Nach einer längeren Pause haben wir heute mal wieder ein wirklich spannendes Interview von Euch. Oliver Sauer ist ein Schauspieler aus Hamburg, bekannt aus vielen deutschen Kriminalfilmen und Krimiserien. Aktuell steht er für eine Telenovela vor der Kamera. Darüber hinaus hat er eine Tochter im Teenager-Alter und ist nun mit 54 Jahren gerade nochmal ganz frisch Papa geworden. Das hat Potenzial für eine Reihe spannender Antworten, daher haben wir ihm unsere 10 Fragen gestellt.

Hier sind die 10 Antworten von OLIVER SAUER:

1. Dein Gesicht dürfte vielen Lesern bekannt sein, Dein Name eventuell noch nicht. Stell Dich bitte kurz vor.
Oliver Sauer. Schauspieler, Wahlhamburger, Vater von zwei Kindern und glücklich in wilder Ehe lebend. Seit 1988 stehe ich auf Theaterbühnen und vor Kino- oder Fernsehkameras. Ich liebe meinen Beruf – bin ich am Set, bin ich glücklich. Seit 2006 gehöre ich dem Filmensemble „Die Glücklichen“ um Jan Georg Schütte an. Wir wollen Filme und Fernsehen jenseits gängiger Klischees machen… Hier tanze ich allerdings mit meiner aktuellen Rolle voll aus der Reihe, was ich super finde. Denn das entspricht absolut meinem Naturell als Freigeist.

2. Aktuell bist du täglich um 14.10 in „Rote Rosen“, der Telenovela der ARD, zu sehen. Warum sollten wir in Zukunft schon mittags den Fernseher einschalten?
Bei „Rote Rosen“ stehen Emotionen im Vordergrund: Liebe, Freundschaft und Leidenschaft sind die eigentlichen Stars der Telenovela. Eingebettet in die malerische Kulisse der Lüneburger Innenstadt ist das Format unschlagbar – 1.6 Millionen Zuschauer täglich können sich einfach nicht irren. Und was bitte gibt es um 14.10 Uhr sonst zu tun, außer vielleicht Mittagsschlaf?

3. Deine erste Tochter ist bereits ein Teenager. Würdest Du sie unterstützen, wenn sie auch Schauspielerin werden möchte? Oder würdes Du sie gern umstimmen?
Ich unterstütze meine Tochter in allem, was ihr am Herzen liegt.

4. Warst Du beim ersten Kind ein engagierter Papa? Dein Beruf bietet Dir ja zum einen viel Flexibilität, zum anderen aber auch wochenlange Drehs. Ist das Fluch oder Segen?
Ich war immer ein engagierter Papa und werde es immer sein. Ich kann gar nicht anders. Und weil die Mutter meiner Tochter auch freiberuflich arbeitet, wir aber getrennt sind, planen wir jede Woche neu. Bislang gab es da glücklicherweise immer mehr Fügungen als Unvereinbarkeiten.

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5. Jetzt bist Du noch mal Papa geworden – mit 54 Jahren. Was ist für Dich dieses Mal anders als beim ersten Kind?
Mein Sohn ist vor drei Wochen auf die Welt gekommen. Mir scheint, dass ich die Schwangerschaft meiner Frau viel bewusster miterlebt habe. Und ich bin wesentlich entspannter mit allem. Ich habe mehr Vertrauen und weniger Angst – bei meiner Tochter stand ich nachts an ihrem Bettchen und lauschte, ob sie auch noch atmet.

6. Ist es ein Stück weit auch egoistisch, wenn ältere Männer noch Vater werden? Schließlich haben sie auf jeden Fall im Schnitt weniger Zeit mit Ihren Kindern als jüngere Väter.
Vater zu sein, ist immer egoistisch. Unsere Kultur basiert auf diesem Egoismus das Beste von sich weiterzugeben zu wollen und das Wunder Kinder aufwachsen zu sehen, miterleben zu dürfen. Das sind egoistische aber auch natürlich Wünsche.
Dinge wie Zeit und Alter sind relativ. Wir wissen nichts über die Zeit, die uns gegeben ist. Einer meiner besten Freunde ist letztes Jahr im Alter von 44 Jahren gestorben – ein Moment mehr, der mich daran erinnert, dass unser Leben nur heute stattfindet.
Und wenn ich an meinen Vater denke, dann muss ich sagen, war dieser mit 28 schon viel älter als ich es heute mit 54 bin. Ich freue mich darauf, meinen Sohn ins „erwachsene“ Leben zu begleiten solange es geht.

7. Du hast zwei Kinder von zwei Frauen. Inwieweit verändert das die Vaterrolle im Gegensatz zu einem klassischen Familienmodell?
Ich lerne gerade meine freie Zeit optimal zu nutzen – sowohl für die Familie als auch für den Beruf. Während der Woche bleibe ich oft in meiner Wohnung in Lüneburg, wo ich nach einem 10-Stunden Drehtag noch sehr viel Text lernen muss. Für meine Partnerin, meine zwölfjährige Tochter und meinen kleinen Sohn bleibt momentan oft nur das Wochenende.

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8. Wie regelst Du zuhause die Nutzung von Spielkonsole, Handy, Fernseher und Internet? Immerhin bist Du ja auch selbst ein „Fernseh-Mann“.
Meine Tochter kann mit einem Smartphone umgehen und kennt verschiedene Computer-Spiele, ist davon aber genauso wenig fasziniert wie ich. Sie liebt es Filme zu schauen, gerne auch mit mir zusammen. Angefangen haben wir mit der Augsburger Puppenkiste und mittlerweile kennt sie den original Frankenstein Film genauso gut wie Toy Story. Nur am alltäglich Fernsehprogramm zeigt sie wenig Interesse. Das Lesen von Büchern ist ihr wichtiger.

9. Ihr werdet Euch in Kürze komplett ausstatten. Inwieweit trefft Ihr Entscheidungen über Kinderwagen, Babybett, Klamotten und Möbel gemeinsam?
Wir haben alles gemeinsam ausgesucht, mit Ausnahme der Kleidung: da vertraue ich ganz dem guten Geschmack meiner Partnerin. Für mich war die Zeit intensiv und wichtig, die wir uns als Paar um die Ausstattung gekümmert haben. Und mehr Spaß macht das gemeinsame Shopping allemal.

10. Und hast Du vielleicht noch einen abschließenden Rat für alle werdenden oder frischen Väter?
Genießt diese Zeit. Sie ist voller Wunder.

Wir bedanken uns ganz herzlich und wünschen viel Freude mit der gerade vergrößerten Familie.

Fotos: © Oliver Sauer // © ARD/Thorsten Janders // © Andreas Weiss

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