Kein Weg war zu steinig, keine Abfahrt zu steil, keine Pfütze zu tief, keine Kurve zu scharf. Das ist nicht nur ein Zitat aus dem großartigen Kinderbuch „Freunde“, sondern auch das Motto unserer Tour mit dem SUV Škoda Kodiaq, denn um den bulligen Tschechen als Familienauto auf Alltagstauglichkeit zu testen, sind wir von Hamburg bis nach Saló an den Gardasee gedüst und haben 14 Tage lang die Gegend erkundet. Warum der Škoda Kodiaq dabei der perfekte Begleiter war und an welchen Stellen es noch etwas nachzubessern gibt, fassen wir Euch hier mit unserem Testbericht zusammen.

Škoda Kodiaq Cockpit

Und weil die Testfahrt dieses Mal etwas ganz Besonderes war, ist auch der Fahrbericht etwas anders aufgebaut. Wir nutzen dazu die Chronologie unseres Familienurlaubes:

Sachen packen

Unser Ziel war das Agriturismo Conte Brunello, eine tolle Unterkunft auf einem Hof am Hang mit Blick auf den Gardasee, die wir bei Airbnb gefunden haben. Dazu hatten wir gut 1.200 Kilometer ab Hamburg abzureißen und somit mit einer gut 15-stündigen Fahrt gleich die erste echte Belastungsprobe vor der Brust. Der ganz große Vorteil beim Škoda Kodiaq ist das Platzangebot. Und das gilt nicht nur für den Kofferraum, sondern auch für die Beinfreiheit auf der Rückbank und die vielen Ablagefächer. Wir haben dieses Mal keine Koffer gepackt, sondern unser gesamtes Zeug in große Tüten geschmissen. Das vereinfacht nicht nur das Packen, sondern auch das Beladen des Autos.

Škoda Kodiaq Kofferraum Gepäck

Gemäß dem Markenclaim „simply clever“ gibt es im Kofferraum eine herausnehmbare Taschenlampe sowie etliche Haken und Packnetze, um Gepäck, Einkäufe oder Kinderwagen sicher zu verstauen. Optional beim Škoda Kodiaq ist eine dritte Sitzreihe, die das SUV zum Siebensitzer macht. Wenn ganz hinten auch nur kleine Passagiere so richtig entspannt mitreisen können. In unserem Fall passte das Gepäck für drei Personen und 14 Tage Urlaub so entspannt in den Kofferraum, dass wir sogar die Abdeckung schließen konnten.

Škoda Kodiaq Kindersitz

Der Kindersitz

Die nächste Herausforderung ist eine entspannte Fahrt für unsere sechsjährige Tochter. Für lange Fahrten richten wir ihr immer ein „Cockpit“ auf der Rückbank ein und bestücken das Slotpack mit Tablet samt Kopfhörer, Toniebox, Bücher, Stiften und dazu alles an Proviant, welches eine lange Fahrt „versüßt“. Dank Sonnenschutz-Rolle und Klimaanlage hinten konnten wir immer für gute Luft und genug Schatten sorgen.

Škoda Kodiaq Sonnenschutz

Ansonsten haben wir zum Glück ein nörgelfreies Reisekind, welches auch mal ’ne halbe Stunde aus dem Fenster guckt oder „ich sehe was, was du nicht siehst“ mit uns spielt. Und ja, wir halten zwischendurch auch mal an der Burgerbude oder holen Eis für alle. Auf der Anreise in den Urlaub ist alles erlaubt. Übrigens war der Škoda Kodiaq an der Tankstelle durchaus ein Hingucker. Das mag daran liegen, dass er bisher kaum zu sehen ist auf unseren Straßen. Ach, und wenn der Papa dann mal zu einer Runde UNO mit dem Nachwuchs auf die Rückbank klettert, dann erwartet ihn dort eine enorme Beinfreiheit. So sieht das aus, während der Vordersitze auf eine Körpergröße von 1,83 m eingestellt ist.

Škoda Kodiaq Beinfreiheit

1.200 km in Deutschland, Österreich & Italien

Die ersten gut 800 Kilometer ging es ohne Geschwindigkeitsbegrenzung durch Deutschland. Bei unserem Testwagen, der Ausstattungsvariante STYLE als Benziner 2,0l TSI mit 190 PS, habe ich den Tempomat auf 160 km/h eingestellt und die „Distance Control“ aktiviert. Zusammen mit dem Lane Assist sorgt das für eine wirklich sehr komfortable Fahrt. Das Auto hält den Abstand zum Vordermann und lenkt sanft mit, um die Spur zu halten. Die Windgeräusche sind gering. Allerdings sorgt der Bolide bei dieser Fahrweise für einen Verbrauch von 11 bis 12 Litern. Nach dem ganzen Urlaub und über 3.000 gefahrenen Kilometern lagen wir bei etwas über neun Litern. Aber die gut zwei Tonnen im beladenen Zustand müssen ja auch bewegt werden.

Škoda Kodiaq Lenkrad

Einmal Licht und zweimal Schatten ist von der Anreise noch erwähnenswert: die Vordersitze wurden nach 12 Stunden so langsam etwas unbequem. Da fehlte die Option, die Rückenlehne etwas aufzupolstern. Aber wahrscheinlich wäre jeder andere Sitz nach so langer Fahrt auch ungemütlich geworden. Hammermäßig hingegen ist der mir bis dahin noch nicht bekannte Türschutz. Sobald eine der vier Türen geöffnet wird, klappt eine kleine Plastikschelle um die Tür herum und sorgt dafür, dass keine anderen Fahrzeuge bei Kontakt beschädigt werden. Das ist supercool, denn wir haben unserem Nachbarn schon mal einen Lackschaden verpasst, weil unsere Tochter ihre Tür recht oft aufschmeißt, ohne auf andere Autos zu achten. Das gilt für den Supermarktparkplatz genauso wie in der Stadt. Daher finde ich es super.

Škoda Kodiaq Türschutz

Nicht ganz so super hingegen war das Navi. Das hat uns ein paar Mal im Urlaubsort auf Straßen führen wollen, die für Autos gar nicht befahrbar waren. Aber auch das war eigentlich nur ein kleiner Schönheitsfehler. Wir haben dem Navi trotzdem weiterhin vertraut und es hat uns ansonsten auch zuverlässig und mit ziemlich passenden Zeitprognosen durch den Urlaub gebracht.

Always connected

Nicht nur für das Online-Navi hilft eine permanente Konnektivität, vielmehr gibt es auch über das große Touch-Display viele Informationsdienste, Fahrzeugfunktionen und Entertainment. Wer will, kann sein Smartphone auch über Smartlink+ und entsprechende Dienste direkt koppeln oder Bluetooth nutzen.

Škoda Kodiaq Display

Wir haben überwiegend die Funktionen Navigation, Klimatisierung und Medien genutzt, da wir unsere Urlaubs-Playlist vom Smartphone abgespielt haben. Beruhigend ist außerdem ein SOS-Knopf über den Vordersitzen. Nur für den Notfall, falls mal gar nichts mehr geht. Ne gute Sache. Die Induktionsladung hat wahrscheinlich wegen meiner Handyschale leider nicht funktioniert.

„daily drive“ im Škoda Kodiaq

Vor Ort haben wir etliche Touren rund um den Gardasee unternommen. Dabei zeigte sich das Performance-SUV als wendiges Familienauto, welches Dank Rückfahrkamera und Sensoren auch in Parkhäusern und vollen, engen Städten viel Spaß macht.

Škoda Kodiaq Front

Was noch aufgefallen ist…

Das Design vom Škoda Kodiaq ist wirklich gelungen. Die Seitenansicht finde ich bockstark. Und von vorn ist eine für Škoda typische Nase zu erkennen. Das die Lamellen vom Kühlergrill aus Kunststoff sind, ist ein kleiner Wermutstropfen. Wie auch im Innenraum sorgen Kunststoffteile dafür, dass die Haptik und Optik nicht ganz so exklusiv daherkommt. Dafür müsst Ihr für den Škoda Kodiaq aber auch nur etwa die Hälfte des Budgets mitbringen wie bei den vergleichbaren Modellen der Premiumhersteller. Und irgendwo muss ja nun mal eingespart werden. Da sind diese „Schönheitsfehler“ auf jeden Fall zu verkraften.

Škoda Kodiaq Kühlergrill

Super hingegen finde ich insbesondere bei der Modellvariante STYLE die fetten 18″-Leichtmetallfelgen, die dekorativen Türschwellen, das beheizte 3-Speichen-Lederlenkrad und die elektrische Heckklappe.

Škoda Kodiaq Felge

Fazit zum Škoda Kodiaq

Im Vergleich zur Konkurrenz sind uns zwei Aspekte sehr positiv aufgefallen: das enorme Platzangebot im Innenraum und der Einstiegspreis von 32.090 EUR. Natürlich ist das die Basis. Wer es etwas schicker und individueller möchte, der sollte noch zusätzliches Budget einplanen. Aber für den Kurs gibt es in der Kategorie SUV eine ganze Menge Auto. Nur logisch ist es, dass es gerade beim Design ein paar Abstriche im Vergleich zur Konkurrenz gibt. Dem Fahrspaß, dem Sound und der Konnektivität tut das aber keinen Abbruch. Und dazu gibt es sogar noch eine Vielzahl cleverer Helfer wie den Türkantenschutz, eine sensorgesteuerte Heckklappe und den Regenschirm in der Tür. Etwas Punktabzug gibt es noch für die Eigenschaft als Langstreckenauto. Da war sowohl der Verbrauch als auch der Komfort der Vordersitze noch leicht verbesserungswürdig. Ansonsten ist der Škoda Kodiaq – wie auch viele andere Modelle dieses Herstellers – ein optisch und technisch wirklich tolles Familienauto.

Škoda Kodiaq Seitenansicht

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