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Kita-Schreck oder Erzieher-Kumpel?

Wehe, wenn Papa im Kindergarten peinlich auftritt. Bei Konflikten müssen Väter Erzieherinnen-Versteher, Läuse-Experten – und vor allem gut vorbereitet sein, meint unsere Gastautorin Stephanie Albert und stellt fünf Väter-Typen vor!

Das Kind an der Tür abgeben und ab durch die Mitte? Reicht nicht. Auch Väter müssen sich heute Konfliktgesprächen in der Kita stellen. Gar nicht so einfach. Denn wer die Regeln nicht kennt, riskiert Nachteile fürs Kind. Hier die schlimmsten Väter-Fehler – und wie man‘s besser macht.

Der Kita-Schreck

Sein Sohn ist von einem Dreijährigen gedisst worden? Nicht mit ihm! Papa stapft wutentbrannt ins Kitabüro, blafft die Praktikantin an („warum hast du nicht aufgepasst?“), verlangt nach der Vorstandsvorsitzenden und wundert sich: Da will ein Mann mal reden, und niemand springt. Statt dessen hockt die Chefin im Sandkasten und pustet auf ein Kinderknie.
Tipp: Nicht zwischen Tür und Angel Dampf ablassen, sondern um einen Termin bitten. Ob der Sohn wirklich Opfer ist, muss erst mal geklärt werden. Dann positiv anfangen („Lukas mag die Kita, aber was er letzte Woche erzählt hat, würde ich doch gerne mal aus eurer Sicht hören“).

Töchterchens Anwalt

Dass Sina manchmal eine kleine Zicke ist, weiß der Anwalt genau. Aber jetzt muss er jede Kritik im Keim ersticken. Das Kind malt nur Krikelkrakel? „Klar, zwischen lauter Normalos sind Höchstbegabte unterfordert.“ Sina popelt im Essen herum? „Logisch, zu Hause machen wir Clean eating. Da muss alles raus, was dreckig ist.“ Die Vierjährige ist fies zu anderen? „Sie ist einfach schon weiter als Gleichaltrige.“ Widerspruch ist zwecklos. Ärztliche Atteste werden nachgereicht.
Tipp: Ruhig mal zuhören statt blind zu verteidigen. Pädagogen kritisieren ein Kind meistens nicht, um die Eltern zu ärgern. Wer wirklich fördern will, darf nicht nur Lobeshymnen erwarten.

Cover Konflikte in der Kita gemeinsam loesen Presse

Der Abwesende

Er hat seine Nele in die Puppenecke gesetzt und steht jetzt so verlegen rum, dass eine Erzieherin sich erbarmt. Ob sie helfen kann? Ja, nö, hm, doch. Er macht auf Kumpel, findet alles hier supi. Wie die Mädels das hinkriegen. Wow! Aber seine Frau hat ihn geschickt. Er soll sich mehr einbringen. Keller aufräumen, den Kassenwart vertreten? Toll, findet er wichtig, macht er auch gerne, wenn er mal Zeit hat. Erfahrungsgemäß ist das nie.
Tipp: Machen statt reden. Sonst wird Nele zu Hause melden: „Papa, die Erzieher sagen, dass du der einzige bist, der nie was tut.“

Der Ahnungslose

Er kommt zu spät. Die Tür ist verschlossen. Empört trommelt er dagegen, klingelt Sturm, führt einen Tanz vor der kichernden U3 am Fenster auf – doch nichts passiert. Unverschämtheit! Ist der Kunde hier nicht König? Nein, erfährt er eine halbe Stunde später. Das Kitakonzept sieht vor, dass Trödel-Eltern erst nach dem Frühstück rein dürfen (erzieherische Maßnahme!), weil jeder Verspätete das Essensritual stört. Das haben die Eltern bei der Anmeldung sogar unterschrieben.
Tipp: Vorm Rabatz-Machen Regeln, Verträge und Elternabend-Protokolle lesen. Oder Mama fragen.

Der Leidens-Experte

Er hat sieben Tage Familienleben mit Läusen hinter sich. Ist fix und fertig, aber sein Leiden weist ihn als engagieren Vater aus. Deshalb muss jetzt jeder wissen, wie er in Kinderhaaren nach Nissen fahndet, Kuscheltiere in die Tiefkühltruhe stopft, Teppiche entsorgt und die Waschmaschine rund um die Uhr kochen lässt. Während er spricht, kratzt er sich ständig am Kopf.
Tipp: Erst informieren, dann vorsprechen. Im Infoblatt „Wir haben Läuse“, das seit zwei Wochen an der Tür hängt und in jedem Kinder-Rucksack steckt, steht alles Wichtige – auch, dass niemand mit Läusen in die Kita darf.

Buchtipp

Wenn Eltern im Kindergarten mitreden wollen, gibt’s oft Probleme. Wie man Kompromisse findet und respektvoll miteinander umgeht, zeigt das Buch von Stephanie Albert „Konflikte in der Kita gemeinsam lösen – und jetzt haben wir uns alle wieder lieb“ (Mari-Media-Verlag, 9,99 Euro).
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