder den Ladestatus zu überprüfen.

Assistenten

Die Sicherheit spielt im Familienauto eine wesentliche Rolle. Und hier bietet der Škoda Enyaq iV 80 eine umfangreiche Auswahl an Assistenten und Features, die das Fahren noch sicherer und komfortabler machen. Der Abstandsassistent sorgt in Verbindung mit dem Spurhalteassistent und dem Tempomat für ein fast autonomes Fahrgefühl, auch wenn die Hände natürlich weiterhin ans Lenkrad gehören. Bei Aktivierung der Verkehrszeichenerkennung bremst das Fahrzeug automatisch, zum Beispiel bei Baustellen auf der Autobahn und beschleunigt auch wieder automatisch, wenn das Tempo wieder freigegeben wird.

skoda enyaq iv 80 testfahrt

Der Frontradassistent hilft, einen Aufprall im Stadtverkehr zu vermeiden. Darüber hinaus gibt es Assistenten für mehr Sicherheit beim Spurwechsel, beim Abbiegen und bei Aussteigen. Insassen werden geschützt durch den proaktiven Insassenschutz und die Multikollisionsbremse. Und wenn ihr einparken müsst, helfen eine Rückfahrkamera und Parksensoren vorne und hinten, alles serienmäßig.

Unser Fazit zum Škoda Enyaq iV 80

Was den Škoda Enyaq iV 80 zum tollen Familienauto macht, ist zuerst einmal die zukunftsgerichtete Technik. Das Elektro-SUV bringt euch mit einer Ladung etwa 400 Kilometer weit und liefert dabei nicht nur viel Fahrspaß, sondern auch volle Konnektivität und Sicherheit. Wenn ihr euch denn darauf einlasst, auf der Autobahn mit nicht mehr als gut 120 km/h zu reisen. So oder so wird euch der Kilometer deutlich weniger kosten als beim Verbrenner. Und die Umwelt wird es euch danken, wenn ihr keine Abgase mehr in die Luft blast. All das hat uns schon ziemlich gut gefallen.

skoda enyaq iv 80 regenschirm

Und dazu kommen neben dem sehr üppigen Platzangebot die vielen cleveren Kleinigkeiten im Innenraum wie zum Beispiel die Regenschirme in Fahrer- und Beifahrertür. Oder die etlichen geräumigen Ablageflächen für Trinkflaschen, Bücher oder Devices. Alle Insassen werden mit Strom, Klima, Musik und Sitzheizung versorgt. Und so hat unsere Tour in die Niederlande uns in der Entscheidung gestärkt, beim nächsten Fahrzeugwechsel auf ein E-Auto wie den Škoda Enyaq iV 80 umzusteigen.

Einzig der Anschaffungspreis ist noch ein kleiner Wermutstropfen, denn hier muss im Vergleich zu den Benzinern noch tiefer in die Tasche gegriffen werden. Allerdings ziehen hier auch Sonderprämien oder Finanzierungsangebote. Wir haben kaum etwas entdeckt, was uns nicht überzeugt hat.

Der Škoda Enyaq iV 80 überzeugt als vollelektrisches Familienauto

Fotos © Daddylicious

Kai Bösel
Kai Bösel
Kai Bösel ist Patchwork-Dad von drei Kindern, die eigene Tochter Mika ist im April 2012 geboren. Der Hamburger ist Online-Publisher und betreibt neben Daddylicious auch das "NOT TOO OLD magazin" inklusive Podcast. Außerdem schreibt er für ein paar Zeitschriften und Magazine und hilft Kunden und Agenturen als Freelance Consultant. Nach dem Job entspannt er beim Laufen oder Golf.

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