Christian Hanne ist ein absolut liebenswerter Kollege, der regelmäßig auf Familienbetrieb ziemlich unterhaltsame Dinge von sich gibt und es mit seinen Familien-Tweets schon in den Family-Influencer-Olymp geschafft hat. Aber damit nicht genug hat der Hauptstadt-Bewohner und Zweifach-Papa auch noch Zeit, nebenbei Bücher zu schreiben. Jüngst „Hilfe, ich werde Papa„. Grund genug, ihn für ein kurzes Interview vor das Mikro zu zerren.

Hier sind zehn Fragen an CHRISTIAN HANNE:

1. Du hast ein Buch für Papas geschrieben. Haben werdende und gewordene Väter denn genug Zeit zum Lesen?

Wahrscheinlich nicht. Männer verbringen ja generell wenig Zeit mit Lesen. Von daher ist es auch egal, ob werdende oder gewordene Väter oder Nicht-Väter das Buch nicht lesen. Aber das Buch ist extra schmal gehalten und enthält viele Illustrationen. Quasi ein niedrigschwelliges Angebot für lesefaule Menschen. Da schafft man auf dem Klo schon mal ein Kapitel. Auch ohne Durchfallerkrankung.

Überlebenstipps, soso… 😉

2. Fasse uns mal kurz zusammen, warum Dein Werk in jedes Bücherregal gehört.

Das ist ganz einfach. Das Buch sollte besser im Bücherregal stehen, damit es nicht einfach rumliegt und es zu unangenehmen Fragen bezüglich der eigenen geistigen Verfassung kommt. Warum man sich von mir Tipps über Schwangerschaft und Kinder geben lässt, oder so. Das ist ja wie ein Buch von Klaus Kinski über gewaltfreie Kommunikation zu lesen. Oder von Donald Trump über emotionale Intelligenz.

3. Der Titel „Hilfe, ich werde Papa“ lässt darauf schließen, dass Väter in dieser neuen Funktion erstmal überfordert sind. Siehst Du das so?

Auf jeden Fall. Genauso wie die Mütter. Eltern bilden ja quasi eine Schicksalsgemeinschaft der Überforderten (und der schlaflosen Dauermüden). Deswegen lautet auch einer der schlaueren Tipps aus dem Buch „Seien Sie ein Team. Ihre Partnerin hat auch keine Ahnung. Zusammen schaffen Sie das. Oder Sie vermasseln es gemeinsam.“

Immer lustig, manchmal auch wissenswert…

4. Auf welche Fragen bekommen die Leser des Buches denn Antworten?

Das Buch beantwortet weniger Fragen, sondern lädt eher zu philosophischen Reflektionen ein, an deren Ende die sokratische Erkenntnis „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ steht. Vor allem nicht, warum man 10 Euro für das Buch ausgegeben hat.

Wobei, wer sich für Fragen zum Thema „Sex in der Schwangerschaft“ interessiert – also alle werdenden Väter (und Mütter) –, für den lohnt sich die Investition schon. Zum Beispiel, wenn sich jemand fragt, ob das ungeborene Kind beim Sex verletzt werden kann. Spoiler: Kann es nicht, weil es durch die Fruchtblase geschützt ist. Außerdem ist ER meist kleiner als Männer denken. So viel Schaden könnte da gar nicht angerichtet werden.

5. Können auch die Mamas noch etwas lernen?

Unbedingt. Frauen sind die eigentliche Zielgruppe des Buches. Nicht zuletzt aus finanziellem Interesse, weil Männer ja weniger lesen. Nach der Lektüre wissen werdende Mütter, mit welchen bescheuerten Fragen sich werdende Väter beschäftigen. Beziehungsweise sie wissen dann, was ich denke, mit welchen bescheuerten Fragen sich werdende Väter beschäftigen.

Lesen dürfen auch die Mamas…

6. Du hast ja sogar selbst Kinder. Wann findest Du denn noch Zeit zum Schreiben? Oder ist das etwa Dein Beruf?

Nein, das Schreiben ist nicht mein eigentlicher Beruf. Damit würde ich nicht genügend verdienen, um meine Hälfte zum Haushaltseinkommen beizusteuern. Durch meine Schreibhonorare können wir uns aber mal einen extra Urlaub leisten. Also, ein Wochenende zelten in Olpe oder so.

Genug Zeit zum Schreiben habe ich, weil die Kinder schon im Teenager-Alter sind. Da sind Kinder ja gemeinhin nicht mehr so aufmerksamkeitsbedürftig. Eher im Gegenteil. Sie sind froh, wenn sie ihre Ruhe vor mir haben.

7. Du lebst mit der Familie in Berlin-Moabit. Wie kinderfreundlich geht es dort zu?

Moabit ist der perfekte Bezirk für Kinder. Da werden sie auf der Straße aufs Leben vorbereitet. Meine Kinder konnten beispielsweise schon mit sechs Jahren den Geruch eines Joints von dem einer normalen Zigarette unterscheiden. Das ist ja wichtig, damit sie sich später nicht irgendeinen Scheiß andrehen lassen.

Das ist natürlich nur ein Scherz. Auf anwaltlichen Rat möchte ich betonen, dass ich den Konsum von Drogen ablehne. Vor allem weil ich nicht inhalieren kann, ohne an einem epischen Hustenanfall zugrunde zu gehen, weswegen Kiffen für mich vollkommen sinnlos ist.

8. Gehen Deine Kinder Freitags zur Schule oder demonstrieren? Und was sagt der Papa dazu?

Die halten das relativ pragmatisch. Ab und an gehen sie demonstrieren und wenn Klassenarbeiten oder Tests anstehen, dann nicht. Ich finde, als Vater steht mir da keine Meinung zu. Es ist ja der Streik der Schülerinnen und Schüler und es geht um ihre Zukunft. Das müssen Eltern weder verbieten noch unterstützen, indem sie ihre Kinder mit dem SUV zur Demo fahren. Und die Kinder brauchen vor allem kein Lob von Politiker*innen, gegen die eigentlich demonstriert wird.

Und ein paar Bilder gibt’s auch…

9. Du haust ja regelmäßig Bücher raus. Was wird der nächste Titel?

Aufgrund meiner eigenen Phantasielosigkeit muss ich über Sachen schreiben, die ich selbst erlebt habe. Ein großer gesellschaftskritischer Gegenwartsroman ist daher nicht von mir zu erwarten. Eher eine Fortsetzung der Reihe „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“ und „Ein Vater greift zur Flasche.“ Vielleicht „Ein Vater geht aufs Klo“.

10. Und verrate uns zum Schluss Dein ultimatives Käsekuchen-Rezept:

Was für eine Frage! Als sollte ich sagen, ob die Tochter oder der Sohn mein Lieblingskind ist. Aber gut, hier meine ultimativen Rezepte: Wer gerne New York Cheesecake isst, dem empfehle ich das Rezept von Paul Bukowskis Backblog „Der muss haben sieben Sachen“. Wer seinen Käsekuchen dagegen eher klassisch mag, der kommt bei diesem Chefkoch-Rezept auf seine Kosten. (Am besten ohne den Zitronensaft. Der hat im Käsekuchen meiner Meinung nach ohnehin nichts verloren.)

Und beim Käsekuchen-Essen kann dann eines meiner Bücher gelesen werden. Oder alle drei. Dann kann ich mir mit meiner Familie noch eine extra Nacht auf dem Zeltplatz in Olpe gönnen.

Lieber Christian, herzlichen Dank für die spannenden Infos. Wir wünschen Dir viel Erfolg bei allem was Du so treibst!

Foto oben: © Laurin Schmid

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