werbung | Mein Sohn, und inzwischen auch ich, sind sehr Pokémon-begeistert. Ausgelebt wird das in ganz verschiedenen Facetten: Wir sammeln Karten und kennen inzwischen sogar die passenden Regeln, spielen auf der Hunderunde oft Pokémon Go, und natürlich dürfen Serie und Manga-Comics nicht fehlen. Als Lego den Kauf der Lizenz ankündigte, waren wir entsprechend neugierig auf die Sets.
Nach einer ersten, kleineren Welle mit Display-Sets für erwachsene Fans kamen Anfang August nun die ersten Sets für Kinder auf den Markt. Zum Testen haben wir ein großes Paket von Lego bekommen, danke an dieser Stelle dafür.
Mit dabei waren:
- SMART Play™: Glumandas und Kleinsteins Höhlenduell – 198 Teile, 19,99 Euro UVP, ab 6 Jahren
- SMART Play™: Drohnensuche nach einem Mysteriösen Mew – 429 Teile, 49,99 Euro UVP, ab 8 Jahren
- SMART Play™: Ultimativer Showdown zwischen Glurak und Blitza – 751 Teile, 119,99 Euro UVP, ab 8 Jahren
Alle drei Sets sind seit dem 1. August 2026 erhältlich und enthalten, wie eingangs erwähnt, keine Minifiguren.
Der Aufbau
Besser kann ein Sommerferientag eigentlich nicht starten: Der Postbote klingelt und bringt ein riesiges Lego-Paket. Der Rest des Tages gehört dann natürlich dem Aufbau, unterbrochen nur von lästigen Dingen wie Essen, Toilette oder Hunderunde. Der Aufbau hat uns wirklich viel Spaß gemacht, auch wenn ich meistens nur als Teilesucher und Anleitungsumblätterer im Einsatz war.
Laut Lego sind die Sets ab 6 beziehungsweise ab 8 Jahren geeignet, und tatsächlich lassen sich die Figuren problemlos von Kindern im Grundschulalter zusammenbauen, Sticker, die exakt platziert werden müssen, gibt es so gut wie keine. Einzig bei den Zusatzelementen wie Kleinsteins Höhle oder der Zielscheibe von Glurak hat mein Sohn zeitweise etwas die Lust verloren und wollte lieber mit den fertigen Figuren spielen. So durfte am Ende ich noch etwas bauen.


Die Optik
Nach den ersten Bildern der Sets waren wir etwas enttäuscht: Wir hatten uns mehr Minifiguren von Ash Ketchum und Co gewünscht. Stattdessen sind die Pokémon selbst als größere, zusammenbaubare Figuren enthalten. Auf der Suche nach einer Erklärung bin ich im Netz auf ein Interview mit einem Lego-Designer gestoßen, und seine Begründung klang durchaus einleuchtend: Kinder sollen nicht stellvertretend mit einer Minifigur als Trainer spielen, sondern selbst kreativ werden und aktiv in die Rolle des Pokémon-Trainers schlüpfen.
Das gelingt eben am besten, wenn man die größeren Figuren tatsächlich in der Hand hält, statt diese Rolle an eine kleine Lego-Figur abzugeben. So nachvollziehbar und schön das ist, ein paar Minifiguren, sowohl von den Pokémon als auch von den Trainern, würden wir uns für 2027 trotzdem noch wünschen.
Doch zurück zu den Sets: Die Optik der Figuren gefällt mir wirklich gut. Besonders der große Glurak macht Spaß, auch Kleinstein und Blitza sind gut getroffen. In den weiteren Sets gibt es zudem Highlights wie Tragosso, Bisasam oder Evoli, hier werden wir sicher noch nachlegen. Weniger spannend fand ich dagegen die Beigaben: Die Zielscheibe aus dem Glurak-Set oder Kleinsteins Höhle liegen inzwischen im Lego-Sack, gespielt wird vor allem mit den Pokémon-Figuren selbst.

Warum die Smartbricks noch nicht überzeugen
Mit kindlicher Fantasie lässt sich mit diesen Figuren schon ziemlich viel anstellen, Kämpfe nachspielen, die Suche nach den Pokémon inszenieren, im Prinzip hätte es dafür gar keine Smartbrick-Funktion gebraucht. Trotzdem war ich natürlich gespannt auf die smarte Weiterentwicklung der Sets. Das Konzept entpuppte sich aber als noch nicht ganz ausgereift: Was jeder erwartet, dass die Pokémon ihren eigenen Namen rufen können, funktioniert nicht. Stattdessen geben die Figuren mit Smartbrick wahlweise Energie-Geräusche, Grunzen oder Schnarchen von sich. Manches davon ist richtig charmant, legt man eine Figur auf die Seite, beginnt sie zu schnarchen, bei Berührung brummt sie wohlig.
Auch der Kampfmodus funktioniert gut: Durch Bewegungen aufeinander zu werden Treffer erzielt, am Ende steht ein Sieger fest. So weit, so okay. Aber das ikonische Sagen des eigenen Namens, wie es Pikachu oder Glurak in der Serie ständig tun, fehlt hier komplett. Eine naheliegende Lösung wäre gewesen, eigene Sprachaufnahmen zu ermöglichen. Der Smartbrick muss ohnehin mit dem Smartphone gekoppelt werden, warum also nicht dem Pokémon selbst den Namen „beibringen“? Besonders schade finde ich das beim Set Pummeluff, mit dem ich bis heute liebäugele: Es kommt mit Mikrofon und Lautsprecher, doch auch hier bleibt der ikonische Pummeluff-Gesang aus.



Der Preis
Lego ist hochpreisig, darüber müssen wir nicht diskutieren. Bei Lego Pokémon zahlen wir aber nicht nur den üblichen Lizenzaufschlag, sondern für die Sets mit Smartbrick noch einmal extra. Gerade der „Ultimative Showdown zwischen Glurak und Blitza“ ist mit 751 Teilen und 119,99 Euro UVP trotz zweier Smartbricks einfach zu teuer. Die „Drohnensuche nach dem Mysteriösen Mew“ liegt mit 429 Teilen bei 49,99 Euro, „Glumandas und Kleinsteins Höhlenduell“ mit 198 Teilen bei 19,99 Euro, beide ohne Smartbrick, die enthaltenen Figuren lassen sich aber mit den Steinen aus dem großen Set koppeln und ergänzen.
Hier hätte ich mir mehr kleine Mitnahme-Sets gewünscht, 10 bis 15 Euro für ein oder zwei Pokémon ohne viel Schnickschnack wären im Spielzeugladen ein echter No-Brainer.
Unser Fazit
Von der Optik her finde ich die ersten Pokémon-Sets wirklich gut gelungen, man erkennt alle Figuren, und es lässt sich hervorragend damit spielen. Ob es die Smartbricks wirklich braucht, sei dahingestellt. Solange die Pokémon nicht ihren eigenen Namen rufen können, halte ich die Funktion für eher überflüssig. Würde Lego das noch hinbekommen, wäre der Mehrwert da und der Spaß noch größer. Und dann wäre auch der hohe Preis etwas leichter zu verschmerzen. Auf Beigaben wie Zielscheibe oder Drohne könnte künftig ebenfalls verzichtet werden, dafür lieber mehr kleine, günstige Sets zum Sammeln und Verschenken.
Transparenzhinweis: Die drei getesteten Sets wurden uns von Lego kostenlos als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt. Auf unsere Meinung und die Inhalte dieses Artikels hatte das keinen Einfluss. -Habt ihr die Sets schon selbst gebaut oder überlegt ihr noch? Schreibt es gerne in die Kommentare, oder folgt dem Blog, damit ihr die nächste Rezension nicht verpasst.









