Daniel Wiechmann ist nicht nur Vater und Journalist, sondern auch sehr tapfer. Denn Wochenende für Wochenende begleitet er seinen fussballbegeisterten Sohn zu seinen Spielen. Und noch mehr als das: um den mit balltechnischem Talent nicht gerade überversorgten Junior auch wirklich in einer Mannschaft unterzubringen, hat er sich mehr oder weniger freiwillig als Trainer gemeldet. Wie es ihm dabei ergangen ist, was es am Spielfeldrand alles zu erleben gibt und welche Rolle andere Väter dabei spielen, hat er in einem sehr unterhaltsamen Buch zusammengefasst, welches wir Euch unbedingt empfehlen möchten. Insbesondere den Fussball-Daddys. Denn die haben den Titel bestimmt schon so manches Mal gehört:
„Wir bedanken uns für die Einladung und gratulieren dem Turniersieger“ style=

Wir erinnern uns gern, vor wenigen Wochen sind „wir“ Weltmeister geworden. Die besten 23 Fussballer unseres Landes haben sich den Weltmeistertitel geholt. Und eine ganze Nation hat mitgefiebert. Aber wie schon AC/DC sang: „It’s a long way to the top if you wanna Rock’n’Roll“… Wieviele Hobbykicker stolpern jedes Wochenende über die Hartgummi- und Kunstrasenplätze des Landes auf der Jagd nach dem Ball und dem Sieg im Kellerduell der Kreisklasse F.

Buch: Aus dem Leben eines Fussballvaters

Berechtige Hoffnung auf eine ruhmreiche Ball-Karriere dürfen sich allerdings noch die ganz jungen Spieler machen. Schon vor der Einschulung schnallen sich viele Steppke die bunten Fussballschuhe an und treten in Training und Spiel gegen die Pille. So ein Exemplar hat auch Daniel Wiechmann zuhause. Das sein Filius nicht unbedingt mal für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen würde, wusste Papa Daniel schon recht früh. Und auch wenn er Fussball eigentlich als „Ein Spiel für Masochisten“ (Kapitel 1) empfindet, hat er ihn chauffiert, trainiert, motiviert und Trikots gewaschen. Und erkannt hat er dabei unter anderem folgendes:

„Wer einmal Kindern beim Kicken zugeschaut hat, lernt: Es geht beim Fussball vor allem um Gerechtigkeit. Kinder wissen das. Selbst wenn sie einen Ball noch keine zwei Meter weit schiessen können und den Unterschied zwischen Anstoß und Abstoß nicht kennen. Sie diskutieren jede Spielszene untereinander. Damit es gerecht ist.“

Wer von Euch selbst gekickt hat, erkennt sich in etlichen lustig beschriebenen Situationen wieder. Entweder selbst als Spieler oder eben als Fussballvater. Auf 195 Seiten beschreibt Daniel Wiechmann in kurzen, knackigen Kapiteln seine Sicht auf die Fussballerlebnisse mit seinem Sohn. Immer wieder angereichert mit Weisheiten und Grundsätzlichem zum runden Leder. Und auch zu den Eltern der Mitspieler hat er eine Reihe von Erkenntnissen gesammelt. Zum Beispiel diese:

„Im Training konnte ich anhand der Zahl der Kleidungsschichten genau erkennen, welcher Junge mit seinem Vater und welcher mit seiner Mutter gekommen war. Während die Väter meist auf kurze Hosen und kurzes Trikot sowie den Faktor Kälte als zusätzliche Laufmotivation setzten („Was, dir ist kalt? Beweg dich halt mehr, dann wird dir schon warm werden!“), waren die Muttersöhnchen warm genug angezogen, um Pinguineier in der Antarktis auszubrüten.“

Ich muss gerade wieder drüber lachen. Und warum? Ich habe auch mal ’ne Zeitlang im Verein gekickt. Und es stimmt einfach ganz viel von dem, was Daniel Wiechmann da zusammengeschrieben hat. Daher solltet Ihr das Buch für läppische 8,99 EUR einfach kaufen und durchlesen. Oder verschenken. Oder beides.

Buch: Wir bedanken uns für die Einladung und gratulieren dem Turniersieger

Nicht immer ist klar, wer eigentlich das größere Problem in den bemühten Spielen der F-Jugend darstellt: die untalentierten Spieler, die nach Anpfiff allesamt in die Position des Mittelstürmers rüberwechseln, während sich ihr Torwart am Pfosten niederlässt – um kurz danach den Spielball zum ersten Mal aus dem Netz zu fischen. Oder die Horde Väter, die wild brüllend und gestikulierend vom Spielfeldrand immer noch davon ausgeht, den nächsten Lionel Messi geboren zu haben. Sich dann noch den Trainerposten zu greifen, ist da schon ein echtes Opfer für seinen Erstgeborenen. Denn weder der noch der Rest des Teams folgt dem Trainer widerstandslos:

„Ich weiss nicht, wieso, aber Diskussionen mit Kindern sind genauso wie die Filme von Peter Jackson: sehr, sehr lang. Und sehr, sehr ermüdend. Nie hat mich in meinem Leben etwas so müde gemacht wie Diskussionen mit Kindern. Hat eigentlich irgendwo auf der Welt ein Vater sein Kind schon einmal Folgendes sagen hören: „Ja, Papa, du hast recht. wir machen es so, wie du gesagt hast. Das klingt schließlich alles total logisch.“

Daniel Wiechmann hat diesen Satz bisher noch nicht gehört. Aber er möchte die Zeit nicht missen. Denn er hat seinen Sohn mit seinem Engagement unterstützt, sich selbst bewegt und nicht zuletzt eine ganze Menge über Fussball, Autorität und Väter gelernt. Daher gibt’s von uns den doppelten Daumen nach oben.
Schnappt Euch „Wir bedanken uns für die Einladung und gratulieren dem Turniersieger“ style= und lasst Euch unterhalten. Forza!

Hier geht’s zum Interview mit Autor Daniel Wiechmann im Rahmen unserer 10 Fragen!

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