Kinder sind Meister darin, Sprachen zu lernen! Dies ist auch kein Wunder; schließlich ist das menschliche Gehirn und besonders das der Kleinsten darauf ausgerichtet, sprechen zu lernen.
Rein theoretisch kann jedes Kind auf der Welt jede Sprache lernen – Kenntnisse bestimmter Sprachen werden also nicht vererbt. Kinder müssen nur früh genug mit einer Sprache in Kontakt kommen und mit ihr interagieren. Das Sprachverstehen setzt dabei schon ein, bevor der Nachwuchs überhaupt auf der Welt ist. So können Babys z.B. bereits im Mutterleib die Sprache der Mutter anhand von Rhythmus und Sprachmelodie von anderen Sprachen unterscheiden.

Wie lernt der Mensch sprechen?

lingumi_lingumi-ceo-and-founder-toby-matherWie aber lernen Kinder eigentlich sprechen? Und warum ist das Sprechenlernen so wichtig? Diese Fragen treiben die Wissenschaft schon länger um. Im Laufe der Zeit wurden dabei verschiedene Theorien diskutiert, verworfen und weiterentwickelt. Der heutige wissenschaftliche Konsens ist, dass jeder Mensch mit einer gewissen Sprachfähigkeit geboren wird, die innerhalb bestimmter Zeitfenster durch den Kontakt zu Sprache aktiviert werden muss.

Wann genau sich diese Zeitfenster schließen, ist noch nicht erforscht. Sicher ist aber, dass sich einige dieser kognitiven Tore früher als andere schließen. Gut beobachten lässt sich dies zum Beispiel am Akzent. Egal wie gut man als Jugendlicher oder Erwachsener eine Fremdsprache lernt, man wird sich in den allermeisten Fällen durch seinen Akzent als Nichtmuttersprachler verraten.

Dass ein Mensch sprechen lernt, ist aber keine Selbstverständlichkeit – traurige Fälle wie das Mädchen Genie in den 1970ern haben eindrücklich gezeigt: Kommt ein Kind bis zum Alter von etwa 10 Jahren nicht in Kontakt mit Sprache, kann es überhaupt nicht mehr richtig sprechen lernen. Es lernt vielleicht noch einzelne Wörter, aber nicht mehr die der Sprache zugrundeliegende Struktur (Grammatik), ohne die eine eindeutige Kommunikation mit anderen Menschen nicht möglich ist.

Der Spracherwerb ist dabei eine der wichtigsten Entwicklungen beim Heranwachsen eines Kindes – schließlich geht es beim Sprechenlernen nicht einfach nur darum, Laute auswendig zu lernen, sondern auch darum die Struktur der Sprache zu verinnerlichen sowie Abstraktions- und Kommunikationsfähigkeiten auszubilden und zu stärken.

Muttersprache vs. Fremdsprachen – Sprachenwirrwarr im Kopf?

Sollten Kleinkinder also bereits Fremdsprachen lernen? Werden sie durch den Kontakt mit zu vielen Fragen nicht verwirrt und lernen ihre Muttersprache nicht richtig? Lange Zeit galt der Grundsatz, dass Kinder nicht zu früh mit unterschiedlichen Sprachen in Kontakt kommen sollten, um sie nicht zu verwirren. Seit den 1960er Jahren hat sich die Forschung jedoch näher mit dieser Frage beschäftigt und in zahlreichen Untersuchungen festgestellt, dass das frühe Erlernen mehrerer Sprachen zahlreiche Vorteile für Kinder mit sich bringt.
Sprachen zu lernen ist für das Gehirn wie regelmäßiges Training für den Körper – die vielfältigen Reize stärken wichtige Querverbindungen im Gehirn, die die gesamte kognitive Entwicklung fördern. Mehrsprachige Kinder haben so ihren Altersgenossen gegenüber Vorsprünge. Diese frühe und nachhaltige Förderung des Gehirns hat bis ins hohe Alter große Vorteile – so haben Studien der kanadischen Psychologieprofessorin Ellen Bialystok nachgewiesen, dass frühe Mehrsprachigkeit sogar Demenz vorbeugen kann.

Darüber hinaus nimmt der frühe Kontakt mit Fremdsprachen Kindern auch die Angst davor, neue Sprachen zu lernen. Wer einmal Kleinkinder beim Spielen und Lernen beobachtet hat, weiß, dass ihnen die Scheu vor Neuem oftmals fremd ist. Jeder von uns erinnert sich aber wahrscheinlich noch daran, wie schwer uns das Sprechen neuer Sprachen in Teenager-Jahren fiel, aus Angst sich zu blamieren.

Mit jeder Sprache, die wir lernen, wird es durch Ähnlichkeiten der Grammatik oder des Wortschaftes außerdem leichter, eine weitere Fremdsprache zu lernen – besonders bei Sprachen derselben Familie wie zum Beispiel Spanisch und Französisch oder Deutsch und Englisch.

Nicht zu vergessen ist, dass Fremdsprachen Kindern die Möglichkeit eröffnet, schon früh mit Menschen aus anderen Kulturen und Ländern zu kommunizieren und sie zu verstehen. Diese interkulturelle Kompetenz ist nicht zuletzt in Zeiten der sich immer weiter und schneller miteinander vernetzenden Welt Gold wert.

child-1183465_1280

Wie bringe ich meinem Kind eine weitere Sprache bei?

Wenn das frühe Lernen von Fremdsprachen für Kleinkinder entwicklungsfördernd ist, wie bringe ich meinen Kind dann am besten eine neue Sprache bei? Für das Lernen von Fremdsprachen gibt es ein paar hilfreiche Tipps, die es zu beherzigen gilt:

1. „Früh übt sich“

Das Gehirn von Kleinkindern entwickelt sich rasant und bestimmte kritische Zeitfenster schließen sich schon relativ früh. Deshalb ist bereits das Kleinkindalter gut geeignet, um erste Schritte in einer neuen Sprache zu machen.

2. Spielerisch lernen

Kleinkinder lernen Sprachen nicht durch trockene Grammatikübungen, sondern durch spielerische Interaktion bei der möglichst viele Sinne involviert sind. Spielerisches Lernen bedeutet – besonders für Kleinkinder – auch, dass sie nur eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne haben und deshalb nicht überfordert werden dürfen.

3. Sprache ist zum Sprechen da

Sprache ermöglicht uns, mit anderen Menschen zu kommunizieren und zu interagieren – und deshalb lernen Kinder Sprache auch am besten, wenn sie mit anderen Menschen interagieren. Wer schon einmal Kinder mit unterschiedlichen Muttersprachen miteinander spielen gesehen hat, wird erstaunt darüber sein, wie schnell sich die Spielkameraden miteinander verständigen können.
Das bedeutet auch, dass es nichts bringt, Kinder einfach nur fremdsprachiges Fernsehen schauen zu lassen. Im Gegenteil: Studien zweier koreanischer Wissenschaftler haben ergeben, dass je mehr Zeit Kleinkinder unbeaufsichtigt vor dem Fernseher verbringen, sie umso langsamer in ihrer Sprachentwicklung sind.

4. Übung macht den Meister

Sprachen zu lernen ist wie Fahrrad fahren, die Übung macht den Meister. Je öfter Kinder ihre Sprachkenntnisse anwenden müssen – sei es passiv durch Zuhören oder aktiv durch eigenes Sprechen – desto leichter wird es ihnen fallen. Deshalb ist es wichtig, Kindern den regelmäßigen und kontinuierlichen Kontakt mit anderen Sprachen zu ermöglichen.

Lingumi – interaktives Sprachlernspielzeug

Für Lingumi – das digitale und interaktive Sprachlernspielzeug – haben wir aus all diesen und noch mehr wissenschaftlichen Erkenntnisse eine eigene Methode entwickelt. Die Kinder spielen zusammen mit den Eltern mit farbigen Schaumstoffwürfeln, die sich mit einer Augmented Reality Technology über Tablet oder Smartphone mit der Lingumi-App verbinden. In kurzen Unterrichtseinheiten von maximal 15 Minuten pro Tag lernen sie so spielerisch Fremdsprachen wie zum Beispiel Englisch, Französisch, Italienisch oder auch Chinesisch.

Mehr Informationen zu Lingumi gibt es auf unserer Webseite unter lingumi.com

Das Lernprogramm fördert mit seinem spielerischen Ansatz die sprachliche und kognitive Entwicklung von zwei- bis fünfjährigen Kindern. Zusammen mit ihren Eltern lernen die Vorschulkinder in der Interaktion mit taktilen Elementen und einer Augmented Reality Technologie Fremdsprachen kennen. Lingumi basiert auf akademischen Studien zur Psycholinguistik, Neurolinguistik und zum Spracherwerb von Kleinkindern und ist für Englisch, Französisch, Italienisch, Chinesisch und Spanisch oder Deutsch als Muttersprache über lingumi.com erhältlich.

Toby Mather hat 2015 an der University of Oxford sein Studium der Literatur und Fremdsprachen erfolgreich abgeschlossen. Schon während seines Studiums arbeitete er als Lehrer in Tanzania, sammelte Erfahrung bei der Online-Learning-Plattform memrise und war Associate im Emerge Venture Lab.

Literatur zum Einstieg in die wissenschaftliche Diskussion zum Spracherwerb
– Elizabeth Peal/Wallace E. Lambert: The relation of bilingualism to intelligence.
– Ellen Bialystok: Cognitive and Linguistic Processing in the Bilingual Mind.
– Haewon Byeon/Saemi Hong: Relationship between Television Viewing and Language Delay in Toddlers: Evidence from a Korea National Cross-Sectional Survey.

Fotos: oben © Fotolia (kristall) // unten © Pixabay (NadineDoerle)

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Detail-Infos!

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen