Meine ganz persönliche Geschichte zum Thema Impfen

WERBUNG Manchmal bin ich ziemlich froh, ein Papa-Blogger zu sein. Denn wir haben es mit Euch als Leser mit recht entspannten Kerlen zu tun. Als Mama-Blogger stünde allein schon durch diese Überschrift mein guter Ruf auf dem Spiel. Denn das Thema Impfen ist das wohl am heftigsten diskutierte Thema auf Mama-Blogs.

Bei Euch Papas braucht es aber schon größere Kaliber, um Euch aus der Reserve zu locken. Ein Daddy-Interview mit den Donots, das St. Pauli Tippkick oder ein Audi RS 6 im Family-Check entlocken Euch Vätern wahrscheinlich mehr Emotionen als eine persönliche Geschichte zum Thema Impfen. Und das finde ich gut. Denn ich halte ziemlich viel davon, jedem seine Entscheidungen in Sachen Kinder selbst zu überlassen, solange es keine verbotenen Dinge sind.

Und trotzdem diskutieren verschiedene Lager auf diversen Blogs, in Foren und auf Magazinen in angriffslustiger Art und Weise über Medienkonsum, Helikoptereltern, Familienbett, Babytragen… und eben Impfen. Bei nur wenigen anderen Themen scheinen die Meinungen so verhärtet wie bei diesem.

Grundsätzlich kann man aber doch wohl festhalten, dass wahrscheinlich alle Eltern nur das Beste für ihre Kinder wollen. Insbesondere in Sachen Gesundheit. So war es auch bei uns. Und so ist es noch immer. Wir haben einige Empfehlungen beachtet, um unserer Tochter die besten Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung und ihr Wachstum zu bieten. Wir haben sie recht gesund ernährt, halten wenig von zu viel digitaler Beschallung und sobald es trocken und warm ist, verbringen wir unsere Zeit draußen, weil wir Tageslicht und frische Luft für immens wichtig halten.

kind bekommt eine impfung - impfen

Außerdem haben wir regelmäßig den Kinderarzt aufgesucht, um die U-Vorsorgechecks durchzuführen. Dieser Arzt ist ganz großartig. Er nimmt sich sehr viel Zeit für unsere Kleine, er spricht mit ihr, baut eine Bindung auf, führt alle erforderlichen Tests entspannt durch und hat uns schon einige wertvolle Ratschläge gegeben. Daher verlasse ich mich auch dann auf seine Meinung, wenn es um das Thema „Impfen“ geht, denn er beschäftigt sich mit diesem Thema quasi täglich auf wissenschaftlicher Ebene. Daher hat seine Meinung für mich deutlich mehr Gehalt und Substanz als die der vielen Familienblogger.

Unser Arzt hat uns zu so gut wie allen empfohlenen Impfungen geraten und uns den Sinn recht plausibel erklärt. Daher sind wir dieser Empfehlung gefolgt und haben bei unserer Tochter auch alle Impfungen durchgeführt. Der Schutz vor Krankheiten überwiegt aus meiner Sicht dem Risiko vor Nebenwirkungen oder anderen Schäden, die ausgelöst werden können. Und bisher habe ich diese Entscheidung noch nicht bereut. Unsere Tochter hat die Behandlungen gut weggesteckt und ist bis heute mit fünf Jahren noch nicht schlimmer krank gewesen.

Aus meiner ganz persönlichen Sicht helfen Impfungen dabei, gefährliche Infektionen zu vermeiden. Dazu zählen beispielsweise Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie oder Pneumokokken. Da die Einhaltung aller Impfdosen für einen vollständigen Impfschutz entscheidend ist, haben wir die mehrstufigen Impfungen alle lückenlos und termingerecht durchgezogen. So hoffen wir, unserer Tochter langfristig den richtigen Schutz zu bieten. Unser Arzt konnte uns glaubhaft versichern, dass Kleinkinder durch das noch nicht ausgereifte Immunsystem gefährdet sind.

Ich würde niemals Impfgegner verurteilen, denn am Ende seid Ihr alle erwachsen und in der Lage, Entscheidungen zu treffen und sich über die Verantwortung und die Folgen bewusst zu sein. Ich fühle mich allerdings auch nicht in der Minderheit, denn laut Robert Koch Institut sind über 90% aller Kinder geimpft.
Ich freue mich über Eure Kommentare und sachlichen Hinweise. Vielleicht seid Ihr Papas ja doch gar nicht so zurückhaltend wie ich vermute.

Fotos: oben © Daddylicious // unten © Fotolia (Picture-Factory)

[Mit freundlicher Unterstützung von Pfizer]

Foto des Autors
Autor
Kai Bösel
Kai Bösel ist Patchwork-Dad von drei Kindern, die eigene Tochter Mika ist im April 2012 geboren. Der Hamburger ist Online-Publisher und betreibt neben Daddylicious auch das "NOT TOO OLD magazin" inklusive Podcast. Außerdem schreibt er für ein paar Zeitschriften und Magazine und hilft Kunden und Agenturen als Freelance Consultant. Nach dem Job entspannt er beim Laufen oder Golf.

4 Gedanken zu „Meine ganz persönliche Geschichte zum Thema Impfen“

  1. Unser Kinderarzt – wir haben zwei Jungs (4 u. 2 Jahre alt) – hat uns ebenfalls zu allen Impfungen geraten. Auch und insbesondere zur Impfung gegen Masern. Seinen Satz zu Masernimpfung werde ich so schnell nicht vergessen: „Sie müssen nicht alle ihre Kinder gegen Masern impfen lassen; nur die, die sie behalten wollen.“
    Damit war alles gesagt.

  2. Das schlimme ist, das jeder meint, heute bei jedem Thema fundiert mitreden zu können. Ich würde mir nie anmaßen das Impfen infrage zu stellen. Das ist letztlich ein hoch wissenschaftliches Thema, zu dem Menschen studiert haben, zu dem es Jahrzehnte Erfahrung gibt, und das sich mit medizinisch komplexen Themen beschäftigt. Die wenigsten von uns sind Immunologen oder haben Mikrobiologie studiert. Wie also kann ich gegen etwas sein, das nachweislich Seuchen und schwere Krankheiten verhindert, ja ausgerottet hat. Wir leben in einer Gemeinschaft, also habe ich für diese auch Verantwortung zu übernehmen. Impft Eure Kinder!

  3. Ich habe kein Verständnis für Impfgegner – 0.0%.
    Das gleiche Milieu, das Verschwörungstheorien gegen das Vorhandensein des menschengemachten Klimawandel mit Verweis auf einen überwältigenden Konsens in der Wissenschaft beantwortet, hängt anderen Verschwörungstheorien zur bösen Impflobby nach. Evidente Beweise der Wirksamkeit von Impfungen bei geringem Risiko von Nebenwirkungen aus der Vergangenheit (Kinderlähmung, Pocken) werden dabei geflissentlich ignoriert. Das nenne ich kognitive Dissonanz.

    Im Sinne bester Einzelfallempirie werden vorkommende Impfschäden als Beweis für die Gefährlichkeit des Impfens herangezogen, unter Ignorierung sämtlicher statistischer Wahrscheinlichkeiten. Eine durch den Herdenschutz nach wie vor geringe Ansteckungsgefahr wird als Beweis genommen, dass alles gar nicht so schlimm und die ‚gefährliche‘ Impfung unnötig ist. Im Kern ist das gnadenloser Individualismus und Egoismus.

    Das kann man nicht ausdiskutieren, die Meinungen sind hier ideologisch gefestigt. Wenn eine kleine Gruppe wider jede wissenschaftliche Vernunft sich dem Impfen verweigert, sollte die große Mehrheit über parlamentarischen und administrativen Prozessen mit Impfpflicht und Verweigerung von Kita- und Kindergartenplätzen bei fehlendem Impfschutz kontern.

  4. Was nicht angeführt ist ist der Herdenschutz, welcher ungeimpfte Kinder (zB welche mit Krebs, welche NICHT geimpft werden können) schützt….

    Ob sich dieser Folge die Erwachsenen der Verantwortung bewusst sind ist eine Frage…
    Ich würde niemals Impfgegner verurteilen, denn am Ende seid Ihr alle erwachsen und in der Lage, Entscheidungen zu treffen und sich über die Verantwortung und die Folgen bewusst zu sein.

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