In den letzten drei Jahren sind wir eine Vielzahl Familienautos für Euch zur Probe gefahren. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, schonmal so einen Hingucker bewegt zu haben wie den neuen Jaguar F-Face. Damit waren wir unter anderem zum Wochenendausflug in St. Peter-Ording und haben bei der Fahrt durchs Zentrum viele offene Münder hinterlassen. Die Optik spricht für das Performance-SUV. Wie er sich als Familienauto macht, haben wir für Euch getestet.

Jaguar F-Pace 2016

Seit etwa 2010 hat sich die Marke Jaguar komplett neu erfunden und zu alten Werten zurückgefunden. Seitdem finde ich die Fahrzeuge von dem britischen Hersteller wirklich großartig. Man hat sich auf die ursprüngliche DNA besonnen und entwickelt sportliche Fahrzeuge mit edler Optik. Skepsis war trotzdem angebracht, als für 2016 mit dem Jaguar F-Pace das erste SUV angekündigt wurde. Denn die Konkurrenz in dieser beliebten Fahrzeugklasse ist groß. Umso mehr kann sich das Ergebnis sehen lassen und schickt sich an, die Konkurrenten aus Ingolstadt, München und Stuttgart zumindest etwas zu ärgern.

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jaguar-f-pace-logoDer Jaguar F-Pace vereint die sportliche Optik mit einem geräumigen Platzangebot, ohne zu wuchtig und plump zu erscheinen. Von vorne erkennt man in dem Performance-SUV dank großem Kühlergrill und den augen-ähnlichen Lampen noch die springende Katze. Super finde ich auch das Panoramadach und die 20-Zoll-Felgen – insbesondere in glänzendem Schwarz. Für den Jaguar F-Face können 14 Lackfarben gewählt werden. Polaris White und Ebony Black sind umsonst, andere Farben kosten 918 EUR oder sogar 1.836 EUR Aufpreis. Bei den Felgen ist auch nur eine 18-Zoll-Version mit Speichenoptik im Grundpreis enthalten. Das Design „Venom“ unseres Testwagens kosten 3.060 EUR extra. Die Privacy-Verglasung gibt es für einen Aufpreis von 408 EUR. Und sehr cool ist natürlich auch das Logo im Lichtkegel vor der Fahrertür.

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Ausstattungsvarianten und Preise

Mit dem Konfigurator auf der WebSite mussten wir uns erstmal etwas genauer auseinandersetzen, denn es gibt eine Vielzahl von Optionen. Ich bin häufiger zum Anfang zurück und habe andere Varianten versucht. Manchmal war ich mir nicht sicher, ob ich wirklich alles so gewählt habe, wie ich es haben wollte. Bei der Auswahl des Wunschmodells startet es mit der Entscheidung für die Motorisierung. Für den Preis von 43.500 EUR gibt es den 2.0 Liter Diesel mit Handschaltung und Heckantrieb und 180 PS. Gleiche Wahl nur mit Allradantrieb kostet 46.100 EUR und als Automatik stehen 48.600 EUR auf dem Wunschzettel. Der größte Diesel mit 300 PS kostet 58.800 EUR in der Basisversion. Abgerundet wird die Motorenpalette mit zwei Benzinern, jeweils einem 3.0 Liter V6 Kompressor mit 340 PS für 60.100 EUR und mit 380 PS für 76.350 EUR. Eine recht große Bandbreite. Und sicherlich macht der Jaguar F-Pace mit etwas mehr Bumms auch mehr Spaß.

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Wenn Ihr Euch dann für eine Motorisierung entschieden habt, geht es mit der Wahl des Modells weiter. Insgesamt sechs sind im Angebot, von PURE und PRESTIGE über PORTFOLIO und R-SPORT bis zu S und FIRST EDITION… na, kommt Ihr noch mit? Wenn Ihr Euch entschieden habt, dann könnt Ihr direkt am Fahrzeug die Sonderausstattung wählen. Das gilt für innen, für außen, für Sonderausstattungen und Zubehör.

Der Jaguar F-Face von innen

So sportlich und aggressiv die britische Raubkatze von außen wirkt, so gefällig erscheint er im Innenraum. Die Vordersitze sind auch auf langen Strecken sehr bequem und lassen sich ab 490 EUR Aufpreis auch elektrisch verstellen. Ledersitze gibt es ab Modellreihe PRESTIGE, die Sportsitze in Luxtec mit Sitzflächen in Technical Mesh sind ab Modell R-SPORT verbaut. Edles Material hat auch im Innenraum seinen Preis. Die Gänge bei der Automatik-Variante wählt man mit dem versenkbaren Knauf auf der Mittelkonsole. Ansonsten läuft ein Großteil der Bedienung über die Knöpfe am Lenkrad.

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Absolut überzeugt hat uns auch das InControl-Touch-System für die Connectivität, die Navigation und die Musik. Es lässt sich sehr intuitiv über Berührung bedienen und arbeitete sehr genau. Die Optik ist super und immer bei einer Aktion auf der geführten Route zeigt ein Split-Screen an, was genau zu tun ist.

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Kinder auf der Rückbank

Zu einem guten Familienauto gehört eine gute Sitzmöglichkeit für Kinder auf der hinteren Bank. Im Jaguar F-Pace haben wir unseren Isofix-Kindersitz eingebaut und eine längere Wochenend-Fahrt unternommen. Durch die leicht hochgezogenen Fenster auf der Rückbank ist die Sicht nach draußen nicht so ganz perfekt, denn der Blick aus dem Kindersitz geht eher nach oben. Super ist dann wieder der Platz für die Beine und die vielen Ablageflächen. Unsere Tochter hat es sich an einem der letzten warmen Tage 2016 mit einem Eis im Jaguar F-Face gemütlich gemacht.

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Kofferraum, Dach und Heck

Ordnung ist das halbe Leben, auch im Kofferraum vom Jaguar F-Pace. Im Zubehör-Angebot gibt’s diverse Dachboxen, Gepäckträger, Raumteiler, Trenngitter und Gepäcknetze. So können die 650 Liter Kofferraumvolumen bis in die letzte Ecke ausgenutzt werden. Über ein buchbares Komfortpaket für gut 1.700 EUR gibt es unter anderem die sensorgesteuerte elektrische Heckklappe.

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Fazit

Der Jaguar F-Pace ist sicherlich kein Vernunftsauto. Aber irgendwie will man auch als Papa ja kein Familienauto, welches einen einfach nur sicher von A nach B bringt. Zumindest ich möchte mich weiterhin auf jede Fahrt freuen und gern Zeit im Auto verbringen. Und da hat mich der Performance-SUV absolut in seinen Bann bezogen. Mich haben die sportlichen Fahrleistungen bei einem Verbrauch unter neun Litern total überzeugt. Ich mochte die kraftvolle Optik von außen und das umfangreiche Platzangebot im Innenraum. Der Einstiegspreis von 43.500 EUR ist sicherlich etwas Augenwischerei, denn zu dem Jaguar F-Pace passen Stoffsitze ähnlich schlecht wie handgeschaltete 180 PS im Diesel. Aber mit einer Tagesreise durch die Konfigurator und das viele Zubehör könnt Ihr Euch den flotten Boliden ganz nach Wunsch zusammenstellen. Mit Head-up-Display, elektrischer Anhängerkupplung und allen sicherheitsrelevanten Assistenzsystemen.

Ich hätte den Jaguar F-Face in dezentem Grau wirklich gern in der Garage. Aber obwohl ich mir in Sachen Autobegeisterung mit meiner Frau fast immer einig bin, sprang bei Ihr der Funke in diesem Fall nicht so richtig über. Wahrscheinlich mag sie es einfach nicht, wenn sich so viele Leute nach dem Auto auf der Straße umdrehen…

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