KiTa & Schule

Zum Schulstart – Warum Gefühle wichtiger sind als Lesen und Rechnen

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Ich erinnere mich noch ziemlich genau an den Sommer, in dem meine Tochter von der Kita nach dem obligatirischen „Rausschmiss“ in die Grundschule gewechselt ist. Das war für mich wahrscheinlich ähnlich aufregend wie für sie. Neue Räume, neue Gesichter, ein Ranzen, der fast so groß war wie sie selbst und etwas mehr Struktur und Ordnung am Vormittag. Aber natürlich auch der Einstieg ins Leistungsprinzip. Man macht sich als Vater in dieser Phase automatisch Gedanken: Kann mein Kind schon genug? Reicht das, was es kann? Und was genau ist eigentlich „genug“?

Genau diese Unsicherheit treibt gerade viele Eltern um. Kein Wunder, denn seit Jahren wird intensiv diskutiert, wie belastet Kinder heute eigentlich sind, zum Beispiel vom Tempo, von ständigen Veränderungen und durch wachsende Anforderungen. Der große private Hamburger Kita-Träger KMK kinderzimmer, der rund 3.000 Kinder betreut, hat darauf eine klare Antwort: Frühkindliche Bildung soll nicht nur auf die Schule vorbereiten, sondern vor allem aufs Leben.

Wir haben uns das genauer angeschaut und mit Kjell Prange gesprochen, Vorschulerzieher im kinderzimmer Heidbrook. Er erklärt im Interview, warum Frustrationstoleranz und Gefühlsregulation für den Schulstart oft entscheidender sind als früh gelerntes Lesen oder Rechnen und was das für euren Alltag als Väter bedeutet.

Warum Buchstaben & Zahlen nicht das Wichtigste sind

Ein Kind, das schon vor der Einschulung lesen kann, ist für viele Eltern ein Grund zur Erleichterung. Denn man hat schnell den Eindruck, dass es die erwarteten Leistungen schon früh und eigeninitiativ erfüllt. Doch genau dieser Reflex führt in die falsche Richtung, sagen Pädagog*innen zunehmend übereinstimmend.

In einer aktuellen Befragung von Kitaleitungen zum Übergang von der Kita in die Grundschule gaben über die Hälfte der Befragten an, dass sozial-emotionale Kompetenzen für den Schulstart entscheidend seien, deutlich vor sprachlicher Bildung und mit klarem Abstand vor mathematischen Fähigkeiten. Diese Einschätzung deckt sich mit dem, was auch neue länderübergreifende Empfehlungen von Kultusminister- und Jugend- und Familienministerkonferenz zum Übergang von der Kita in die Grundschule festhalten.

Auch die Wissenschaft ist sich hier ziemlich einig: Sozial-emotionale Kompetenzen gelten als verlässlicher Indikator dafür, wie gut ein Kind den Schulstart und den weiteren Bildungsweg meistert, teils sogar zuverlässiger als frühe kognitive Fähigkeiten. Selbst OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher, bekannt als „PISA-Chef“, bringt es auf den Punkt: Soziale und emotionale Fähigkeiten steigern den Schulerfolg mindestens genauso wie reines Fachwissen.

Kjell Prange untermauert diese These: Ein Kind, das noch nicht lesen kann, aber neugierig bleibt und sich etwas zutraut, bringt eine sehr wichtige Grundlage mit. Lesen lerne es ohnehin in der Schule. Aber dranzubleiben, wenn etwas schwierig wird, sei dagegen eine Fähigkeit, die den gesamten Schulweg präge.

Was die Zahlen über Kinder heute sagen

Dass Eltern sich fragen, wie belastbar ihre Kinder eigentlich sind, kommt nicht von ungefähr. Die großangelegte KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zeigte zuletzt, dass rund 17 Prozent der 3- bis 17-Jährigen psychisch auffällig waren. Das ist ein Wert, der zwar unter dem der ersten Erhebung aus den 2000er-Jahren liegt, aber weiterhin bedeutet: Fast jedes sechste Kind zeigt Anzeichen psychischer Belastung. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung zwischenzeitlich noch einmal verschärft, wie die COPSY-Studie zum Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in der Krise zeigte.

Auch abseits konkreter Auffälligkeiten berichten viele Eltern von Kindern, die schneller überreizt oder unruhig wirken als frühere Generationen. Ein Thema, das auch bei der Bildschirmzeit und beim digitalen Alltag von Kindern eine Rolle spielt. Genau hier setzt der Ansatz von KMK kinderzimmer an: Kinder sollen früh lernen, mit Unsicherheiten, Reizüberflutung und sozialen Herausforderungen umzugehen, statt erst spät und unter Druck.

Hannah Franz, die seit Januar 2026 als pädagogische Multiplikatorin bei KMK kinderzimmer arbeitet und mit ihrer Arbeit einen ähnlichen Ansatz verfolgt wie Kjell Prange, bringt das Ganze in der Pressemitteilung des Trägers auf einen einfachen Nenner: „Gerade in einer Zeit, in der KI immer mehr Aufgaben übernimmt, kommt es darauf an, Kinder in dem zu stärken, was sie als Menschen auszeichnet. Wirklich entscheidend für den Schulstart – und das Leben allgemein – sind Basiskompetenzen wie Frustrationsfähigkeit, Gefühlsregulation, Konfliktfähigkeit, Selbstorganisation, Selbstwert und Freude am Lernen.“

Was Kinder beim Übergang von der Kita zur Schule brauchen

Der Wechsel von der Kita in die Grundschule ist für die meisten Kinder eine der größten Veränderungen ihrer bisherigen kurzen Lebenszeit: neue Regeln, neue Bezugspersonen, neue Gruppen, neue Erwartungen. Das kann schnell zu Stress führen, bei Kindern genauso wie bei Eltern, wie ich aus eigener Erfahrung mit meiner Tochter sagen kann.

Kinder, die gelernt haben, mit Frust umzugehen, sich Hilfe zu holen und ihre Bedürfnisse auszudrücken, bringen dafür eine wichtige innere Sicherheit mit. Diese erleichtert nicht nur den ersten Schultag, sondern hilft langfristig auch bei allen weiteren Übergängen im Leben. Wie ihr euer Kind ganz praktisch – etwa beim Üben des Schulwegs oder beim Wecken der Lernfreude – unterstützen könnt, lest ihr auch in unseren anderen Ratgebern.

Wie genau sich diese Basiskompetenzen im Alltag stärken lassen und was Väter konkret tun können, wenn ihr Kind gerade überfordert wirkt, erklärt Kjell Prange im folgenden Interview im Detail.

Das Interview: Vorschulerzieher Kjell Prange im Gespräch

Kjell Prange hat 2019 seine Ausbildung zum Sozialpädagogischen Assistenten in Buchholz abgeschlossen und zusätzlich eine Streitschlichterausbildung absolviert. Seit September 2021 arbeitet er im kinderzimmer Heidbrook von KMK kinderzimmer. Neben seinem Beruf engagiert er sich ehrenamtlich im Mehrgenerationenhaus „Courage“ als Kinderbetreuer, ist bei den Pfadfindern aktiv, fährt Longboard, spielt Schlagzeug und schwimmt gerne.

Dein Credo lautet: „Wirklich entscheidend für den Schulstart sind Basiskompetenzen wie Frustrationsfähigkeit, Gefühlsregulation, Konfliktfähigkeit, Selbstorganisation, Selbstwert und Freude am Lernen.“ Viele Väter denken beim Thema Schulstart aber zuerst an Buchstaben und Zahlen. Wie begründest du deine Schwerpunkte?

Buchstaben und Zahlen sind für Eltern sehr greifbar. Man sieht sofort: Mein Kind kann schon etwas. Für den Schulstart ist aber entscheidend, ob ein Kind mit neuen Situationen umgehen kann. Kann es sich Hilfe holen? Kann es warten, zuhören, Konflikte lösen und auch einmal Frust aushalten?

Lesen, Schreiben und Rechnen lernt ein Kind in der Schule. Für den Start braucht es vor allem Selbstvertrauen, Neugier und das Gefühl: Ich kann neue Aufgaben bewältigen. Genau auf die Stärkung dieser Basiskompetenzen legen wir in unserer pädagogischen Arbeit großen Wert. Sie geben Kindern Sicherheit, wenn sie in eine neue Gruppe, neue Regeln und neue Erwartungen hineinwachsen.

Mit Schule verbinden viele Eltern das Leistungsprinzip, daher mal ganz konkret gefragt: Was bringt es meinem Kind wirklich, wenn es mit Frust umgehen kann, aber am ersten Schultag noch nicht lesen kann?

Sehr viel. Lernen bedeutet immer auch, dass etwas nicht sofort klappt. Ein Kind wird Aufgaben erleben, die schwierig sind, und Situationen, in denen andere vielleicht schneller sind. Dann ist entscheidend, ob es aufgibt oder mit Unterstützung weitermacht.

Ein Kind, das noch nicht lesen kann, aber neugierig bleibt, Fragen stellt und sich etwas zutraut, bringt eine sehr wichtige Grundlage mit. Lesen lernt es in der Schule. Dranzubleiben, wenn etwas schwierig wird, ist dagegen eine Fähigkeit, die den gesamten Schulweg prägt. Deshalb verstehen wir Vorschularbeit bei kinderzimmer nicht als Vorwegnahme von Schule, sondern als Stärkung der Kinder in ihrer Persönlichkeit, Selbstständigkeit und Lernfreude.

Du sagst, gerade weil KI immer mehr Aufgaben übernimmt, kommt es darauf an, Kinder in dem zu stärken, was sie als Menschen auszeichnet. Was heißt das ganz praktisch für die Frage, was unsere Kinder heute wirklich noch selbst lernen müssen?

Kinder müssen lernen, selbst zu denken, zu fühlen, zu entscheiden und mit anderen Menschen umzugehen. Gerade wenn Wissen immer schneller verfügbar ist, wird wichtiger, was Kinder daraus machen: Wie bilde ich mir eine Meinung? Wie löse ich Konflikte? Wie gehe ich mit Fehlern um?

Ganz praktisch heißt das: Kinder brauchen Erfahrungen, in denen sie ausprobieren dürfen, Verantwortung übernehmen, eigene Lösungen finden und auch einmal scheitern. Diese sozialen und emotionalen Fähigkeiten kann keine KI ersetzen. Sie machen Kinder stark – für die Schule und für das Leben. In der Kita schaffen wir dafür jeden Tag Erfahrungsräume: im gemeinsamen Spiel, in Projekten und in Momenten, in denen Kinder merken, dass ihre Meinung zählt.

Fängt diese emotionale Entwicklung eigentlich schon bei den Kleinsten an, oder wird das wirklich erst kurz vor der Einschulung trainiert?

Das beginnt viel früher. Schon kleine Kinder lernen: Was fühle ich gerade? Wie reagieren andere darauf? Werde ich ernst genommen? Bekomme ich Unterstützung, wenn ich überfordert bin?

Im letzten Kita-Jahr wird diese Entwicklung noch einmal besonders sichtbar, weil der Übergang in die Schule bevorsteht. Aber emotionale Stärke entsteht über Jahre hinweg – durch verlässliche Beziehungen, Begleitung im Alltag und die Erfahrung: Meine Gefühle haben Platz, und ich kann lernen, mit ihnen umzugehen. Deshalb beginnt gute Vorbereitung auf Schule nicht erst in der Vorschule, sondern in einer Kita-Kultur, die Kinder von Anfang an ernst nimmt und stärkt.

In der Kita gibt es morgendliche Gefühls-Check-ins, Atemübungen, Rollenspiele. Was davon können wir Väter zuhause übernehmen, ohne dass es gleich nach Achtsamkeitskurs für Fünfjährige klingt?

Man muss daraus kein großes Programm machen. Oft reicht es, Gefühle im Alltag zu benennen: „Du wirkst gerade enttäuscht“ oder „War das heute eher ein guter oder ein schwieriger Tag?“ So lernen Kinder, über das zu sprechen, was in ihnen passiert.

Auch Atemübungen können ganz spielerisch sein: tief einatmen wie an einer Blume riechen und langsam auspusten wie eine Kerze. Oder man greift Situationen im Spiel auf: „Der Bär ist wütend – was könnte ihm jetzt helfen?“ Das wirkt nicht künstlich, sondern knüpft an die Lebenswelt der Kinder an. Wir arbeiten in der Kita ähnlich: nicht mit Druck oder Belehrung, sondern über Beziehung, Alltagssituationen und spielerische Impulse.

Manche Väter stellen die ehrliche Frage: „Mein Kind weint wegen jeder Kleinigkeit. Muss ich mir Sorgen machen, oder ist das einfach nur ein typischer Fünfjähriger?“ Was sagst du dazu?

Erst einmal: Weinen ist nicht automatisch ein Warnsignal. Kinder im Vorschulalter erleben Gefühle oft sehr direkt. Was für Erwachsene klein wirkt, kann für ein Kind in diesem Moment sehr groß sein.

Wichtig ist, genau hinzuschauen: Findet das Kind mit Unterstützung wieder aus der Situation heraus? Gibt es bestimmte Auslöser? Zeigt es grundsätzlich Freude, Neugier und Interesse? Wenn Eltern unsicher sind, hilft der Austausch mit der Kita. Dort zeigt sich oft, wie das Kind in der Gruppe mit Frust, Konflikten oder Enttäuschungen umgeht. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kita ist hier sehr wertvoll, weil beide Seiten das Kind aus unterschiedlichen Situationen kennen.

Woran erkenne ich als Vater eigentlich, dass mein Kind gerade überfordert oder von Reizen überflutet ist und wie reagiere ich in dem Moment richtig?

Überforderung sieht bei Kindern unterschiedlich aus. Manche werden laut, wütend oder sehr unruhig. Andere ziehen sich zurück, klammern oder wirken plötzlich abwesend. Auch Albernheit oder scheinbares „Nicht-Hören“ können Zeichen dafür sein, dass es gerade zu viel ist.

In dem Moment hilft meist keine lange Erklärung. Besser ist es, Reize zu reduzieren, ruhig zu sprechen, Nähe anzubieten und kurz aus der Situation zu gehen. Ein Satz wie „Ich sehe, es ist gerade zu viel. Wir machen kurz Pause“ kann sehr entlastend sein. Erst wenn das Kind wieder ruhiger ist, kann man gemeinsam sortieren, was passiert ist. Auch im Kita-Alltag ist diese feinfühlige Begleitung wichtig: Kinder brauchen Erwachsene, die Signale erkennen und ihnen helfen, wieder in die eigene Regulation zu finden.

Du betonst: „Alle Gefühle sind richtig und wichtig.“ Aber wie gehe ich damit um, wenn mein Kind offensichtlich grundlos wütend oder traurig ist und ich selbst gerade keine Geduld mehr habe?

Für Erwachsene wirkt Wut oder Traurigkeit manchmal grundlos. Für das Kind gibt es aber fast immer einen Grund – Müdigkeit, Enttäuschung, Überforderung oder etwas, das es noch nicht benennen kann.

Wichtig ist die Unterscheidung: Jedes Gefühl darf sein, aber nicht jedes Verhalten ist erlaubt. Ein Kind darf wütend sein, aber nicht hauen oder Dinge kaputtmachen. Und auch Eltern dürfen ehrlich sagen: „Ich merke, ich brauche gerade kurz einen Moment.“ So lernen Kinder, dass Gefühle da sein dürfen und man trotzdem Grenzen wahren kann. Diese Haltung prägt auch unsere pädagogische Arbeit. Kinder werden mit ihren Gefühlen angenommen, bekommen aber zugleich Orientierung und klare, verlässliche Grenzen.

Der Wechsel von der Kita in die Schule ist für viele Kinder ein Sprung ins kalte Wasser, denn es gibt neue Regeln, neue Gesichter und neue Erwartungen. Was können Eltern in den Wochen davor konkret tun, um diesen Übergang zu erleichtern?

Eltern können vor allem Sicherheit geben, ohne Druck aufzubauen. Wichtig ist, Schule nicht als Drohung zu verwenden – also nicht: „In der Schule musst du aber stillsitzen.“ Besser ist es, neugierig und positiv über den neuen Abschnitt zu sprechen.

Praktisch helfen kleine Routinen: den Schulweg üben, morgens rechtzeitig losgehen, Kleidung selbst auswählen lassen, Brotdose oder Tasche gemeinsam vorbereiten. Genauso wichtig sind aber Ruhe, gemeinsame Zeit und die Botschaft: Du musst nicht alles können, wir begleiten dich. Wenn Kinder merken, dass ihre Vorfreude und ihre Unsicherheit beide Platz haben, wird der Übergang leichter. In der Vorschularbeit bei kinderzimmer bereiten wir diesen Übergang bewusst vor, indem wir Kinder stärken, Abschiede begleiten und Schule als positiven Neustart erlebbar machen.

Wenn du einem Vater oder den Eltern, die sich Sorgen um den Schulstart ihres Kindes machen, einen Satz mitgeben könntest, welcher wäre das?

Ein Kind muss zum Schulstart nicht perfekt vorbereitet sein – es braucht vor allem Vertrauen in sich selbst und Erwachsene, die ihm zutrauen, an diesem neuen Schritt zu wachsen. Eine gute Kita kann dazu einen wesentlichen Beitrag leisten, weil sie Kinder über Jahre hinweg in ihrer Selbstständigkeit, ihrem Selbstwert und ihrer sozialen Entwicklung begleitet.

Lieber Kjell, vielen Dank für die ehrlichen und alltagsnahen Einblicke. Das wird unseren Vätern ganz bestimmt helfen, ihre Kinder entspannter durch den Schulstart zu begleiten!

Praktische Tipps: So stärkt ihr euer Kind im Alltag

Aus dem Interview und den pädagogischen Impulsen von KMK kinderzimmer lassen sich ein paar ganz konkrete Dinge mitnehmen, die ihr ohne großen Aufwand in euren Alltag einbauen könnt:

  • Gefühle benennen statt bewerten. Statt „Stell dich nicht so an“ lieber: „Du wirkst gerade enttäuscht.“ Das gibt Kindern Sprache für das, was in ihnen vorgeht.
  • Kurze, spielerische Atemübungen. An der imaginären Blume riechen, die imaginäre Kerze auspusten – klingt banal, wirkt aber tatsächlich beruhigend.
  • Schule nicht als Drohkulisse nutzen. Sätze wie „Da musst du aber stillsitzen“ bauen unnötig Druck auf, bevor es überhaupt losgeht.
  • Kleine Routinen vor dem Start etablieren. Schulweg gemeinsam abgehen, Ranzen packen, Kleidung selbst aussuchen lassen, all das schafft Kontrollgefühl.
  • Überforderung ernst nehmen, statt wegzureden. Rückzug, Albernheit oder plötzliches „Nicht-Hören“ können genauso Signale sein wie Wutausbrüche.
  • Eigene Grenzen offen ansprechen. „Ich brauche gerade kurz einen Moment“ ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein gutes Vorbild für Selbstregulation.

Häufige Fragen zum Schulstart und zur emotionalen Vorbereitung

Ist es schlimm, wenn mein Kind bei der Einschulung noch nicht lesen kann?

Nein. Lesen, Schreiben und Rechnen sind Aufgaben der Schule selbst. Entscheidender für einen guten Start ist, ob ein Kind neugierig bleibt, sich Hilfe holt und mit kleinen Rückschlägen umgehen kann.

Woran erkenne ich, dass mein Kind vom Schulstart überfordert ist?

Typische Signale sind vermehrte Wutausbrüche, Rückzug, Klammern oder auffällige Albernheit. In solchen Momenten helfen Reizreduktion, ruhige Nähe und eine kurze gemeinsame Pause – mehr als lange Erklärungen.

Ab wann beginnt die emotionale Vorbereitung auf die Schule?

Nicht erst im letzten Kita-Jahr, sondern von klein auf. Verlässliche Beziehungen und die Erfahrung, mit Gefühlen ernst genommen zu werden, legen den Grundstein für spätere Frustrationstoleranz.

Was können Eltern in den letzten Wochen vor der Einschulung konkret tun?

Kleine Routinen helfen: Schulweg üben, morgens rechtzeitig starten, Schultasche gemeinsam packen. Genauso wichtig ist es, Schule positiv statt als Drohung zu thematisieren und dem Kind zu vermitteln, dass es nicht alles allein können muss.

Wie gehe ich mit meiner eigenen Ungeduld um, wenn mein Kind grundlos wütend wirkt?

Für Kinder gibt es fast nie ein „grundlos“ – häufig stecken Müdigkeit oder Überforderung dahinter. Auch Eltern dürfen offen sagen, dass sie gerade einen Moment brauchen. Das zeigt Kindern, wie gesunde Selbstregulation aussieht.

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