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Bisher haben wir in unserem „Familiencheck“ meist echte Familien-Bomber im Kleid eines Minivans oder SUV getestet. Jetzt ist mal wieder ein echter Kombi dran. Kombis aus der Mittelklasse wie der BMW 320d Touring sind nicht so wuchtig und eignen sich aus Platzgründen eher für eine Kleinfamilie. Doch der Zweiliter-Biturbo-Motor sorgt für ausreichend „Wumms“ und sticht schon deshalb aus dem meist untermotorisierten Einheitsbrei heraus. Die Ausstattungsvariante „M-Sportpaket“ ändert nichts an der Motorleistung sondern optimiert mit entsprechendem Fahrwerk die Straßenlage und hat noch die ein oder andere Annehmlichkeit zu bieten. Aber Fahrspaß und Familienauto? Ja, das geht. In den Kofferraum passt alles, was so benötigt wird.

Testbericht BMW 320d Touring

Von außen

Testbericht BMW 320d Touring
Im Saphirschwarz metallic kommt er daher – Privacy-Verglasung und die im M-Paket enthaltene schwarze Fensterholm-Lackierung gepaart mit den 19-Zoll-Leichtmetallfelgen namens „Sternspeiche 403 M“ machen aus dem Kombi ein schnittigen Sportwagen. Das Fahrwerk mit dezenter Tieferlegung unterstreicht die Ambitionen, kein wirkliches Familienauto zu sein. Der BMW wirkt dadurch eher wie ein Fastback mit vier Türen oder erinnert an den BMW Z3 Coupé mit fettem Hintern. Das Sportpaket verleiht dem Mittelklasse-Kombi auch durch die veränderte Front- und Heckschürze einen Hauch sportlicher Individualität. Mann könnte, wenn Mann will. Oder man kann, wenn die Familie nicht an Bord ist. Gemeint ist das etwas agilere Fahren – ohne dass das sonst zu transportierende „rohe Ei“ einen Sprung bekommt.

Von innen

Testbericht BMW 320d Touring
Alcantara soweit das Auge reicht. Dazu das passende M-Sportlenkrad, dass aufgrund der Dicke ein wenig gewöhnungsbedürftig ist aber trotzdem seinen Zweck erfüllt. Das Lenkrad vermittelt dem Fahrer eher das Gefühl, im Auto-Scooter zu sitzen. Die präzise Lenkung in Kombination mit dem Fahrwerk tut ihr Übriges. Das Cockpit ist aufgeräumt und – Gott sei Dank – nicht digital. Alte Schule mit Drehzahlmesser & Co. Das Cockpit-Display für Navigation und Bord-Steuerung ist kleiner als beim großen Bruder der Fünfer-Serie aber dennoch ausreichend. Die Bedienung über das iDrive in der Mittelkonsole ist intuitiv und ohne Zurhandnahme der Bedienungsanleitung möglich.

Testbericht BMW 320d Touring

Die Sportsitze sind mit grauem Alcantara überzogen und es finden sich Elemente der M-Farben in den Nähten wieder. Die Mittelkonsole ist schlicht und unter der rutschfesten Ablägefläche für das Smartphone finden sich zwei Getränkehalter. Keine ideale Lösung, da die herausnehmbare Ablage immer ins Handschuhfach wandern muss, wenn Vaddi einen Kaffee schlürfen möchte. Der Einstieg hinten ist angenehm, die Beinfreiheit für Großbewachsene ausreichend. Kleinkinder stoßen mit Ihren Füßen nicht an den Vordersitz, selbst bei einer wuchtigen Variante von Kindersitz mit Fangkörper haben die Vorderleute genug Beinfreiheit, da der Fahrer- oder Beifahrersitz nicht bis auf die letzte Rille vorgeschoben werden muss.

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Die Zuladung des Bugaboo Buffalo. Oder: Die S-Klasse in der Mittelklasse.

Der Kofferraum ist ausreichend, wenn Eltern erst oder nur ein Kind haben. Der Kinderwagen oder Buggy ist gut zu verstauen. Eine weitere Zuladung ist aber nicht wirklich möglich. Beim Bugaboo Buffalo beispielsweise wird es richtig knapp. Der wuchtige Kinderwagen verträgt sich im Alltag dann doch nicht so wirklich mit dem Kombi. Ein schnelles „Rein-Raus-Rein“ ist undenkbar. Die Rücksitzbank ist zweifach umklappbar und bietet auch für die Fahrt ins Möbelhaus genug Alternativen für den Transport von Wickeltisch, Kinderbett und sonstige Neuanschaffungen für das Kinderzimmer.

Kind auf der Rückbank

Testbericht BMW 320d Touring
Der Blick aus dem Fenster ist für die Kids im Kindersitz problemlos möglich. Die Privacy-Verglasung ist überraschend wirksam gegen Licht und es kommen selbst bei voller Sonneneinstrahlung keine Beschwerden von der Rücksitzbank. Die Isofix-Vorrichtung ist vorhanden und der Gurt ist auch für große Kindersitze lang genug. Das Anschnallen ist ein Kinderspiel und die Kopfstütze muss für den Kindersitz nicht entfernt werden.

Technische Daten

Der Zweiliter-Dieselmotor mit bringt 184 PS auf die Straße. Die CO2-Emission liegt kombiniert in g/km bei max. 125,0 und entspricht damit der Energieeffizienzklasse A. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h und der Sprint von Null auf 100 ist in 7,7 Sekunden erledigt. Nach rund 5.000 Testkilometern liegt der Durchschnittsverbrauch bei lediglich sechs Litern. Das sind weniger als zehn Euro für 100 Kilometer bei durchaus sportlicher Fahrweise nach mittlerweile zwei Extra-Punkten in Flensburg. Alle weiteren Details liefert der Hersteller auf seiner Webseite

Testbericht BMW 320d Touring

Preis

Das Basismodell liegt bei 37.650 Euro. Der Testwagen in Saphirschwarz metallic (Aufpreis: 840 Euro) und M-Sportpaket (Aufpreis 4.300 Euro) schlägt mit den 19-Zoll-Felgen (Aufpreis: 720 Euro), der Dachreling in Aluminium satiniert (Aufpreis: 330 Euro), der Sonnenschutzverglasung (Aufpreis: 390 Euro), der Deaktivierung des Beifahrerairbags (Aufpreis: 40 Euro) und dem Navigationssystem Business (Aufpreis: 1.490 Euro) dann mit 45.760 Euro zu buche. Für die Auslieferung berechnet der Hersteller dann noch 860 Euro inkl. Mehrwertsteuer. Zum Vergleich: Ein Skoda Octavia Combi 2,0l TDI 135 kW 6-Gang DSG RS mit vergleichbarer Ausstattung kostet rund 36.000 Euro.

Fazit

Testbericht BMW 320d Touring
Der BMW 3er Touring ist mit dem Sportpaket eine gute Alternative für die Väter, die den Schritt zum Familienauto mit etwas mehr Fahrspaß begehen wollen. Das Platzangebot ist mit einem Kind ausreichend. Das Kind hat im Fond eine gute Rundumsicht, um Bagger, Schiffe, Polizei- oder Feuerwehrautos auf der Fahrt zu beobachten. Ab zwei Kindern wird es eng. Erst recht im Kofferraum, denn trotz „Kombi“ ist der Platz begrenzt und schnell mit der Hardware der Familie (Kinderwagen, Buggy, Laufrad & Co.) belegt. Der Motor ist durchzugsstark und in Kombination mit dem geringen Verbrauch von sechs Litern Diesel ein dicker Pluspunkt. Das äußere Erscheinungsbild hebt sich durch das M-Paket selbst von anderen 3er-BMW ab und markiert eine gewisse Sportlichkeit gegenüber den sonst meist langweilig daher kommenden Kombis für Familien. Der Zweck heiligt manchmal eben doch nicht die Mittel(-klasse).

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