Es gibt wenig Blogs und Magazine für Väter. Und am Zeitschriftenregal sieht es auch ziemlich dünn aus. Anders ist es aber beim Buchhändler Eures Vertrauens, denn da landet doch recht regelmäßig frisches Material extra für uns Papas auf den Verkaufstischen. Mir fehlt momentan die Zeit, mir einen dicken Schinken vorzunehmen. Daher fand ich das Buch „Vatertag!“ von Arne Ulbricht schon mal genau richtig, denn auf 160 Seiten hat er 13 einzelne Geschichten verfasst. In jeder dieser Geschichten geht es um Väter. Grund genug, sich das neue Werk mal zu greifen.

Zuerst checke ich die Rückseite vom Hardcover. Da sehe ich Autor Arne, ein Vater, Lehrer und Autor diverser Werke in lässiger Klamotte. Er ist fast mein Jahrgang und kommt auch aus dem Norden. Klar, dass er mir sofort sympathisch ist. Der Klappentext kündigt „Ein Stoff aus dem prallen Leben…“ an. Arne verspricht uns komische, spannende, traurige, tragische und brutale Einblicke in die Vaterrolle. Diese letzten Worte überlese ich aber irgendwie. Ich erwarte überzogene Texte mit derbem Humor, wie ich es auf diversen Blogs häufiger zu lesen bekomme. Aber so ist es dann gar nicht…

Autor Arne Ulbricht

Ich fange also an, die erste Geschichte „Die letzte Tat“ zu lesen. Auch hier, ohne über den Titel intensiver nachzudenken. Nach neun Seiten lege ich das Buch erstmal zur Seite, denn ich muss meine feuchten Augen trocknen. Gleich die erste Story ist erschreckend ehrlich und fühlt sich an wie ein Tritt in die Magengrube. Vielleicht bin ich da auch gerade nah am Wasser gebaut, weil ich mich durch einen aktuellen Anlass gerade mit dem Ende des Lebens beschäftigt habe. Und in Verbindung mit dem „Vater sein“ löst das nochmal ganz andere Emotionen aus.

Und so hat mich das Buch von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Ich will unbedingt die nächste Geschichte lesen und komme gleich am ersten Tag schon bis zur Hälfte des Buches. So wirklich lustig geht es eher selten zu. Viel häufiger beschäftige ich mich mit den Kindern und deren Vätern, die in den Geschichten beschrieben werden. Ich bemitleide die Kleinen manchmal, ich möchte ihnen helfen und sie rausholen aus ihrem Elend. Ich bin glücklich, dass ich selbst gesund bin und ein tolles Kind habe. Beim Lesen der zweiten Geschichte „Kevin“ fühle mich wie ein Gaffer an der Unfallstelle, der irgendwie zwanghaft hingucken muss und nicht wegsehen kann. Danach ist der Tobak nicht mehr ganz so stark und die menschlichen Abgründe nicht mehr so tief. Es geht auch um Liebe und viel Gefühl. Aber auch mal Verzweiflung und Scheitern. Immer vatermäßig.

Buch Vatertag Inhalt

Und somit ist „Vatertag!“ für mich eine echte Kaufempfehlung. Weil es auch Leute wie mich, die insbesondere aus Zeitgründen eher selten zum Buch greifen, von Anfang an begeistert und in kleinen Häppchen auch wunderbar verdaulich ist. Bald ist ja Weihnachten. Und die 16,90 EUR sind auf jeden Fall richtig investiert. Zu den großartigen Texten bekommt Ihr sogar noch ein nützliches Lesezeichen, falls Ihr überhaupt mal ’ne Pause macht. Der liebe Arne hat auf der Rückseite nicht zu viel versprochen. Seine Texte sind wirklich traurig, tragisch und brutal. Und haben jedes Mal ziemlich viel mit Vätern zu tun.

Danke, Arne!

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