Einkaufstipps zum Weihnachtsbaum für Familien

O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie giftig sind deine Blätter? Alle Jahre wieder stellen sich Väter die Frage: Welcher Weihnachtsbaum wird die große Ehre haben, das Wohnzimmer zu schmücken? Der billige für 14,99 Euro vom Discounter? Die Bio-Nordmanntanne vom Baumarkt? Oder doch ein mit eigener Muskelkraft geschlagener vom Gärtner um die Ecke? Ein (unvollständiger) Ratgeber mit Ausflugstipp.

Die Deutschen lieben ihren Weihnachtsbaum. Jedes Jahr werden hierzulande rund 25 Millionen Bäume verkauft, schreibt der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. Kein Wunder also, dass für 90 Prozent aller Familien mit Kindern ein geschmücktes Bäumchen fester Bestandteil des Weihnachtsfestes ist.

Auf Platz eins der Beliebtheitsskala liegt die Nordmanntanne, die in sattem, glänzenden Grün stattlich dasteht und der eine lange Haltbarkeit attestiert wird. Auf Platz zwei, wenn auch abgeschlagen, rangiert die Blaufichte. Ihr Markenzeichen: stahlblaue Nadeln und ein angenehmer Duft. Eine Lärche solltet ihr euch nicht unterschieben lassen, denn die verliert die Nadeln im Winter.

Pestizide in den Nadeln

Egal, auf welchen Baum die Wahl fällt: Mit dem richtigen Kauf lässt sich Gutes für die eigene Familie und die Umwelt tun. Denn, wer billig kauft, holt sich in den allermeisten Fällen Chemie ins Wohnzimmer. Mithilfe von Pestiziden werden Nadelbäume schnell hochgezogen, was die Gewinnspanne maximiert. Doch das Gift versickert nicht restlos im Erdreich, es steckt auch noch in den Nadeln, die fortan munter aufs Parkett rieseln – in Kauweite von Kind und Katze.

Hinzu kommt: Um den hohen Bedarf zu decken, müssen viele Christbäume auf riesigen Plantagen gezogen und außerdem von weither geholt werden, was oft Monokultur und lange Transportwege bedeutet.

Verzicht oder doch Plastik?

Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen. Die radikalste wäre wohl, ganz auf ein echtes Gehölz zu verzichten. Oder einen aus Plastik aufzustellen. Aber mal ehrlich: Das will doch keiner. Variante zwei ist der Gang zum Supermarkt oder Baumarkt. Die meisten bieten inzwischen Bio-Christbäume an. Oder anderweitig zertifizierte. Da gibt es zu Beispiel das FSC-Siegel oder das EU-Bio-Logo.

Wichtig ist, dass sie ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz ausgekommen sind und keine langen Wege zurückgelegt haben. Eine umfassende Übersicht inklusive Verkaufsstellen in ganz Deutschland findet ihr hier bei Robin Wood. Eine helle Schnittstelle am Stamm deutet darauf hin, dass der Baum erst vor kurzer Zeit gefällt wurde.

Mit Axt und Drei-Tage-Bart

Die dritte Möglichkeit ist die für Väter wohl spannendste: Einen Christbaum selber schlagen. Ganz urtümlich, mit Muskelkraft, Axt und Drei-Tage-Bart. Und ganz nebenbei ist es eine Riesengaudi für die ganze Familie.

Im Nürnberger Umland stößt man zwangsläufig auf die Sindersdorfer Christbäume. Auf einer gigantischen Plantage zieht die Baumfäller-Sippe mit Leihsäge bewaffnet los und durchkämmt die Baumreihen nach dem schönsten Exemplar. Ist das gefunden (das kann schon mal eine Stunde dauern, wenn unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen), fliegen die Sägespäne.

Die Beute landet dann auf einem Holzkarren und wird – nach einem Zwischenstopp am Glühweinstand – durch die „Netzmaschine“ gezogen.
Bestimmt gibt es auch in eurer Nähe ähnliche Möglichkeiten, den Weihnachtsbaum selbst zu schlagen. Da wird euch das Internet schnell Auskunft geben.

So hält der Weihnachtsbaum lange

Damit ihr möglichst lange Freude an eurem Weihnachtsbaum habt, hier noch ein paar Quicktipps:

  • Bewahrt den Baum im Netz an einer sonnen- und windgeschützten Stelle im Freien oder in einer kühlen Garage auf
  • Um das Austrocknen zu verhindern, ist es vorteilhaft, den Baum in einen Eimer Wasser zu stellen
  • Am Besten ist es, den Baum einen Tag vor dem Schmücken aufzustellen. Er braucht diese Zeit um die Äste wieder in die richtige Position zu bringen.
  • Den Baum mit Netz in den Weihnachtsbaumständer stellen und dann das Netz von unten nach oben aufschneiden und abnehmen. Das spart vor allem Nerven und schont das Inventar.

Kleine Christbäume liegen im Trend

Auf den Baum verzichten mögen die Deutschen nicht. Gerade in dieser verrückten Zeit sind besinnliche Stunden mit der Familie und Feierlichkeiten im kleinen Kreis noch wichtiger geworden. Aber während früher deutlich mehr große Bäume verkauft wurden, geht der Trend mittlerweile zum kleineren Weihnachtsbaum. Insbesondere gefragt sind Größen zwischen 1,50 m und 1,75 m. Das mag auch an den Single-Haushalten oder beengtem Wohnraum liegen. Aber mit dem richtigen Christbaumschmuck und Kerzen kann auch ein kleiner Baum für viel Stimmung sorgen. Und immerhin gut zehn Prozent der Weihnachtsbäume werden im Topf gekauft und nach den Festtagen wieder eingepflanzt.

Bitte spart nicht am falschen Ende, der laufende Meter einer Nordmanntanne liegt so zwischen 21 und 27 Euro. Achtet aber bitte auf die Herkunft und entscheidet euch dann lieber für ein kleineres Modell.
Schöne Weihnachten!

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Autor
Philip Hauck
Unser Gastautor Philip Hauck kommt aus der Medienbranche, ist Redakteur bei einer Tageszeitung, nebenberuflich als Fotograf tätig und zweifacher Papa. Mit der Familie wohnt er in Nürnberg. Ebenfalls nebenberuflich schreibt er Produkttests im Bereich Automotive und Technik.