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Gefahren von Social Media: Informationen und Tipps für Väter

Ein Gastbeitrag der Journalistin Maria Schneider.

Kaum ein anderes Thema spaltet Eltern so sehr wie die Nutzung von Social Media Plattformen. Doch inzwischen gehören Instagram, TikTok und andere beliebte Apps zum Alltag auch bei Kindern und Jugendlichen dazu. Dementsprechend müssen sich Eltern mit den Gefahren auseinandersetzen und gut über die verschiedenen Formate Bescheid wissen. Dieser Beitrag soll eine Hilfestellung leisten, um eine kinderfreundliche Mediennutzung zu gestalten und den richtigen Umgang mit Social Media Netzwerken zu vermitteln.

Die Mediennutzung gestalten

Für Kinder und Jugendliche müssen im Bereich der Mediennutzung Grenzen festgelegt werden. Nur so kann man ihnen auch den richtigen und verantwortungsvollen Umgang mit Apps und anderen digitalen Lösungen beibringen und behält Kontrolle darüber, wie Social Media verantwortungsbewusst konsumiert wird. Dafür müssen sich zunächst die Eltern selbst mit den Plattformen beschäftigen und sich beispielsweise über diese Faktoren informieren:

  • Welche Social Media Apps sind gerade besonders angesagt?
  • Was bedeuten Begriffe wie Follower, Hashtag oder Stories?
  • Welche (aktuellen) Gefahren lauern auf welcher Plattform?
  • Welche Mediennutzung ist für Kinder in welchem Alter angemessen?
  • Wo und wie können ungewollte Kosten entstehen?

Mithilfe eines Social Media Guides wie diesem, können solche Fragen schnell geklärt werden und Eltern sowie Großeltern haben die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Thematik zu verschaffen. Dies erleichtert den Einstieg in das komplexe Thema und hilft als Vorbereitung für Gespräche und Diskussionen mit den Kindern.

Bei der Nutzung von Social Media lauern gefahren, daher sollten Eltern die ersten Schritte begleiten
© Thomas Park (Unsplash)

Kleines Social Media 1×1

Während die aktuellen Generationen bereits im Umgang mit verschiedenen Apps und Netzwerken geübt sind und insbesondere im vergangenen Jahr noch viel durch Homeschooling dazu gelernt haben, fällt es Erwachsenen oftmals schwer, sich im Dschungel der vielen neuen Social Media Trends zurechtzufinden. Denn neben unzähligen Ausdrücken und Anglizismen bei der Verwendung der Plattformen kommen noch die spezifischen Nutzungsmöglichkeiten hinzu. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Begriffe:

  • Influencer: Der aktuell am häufigsten genutzte Begriff im Social Media Kontext beschreibt Personen, die durch die Platzierung und Vorstellung von Produkten ihre Follower unterhalten. Dadurch werden sie zu einem beliebten Instrument der Werbeindustrie und werden vor allen Dingen für Produkte wie Kosmetik, Sportartikel, Elektronikartikel oder Deko eingesetzt.
  • Follower: Personen, die Influencern, Freunden, Stars oder Marken auf Instagram, TikTok oder Facebook folgen, nennt man Follower.
  • Hashtag: Bezeichnet die Kennzeichnung von Beiträgen, damit diese durch den Algorithmus der Plattform zugeordnet werden können. Der Hashtag (#) wird in Form einer Raute vor verschiedene Schlagworte gesetzt.
  • Stories: Bezeichnet ein Format auf Instagram, Facebook und Snapchat, welches dem Nutzer erlaubt, für eine begrenzte Zeit von 24 Stunden Inhalte zu zeigen, die anschließend wieder verschwinden.
  • Likes: Mögen die Follower einen Beitrag, können sie diesen mit einem Herzchen oder einem „Daumen hoch“ markieren.

…und die beliebtesten Netzwerke:

  • Instagram: Ist als Fotoportal entstanden und ermöglicht es den Nutzern, Bilder und Videos hochzuladen sowie mit verschiedenen Filtern zu arbeiten.
  • TikTok: Ist das beliebteste Video-Portal und für seine kurzen Clips im Playback-Stil bekannt. Besonders beliebt sind Lipsyncing-Videos oder Tanzvideos.
  • Facebook: War die erste Social Media Plattform und wird inzwischen vermehrt von Erwachsenen genutzt.
  • WhatsApp: Aktuell der bekannteste Messenger-Dienst, mit dem sich Kurznachrichten, Videos aber ebenso Sprachnachrichten versenden lassen.
Social Media Icons auf einem Smartphone
© Tracy Le Blanc (Pexels)

Gefahren von Social Media und wie man Grenzen schafft

Auch wenn die Nutzung der verschiedenen Kanäle für die meisten Kinder und Jugendliche bereits zum Alltag dazu gehört und diese oftmals geübter sind als die eigenen Eltern, so gibt es dennoch einige Gefahren, denen sie dort ausgesetzt sind.

  • Cybermobbing und Hasskommentare: Durch die öffentliche Nutzung der Apps können sowohl Freunde als auch andere Personen, die die App nutzen, geteilte Inhalte sehen. Dadurch kommt es immer häufiger zu Fällen von Cybermobbing, Cyberbullying, Shitstorms oder Hasskommentaren.
  • Abo-Fallen: Influencer zeigen oftmals Produkte, die teuer oder nur in Abonnements erhältlich sind. Mit wenigen Klicks lassen sich diese ohne Altersabfrage bestellen, was zu einem Risiko und ungewollten Kosten führen kann.
  • Kontakte mit Fremden: Immer häufiger werden Kinder und Jugendliche auf TikTok oder Instagram von Fremden kontaktiert. Was meist harmlos beginnt, kann jedoch in unangemessenen Konversationen enden. Gerade für Pädophile bieten die verschiedenen Kanäle einen einfachen Zugang zu jungen Nutzern.

Tipp: Mediennutzung einschränken

In allen Fällen ist es ratsam, in engem Kontakt mit den Kindern zu stehen und diese regelmäßig zu fragen, ob ihnen ungewöhnliche Dinge passiert sind, sie sich unwohl fühlen oder ihnen etwas auf dem Herzen liegt. Zudem sollte man die Dauer der Nutzung im Auge behalten, die wie folgt empfohlen wird:

  • Kinder im Alter von 6 Jahren: maximal 30 Minuten täglich
  • Kinder im Alter von 9 Jahren: maximal 45 Minuten täglich
  • Kinder im Alter von 12 Jahren: maximal 60 Minuten täglich
Für Kinder sollte die Mediennutzung eingeschränkt werden
© Thomas Park (Unsplash)

Dennoch kann die Nutzung von digitalen Formaten Kinder mitunter sogar fördern. Dazu ist es aber entscheidend, die mediale Nutzung streng zu überwachen. Dies gelingt mit festgelegten Zeiten für den Medienkonsum oder die Einschränkung über spezielle Apps zur Kindersicherung. Vor allen Dingen sollten Eltern jedoch selbst ein Vorbild sein und ihre Social Media Nutzung ebenfalls regelmäßig hinterfragen und im Auge behalten.

Titelbild © fizkes (Shutterstock)