Wir testen für Euch immer wieder die verfügbaren Familienautos auf Alltagstauglichkeit. Und es hat sich schon gezeigt, dass die Kategorie der Sport- oder Minivans insbesondere für größere Familien meist erste Wahl ist. Denn selbst die großen Kombis bieten oft nicht den benötigten Platz. Auf der anderen Seite fehlt es den größeren Modellen dafür häufig an Power und an Style. Wir sind happy, nun auch die Marke Ford mit zu unseren Testwagenpool zählen zu können und haben uns gleich zum Start eine Perle gepickt: den Ford S-MAX Titanium 1.6l EcoBoost. Hier unser Erfahrungsbericht.

Von außen

Ford S-MAX Titanium Familienauto von außenVor gut zwei Wochen wurde der Ford S-MAX in Hamburg für die zwei Testwochen angeliefert. Vom Fenster aus sehe ich den Fahrer vor dem Haus einparken und nicke wohlwollend. Gut sieht er aus, der Ford. Nicht spektakulär, mein Puls geht annähernd gleichmäßig weiter. Die Farbe Hyper-Silber Metallic gefällt. Und wenn nicht, stünden 11 weitere Farben für den Lack zur Auswahl. Er wirkt groß, aber eben nicht zu gewaltig. Mit einem Hauch von Sportlichkeit, insbesondere durch die seitlichen „Kiemen“, den großen Lamellen-Kühlergrill und die aggressiven, aufpreispflichtigen Bi-Xenon-Scheinwerfer. Die Dachlinie flacht nach hinten ab, auch das führt zu einer dynamischen Erscheinung. Und elektrisch verstellbare und beheizbare Seitenspiegel sind serienmäßig. Der erste Eindruck ist durchweg positiv.

Von innen

Ford S-MAX Titanium KofferraumDie Begeisterung setzt sich im Innenraum fort. Denn der Kofferraum ist gewaltig groß. Auf Wunsch kann hier sekundenschnell eine Notsitzbank aufgeklappt werden, dann gibt es 5 + 2 Sitze im Innenraum und sogar noch einen kleinen Kofferraum. Allerdings erfordert der Einstieg auf diese letzte Sitzbank etwas Gelenkigkeit und eher kurze Beine. Das kennt man von diesen Notsitzreihen.

Ford S-MAX Titanium KofferraumWir haben nicht so viele Passagiere zu befördern und klappen die Notsitzbank daher mit ganz wenigen Handgriffen zurück. Dann steht ein mächtiger Kofferraum zur Verfügung. Unser wuchtiger Kinderwagen verliert sich darin fast etwas. Und zu allen 4 Seiten ist noch genügend Platz für weitere Taschen und Gepäck. Die Abdeckung wirkt allerdings wenig wertig und hat beim Verschließen keine richtige Führung. Sie war uns eher im Weg als hilfreich, zumindest in der Art und Weise, in der sie verbaut ist.

Ford S-MAX Titanium FontAuf der normalen Rücksitzbank wurde auch mitgedacht. Man sitzt gut, hat genügend Beinfreiheit und durch die Sitzhöhe haben selbst die kleineren Kinder einen selten guten Blick auf das Geschehen drum rum. Zwei herunterklappbare Tische können als Extra auf längeren Fahrten als Ablage genutzt werden. Warum diese Tische aber nicht mit rutschfesten Gummi oder einem ähnlichen Material versehen wurden, haben wir nicht verstanden. So ist es für Getränke oder auch Handys ungeeignet, denn diese rutschen schon bei normaler Fahrweise sofort vom Tisch. Die Stoffsitze bei unserem Testwagen hätten wir gegen Aufpreis gegen eine der vier unterschiedlichen Ledervarianten getauscht. Das ist gerade mit Kind etwas robuster.
Auch für den Fahrer geht es recht komfortabel zu. Fahrer- und Beifahrersitz sind bequeme Sportsitze und bieten somit ausreichend Seitenhalt. Das Lenkrad ist nicht so groß, griffig und in alle Richtungen verstellbar. Und mit dem herausklappbaren Innenraum-Spiegel hat man als Fahrer auch immer die kleinen Fahrgäste auf der Rückbank im Blick. Ein wichtiges Feature!

Kind auf der Rückbank

Ford S-MAX Titanium SonnenschutzDie Sitzposition unserer Tochter in ihrem großen Kindersitz war im Ford S-MAX so gut wie in bisher keinem anderen Fahrzeug. Sie saß extrem hoch und konnte daher perfekt zur Seite und nach vorne aus dem Auto gucken. Und für die sommerlichen Tage befinden sich gegen geringen Aufpreis versenkbare Sonnenschutzrollos in den hinteren Türen. Das freut natürlich auch die Eltern und macht lange Fahrten entspannter. Wer es braucht, der findet an der Rücksichtbank die Isofix-Vorrichtung. Der Gurt ist übrigens auch für große Kindersitze absolut ausreichend und die Kopfstütze muss nicht entfernt werden. Es genügt, sie einfach nach ganz oben zu verschieben.

Das Cockpit

Ford S-MAX Titanium ArmaturDie Kunst eines Herstellers ist es unter anderem, das Cockpit intuitiv zu gestalten. Wir schön wäre es, wenn man Autos ohne die dicken Handbücher direkt „nach Gefühl“ bedienen könnte. In dieser Hinsicht gibt es beim Ford S-MAX Titanium noch einiges zu optimieren. Denn ich habe weder die Funktionsknöpfe auf dem Lenkrad sofort verstanden noch konnte ich die Anzeige im Display vollständig deuten. Und selbst nach zwei Wochen habe ich oft noch den Radiosender verstellt, obwohl ich eigentlich in ein anderes Menü einsteigen wollte. Das Navi wiederum war klasse, ist übersichtlich in der Anzeige, tut solide seinen Dienst und schaltet beim Rückwärtsfahren auf die Rückfahrkamera um – zumindest bei dem im Testwagen verbauten Business Paket II für 2.425 EUR. Dann bekommt das Navigationsgerät einen Touchscreen, dazu gibt es die Rückfahrkamera, ein Park-Pilot-System vorne und hinten und eine gepimptes Sound-System. Für „Kontaktparker“ ein sinnvolles Extra-Paket. Alles in allem ist die Armatur mit den großen Lüftungsklappen dezent, unaufgeregt und puristisch. Wie eigentlich auch der Rest des Fahrzeugs.

Auf der Piste

Ford S-MAX Titanium außenDas Fahrgefühl ist super im Ford S-MAX. Ich weiss nicht, was Ford anders macht als andere. Aber der Minivan fährt sich fast wie ein Kleinwagen. Und das ist ein großes Lob. Denn mit einem großen Auto im dichten Stadtverkehr kann es schnell stressig werden. Das wird es im S-MAX aber gar nicht. Man fließt mit dem Verkehr, der Sportvan kommt dank 160 PS ganz gut aus dem Knick und in unserer getesteten Variante mit Handschaltung hatten wir keine Probleme mit geschmeidigen Schaltvorgängen. Etwas geschockt waren wir jedoch nach den 488 Testkilometern bei dem Blick auf den Verbrauch. 10,5 Liter standen auf der Uhr. Und das trotz zweier längerer Ausflugstouren über Landstraßen und Autobahn. Ich habe vorher genullt und schließe daher einen Fehler aus. Aber vielleicht war die gesamte Testzeit zu kurz für einen aussagekräftigen Wert.

Was kostet der Ford S-MAX?

Ford S-MAX Titanium NotsitzDie günstigste Basisvariante startet bei 29.990 EUR und nennt sich TREND. Da sind dann schon eine ganze Menge an Extras mit dabei, zum Beispiel die elektrischen Fensterheber, drei verstellbare Einzelsitze, Gepäckraumabdeckung und Klimaanlage, die Tür-Kindersicherung und der Nebelscheinwerfer. Wem das nicht reicht, für den gibt es als Basis noch die BUSINESS EDITION ab 32.450 EUR, den TITANIUM ab 32.550 EUR, TITANIUM S ab 35.800 EUR oder TITANIUM X ab 35.650 EUR.
Wie erwähnt waren wir im Titanium unterwegs, der in unserer Version aber noch für gut 12.000 EUR mit weiteren Extras ausgestattet war. Neben dem bereits beschriebenen Business Paket hatten wir auch noch das Sitz-Paket mit Memory-Funktion und 8-facher elektrischer Verstellung, das Technologie-Paket mit ein paar Assistenten für mehr Sicherheit und das Traveller-Paket mit den Klapptischen und den Sonnenschutzrollos. Neben den Paketen stehen weitere Extras einzeln zur Verfügung. Eine abnehmbare Anhängevorrichtung für 650 EUR, Alu-Pedale für 160 EUR und noch einiges mehr. Unser Testwagen hatte einen Gesamtwert von 44.480 EUR.

Motorvarianten

Für die Auswahl der richtigen Motorisierung stehen ebenso viele Möglichkeiten offen wie bei allen anderen Features. Fünf Benzinvarianten und sieben Dieselmodelle sind im Angebot. Bei den Benziner kann gewählt werden zwischen dem 1.6 l- und dem 2.0 l-EcoBoost-Benzinmotor, jeweils mit Automatik oder Handschaltung und einmal mit Start-Stopp-System. Die Dieselmotoren sind verfügbar als 1.6 l-TDCi, 2.0 l-TDCi und 2.2 l-TDCi-Dieselmotor, jeweils mit Handschaltung oder Automatik. Laut Hersteller liegt der maximale Verbrauch über alle Modelle bei etwas über acht Liter. Hier hatten wir deutlich andere Werte.

Fazit

Der Ford S-MAX ist ein ansprechendes, solides Familienauto mit großem Platzangebot und dem Fahrgefühl eines Kleinwagens. Preislich ist er kein Schnäppchen und viele der sinnvollen Extras sind nur gegen Aufpreis zu bekommen. Die Basisvarianten ab etwa 30.000 EUR bieten schon reichlich clevere Features, für Sonderausstattung für mehr Sicherheit und Komfort kommen aber schnell nochmal 10.000 EUR dazu. Die Sitzposition mit Kindersitz ist so gut wie in bisher keinem anderen Fahrzeug und auch für Fahrer und Beifahrer ist Sitzposition und -komfort langstreckentauglich. Der bei uns im Test erreichte Durchschnittsverbrauch von 10,5 Litern ist ein viel zu hoher Wert für die 160 PS. Und bei der Bedienung hätten wir uns ein etwas verständlicheres Konzept gewünscht. Ansonsten waren wir mit dem unspektakulären Raumwunder aber durchweg zufrieden.

Übrigens könnt Ihr Preise für den Ford S-MAX als Neuwagen hier auch direkt online kalkulieren, zum Beispiel hier bei autohaus24.

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