Wie in fast jeder Familie üblich, steht irgendwann im Jahr ein größerer Urlaub an. So auch bei uns. Und zwar nicht irgendein Urlaub, sondern der erste mit dem frischgebackenen Familienmitglied, welches seine Eltern mittlerweile schon seit fast einem Jahr ordentlich auf Trab hält. Ursprünglich war eine kleine Reise zur Nordsee geplant, da das Wetter in Deutschland allerdings selbst in den absoluten Sommermonaten einer wahren Wundertüte gleicht, fiel die Entscheidung des Familienrates auf einen September-Urlaub im sonnigen Spanien.

Zugegeben, wir hatten einige Zweifel, ob der kleine Mann vielleicht nicht noch zu jung zum Fliegen sein könnte, so viel kann an dieser Stelle allerdings vorweggenommen werden: Die Bedenken waren in unserem Fall glücklicherweise unbegründet.

Urlaubsvorbereitung ist alles oder auch nicht

Bereits einige Tage vor der Reise wurde es wuselig: Was müssen wir für den Kleinen alles einpacken? Kann man im Flugzeug wickeln? Reicht Sonnenmilch in der Stärke 50+? Haben die dort einen Wasserkocher? Was ziehen wir ihm während des Fluges an? Und dies ist nur ein kleiner Auszug aus einem wahren Fragenhagel, der auf Mama und Papa einprasselte.
Irgendwann war es dann aber soweit, die Reise zum Flughafen konnte angetreten werden. Verliefen Kofferaufgabe und die üblichen Kontrollen noch ohne besondere Vorkommnisse, wurde es in der Luft nach der Hälfte der absolvierten Flugkilometer turbulent. Nicht wegen des Wetters oder technischer Probleme der Maschine, sondern weil unser Sohnemann schlichtweg keine Lust mehr hatte und dies auch in unüberhörbarer Lautstärke kundtat. Und weil es so schön war, wurde auch der Transfer vom Flughafen zum Hotel in schöner Regelmäßigkeit von Misstönen des Nörglers im Mini-Format begleitet.

Durchgeschwitzt, leicht gestresst aber doch irgendwie erleichtert konnten einige Zeit später die Räumlichkeiten im Hotel bezogen werden. Ging der erste Blick früher noch in die Senderliste des Fernsehers oder Richtung Kühlschrank, galt er diesmal den Gardinen im Schlafzimmer, denn die Frage nach den Abdunkelungsmöglichkeiten war nicht ganz unwichtig in Sachen Schlaf für alle Beteiligten. Wenn der Kurze nicht pennt, dann bekanntlich niemand. Nach dem Verstauen aller Klamotten (Kinder- und Mamisachen kamen in den Schrank, Papisachen blieben im Koffer) konnte der Urlaub dann endlich beginnen.

Wellness für Familien ist wie Wacken aus der ersten Reihe

Beim ersten Kennenlern-Spaziergang durch die Hotelanlage wurde allerdings schnell klar: Dieser Urlaub wird anders als die vorherigen zu zweit. Rutschen statt Massagebänke, Babybecken statt Whirpool und ein Höllenlärm durch unzählige Kinder und Animation statt besinnlicher Ruhe, ein Familienhotel mit einem großen Herz für Kinder halt.
Die folgenden Tage liefen dann meist relativ identisch ab:

Morgens: Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht und der obligatorischen Guten-Morgen-Milch für den Nachwuchs, Frühstück im Restaurant. Neben einer auch hier bemerkenswerten Lautstärke ebenfalls sehr auffällig: Unzählige Diskussionen zwischen Eltern und ihren Kindern sowie durch die Gegend fliegendes und auf den Boden liegendes Essen. Fast wie zu Hause.

Im Anschluss an das Frühstück und dem Umziehvorgang stand dann ein Vormittag am Pool an. Lagen meine Frau und ich früher den ganzen Tag faul auf der Sonnenliege und drehten uns im Stile eines halben Hähnchens gelegentlich um, konnte sich diesmal maximal einer von uns beiden in der Sonne räkeln. Der/die andere saß zeitgleich im Babybecken und spielte mit Gießkanne und Co. Meist saßen wir allerdings zu dritt im ungewöhnlich warmen Wasser, weil irgendwie keiner allein, sondern bei seinen Liebsten sein wollte.

So viel Spielerei macht irgendwann hungrig, gegen 11:30 Uhr wurde es meist Zeit für einen Besuch an der Snackbar, um dort ordentlich zuzuschlagen. Auch für den Kleinen war dort immer etwas dabei, was Mama und Papa und natürlich auch die Raupe Nimmersatt sehr erfreute. Wie so oft machte der volle Magen alle Drei anschließend träge bis müde, Zeit also für eine kurze Siesta. Der Kleine war keine fünf Minuten im Lummerland, da gingen auch bei Mama und Papa die Äuglein zu. Urlaub kann so schön sein, wann hat man im Alltagsstress schon Zeit für ein schönes Mittagsschläfchen?
Zwei Stunden später war es dann aber vorbei mit der Ruhe, energisch meldete sich die Brut zurück, somit konnte der zweite Teil des Spiel/- und Spaßprogramms am Wasser starten. Diesmal allerdings nicht am Pool, sondern am Meer. Sand plus Wasser, die ideale Kombination, um kleine Kinder zu den glücklichsten Menschen der Welt zu machen. Und auch der Papa hatte Spaß, für eine kleine Burg ist Mann schließlich nie zu alt. Den Sprössling hat das Bauwerk unterdessen nicht sonderlich interessiert, er beschränkte sich (mit Sand und Wasser bewaffnet) auf Backe-Backe-Kuchen und krabbelte zwischendurch immer wieder querfeldein durch den Sand. Kein Wunder, dass er danach aussah, wie frisch paniert.

Mit einem heulenden Wiener Schnitzel auf dem Arm, welches so gar keine Lust hatte mit dem Spielen aufzuhören, ging es in den frühen Abendstunden Richtung Hotelzimmer, wo die Dezibelzahl unter der Dusche noch einmal um ein Vielfaches erhöht wurde. Wahnsinn, wo Sand sich überall verstecken kann. Frisch gestriegelt und mal wieder hungrig, flanierten wir einige Zeit später zum Abendessen. Auch diesmal konnte sich unser Dreikäsehoch kaum auf sein Essen konzentrieren, aber wer kann es ihn bei all dem Trubel um ihn herum verdenken? Lachende Kinder, weinende Kinder, schreiende Kinder, schimpfende Kinder und und und – im Restaurant war immer etwas los.

Clubbing für Eltern: Minidisco!

Den krönenden Abschluss eines jeden Abends bildete die obligatorische Minidisco. Mitsingen und tanzen konnte unser Kleiner zwar nicht, trotzdem fand er die feiernde Meute auf und vor der Bühne so interessant, dass er 45 Minuten wie erstarrt zuschaute und seinen Eltern einige ruhige Minuten inklusive Bier und einem Cocktail gönnte. Mit dem Abschlusslied wurden irgendwann dann alle Kinder vom Hotelmaskottchen verabschiedet, Zeit ins Bett zu gehen. Nach so einem ereignisreichen Tag dauerte es nicht lange, bis es ruhig war im Babybettchen. Zeit für Mama und Papa, noch einige Minuten auf dem Sofa zu verbringen, bevor am folgenden Tag die nächste Spiel- & Spaßeinheit auf dem Programm stand.

Erkenntnis: Anders ist auch nicht schlechter

Zusammenfassend kann man sagen: Spannend war der Urlaub und mal so ganz anders, als die vorherigen Reisen ohne Nachwuchs. Wurde früher pausenlos relaxt und gefaulenzt, war es diesmal deutlich stressiger. Sideseeing kam ebenfalls sehr kurz, stattdessen wurde die Zeit fast ausschließlich in der Hotelanlage bzw. am Strand verbracht. Aber nicht schlimm, all das hat den Urlaub nicht weniger schön gemacht hat, im Gegenteil. Einfach mal einige Tage ganz im Kreise der kleinen Familie zu sein, keine Termine zu haben, permanent herrliches Wetter genießen zu dürfen und dann noch in die Augen eines glücklichen Kindes im Wasser oder Sand blicken zu dürfen – Herz was willst du mehr?

Fotocredit: © galitskaya – Fotolia.com

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