Das wir durchaus mal gelesen werden, bestätigt diese Story von Markus, der uns kontaktiert hat und zeigt, wo der Frosch in Sachen Kinderfuhrpark die Locken hat. Der 40 Jahre alte Vater von Zwillingen ist Diplomingenieur für Mechatronik und als Entwicklungsingenieur in der Automobilindustrie tätig. Und er hat seinen beiden Jungs mal etwas gebaut. Weil er es kann und weil er leidenschaftlicher Tüftler ist. Dass es etwas „Spezielles“ sein soll, ist für den Schrauber ganz normal. In seiner Freizeit werkelt er an seinem VW 1600 (Baujahr ´71) mit Porsche-Triebwerk und satten 250 PS oder am Golf I (Baujahr ´83) mit TDI-Technik. Wir haben mal ein paar Fragen gestellt und präsentieren Euch den Fuhrpark der beiden dreijährigen Jungs.

Der Fuhrpark macht wirklich neidisch! Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Bis zum Bau des Bollerwagen haben wir zum Transport der Jungs einen herkömmlichen Zwillingskinderwagen genutzt. Mit zunehmenden Alter versucht man natürlich auch ohne diesen klar zukommen. Einen herkömmlichen Bollerwagen hätten wir auch vermutlich nie angeschafft, da dies in unserem Fall nicht wirklich notwendig erschien. Bei einem coolen Fahrgerät für die Beiden sieht die Sache bei mir jedoch schon ganz anders aus. Zum Eigenbau kam ich dabei aus der Kombination, dass der Markt nicht wirklich etwas Passendes bereit hielt und ich das „Schrauben“ als geliebtes Hobby zelebriere.

IMG_0676

Wie startet man solch ein Projekt?

Wie auch bei den PKW war mir von Anfang an klar, dass die Coolness mit den Rädern steht und fällt. Daher waren Kart-Räder rasch als die erste Wahl fix. Beim Chassis musste was Klassisches her: Hot Rod ist das Stichwort. Bis auf die Räder sind nahezu sämtliche Teile aus Grundwerkstoffen (Metall & Holz) in Eigenregie entstanden, da die Suche nach Teilen, die man für das Projekt missbrauchen hätte können, erfolglos war. Für die Lackierung musste ich mich dann nur noch zwischen diversen selbstkreierten Ideen entscheiden. Die mit zwei Handgriffen entfernbaren Sitze habe ich nachträglich zum besseren Halt der Insassen gebaut. Zudem haben die daran befindlichen Gurte die beiden Rennfahrer anfangs davon abgehalten, während der Fahrt auszusteigen. Diese Ambitionen haben die Beiden aber schnell abgelegt, was das Anschnallen nicht weiter erforderlich machte. Durch das Herausnehmen der Sitze können auch mal z.B. die Badesachen etc. in dem Wagen transportiert werden.

IMG_0677

IMG_0698

Bollerwagen ja. Aber Custom-Bikes?

Bei den Bikes entstand die Entscheidung für den Bau aus der Notwendigkeit, dass Laufräder angeschafft werden sollten und der positiven Resonanz auf den Rod durch die Kinder, meiner Frau und eigentlich dem gesamten Umfeld. Zwar gibt es in diesem Segment schon eher individuelle Produkte, diese waren für mich dann doch nur eine Alternative, die ich nicht wirklich wollte.
Die in der Motorradszene recht beliebte Caferacer-Optik gefiel mir recht gut und so war klar, wie die Laufräder auszusehen haben. Als Grundlage habe ich mir zwar günstig zwei gebrauchte Kinderfahrräder organisiert, was jedoch nur den Hintergrund hatte, dass neue Fahrradräder teurer gewesen wären und ich Teile, wie z.B. das Tretlager auch weiterverwenden wollte. Die Rahmen mussten aus Gründen der Optik nahezu vollständig neu entstehen. Das gilt ebenfalls für die Vorderradgabel. Ein „normaler“ Fahrradsattel passte auch nicht zu dem Konzept. So habe ich mal schnell zwei kleine Sitzbänke gebaut und beledert. Um auch „StVO-konform“ unterwegs zu sein, erhielten die Räder eine Beleuchtung, welche aus einem hinter einem Gitter liegenden gelblichen Scheinwerfer vorn und eine superhelle Blink-LED hinten besteht. Die Akkus dafür befinden sich im Motorengehäuse. Damit sich der Aufwand für die Bikes auch lohnt, sind diese durch den Verbau eines Tretlagers zum Fahrrad aufrüst- und somit etwas länger nutzbar.

DSCN4371[1]

DSCN4376[1]

Ist klar. Und der Trailer?

Für den Fall, dass die beiden Biker beim fahren müde werden und lieber im Bollerwagen sitzend gezogen werden möchten, habe ich noch einen zusammenklappbaren Trailer entworfen, der für diesen Fall die Laufräder aufnimmt. Die Anhängerkupplung am Rod ist versenkbar ausgeführt. Der Rod war zuerst da, dann kamen die Bikes und dann der Trailer zum Transport der Bikes hinter dem Rod. Der Anhänger lässt sich mit drei Handgriffen zusammenklappen, so dass er im leeren Rod Platz findet. Da sich das Ganze zu einer Art Sucht entwickelt hat, steht bereits das nächste Projekt in den Startlöchern bzw. in der Fertigungsphase: Trettraktoren, die ebenfalls zur Individualisierung dienen sollen und interessante technische Gimmick’s enthalten.

12052436_1479442235692419_6314017871820068376_o

12034279_1479442019025774_4723753680327771287_o

12068626_1479442362359073_2101654181944952133_o

12034279_1479442019025774_4723753680327771287_o

12038585_1479442285692414_2709524033986466625_o

Vielen Dank für die Schilderung Deines kleinen Freizeitprojektes, Markus. Wir haben da auch schon eine Idee, wie wir Dich ganz unvoreingenommen für unsere Zwecke missbrauchen können. Liebe Leser, macht Euch auf etwas gefasst! Und natürlich werden wir über die Traktoren berichten. So, ich muss kurz weinen. Wie gerne hätte ich diese Gabe.

Auch wenn er sich wahrscheinlich vor Anfragen nicht wird retten können – BESUCHT seine Facebook-Seite „Rodzgoeren“! Ein „gefällt mir“ hat er mindestens verdient.

11167910_1485979691705340_1707925118212569770_n

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Detail-Infos!

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen