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Gastbeitrag über Schlaf: Papa, bist Du müde?

Heute gibt es einen spannenden Gastbeitrag von Jovana Wulf für euch. Die ist ausgebildete Schlafberaterin für Babys und Kleinkinder und Gründerin von Tiny Dreamer. Sie weiß, wie Kinder und auch die Eltern zu mehr Schlaf kommen. Und weil das ein Dauerbrenner-Thema ist, geben wir ihre Tipps gern direkt an euch weiter:

Fragst du dich, wann du abends wieder entspannt mit deiner Partnerin / deinem Partner bei einem Glas Wein deine Lieblingsserie gucken kannst? Bist du müde, weil dein Kind nachts häufig wach wird und auch abends nicht einschlafen will? Du möchtest wissen, wann dein Kind endlich durchschläft, damit auch du wieder genug Schlaf bekommst?

Das Gefühl von Übermüdung, Verzweiflung und Unsicherheit kenne ich und deswegen gibt es hier Antworten auf deine Fragen: Was bedeutet Durchschlafen? Warum schläft dein Kind nicht durch und was kannst du als Vater tun, damit dein Kind durchschläft? Danach kannst du stolz zu deiner Partnerin / deinem Partner gehen und mit deinem Wissen für entspannte Abende und Nächte sorgen. Bist du bereit für mehr Schlaf?

Was bedeutet durchschlafen?

Jeder Mensch wird nachts wach – auch dein Kind! Wir durchlaufen nachts mehrere Schlafzyklen, die aus verschiedenen Schlafphasen bestehen. Zwischen den Schlafzyklen werden wir wach und überprüfen, ob alles ok ist. Du kennst das sicherlich auch, dass du manchmal nachts wach wirst und nicht mehr einschlafen kannst, weil du am kommenden Tag noch etwas Wichtiges erledigen musst. An anderen Tagen wirst du wach und du erinnerst dich gar nicht daran, dass du nachts wach warst – du hast durchgeschlafen. Auch dein Kind überprüft nachts, ob sich etwas verändert hat. Somit bedeutet durchschlafen nicht, dass dein Kind nachts nicht aufwacht, es bedeutet, dass alle Bedürfnisse wie Hunger und Sicherheit gestillt sind und dass es ohne deine Hilfe in den nächsten Schlafzyklus findet.

Babys in den Schlaf zu bekommen, kann für die Eltern ein anstrengendes Programm sein
© Helena Lopes (Pexels)

Warum schläft dein Kind nicht durch?

Heute bist du dran dein Kind ins Bett zu bringen. Schaukelst du dein Kind in deinen Armen oder gibst du ihm das Fläschchen und es schläft dabei ein? Wenn du Glück hast, kannst du dein Kind ins Bettchen legen, sobald es eingeschlafen ist. Jetzt wird dein Kind zwischen den Schlafzyklen wach und merkt, dass sich etwas verändert hat. Papas schaukelnden Arme oder die warme Milchflasche sind weg. Dein Baby ist verwirrt, bekommt Angst und fängt an zu weinen. Wie würde es dir gehen, wenn du in deinem warmen Bett einschläfst und auf dem harten Küchenboden wach wirst? Du wärst auch ziemlich erschrocken und so geht es auch deinem Kind.

Ein weiterer Grund, warum dein Baby nicht wieder einschläft, ist, dass es einfach nicht weiß, wie es ohne diese externen „Schlafstützen“ wie dem Trinken, Tragen oder Schaukeln einschlafen kann. Es braucht dich, um wieder in den Schlaf zu finden. Das ist so als würde dir nachts dein geliebtes Kissen aus dem Bett fallen, aber du könntest es nicht selbst wieder aufheben, sondern müsstest erst deine Frau / deinen Mann um Hilfe bitten.

Was kannst du dafür tun, dass dein Kind besser schläft?

Natürlich gibt es viele Gründe, warum dein Kind nachts nicht durchschläft. Der häufigste Grund ist jedoch die zuvor genannte externe Schlafstütze. Wie wir, möchte auch dein Kind dort einschlafen, wo es auch aufwacht. Die wenigsten Väter wollen nachts ständig eine neue Flasche machen und auch das abendliche Tragen wird mit zunehmendem Alter (und Gewicht) immer anstrengender. Deswegen würde es helfen, wenn dein Kind lernt, ohne deine Hilfe einzuschlafen. Lernen bedeutet nicht, dass du dein Kind schreiend allein lässt – dabei lernt es überhaupt nichts – es geht darum, dass du dein Kind schrittweise dabei begleitest seinen eigenen Weg in den Schlaf zu finden.

So wie du dein Kind auch dabei unterstützt laufen und sprechen zu lernen, so kannst du es auch liebevoll unterstützen das eigenständige Einschlafen zu lernen. Wenn dein Kind eine eigene Einschlafstrategie hat, wird es auch nachts ohne deine Hilfe in den nächsten Schlafzyklus finden und somit durchschlafen.

Wie kannst du deinem Kind helfen ohne externe Hilfe einzuschlafen?

Kinder lieben Routine. Sie erleben den ganzen Tag so viel Neues, dass sie sich über feste Strukturen freuen. Es gibt ihnen Sicherheit. Du solltest jeden Abend die gleiche Abendroutine machen. Sogar die einzelnen Schritte sollten in der gleichen Reihenfolge stattfinden.  Auch vor jedem Tagesschläfchen ist eine kleine Routine sinnvoll.

Stress hindert dein Kind am Schlafen und Übermüdung verursacht Stress. Somit ist der richtige Zeitpunkt sehr wichtig. Dein Kind sollte müde sein, aber nicht zu müde. Ein 10 Monate altes Kind hat eine durchschnittliche Wachzeit von etwa 3 Stunden bevor es wieder schlafen sollte. Schreib‘ doch mal auf, wie lange dein Kind zwischen den Schläfchen wach ist. Auf meinem Insta-Profil findest du durchschnittliche Wachzeiten für die weiteren Altersgruppen.

Auch die Befriedung der natürlichen Bedürfnisse wie Hunger und Nähe sollten vorher ausreichend gestillt sein, damit dein Kind friedlich schlafen kann. Falls dein Kind gewohnt ist mit deiner Körpernähe einzuschlafen, achte besonders tagsüber darauf, dass du das Bedürfnis nach Nähe ausreichend befriedigst.

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© William Fortunato (Pexels)

Wenn du die Abendroutine abgeschlossen hast und dein Kind satt und zufrieden ist, kannst du deinem Kind liebevoll und schrittweise helfen seine eigene Einschlafstrategie zu entwickeln. Wenn dein Kind ohne Hilfe am gleichen Ort einschläft, wo es auch aufwacht, kann es auch nachts zwischen den Schlafzyklen friedlich und in den nächsten Schlafzyklus finden und somit mehrere Stunden am Stück durchschlafen. Ein Schmusetuch oder ein Kuscheltier (je nach Alter) können deinem Kind Geborgenheit geben.

Externe Hilfe für mehr Schlaf

Falls du übermüdet bist und dir endlich wieder Zeit für dich oder für euch als Paar wünschst, du aber nicht weißt, wie du die Schlafsituation deines Kindes verbessern kannst, kontaktiere mich gerne über meine Website. Ich unterstütze und berate dich, so dass alle in deiner Familie den Schlaf bekommen, den sie auch brauchen.

Nur wenn die Bedürfnisse aller Familienmitglieder gestillt werden, ergibt sich eine gesunde und glückliche Familie.

In diesem Sinne: Schlaf(t) gut!
Unser Gastautor Thomas Bentler hat übrigens mal die nächtlichen Papi-Typen vorgestellt.

Titelbild © Pavel Danilyuk (Pexels)