Tipps der Kinderärztin – Darum ist Körperkontakt mit Babys so wichtig

Von Geburt an entsteht eine einzigartige Verbindung zwischen Eltern und ihren Babys. Durch liebevolle Berührungen, inniges Kuscheln und körperliche Nähe wird diese besondere emotionale Bindung gestärkt und vertieft. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt für Kinder, weil er Sicherheit ausstrahlt und sich die Kleinen außerdem geborgen fühlen. Fisher-Price unterstützt Eltern während dieser kostbaren Momente durch passende Spiel- und Kuschelbegleiter. In enger Zusammenarbeit mit Kinderärztin Dr. med. Celine Schlager bietet der Hersteller außerdem einen Expertenrat und hilfreiche Einschätzungen. Heute gibt es ein paar nützliche Ausführungen von Dr. Schlager. Diese verdeutlichen, wie wichtig körperliche Nähe für die frühkindliche Entwicklung ist.

Für Neugeborene ist Körperkontakt von unschätzbarer Bedeutung. Kuscheln, Tragen und liebevolle Berührungen sind unverzichtbar. Diese zärtlichen Momente stärken nicht nur die Bindung zwischen Eltern und Kind, sondern fördern auch die frühe Entwicklung positiv. Eine enge Bindung zu den Bezugspersonen ist entscheidend für die Entwicklung einer selbständigen, neugierigen und selbstbewussten Persönlichkeit bei den Kleinen. Fisher-Price, bekannt für hochwertiges Lernspielzeug für Babys und Kleinkinder, unterstützt Familien dabei, diese kostbaren Kuschelmomente voll auszuleben und zu genießen.

Körperkontakt der Eltern mit dem Kind ist ein wichtiger Bestandteil des Aufwachsens
© Toa Heftiba (Unsplash)

Zuneigung und liebevolle Berührungen kann es für Babys und Kinder nie zu viel geben. Warum das so ist, weiß Kinderärztin Dr. med. Celine Schlager aus dem Fisher-Price Expert*innenteam. Daher sind hier ihre Antworten auf relevante Fragen.

Wie fördert Körperkontakt und Kuscheln die körperliche Entwicklung des Babys?

Bereits vor der Geburt zeigen sich positive Auswirkungen, wenn Eltern mit ihrem ungeborenen Baby in Kontakt treten. Unmittelbar nach der Geburt hat sich gezeigt, dass Babys durch Körperkontakt ihre Körpertemperatur effizienter regulieren können, seltener Atemprobleme auftreten und ihre Blutzuckerwerte stabiler sind. Babys, die viel gekuschelt werden, neigen im Durchschnitt dazu, weniger zu schreien und ruhiger zu schlafen. Ihre Anpassung an die Außenwelt verläuft insgesamt reibungsloser. Doch auch langfristig profitieren Kinder davon, regelmäßig in den Arm genommen zu werden. Denn Streicheleinheiten helfen beim Stressabbau.

Kinder sind tagsüber oft voller Energie und motorisch angespannt. Gelegentliche sanfte Berührungen können ihnen dabei helfen, zur Ruhe zu kommen. Das Gehirn signalisiert, dass es Zeit für Entspannung ist, Nervenverbindungen werden gestärkt, und der Körper entspannt sich dadurch. Studien haben außerdem gezeigt, dass solche Kinder weniger anfällig für Krankheiten sind im Vergleich zu Kindern, die weniger körperliche Zuwendung erfahren. Dies ist auf das Glückshormon Oxytocin zurückzuführen, das beim Kuscheln ausgeschüttet wird und das Immunsystem stärkt.

Wie fördert Körperkontakt und Kuscheln die kognitive Entwicklung des Babys?

Wenn Kinder von Anfang an Geborgenheit erleben, können sie Urvertrauen entwickeln. Nähe fördert das Vertrauen, sowohl in sich selbst als auch in die Welt um sie herum. Untersuchungen zeigen, dass Kinder, die in ihren ersten Lebensjahren Liebe und Fürsorge von ihren Bezugspersonen erfahren haben, mit größerer Wahrscheinlichkeit zu widerstandsfähigen und glücklichen Erwachsenen heranwachsen. Sie entwickeln ein starkes Selbstbewusstsein und ein ausgeprägtes Empathieempfinden anderen gegenüber. Eltern, die regelmäßig ihr Kind in den Arm nehmen, unterstützen es dabei, sich sicher zu fühlen. Das Kind spürt, dass es gesehen wird und dass es gut ist, so wie es ist.

Das Kuscheln trägt dazu bei, dass das Kind ein gesundes Selbstwertgefühl aufbaut. Kinder, die körperliche Zuwendung erfahren, entwickeln außerdem ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zu anderen. Sie wissen, dass sie sich auf andere verlassen können und fühlen sich nicht als Außenseiter. Dies hat auch positive Auswirkungen auf ihre zukünftigen Beziehungen: Kinder, die frühzeitig viel gekuschelt wurden, können als Erwachsene offen Zuneigung und Liebe zeigen. Darüber hinaus zeigen sich positive Effekte im Hinblick auf den Intelligenzquotienten sowie das Lern- und Sozialverhalten. Kinder, denen das Urvertrauen fehlt, haben in dieser Hinsicht oft mehr Herausforderungen zu bewältigen.

Wie fördert Körperkontakt und Kuscheln die Eltern-Kind-Bindung?

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Durch das Kuscheln werden Bindungshormone freigesetzt, die die Stillbeziehung unterstützen. Darüber hinaus können sich Eltern und Kind insgesamt besser aufeinander einstellen. Es entsteht eine symbiotische Beziehung, die es Eltern erleichtert, angemessen auf die Gefühle und Bedürfnisse ihres Kindes zu reagieren. Körperkontakt und Kuscheln tragen auch dazu bei, dass wir uns emotional ausgeglichener fühlen. Nähe und Kuscheln verleihen den Eltern Zuversicht, insbesondere in der Anfangszeit, in der dies sehr hilfreich sein kann.

Was kann man tun, um die Eltern-Kind Bindung zu stärken?

Es ist grundlegend wichtig, die Eltern-Kind-Bindung durch kontinuierlichen Kontakt zum Baby zu stärken. Idealerweise beginnt dieser Kontakt bereits vor der Geburt, etwa durch Handauflegen auf den Bauch, das Sprechen mit dem Ungeborenen oder Singen. Nach der Geburt kann man diese positive Bindung weiter festigen, indem man Rituale etabliert und schöne Momente gemeinsam erlebt. Dabei müssen diese Rituale nicht unbedingt extravagant sein; vielmehr schafft aufmerksame und vollständige Präsenz für das Kind die Grundlage.

Für das Kind sind Blickkontakt und die ungeteilte Aufmerksamkeit der Eltern ebenfalls entscheidend. Kuscheln und gemeinsame Aktivitäten bieten sich hier besonders an. Die Welt gemeinsam mit dem Kind entdecken, Zeit miteinander verbringen und angemessen auf die Bedürfnisse des Kindes reagieren – das sind die Schlüssel zur Stärkung einer gesunden Eltern-Kind-Bindung. Zusätzlich können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

– Direktes Bonding nach Geburt
– Tragen (im Tragetuch)
– Babymassagen
– Gemeinsames Singen/Spielen/Baden
– Kuscheln/Körperkontakt/Nähe
– Stillen
– (Körperliche und seelische) Zuwendung

Macht es einen Unterschied, ob die leiblichen Eltern oder andere Personen mit dem Kind kuscheln?

Kinder haben von Natur aus ein grundlegendes Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit. Es ist entscheidend, dass dieses Bedürfnis erfüllt wird, selbst wenn es von vertrauten Personen neben den leiblichen Eltern erfüllt wird. Was zählt, ist die Vertrautheit dieser Personen in Bezug auf Geruch, Stimme und Erscheinungsbild für das Kind. Ein solches Vertrauen entwickelt sich allmählich. Die leiblichen Eltern haben die Möglichkeit, dieses Vertrauen bereits im Mutterleib aufzubauen, indem sie mit dem ungeborenen Kind sprechen, wodurch die Stimmen für das Baby vertraut werden.

Andere enge Bezugspersonen wie Geschwister oder Großeltern können dies gelegentlich auch schon während der Schwangerschaft tun. Wenn diese Gelegenheit nicht gegeben ist, kann das Vertrauen nach der Geburt langsam aufgebaut werden, indem viel Zeit gemeinsam verbracht wird. Auf diese Weise lernt die Bezugsperson auch die Bedürfnisse des Kindes kennen und wie sie angemessen erfüllt werden können. Zum Beispiel, ob das Kind das Bedürfnis nach Kuscheln hat, um Zuneigung und Nähe zu erleben, oder ob es vielleicht andere Bedürfnisse hat. In der Regel zeigen Kinder direkt, ob sie sich wohlfühlen und ob es ihnen guttut.

Worauf sollte man achten, beim Kuscheln mit dem Baby? Kann man das Baby mit der eigenen Zuneigung überfordern?

Säuglinge benötigen eine große Menge an Liebe und Körperkontakt. Eltern sollten daher ihren Gefühlen folgen und keine Angst davor haben, ihre Babys in den ersten Lebensmonaten zu verwöhnen. Die Sorge vor Verwöhnen ist tief in unseren Köpfen verwurzelt. Dabei hat die Forschung zur Bindung längst gezeigt, dass es keinerlei negative Auswirkungen hat, sofort auf Babys zu reagieren, wenn sie weinen, sie aufzunehmen, zu tragen und zu beruhigen. Im Gegenteil, dies fördert die Entwicklung einer sicheren Bindung, die ein Leben lang Bestand hat. Die Gewöhnung an die Tatsache, dass Bezugspersonen prompt und einfühlsam auf die Bedürfnisse reagieren, bildet die Grundlage für eine stabile Bindung.

Mit zunehmender Reife des Gehirns lernen Kinder im Alter von etwa 5-7 Jahren, die Perspektive anderer zu verstehen und sich besser in andere Menschen hineinzuversetzen. Bis zu diesem Alter sind Kinder naturgemäß egozentrisch und vorrangig an der Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse interessiert.

In der Regel zeigen Babys deutlich, ob sie gerade Nähe und Kuscheln wünschen. Eltern lernen in der Regel schnell, was ihr Kind gerade benötigt, indem sie auf die Reaktionen während des Kuschelns achten. Wenn das Kind sich abwendet, unruhig ist, gähnt oder sogar weint, möchte es möglicherweise in diesem Moment nicht kuscheln oder hat andere Bedürfnisse. Manchmal ist es nicht der optimale Zeitpunkt für Kuscheln, da Schlaf oder Hunger Priorität haben. In solchen Fällen sollte das Kuscheln auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, aber das Kind sollte nicht allein gelassen werden.

Die Anwesenheit der Bezugsperson kann durch Gespräche, Tragen, Singen, Spielen oder Schaukeln aufrechterhalten werden, je nach den aktuellen Bedürfnissen des Kindes. Bei Kleinkindern gilt oft die goldene Regel: Bedürfnisse wahrnehmen und respektieren.

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Autor
Kai Bösel
Kai Bösel ist Patchwork-Dad von drei Kindern, die eigene Tochter Mika ist im April 2012 geboren. Der Hamburger ist Online-Publisher und betreibt neben Daddylicious auch das "NOT TOO OLD magazin" inklusive Podcast. Außerdem schreibt er für ein paar Zeitschriften und Magazine und hilft Kunden und Agenturen als Freelance Consultant. Nach dem Job entspannt er beim Laufen oder Golf.