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RatgeberFinanzen5 praktische Finanztipps für Familien vom Experten

5 praktische Finanztipps für Familien vom Experten

Finanzen gehören mittlerweile zu den größten Stressfaktoren der Deutschen. Wer seine Zahlen nicht im Griff hat, ist im Alltag gestresst und schadet damit nicht nur sich – sondern auch seinen Beziehungen zu Freunden und der Familie.

Im folgenden Beitrag stelle ich euch die fünf wichtigsten Finanztipps vor, die ich jungen und älteren Familien empfehle.

Baut euch einen Notgroschen auf

Einer der ganz grundlegenden Finanztipps für Eltern lautet: Jede Familie sollte einen Notgroschen aufbauen. Mit einem Notgroschen baut ihr euch ein finanzielles Polster für schwierige Zeiten auf. Es kann nämlich immer vorkommen, dass ihr z.B. plötzlich euren Job verliert, weil euer Unternehmen kurzfristig Sparmaßnahmen einleitet. In dieser Phase erhaltet ihr im Normalfall Arbeitslosengeld I – das reicht in manchen Fällen nur leider nicht zur Deckung eurer Gesamtkosten. In solchen Situationen sind Rücklägen äußerst praktisch und schützen euch vor finanziellem Stress.

Der Notgroschen gehört zu den wichtigsten Finanztipps für Familien
© Raten-Kauf (Pixabay)

Mit eurem Notgroschen solltet ihr – laut einer allgemeinen Daumenregel – ungefähr sechs Monate lang eure Lebenshaltungskosten decken können. Liegen eure monatlichen Kosten bei 2.000 Euro entspricht das einem Gesamtbetrag von 12.000 Euro. Zu hoch müsst ihr euren Notgroschen nicht ansetzen. Der Notgroschen landet im Idealfall auf einem Tagesgeldkonto, da ihr in bestimmten Situationen kurzfristig auf das Geld zugreifen müsst. Es ist nicht ratsam, den Notgroschen am Aktienmarkt zu investieren. Aufgrund der Schwankungen sind hohe Kurseinbrüche zu ungünstigen Zeitpunkten immer möglich.

Sichert euch mit notwendigen Versicherungen ab

Viele Menschen in Deutschland sind chronisch unterversichert, obwohl Deutsche relativ Geld für Versicherungen ausgeben – leider für die falschen. Jeder fünfte Deutsche hat zum Beispiel keine private Haftpflichtversicherung, dabei gehört diese zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt.

Außerdem gehören folgende Versicherungen zum absoluten Pflichtprogramm:

  • Krankenversicherung (gesetzlich oder privat)
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Hausratsversicherung (falls ihr wertvolle Wertsachen zu Hause habt)
  • Kfz-Versicherung (falls du ein Auto besitzt)

Ansonsten bietet sich in vielen Fällen z.B. eine Auslandskrankenversicherung an, wenn ihr viel in der Welt unterwegs seid.

Es gibt auch Versicherungen, die nicht notwendig sind. Denkt dran, dass Versicherungen monatlich (oft auch jährlich) Geld kosten. Je mehr ihr euch auf die notwendigen Versicherungen fokussiert, desto mehr Geld bleibt euch am Ende des Monats übrig. Wer beispielsweise Elektronik kauft, muss nicht unbedingt für alles eine zusätzliche Garantie oder Versicherung abschließen. Das gleiche gilt für Flugbuchungen. Außerdem hast du über viele Kreditkarten bereits Versicherungen inkludiert, sodass sich eine zusätzliche Versicherung nur doppelt.

Gehe bewusst mit deinen Versicherungen um und prüfe mindestens einmal pro Jahr, ob du mit einem Wechsel sogar Geld sparen kannst.

Startet frühzeitig mit eurer privaten Altersvorsorge

Je früher ihr mit eurer Altersvorsorge startet, desto besser. Das deutsche Rentenniveau sinkt konstant und soll bis 2050 auf unter 42 Prozent sinken. Das ist ein besorgniserregender Zustand. Sollte sich das System auf diese Art weiterentwickeln, dann wird Altersarmut für viele Menschen zur Realität. Schon heute müssen viele Rentner ihren Lebensstandard drastisch reduzieren, um mit ihrer gesetzlichen Rente über die Runden zu kommen.

Du kannst frühzeitig anfangen, monatlich Geld zu investieren, um für deinen Ruhestand Vermögen aufzubauen. Folgende Anlageklassen bieten sich zur privaten Altersvorsorge an:

Ich empfehle dir ein breites ETF-Portfolio, indem du auf verschiedene Anlageklassen setzt. Eine breite Diversifikation sorgt dafür, dass du deine Risiken streust. Das führt zu geringeren Schwankungen beim Vermögensaufbau. Achte immer darauf, dass du nur in Anlageklassen investierst, deren Risiko du auch ertragen kannst. Kryptowährungen sind für die Altersvorsorge beispielsweise nur dann relevant, wenn du die hohen Schwankungen auch tolerierst.

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© Tech Daily (Unsplash)

Hast du keine Lust, dir selbst Gedanken über dein Portfolio zu machen, kannst du z.B. auch auf einen Robo-Advisor zugreifen. Das ist ein digitaler Vermögensverwalter, der dein Geld für die am Kapitalmarkt anlegt. Viele Menschen erfreuen sich der Bequemlichkeit dieser Anlagelösungen. Sie sind jedoch auch leicht teurer, als wenn du selbst die Kontrolle übernimmst.

Sparen für Kinder: So baut ihr euren Kindern mehr Chancen auf

Fangt rechtzeitig an, Geld für eure Kinder zu sparen. Kinder können bis zu ihrem 25. Lebensjahr über 180.000 Euro kosten. Wenn sie noch im Ausland studieren und einen Master machen möchten, können die Kosten noch weit höher sein. Wer für seine Kinder frühzeitig Geld zur Seite legt, verschafft ihnen später viele Freiheiten. Ob Studium, eine Immobilienfinanzierung oder das erste Auto – es gibt viele Möglichkeiten das Geld zu verwenden.

Es geht nicht drum, Kindern etwas zu schenken, was sie nicht brauchen. Vielmehr verschafft ihr euch als Eltern finanzielle Freiräume und könnt euren Kindern Zugang zu vielen Möglichkeiten geben, die ihnen das Leben erleichtern. Wer Geld für den Nachwuchs spart, kann das entweder per Banktransfer monatlich auf ein Tagesgeldkonto erledigen – oder per Kapitalmarktanlage. Gerade bei langfristigen Anlagezeiträumen lohnt sich ein Investment in Aktien oder ETFs oftmals. Durch den Zinseszinseffekt könnt ihr wesentlich mehr Vermögen aufbauen als durch reine Sparleistung. Achtet auch hier darauf, dass ihr auf euer Risikoprofil achtet.

Fördert den Aufbau finanzieller Kompetenzen beim Nachwuchs

Finanzbildung ist an deutschen Schulen nicht präsent. Als Eltern könnt ihr eine wichtige Rolle einnehmen und eurem Nachwuchs helfen. Wer seine Finanzen im Griff hat, lebt ein entspannteres Leben und baut sich mehr Freiheiten auf.

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© Yan Krukau (Pexels)

Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, wie eure Kinder mehr über Finanzen erlernen können. Ob Finanzblogs wie Finanzwissen.de oder YouTube-Kanäle wie die von Finanzfluss und Co. – es ist für jeden etwas dabei. Bietet euren Kindern Zugang zu diesen Plattformen und helft ihnen frühzeitig zu finanziellem Selbstbewusstsein.

Nutzt unsere Finanztipps zu eurem Vorteil

Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Eltern nicht immer unbedingt offen dafür sind, über Geld zu sprechen und Finanztipps anzunehmen. Dabei ist die finanzielle Situation ganz wesentlich für nötige Anschaffungen, Einkäufe, das tägliche Leben und den Familienurlaub. Daher macht es absolut Sinn, auf die Experten zu hören und wenigsten mit kleinen Schritten anzufangen, die eigene Situation zu verbessern und zu festigen. Wir hoffen, dass euch die Finanztipps für Familien dabei helfen, für etwas mehr Sicherheit im Sparschwein zu sorgen. Hier gibt es noch mehr rund um Finanzen für euch.

Titelbild © Felix Koutchinski (Unsplash)

Carlos Link-Arad
Carlos Link-Arad
Carlos ist seit Jahren in der Finanzbranche als Autor, Produktentwickler und mittlerweile als Gründer unterwegs. Er hat in Frankfurt Wirtschaftswissenschaften studiert und anschließend in verschiedenen Fintechs in Berlin als Produktmanager und Marketer gearbeitet. Carlos ist als digitaler Nomade ständig in der Weltgeschichte unterwegs und surft leidenschaftlich gerne in Asien und Portugal.

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