Wir haben mal wieder einen spannenden Gesprächspartner gefunden, der einigen von Euch sicherlich bereits bekannt ist: Max von Thun ist ein Schauspieler, Moderator und Musiker aus Österreich. Er ist selbst Sohn eines bekannten Schauspielers und Nachkomme eines alten Südtiroler Adelsgeschlechtes. Heute blickt er auf über zwanzig Jahre Fernsehkarriere zurück. Anlass unseres Gespräches ist aber tatsächlich sein neues Kinderbuch „Der Sternenmann“, welches seit Kurzem im Handel zu bekommen ist und das aus Liedern entstand, die er für seinen fünfjährigen Sohn Leo geschrieben hat. Die Story:

„Auf einem winzig kleinen Planeten, in einer weit entfernten Galaxie lebt der Sternenmann. Seine Aufgabe ist es, die Sterne am Himmel zu verteilen und zum Leuchten zu bringen. Doch eines Tages geht ihm sein kleinster Stern verloren! So beginnt eine magische Reise durch die Nacht, bei der schließlich der kleine Stern wiedergefunden wird und wir erfahren, warum der kleine Stern für jemanden etwas ganz Besonderes ist …“

Wir haben das Buch bereits gelesen und finden den Text und die Bilder wirklich ganz zauberhaft. Es ist ein tolles Buch zum Einschlafen. Aber nun wollen wir noch ein bißchen mehr über den Autor erfahren, daher sind hier unsere zehn Fragen an Max von Thun:

1. Dein kompletter Vorname ist „Maximilian Romedio Johann-Ernst“. Wie oft hast Du darüber mit Deinen Eltern diskutiert?
Nie. Warum hätte ich das tun sollen? Ich kenne es ja nicht anders und fand es immer schon schön, die Namen einiger Vorfahren zu tragen. Mein Sohn hat einen genauso langen Namen und findet es auch „cool“, wie er sagt.

2. Dein Sohn Leo ist fünf Jahre. Wie hat sich Dein Leben durch den kleinen Mann verändert?
Wer behauptet, sein Leben hätte sich gar nicht, oder kaum verändert, hat irgendwas nicht verstanden. Meines hat sich radikal verändert. Und soweit ich das sagen kann, nur zum Positiven! Kinder sind das Tollste, was einem passieren kann und jede Veränderung in meinem Leben macht irgendwie Sinn und war auf gewisse Art auch notwendig. Für mich und für meinen Sohn. Ich bin persönlich ruhiger geworden, habe nicht das Gefühl irgendwas anderes zu verpassen und genieße die Tatsache, dass sich nicht mehr alles um mich dreht, sondern dass da jemand ist, den man an die Hand nimmt, Dinge erklärt und beibringt und der einem so unendlich viel zurückgibt.

3. Dein Leben ist wahrscheinlich glamouröser und abwechslungsreicher als das anderer Papas. Wie „normal“ seid Ihr als Familie? Wie sieht ein typischer Tag aus?
Seit ein paar Jahren schon versuche ich, so viel wie möglich zu Hause zu sein. Wenn ich frei habe zwischen Produktionen kann ich sehr viel mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen, als die meisten meiner Freunde, die einem „normalen“ Job nachgehen. Das ist ein wahnsinniges Privileg, das ich sehr genieße. Wenn ich unterwegs bin, skype ich mit meinem Sohn, was mit 5 Jahren mittlerweile ganz gut geht. Ansonsten gestalten wir unsere Tage flexibel, machen worauf wir spontan Lust haben. Diesen Sommer war Baden in der Isar, direkt vor unserer Haustür, sehr hoch im Kurs.

4. Viele Männer wünschen sich einen Sohn zum gemeinsamen Fußball spielen. Hattest Du da auch Präferenzen und was stellst Du heute alles mit dem Sohnemann an?
Wir spielen auch Fußball, aber ich glaube, mein Sohn wird nicht der nächste Ronaldo. Er geht seit zwei Jahren zum Karate, was ihm viel Spaß macht. Bei uns finden regelmäßig „Kämpfe“ auf dem Bett, als Superheld verkleidet, statt. Leo ist entweder Spiderman oder Batman und ich bin der böse „Kitzelman“. Wir fahren auch viel Fahrrad, treffen Freunde oder hängen zu Hause ab, spielen mit Lego oder lesen Bücher.

5. Wie wichtig ist Dir Zeit ganz für Dich allein und was treibst Du, wenn Du mal auf andere Gedanken kommen willst?
Mir hat immer schon meine Gitarre geholfen abzuschalten. Ansonsten kann ich wunderbar auf meinem Motorrad meinen Kopf ausschalten und die Natur genießen. Aber oft ertappe ich mich dabei, dass ich schon nach kurzer Zeit meinen Sohn vermisse.

6. Nur gut 6.800 Abonnenten auf Instagram – muss ein Schauspieler heute nicht auch Influencer sein und Reichweite aufbauen?
Das ist alles so unglaublich zeitaufwändig und oft auch banal, dass mir meist die Muse fehlt, mich da richtig reinzuknien. Ich definiere mich lieber durch das Sein, als durch den Schein. Das ist wahrscheinlich eine Generationenfrage. Ich bin froh, dass ich noch die Zeiten vor Smartphones und Internet erlebt habe und will dem Ganzen auch keine allzu große Bedeutung in meinem Leben geben. Ich denke, dass die Abonnentenzahl bei jungen Kollegen, die noch am Anfang stehen, wesentlich wichtiger ist, als bei so einem alten Kerl, wie mir.

7. Wenn Dein Sohn auch in den TV-Kosmos einsteigen will, würdest Du ihn dabei unterstützen oder würdest Du das lieber verhindern?
Ich wurde auch immer von meinen Eltern bei Allem unterstützt. So werde ich es auch bei Leo halten. Wenn er das wirklich will, soll er es versuchen. Dann aber erst ab einem gewissen Alter und mit einer Ausbildung. Dieser Beruf ist großartig – wenn man ihn ausleben darf, was vielen leider verwehrt bleibt. Im Moment will er auch lieber Forscher, Paläontologe oder Feuerwehrmann werden. Mal schauen, wo die Reise da noch hingeht.

8. Du hast eine CD aufgenommen und ein Buch geschrieben. Anlass dazu war Dein Sohn. Was hat es mit diesen beiden Werken auf sich und für wen sind sie geeignet?
Die Schlaflieder sind entstanden, damit ich meinen Sohn auch in den Schlaf singen kann, wenn ich eigentlich in einem Hotel in einer anderen Stadt sitze. Ich habe sie für ihn komponiert und aufgenommen. Immer inspiriert von den aktuellen Interessen, die bei Kindern ja ständig wechseln. Irgendwann ist daraus – zum Spaß- das Buch vom Sternenmann entstanden. Buch und Lieder eignen sich hervorragend für Kinder zwischen 2 und 6 Jahren, denke ich. Aber da das alles ursprünglich nur für meinen Sohn entstanden ist, ohne jede Ambition es zu veröffentlichen, habe ich mir darüber nie allzu viel Gedanken gemacht.

9. Wird es weitere Geschichten vom Sternenmann geben?
Wir sind am überlegen. Aber Leo ist mittlerweile in seiner „Superhelden-Phase“ und wenn es nach ihm ginge, gäbe es in der Fortsetzung nur wilde Kämpfe mit Laser-Pistolen im Weltall. Vielleicht schreibe ich ihm auch einen Kinder-Roman. Vorausgesetzt ich kann das überhaupt. Ideen dazu hätte ich auf jeden Fall schon.

10. Und an welchen Projekten arbeitest Du sonst? Wo bekommen wir Dich demnächst zu sehen?
Im Moment ermittle ich an der Seite von Jessica Schwarz in einen Krimi-Zweiteiler im Schwarzwald. Im Januar läuft „Immenhof“ im Kino an, in Frühjahr „Benjanin Blümchen“. Ich hatte nämlich in der letzten Zeit auch immer wieder das Glück, Filme machen zu dürfen, die auch für meinen Sohn geeignet sind. Außerdem würde ich gerne ein Hörbuch vom Sternenmann aufnehmen. Da könnte ich dann auch gleich ein paar von Leo’s Schlafliedern veröffentlichen…

Lieber Max, vielen Dank für Deine spannenden Antworten. Wir wünschen Dir beruflich und privat nur das Beste und hoffen, noch viel von Dir zu sehen und zu lesen!

Fotocredit: © Tante Gioia

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