[WERBUNG] Wenn ich sagen müsste, welches Tele-Spiel mich als Kind so richtig infiziert hat, dann war das Summer Games, welches wir in den 80ern auf dem C64 meines Kumpels Marcus gespielt haben. Tagelang und mit hohem Joystick-Verschleiß. Und wenn meine jetzt achtjährige Tochter diese Frage in vielen Dekaden beantworten muss, dann wird sie höchstwahrscheinlich Animal Crossing: New Horizons auf der Nintendo Switch nennen. Daran bin ich Schuld. Warum? Das erklär ich Euch gern.

Üblicherweise sind wir bezüglich Empfehlungen von digitalen Angeboten recht zurückhaltend. Denn wir finden es besser, wenn Kinder sich draußen austoben oder sich kreative Spiele überlegen. An den Bildschirmen geht es eh noch früh genug. Aber die aktuelle Krise, das Kontaktverbot und das Homeschooling erfordern ein Umdenken. Wir haben einen Tagesplan für zuhause. Und da hat nun auch die Medienzeit einen festen Platz. Allein schon deshalb, weil die Sportvereine und die Freunde als Zeitvertreib ausfallen.

Animal Crossing: New Horizons

Bisher habe ich meine Tochter von Konsolen wie der Playstation ferngehalten. Aber Ende März erreichte uns ein Promo-Paket von Nintendo zum neuen Spiel für die Nintendo Switch – Animal Crossing: New Horizons. Das Spielprinzip kannte ich schon, denn unsere große Tochter hat Animal Crossing schon vor zehn Jahren auf dem Nintendo DS gespielt. Und daher habe ich erlaubt, dass unsere Tochter sich mal auf einer Insel niederlässt. Denn das ist das Spielprinzip: bewaffnet mit einem Zelt geht es darum, auf einer Insel zu leben und ein paar Dinge zu erledigen. Das schöne dabei ist, dass es in der „Open World“ nicht wirklich eine Kampagne gibt. Denn das setzt immer unter Druck, den nächsten Level zu erreichen. Hier lebt der Spieler vielmehr in Echtzeit vor sich hin. Das ist aufregend genug. Es gilt Fische zu Angeln, Insekten zu fangen oder Blumen zu pflanzen. Nach und nach können andere Inseln besucht und die eigene Insel für andere Spieler freigegeben werden. Das haben wir allerdings mit einem Code erschwert, denn wir wollen keine ungebetenen Gäste.

Nun ist es nicht so, dass das Spiel nicht auch einen gewissen Druck ausübt, täglich die Konsole anzuwerfen. Denn es gibt jeden Tag besondere Fundstücke, Boni und Belohnungen, die beim täglichen Leben weiterhelfen. Auf der anderen Seite haben wir unsere Absprachen zu der Medienzeit. Und an die halten wir uns auch.

Welcome to Sri Lanta

Das Spiel ist aber tatsächlich so entspannend, dass wir gern dabei zugucken. Ich übernehme dann das Angeln der besonderen Fische und meine Frau hat die beste Technik, um das Eisenerz aus den Steinen zu klopfen. So wird die langsame Besiedelung der Insel SRI LANTA ein Gemeinschaftsprojekt. Ab und zu suchen wir mal auf youTube oder Twitch nach Spieltipps. Und da haben wir festgestellt, wie unglaublich groß die Fangemeinde dieses Spiels ist.

Up to date

Wie erwähnt gibt es keine Kampagne, die durchgespielt werden muss. Und trotzdem gibt es immer wieder Neues zu erleben, der Online-Verbindung der Switch sei Dank. Nach dem letzten Update gab es anlässlich des bevorstehenden Osterfestes die Häschen-Challenge zu spielen. Dazu begrüßt uns „Ohs der Hase“ *hihi und schickt uns los, sechs verschiedene Glückseier zu sammeln, die er zu Land, zu Wasser und in der Luft versteckt hält. Mit diesen Eiern lassen sich dann wieder besondere Möbelstücke und Klamotten herstellen. Von diesen Herausforderungen erwarten wir sicherlich noch viele weitere im Laufe der Zeit. Die Sprache und der Humor in Animal Crossing: New Horizons ist leicht verständlich, aber auch für Erwachsene sehr unterhaltsam. Kein Wunder also, dass dieses Spiel auch Gamer fortgeschrittenen Alters begeistert.

Alles gut? Naja, fast…

Das Spiel ist ganz großartig und die 59,99 EUR sind üppig, aber gut investiert. Wäre da nicht dieses eine Manko, welches viele Fans verärgert. Denn wenn andere Spieler aus dem Haushalt an der gleichen Konsole ebenfalls in die Welt von Animal Crossing eintauchen wollen, dann können sie das nur auf der selben Insel wie die anderen Spieler. Pro Konsole kann nur eine Welt erschaffen werden. Dadurch wildern mehrere Spieler in der gleichen Umgebung und verändern die Bedingungen der jeweils anderen Spieler. Für eine eigene Spielwelt braucht es also eine weitere Nintendo Switch. Ein recht unglücklicher Zustand. Denn wahrscheinlich wird meine Tochter über Monate an ihrer Insel basteln. Und obwohl es meiner Frau in den Fingern juckt, das Spiel ebenfalls auszuprobieren, wird sie sich hüten, auf die Insel unserer Tochter zu ziehen und dort kindlich durchdachte Unaufgeräumtheiten plötzlich in eine subjektiv betrachtet bessere Ordnung zu bringen. Das würde unsere Tochter hoffnungslos überfordern oder auch traurig machen. Und so gucken wir nur weiter zu und können auch den netten Spielzug, sich auf der Insel zu besuchen, leider nicht ausprobieren.

Aber diese fehlende Option war tatsächlich der einzige Punkt, der uns negativ aufgefallen ist. Ansonsten ist dieses Spiel ganz herrlich unaufgeregt und daher die perfekte Einstiegsdroge für Kinder ab der Grundschule in Open-World-Games. Die Skala des Alters von Spielern ist nach oben offen. Und irgendwann bastel ich mir auch eine Insel, versprochen. Dann gehe ich jeden Tag Barsche angeln und den Vorgarten harken. Yihaa!
Hier findet Ihr einen kurzen Clip für einen ersten Eindruck:

Infos findet Ihr auf Facebook und auf der Website zum Spiel.