Die mehr so stillen Tage sind schon wieder vorüber, auch wenn ich irgendwie verpasst haben muss, was an denen genau jetzt weniger lärmend war. Schon wer Familie hat mit mehreren Kindern, gerade kleineren, weiß um die ziemliche Aussichtslosigkeit derartiger hochgesteckter Ziele. Dafür liegen andere umso näher: grippale Infekte zum Beispiel. Um Weihnachten herum sind die sogar besonders leicht zu erreichen, und ihr Versprechen ist das eines langanhaltenden, rigoros quälenden und echt nur unfeinen Umgangs mit Körper, Geist und Geduld. Weil der zurzeit nämlich kein Ende finden will, obwohl ich ihn echt barsch an seine Vergänglichkeit erinnert habe. Ich hab zu ihm gesagt: Hör zu, du winzig kleiner, infektiöser Bastard, du krasses, rückgratloses Viech von einem Virus, äh, da will jetzt wer anderes in meinen übel zugerichteten Körper einziehen! Ok, ist jetzt nur so ein Gerücht, aber als langfristigen Mieter hätte ich die Gesundheit schon lieber, irgendwie…

Nach Hause mitgeschleift hat diesen fiesen Kumpel von einem Krankheitserreger wahrscheinlich Leopold, jedenfalls ist der als erster bös auf ihn reingefallen. Zunächst haben wir den ja für so ein echt ausgewachsenes Streptokokken-Exemplar gehalten. Mit sowas habe ich ja schon länger Erfahrung. Kaum dass ich dieses merkwürdige Wort das erste Mal richtig schreiben und ohne zu stottern vor dem Kinderarzt aufsagen konnte, wusste ich auch schon, dass seine Mission Scharlach heißt. Gibt’s ja jetzt auch schon länger einen Schnelltest für. Also dafür, dass es diese Streptokokken eventuell auf die Gesundheit deines Kindes abgesehen haben und nicht etwa darauf, deine Rechtschreibkenntnisse auf verzeihliche Mängel hin zu überprüfen.

Zum Glück waren es keine bakteriellen Tunichtgute. Auch nicht so eine Schmachmaten-Version aus der Streptokokken-Großfamilie, die ihre fürs normale menschliche Auge echt unsichtbaren Vertreter nur zu gerne inmitten menschlicher Anfälligkeit platziert. Herausgestellt hat es sich letztlich als – grippaler Infekt. Klingt so banal wie es eine üble Zumutung ist. Was ja insbesondere Männer vor nahezu unlösbare Herausforderungen stellt. Reicht uns doch oft genug der geringste Schmerz, um der Welt vorübergehend Lebewohl zu sagen. Was wir immerhin dazu nutzen, uns hinter ganze Gebirgszüge von Arzneimitteln, Kuschelkissen und fadenscheinigen Ausreden zu verschanzen. Wobei, eine Ausrede ist es ja nun ganz und gar nicht, festzustellen, dass Nasenspray wehtun kann, wenn es einem als 100er-Packung auf die Füße fällt. Und drunter macht´s ein Mann eben nicht, ein grippaler Infekt will schließlich unter zweifelsfreien Heldenbedingungen ins Visier genommen, todesmutig bekämpft und auf mindestens 6 Monate hinaus bezwungen werden. Ich könnte schwören, das stand so und nicht anders kleingedruckt auf dem Beipackzettel. Ist aber auch nicht ganz ausgeschlossen, dass ich das ungefähr so in mein Drehbuch für einen noch spannenderen Alltag hineingeschrieben habe…

Nach Leopold hat das virale Viehzeug ganze Arbeit geleistet auch bei seinen Geschwistern. So ein Virus will ja um jeden Preis auffallen, auch um den des Verlustes stundenweiser Anteilnahme an den vermutlich schönsten Feiertagen des Jahres. Das ist ihm gelungen und tut es noch immer. Die Schneuzgeräusche eines Jakob zum Beispiel bohren sich mehrfach täglich in dafür längst präparierte Gehörgänge, und auch Pauline ist es noch ein wenig anzusehen, wie sehr ihr diese mikroskopisch kleinen Ungeheuer von einem Viren-Überfallkommando zugesetzt haben. Leander dagegen ist schon wieder auf den Beinen, obwohl diese mitunter einen nur ungern zugegebenen Wackelkontakt zum Boden halten. Sicher verflucht auch er die Viren-Bande, wahrscheinlich nutzt er dazu aber Sprechblasen, wie er sie aus seinen geliebten Disney-Comics kennt. War also nix mit den mehr oder wenigen stillen Tagen. Dann halt erst recht: Euch allen ein aufregendes neues Jahr 2017!

Foto: © Fotolia (5ph)

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