Was ist eigentlich… Babypinkeln?

Die Norddeutschen gelten zwar als kühl und zurückhaltend, haben in diesem konkreten Fall vor hunderten von Jahren aber einen feucht-fröhlichen Brauch erfunden, der sich bis heute in ganz Deutschland ausgebreitet hat: das Babypinkeln. Allerdings hat sich diese Art der feierlichen Zusammenkunft in den verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich entwickelt. Daher klären wir Euch heute auf und erzählen, was es mit dem Babypinkeln auf sich hat.

Grundsätzlich feiert der frische Vater beim Babypinkeln die Geburt seines Kindes. Das tut er meist, während Mutter und Kind sich noch im Krankenhaus von den Strapazen der Geburt erholen. Nach der für die werdenden Väter enthaltsamen Schwangerschaft gibt es somit nach langer Zeit endlich mal wieder reichlich einen hinter die Binde. Und am nächsten Tag das wahrscheinlich für lange Zeit letzte Ausschlafen. Warum heißt der Männerabend nun ausgerechnet Babypinkeln? Eine alte Volksweisheit besagt, dass durch den festlichen Umtrunk und den ausgeschenkten hochprozentigen Schnaps dem neugeborenen Kind beim Wasserlassen – oder Pinkeln – geholfen und es vor Schmerzen bewahrt wird. Vielleicht ist es auch nur ein anderer Satz für: „…Papa freut sich wie bekloppt über sein gesundes Baby und will sich einfach nochmal in fröhlicher Runde richtig einen gönnen…“! Traditionell sind es eigentlich ausschließlich Männer, die sich zum Babypinkeln zusammenfinden.


Wie Ihr Euch aber denken könnt, hat das heutige Trinkgelage mit der ursprünglichen Feierei nicht mehr viel gemeinsam. Früher kamen die Kinder zuhause zur Welt. Insofern war das Baby beim Babypinkeln auch dabei. Oft wurde es dann herumgereicht – und wer von dem Frischling angepinkelt wurde, der hatte angeblich Glück bis zum Ende seines Lebens.

Wie Ihr die Party ansetzt, ist Euch komplett selbst überlassen. Entweder leert Ihr den heimischen Kühlschrank und füllt ihn auf mit Getränken Eurer Wahl. Dann ladet Ihr Eure besten Kumpels und/oder die Verwandtschaft ein. Aber vorsicht: Ihr solltet nicht die Hütte nochmal richtig vollrauchen, denn bald kommt die Mama mit dem Kleinkind nach Hause. Und dann hat es frisch zu sein. Essen könnt Ihr natürlich auch vorbereiten, bestellen oder von den Gästen mitbringen lassen. So habt Ihr weniger Stress. Das macht Sinn. Wahlweise könnt Ihr auch in eine Kneipe Eurer Wahl einladen. Oder ähnlich zum Junggesellenabschied auch eine Kneipentour starten. Da Ihr für wahrscheinlich längere Zeit zum letzten Mal feiert, bevor Ihr in Eure neue Rolle als Vaters schlüpft, solltet Ihr die Rechnung übernehmen. Oder zumindest einen großen Teil davon.

Habt Ihr denn auch etwas zu erwarten? Nicht unbedingt, denn Männer und Geschenke sind ja oft auf Kriegsfuss. Da sind die Mamis mit den vielen Klamotten, Spielzeug oder der berühmten Windeltorte deutlich kreativer. Bei denen heißt die Party dazu „Baby Shower“. Männer hängen als Mitbringsel oft nur einen Schnuller an die Schnapsbuddel. Aber hey, der gute Wille zählt. Und Ihr habt schließlich gerade Nachwuchs bekommen. Also freut Euch gefälligst… Hier sind ein paar besondere Geschenketipps für frische Väter. Wir wünschen Euch auf jeden Fall viel Spaß beim nächsten Babypinkeln, der Anlass ist ja jedes Mal ein sehr schöner Grund zum Feiern.

Je nach Region heißt die Feierlichkeit übrigens auch Kinderpinkeln, Babybier, Pullerbier, Pullerparty, Pullerschnaps oder Pinkelparty.

Fotos von oben: © Ahileos – Fotolia.com // © Pixabay // © adventman.de

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