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Ein Heft nur für Euch: Men’s Health Dad

WERBUNG Ab und zu hab ich mal Lust, mich mit einer Zeitschrift aufs Sofa zu lümmeln und zu schmökern. Und natürlich scanne ich dabei am Kiosk auch das prallvolle Regal der Familienmagazine, logo. Für die Mamas gibt es mächtig viel im Angebot, für den Papa gibt es bisher… nichts. Nur mal ein Special oder eine kleine Beilage. Ähnlich sah es vor ein paar Jahren bei den Blogs aus. Daher haben wir seinerzeit Daddylicious gestartet. Nun wagen die Leute von Rodale-Motor-Presse einen Vorstoß und präsentieren uns mit Ihrem Heft Men’s Health Dad das erste Magazin nur für Väter.

Aber können sie nicht eigentlich nur verlieren? Würde es nicht schon längst vergleichbare Angebote geben, wenn der moderne Erzeuger danach gieren würde? Und warum sollte der frischbebackene Vater überhaupt etwas Gedrucktes konsumieren? Um sich zu informieren? Um sich unterhalten zu lassen? Um zu lesen, dass er ein geiler Macker ist, WEIL er ein Kind hat? Oder das er ne coole Pfanne ist, OBWOHL er ein Kind hat?
Die Redaktion der Mens Health hat sicherlich vorab viel recherchiert. Und hat offensichtlich herausgefunden, dass Väter keine Kinderbilder sehen wollen. Denn davon gibt es wenig im Heft-Inneren. Was steckt nun aber drin in den 112 Seiten? Wir sortieren mal…

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Kurz die Basics: das Heft hat ein tolles Format und fasst sich super an. Das Titelblatt ist schön aufgeräumt und ansprechend gestaltet. Aber das allein ist noch kein Grund, die 3,90 Euro zu investieren. Wir fangen an zu lesen. Dabei begegnet uns das Wort „cool“ bereits auf den ersten Seiten mehrfach. Aber muss ein junger Vater wirklich cool sein? Muss er sich nicht vielmehr an seine neue Aufgabe gewöhnen, seine Vaterrolle finden, für die Familie da sein und meist auch im Job weiter präsent sein? Für Coolness bleibt da wenig Zeit. Aber klar ist auch: wenn die Redaktion, die sich normalerweise um Fitness, Sex, Gesundheit und Ernährung kümmert, jetzt ein Väter-Magazin füllt, dann begegnen uns diese Themen auch in der Men’s Health Dad. Und das ist auch gar nicht falsch, denn diese Themen sind natürlich auch für Väter nicht vom Tisch. Immerhin kommen weitere relevante Themen dazu, im Inhaltsverzeichnis zu finden als DADLINES, EDUCATION, COUPLE, MONEY und LEISURE. Warum eigentlich auf englisch?

Die ersten Seiten fassen ein paar interessante Studienergebnisse zusammen, von Musik geht es über Familienautos, Stubenhocker, Elternzeit, Vornamen, Babysprache und den männlichen Hormonhaushalt. Für jeden Papa ist was dabei, zu allen Kinder-Altersklassen gibt es ein paar Infos. Weiter geht es mit Antworten auf die 13 wichtigsten Kinder-Fragen an die Eltern. Mit einem Augenzwinkern werden hier ein paar lustige Antworten von unterschiedlichen Experten präsentiert. Auch unterhaltsamer Lesestoff.

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Wirklich klasse finde ich die dann folgende Story über drei Väter mit unterschiedlichen Berufen und Ihrem Spagat zwischen Job und Familie. Denn auch für Väter-Magazine gilt: es darf gern mal ans Eingemachte gehen. Ich denke, viele Väter müssen sich in Ihrer neuen Rolle erstmal zurechtfinden. Da ist die Orientierung an anderen Vätern und die Erkenntnis, dass andere Männer ähnliche Probleme haben wie man selbst, sehr hilfreich. Das auch ein HSV-Profi vorgestellt wird, also weniger Vorbild als Idol, lockert den Beitrag zusätzlich auf.

Aus den restlichen Beiträgen nehme ich jetzt mal die raus, die ich wirklich großartig finde, weil Sie für frischgebackene Väter nützliche Informationen liefern: da gibt es den Abschnitt „Know How für Dads“ mit einfachen Kniffen zum Zopf machen, Tragetuch binden, Milchschorf behandeln und noch viel mehr. Das hätte mir bei meiner Tochter im Baby-Alter geholfen. Das sich dazwischen auch eine zeugungsfreundliche Sexstellung verliert, war sicherlich ironisch gemeint, ist aber Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Abgesehen davon haben die Leser ja schon ein Kind. Zumindest mit großer Wahrscheinlichkeit.

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Ähnlich gut fand ich den Artikel über die Faszination von Waffen als Spielzeug bei kleinen Jungs, den Taschengeld-Kalkulator für die älteren Kinder, die Seiten mit den wichtigsten Notlügen für Eltern, die Vorstellung der Band „Deine Freunde“, die verschiedenen Erziehungsstile im Praxistest und den Elternzeit-Guide. Denn alle diese Artikel beantworten Fragen, klären auf, liefern wertvolle Hinweise oder lassen Väter zu Wort kommen, die Erfahrungen schildern und somit Hilfestellung für andere Vätern liefern.

Was ich in einem Magazin für junge Väter weniger hilfreich finde ist der Abschnitt über Fast Food, die Modestrecke mit Klamottentipps für Vater und Kinder und das Kapitel „Sex trotz Kind“. Denn es gibt keinen Königsweg, um nach der Geburt die Frequenz auf der Matratze zu erhöhen. Das Gefühl sollte man daher auch nicht vermitteln. Und auch der Beitrag über die Kerle im Kreißsaal hat nur einen begrenzten Nutzwert, denn die Leser haben auch das bereits hinter sich. Die Mehrheit der Beiträge finde ich allerdings absolut passend.

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Fazit
Die Men’s Healt Dad ist ein mutiger Vorstoß, denn bisher hat sich keiner an ein gedrucktes Väter-Magazin getraut. Klar war auch, dass insbesondere andere Verlage nun drauf rumkritisieren. Denn wer selbst nicht die Eier hat, um sowas zu starten, für den liefert der Mix im ersten Heft sicherlich ein paar Themen, die bemängelt werden können. Wir halten den ersten Wurf aber für durchaus gelungen und empfehlen Euch somit durchaus, mit dem Heft aufzucouchen. Neben spannenden Themen ist es toll und abwechslungsreich gestaltet und wird niemals langweilig. Wir sind unbedingt dafür, weitere Ausgaben nachzulegen und bieten gern an, daran mitzuwirken. Eine Portion Nestwärme und etwas weniger Lifestyle würde sicherlich gut tun. Oder ein Familienauto-Check. Oder Reisetipps mit Baby. Oder die vätertauglichsten Kinderwagen. Also, Men’s Health, weitermachen. Wir sind gespannt!

[In Kooperation mit Rodale-Motor-Presse GmbH & Co KG Verlagsgesellschaft]

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