Kleine Kinder sind äußerst wissbegierig. Sie lernen schnell und leicht. Das ist auch noch so, wenn die Kinder eingeschult werden. Jeder Tag in der Klasse bringt etwas Neues. Die Kinder sind begeistert, die neuen Anforderungen machen ihnen Spaß. Als Vater kann man erleben, wie das Kind mit seinem ganzen Wesen, quasi von innen heraus angetrieben ist, sich Zusammenhänge zu erarbeiten. Kinder in der ersten Klasse sind mit viel Lust bei der Sache. Das Lernen fällt ihnen leicht.

Doch viel zu schnell schlägt die Begeisterung in zunehmendes Desinteresse oder sogar Frust um. Die Motivation, etwas zu begreifen und zu lernen, lässt nach. Vor allem der Beginn der Pubertät ist oft ein Wendepunkt. Der Spaß am Lernen geht verloren. In der Schule wird auf die fehlende Eigenmotivation und das zunehmende Desinteresse eines Schülers mit Sanktionen, schlechten Noten und Androhungen von Strafen reagiert. Für den Schüler sind schlechte Noten und die Drohung, dass man mit dieser Haltung im späteren Leben bestimmt nicht zurechtkommen wird, kein Anreiz, wieder mehr Begeisterung und Lernmotivation zu entwickeln. Der zunehmende Leistungsdruck, das „immer besser sein als die Anderen“ schwächt bei vielen Kindern den Antrieb, mit Freude neues Wissen zu erlangen.

Vater mit Kindern beim Lernen
Die Eltern wollen natürlich, dass ihr Kind gut vorbereitet ist auf die Leistungsgesellschaft. Doch als Vater ist man durch die Diskussionen zu den Ergebnissen der PISA-Studien und der Einführung von G8 verunsichert. Die Skepsis der Eltern darüber, wie heute den Kindern an unseren Schulen das notwendige Wissen beigebracht wird, bleibt auch den Söhnen und Töchtern nicht verborgen. Viele Kinder werden dadurch in ihrer ablehnenden Haltung dem Lernen gegenüber bestärkt. Doch was kann man als Vater tun, um den Wissensdurst der Kinder zu fördern? Anreize und Belohnungen können eine Rolle spielen. Doch viel wichtiger ist es, mit geeigneten Mitteln die Lernmotivation zu unterstützen und dem Kind die Freude und die Erfolgserlebnisse durch das Lernen wieder erfahrbar zu machen.

Die Freude am Lernen unterstützen

1. Die Freude am Lernen bedeutet nicht, pauken zu müssen. Es geht um das Erfolgserlebnis beim Herausfinden und beim Experimentieren. Das Lernen sollte im Idealfall eine spannende Entdeckungsreise sein.

2. Als Elternteil kann man das Kind dabei unterstützen, dass es frühzeitig ein effektives Lernen lernt. Eigenständiges und handlungsorientiertes Lernen schafft Erfolgserlebnisse und Wissen, das bleibt. Die Vereinbarung von Lernzielen schafft Strukturen im Lernprozess. Das bedeutet jedoch, dass man als Vater sich mit dem aktuellen Lernstoff auseinandersetzen muss.

3. Das Kind benötigt zu Hause einen Rückzugsort zum Lernen, an dem es sich rundum wohlfühlt. Jeder Mensch hat über den Tag seine ganz individuelle Leistungskurve. Wenn ein Kind am Abend besonders aufnahmefähig ist, sollte es kein Problem sein, die Hausaufgaben und die Vorbereitung auf den nächsten Schultag dahin zu verlegen.

4. Handlungsorientierung bringt Sinn in das Lernen. Als Vater lohnt es sich, gemeinsam mit dem Kind Ziele zu finden, die das Lernen lohnenswert machen. Ein Ziel kann ein bestimmter Berufswunsch sein oder die Fähigkeit, Filme im Original verstehen zu können. Es geht darum, dem Kind zu zeigen, dass es mit seinen Lernerfolgen etwas anfangen kann.

5. Ein anderer Ausdruck für das Lernen ist etwas zu begreifen. Dinge anfassen zu können, hinterlässt mehr Eindruck, als nur über etwas zu sprechen oder zu lesen.

6. Digitale Medien bieten heute eine gute Unterstützung für die Wiederholung des Lehrstoffes. Sie lockern das Lernen auf und machen Spaß.

7. Bleiben Sie als Vater mit ihren Kindern im Gespräch. Viele Lerninhalte können in der alltäglichen Kommunikation und anhand von aktuellen Ereignissen vertieft werden.

8. Lassen Sie sich von ihrem Kind erzählen, was es gerade in der Schule lernt. Das Interesse der Eltern gibt dem Kind Gelegenheit, auch Vater und Mutter Dinge beibringen zu können.

9. Unternehmen Sie mit ihren Kindern etwas. Machen Sie Ausflüge mit der ganzen Familie in den Wald, ins Museum oder in den Botanischen Garten, und greifen Sie dabei Lernstoffe der Kinder auf.

10. Überraschen Sie ihr Kind mit Lob und kleinen Belohnungen. Gerade wenn es nicht um einen gelungenen Aufsatz oder eine gute Note geht, erhöht Anerkennung die Motivation.

Fotos: oben © pixarno – Fotolia.com // unten © goodluz – Fotolia.com

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