Christian Blanck ist der Erfinder der „Kinderzimmerhelden“ und dadurch einer meiner persönlichen Helden. Das Buch über Spielzeugautos lässt Kindheitserinnerungen wach werden, wie kein anderes. Altes Blech, Patina, Kampfspuren: So sah es auch in den Achtzigern in meinem Kinderzimmer aus. Wahrscheinlich habe ich ihn gerade auf Mallorca hinter der Hohlkehle hervorgelockt, damit er uns die Frage der Fragen beantwortet. Vergesst die rote oder blaue Pille. Hier spielt die Matrix:

DADDYlicious: Was bedeutet es für Dich, ein Vater zu sein?

Zu allererst möchte ich vor allem sagen, ich bin gerne Papa. Papa sein ist schon was ziemlich Cooles. Meine Jungs (4 und 7) sehen mich hoffentlich eines Tages als Papa, der immer da war, wenn ein Papa gebraucht wird. Nachts, wenn die Heule Eule wieder aktiv ist. Tagsüber, wenn mal wieder die Kita angerufen hat und mitteilt, ihr Kind hat ne Platzwunde, bitte kommen sie schnell. Oder auch am Wochenende, wenn so mancher Konzertabend schon Wochen vorher geplant wurde und es dann sowieso wieder anders kommt, weil einer der beiden Herren die Nacht nur mit Papa, Mama und einer Ladung Ibu akzeptiert.

Alles Dinge, die total real sind, aber völlig ok. Dafür sind wir da, um für unsere Liebsten auch diese Stunden angenehm zu machen. Aber auch die Abenteuer zusammen, draussen im Wald, in der Sonne am Strand, die lohnen sich, Papa zu sein. Papa als Idol, der „fast alles“ kann, der ohne Anleitung die komplizierte Legoburg reparieren kann, der beim Raufen fast als Superheld gesehen wird, das ist eine Wertschätzung, da draußen in der bekloppten Jobwelt kaum bis gar nicht mehr existiert.

Es sind die kleinen Momente, wenn 48 Stunden ohne die Jungs eine halbe Ewigkeit werden, Hotelnächte unruhiger als Nächte zu Hause und man dann den Schlüssel an der Haustür umdreht, zwei Rabauken kopfüber die Treppe runterstürzen und laut Paaapa rufen. Dann denkt man sich, es schön nach Hause zu kommen. Natürlich gibt es auch mal Regenwolken am Horizont. Tage, an denen die kleinsten Streitereien eine Sinnkrise auslösen können. Kinder zu Monster werden. Worte dann doch auf die Goldwaage gelegt werden und doch am Ende des Tages zum Sonnenuntergang meist wieder der Ausgang in die heile Papawelt gefunden wird. Das gehört auch irgendwie dazu, auch wenn man sich dann besonders in diesen Momenten manchmal selbst kaum leiden kann, zum Megaspiesser, wie die eigenen Eltern immer waren (dachte man zumindest), aufsteigt und denkt, es ist auch voll verdient, jetzt mal diese Kante zu setzen…

Gehört irgendwie dazu und zeigt aber auch, als Papa hat man immer Engelchen und Teufelchen dabei. Ich bin natürlich lieber Engelchen, es bedeutet mir einfach sehr viel, der Papa für meine Jungs zu sein. Einen Papa, den sie sich auch wünschen – meistens zumindest…

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