werbung | Kaum ein Schulfach ist so emotional aufgeladen wie Mathe. Während sich viele Eltern beim Thema Lesen entspannt zurücklehnen, zieht sich bei „Mathe“ bei nicht wenigen von uns unwillkürlich der Magen zusammen. Vielleicht kennt ihr das noch aus der eigenen Schulzeit: die Prüfungsangst vor der Matheklassenarbeit und das Gefühl, einfach kein Zahlen-Mensch zu sein. Und jetzt, wo der eigene Nachwuchs eingeschult wird oder schon in der Grundschule ist, taucht die alte Unsicherheit wieder auf, nur eben mit umgekehrten Vorzeichen: Wie helfe ich meinem Kind, ohne selbst zum Angstverstärker zu werden?
Genau hier setzt das neue Mathefähigkeiten-Set von Lovevery an: ein bildschirmfreies, spielbasiertes Lernprogramm, das seit Juli 2026 in Deutschland erhältlich ist. Statt Arbeitsblättern setzt es auf Spiele, Geschichten und Aktivitäten zum Anfassen, entwickelt mit Mathe-Expert*innen auf Basis aktueller Forschung zu früher mathematischer Bildung.
Um dem Thema Matheangst dabei wirklich fundiert zu begegnen, haben wir mit Dr. Caitlin Khoury gesprochen. Sie ist approbierte Kinderpsychologin und interne Lernexpertin bei Lovevery. Im Interview erklärt sie, warum Matheangst nachweislich das Denken blockieren kann, welche Rolle Väter dabei spielen – im Guten wie im Schlechten – und wie sich Mathe fast nebenbei in den Familienalltag einbauen lässt. Am Ende des Beitrags stellen wir euch außerdem das Mathefähigkeiten-Set und seine Inhalte im Detail vor.

Falls ihr euch eher fragt, ob euer Kind zum Schulstart überhaupt schon rechnen können muss und was für die Schulreife wirklich zählt, empfehlen wir dazu unseren Artikel mit Vorschulerzieher Kjell Prange, hier geht es tiefer ins Thema Matheangst selbst.
Unser Interview mit Caitlin Khoury
1. Mathe ist für viele Kinder – und ehrlich gesagt auch für viele Eltern – das Angstfach Nummer eins. Woher kommt diese Angst, und stimmt es, dass sie sogar messbar das Denken blockiert, sobald Kinder unter Druck geraten?
Matheangst ist real und weiter verbreitet, als die meisten denken. Sie entsteht nicht durch die Mathematik selbst, sondern häufig durch die Erfahrungen und Botschaften, die wir im Laufe unseres Lebens über Mathe aufnehmen. Viele von uns haben gelernt, dass es bei Mathe darum geht, die richtige Antwort zu finden oder dass manche Menschen einfach „Mathe-Menschen“ sind und andere nicht. Mit der Zeit können solche Überzeugungen dazu führen, dass sich alltägliche Mathematik stressig anfühlt, statt sie als Werkzeug zum Lösen von Problemen und für fundierte Entscheidungen zu begreifen.
Und ja, diese Angst kann tatsächlich das Denken blockieren. Studien zeigen: Wenn Kinder Matheangst erleben, werden kognitive Ressourcen, die sie eigentlich zum Problemlösen bräuchten – vor allem Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis – stattdessen dafür verwendet, die Sorge zu bewältigen. Mit anderen Worten: Angst kann es Kindern erschweren zu zeigen, was sie eigentlich können. Bildgebende Studien deuten sogar darauf hin, dass bei manchen Menschen schon die Erwartung einer Matheaufgabe neuronale Reaktionen auslösen kann, die typischerweise mit Bedrohung assoziiert werden.
Genau deshalb ist uns bei Lovevery so wichtig, wie sich ein Kind beim Mathelernen fühlt und nicht nur, was es lernt. Wenn wir Kindern Gelegenheiten geben, Erfolge zu erleben, sicher Fehler zu machen und nach und nach Selbstvertrauen aufzubauen, helfen wir ihnen, eine positive Beziehung zur Mathematik zu entwickeln, die ihr Lernen für die kommenden Jahre trägt.
2. Gibt es Unterschiede, wie Mädchen und Jungen Matheangst entwickeln oder zeigen und ist das biologisch oder eher durch Erziehung und Rollenbilder geprägt?
Die Forschung legt nahe, dass diese Unterschiede viel stärker durch das Umfeld geprägt sind als durch Biologie. Matheangst kann jeden treffen, aber Mädchen und Frauen berichten oft von einem höheren Angstlevel als Jungen und Männer. Forscher gehen davon aus, dass dieser Unterschied durch ein Zusammenspiel aus kulturellen Botschaften, Geschlechterstereotypen und den Erwartungen entsteht, die Kinder zuhause, in der Schule und in der Gesellschaft darüber vermittelt bekommen, wer „gut“ in Mathe ist. Mit der Zeit prägen diese Botschaften, wie Kinder über ihre eigenen Fähigkeiten denken.
Das ist einer der Gründe, warum wir das Mathefähigkeiten-Set so gestaltet haben, dass die ganze Familie gemeinsam damit spielen kann, unabhängig von den eigenen Erfahrungen der Eltern mit Mathematik. Unser Ziel ist es, Kindern zu zeigen, dass Mathe eine Fähigkeit ist, die jeder entwickeln kann, und nicht etwas, wofür man geboren sein muss.
3. Welche Rolle spielen speziell Väter, wenn es um das Selbstvertrauen ihrer Kinder in Mathe geht? Übertragen sich unsere eigenen Mathe-Traumata unbewusst auf unsere Kinder?
Väter können durch alltägliche Interaktionen wie Messen, Schätzen oder gemeinsames Lösen von Alltagsproblemen eine wichtige Rolle beim Aufbau von Mathe-Selbstvertrauen spielen, genau wie jede andere eng eingebundene Bezugsperson auch. Kinder lernen Einstellungen zu Mathe ähnlich wie Einstellungen zum Lesen, zu Sport oder dazu, Neues auszuprobieren: indem sie beobachten, wie die wichtigen erwachsenen Personen in ihrem Leben auf Herausforderungen reagieren. Wenn Eltern häufig Sätze wie „Ich war noch nie ein Mathe-Mensch“ sagen oder Unsicherheit im Umgang mit alltäglicher Mathematik zeigen, können Kinder anfangen, dieselben Überzeugungen über sich selbst zu übernehmen. Das kann das Selbstvertrauen senken und sich mit der Zeit auf die Mathe-Leistung auswirken.1

Das Ermutigende daran: Kinder lernen positive Botschaften genauso leicht. Ein Papa, der sagt „Ich bin mir nicht sicher, lass uns das gemeinsam herausfinden“, wenn er die Antwort nicht sofort weiß, modelliert etwas unglaublich Wertvolles: dass Erfolg aus Beharrlichkeit, Überlegung und Problemlösung entsteht und nicht aus angeborener Begabung. Studien zeigen: Wenn Erwachsene Neugier und Anstrengungsbereitschaft vorleben und Fehler als Teil des Lernens behandeln, entwickeln Kinder ein stärkeres mathematisches Selbstvertrauen und trauen sich eher an schwierige Aufgaben heran.2
4. Ein einfacher, forschungsbasierter Tipp lautet: Je mehr „Mathe-Sprache“ – Wörter wie mehr, weniger, genauso viel, davor – Kinder im Alltag hören, desto stärker werden ihre Matheskills. Wie können Eltern das ganz beiläufig in ihren Alltag einbauen, ohne dass es gekünstelt wirkt?
Das ist eines meiner Lieblingsergebnisse aus der Forschung, weil es so einfach umzusetzen ist. Studien zeigen: Kinder, die regelmäßig alltägliche Mathe-Gespräche hören und daran teilnehmen, entwickeln tendenziell stärkere frühe Mathefähigkeiten. Über Menge, Größe, Position, Muster und Vergleiche zu sprechen hilft Kindern, genau die Sprache aufzubauen, mit der sie mathematische Ideen verstehen.3
Das Schöne daran: Es braucht dafür keine besonderen Aktivitäten. Es kann einfach in Routinen passieren, die ihr ohnehin schon macht. Beim Frühstück: „Du hast mehr Blaubeeren als deine Schwester.“ Im Auto: „Wir sind gleich da, nur noch zwei Abbiegungen.“ Beim Baden: „Welcher Becher fasst mehr Wasser?“ Beim Anziehen: „Welche Socke ist länger?“ Nichts davon muss als „Mathe-Zeit“ angekündigt werden. Kinder lernen enorm viel, wenn Mathe ganz natürlich in alltägliche Gespräche eingewoben wird und diese kleinen Momente helfen ihnen, Muster, Mengen und Beziehungen zu erkennen.
5. Wenn ein Kind sagt „Ich kann das nicht“ oder „Ich bin einfach schlecht in Mathe“, wie reagieren Eltern am besten in diesem Moment, ohne es kleinzureden oder zu sehr zu trösten?
Es ist ganz natürlich, sofort mit „Doch, das kannst du!“ reagieren zu wollen. Aber die Forschung zeigt: Kindern hilft es mehr, wenn wir zuerst anerkennen, was sie gerade fühlen. Ihr könntet zum Beispiel sagen: „Diese Aufgabe fühlt sich gerade wirklich schwer an.“ Damit merkt euer Kind, dass ihr seinen Frust versteht.4
Von da aus hilft es, das Kind von der Herausforderung zu trennen. Statt „Ich bin schlecht in Mathe“ zu einem Teil der Identität werden zu lassen, könnt ihr es umformulieren zu einem Problem, das noch nicht gelöst ist: „Diese Aufgabe ist knifflig, aber lass uns gemeinsam den ersten Schritt herausfinden.“
Selbstvertrauen entsteht eher durch kleine, echte Erfolgserlebnisse als durch bloßen Zuspruch oder Lob. Indem ihr die Aufgabe in machbare Schritte zerlegt, Fragen stellt, die eurem Kind beim Denken helfen, und die Strategien feiert, die es einsetzt, helft ihr ihm, die Überzeugung aufzubauen, dass es durch Anstrengung, Beharrlichkeit und Problemlösen vorankommen kann.

6. Dein Fachgebiet umfasst auch die Erkennung von Lernschwierigkeiten. Woran können Eltern erkennen, ob ihr Kind einfach noch Zeit braucht oder ob es tatsächlich zusätzliche Unterstützung braucht, zum Beispiel wegen einer Rechenschwäche (Dyskalkulie)?
Diese Frage bekomme ich oft, und sie ist wichtig. Kinder entwickeln Mathefähigkeiten unterschiedlich schnell, daher ist es nicht ungewöhnlich, wenn ein Kind mehr Wiederholung braucht oder länger für ein neues Konzept benötigt. Wichtiger ist, ob ein Kind bei guter Anleitung und Unterstützung stetig Fortschritte macht.5
Einige Anzeichen, die einen genaueren Blick wert sind: anhaltende Schwierigkeiten beim Verständnis grundlegender Zahlkonzepte – etwa zu erkennen, welche von zwei kleinen Gruppen mehr enthält, ohne zu zählen, Ziffern mit Mengen zu verbinden, oder zu verstehen, dass Zahlen Mengen repräsentieren und nicht nur auswendig zu lernende Wörter sind. Andere Kinder tun sich weiterhin schwer mit grundlegendem Rechnen, obwohl sie wiederholt guten Unterricht hatten, haben trotz häufigem Üben Schwierigkeiten, sich Zahlenfakten zu merken, oder wirken bei einfachen Rechenaufgaben überfordert.6
Kein einzelnes Anzeichen bedeutet automatisch, dass ein Kind Dyskalkulie hat. Wenn diese Schwierigkeiten aber über längere Zeit bestehen bleiben, in unterschiedlichen Situationen auftreten und trotz angemessenem Unterricht und Übung anhalten, lohnt sich ein Gespräch mit der Lehrkraft eures Kindes. Gemeinsam könnt ihr dann entscheiden, ob eine formale Diagnostik durch eine qualifizierte Fachperson sinnvoll wäre. Je früher Kinder Unterstützung erhalten, desto besser stehen ihre Chancen, ein solides mathematisches Verständnis und Selbstvertrauen aufzubauen, bevor Lücken schwerer zu schließen sind.
[Redaktioneller Hinweis: In Deutschland ist neben der Lehrkraft auch der schulpsychologische Dienst oder die Kinder- und Jugendärztin/der Kinder- und Jugendarzt ein sinnvoller erster Ansprechpartner für eine Abklärung.]
7. Kurz vor dem Schulstart fragen sich viele Väter: Muss mein Kind jetzt schon rechnen können? Was gehört aus deiner Sicht wirklich zur Schulfähigkeit in Sachen Mathe und was ist eher Elternnervosität?
Schulreife ist viel umfassender als reines Fachwissen. Sie umfasst Selbstregulation, Kommunikation, soziale Fähigkeiten und Neugier, neben früher Lese- und Rechenkompetenz. Kinder lernen am besten, wenn sie sich konzentrieren, Anweisungen folgen, Herausforderungen durchhalten und sich mit anderen austauschen können, nicht nur, wenn sie den Lernstoff schon kennen.7
Wenn es um Mathe geht: Kinder müssen nicht schon addieren können oder Arbeitsblätter ausfüllen, wenn sie eingeschult werden. Viel wichtiger ist ein solides Fundament im frühen mathematischen Denken. Studien zeigen, dass frühes Zahlenverständnis einer der stärksten Prädiktoren für spätere Matheleistungen ist, weil viele neue Konzepte auf dem Verständnis von Zahlen und Mengen aufbauen.8
Das bedeutet: Kinder können kleine Mengen erkennen, mit Verständnis zählen (nicht nur Zahlwörter aufsagen), erkennen, welche Gruppe mehr oder weniger enthält, Ziffern erkennen, verstehen, dass eine Ziffer eine bestimmte Menge darstellt, und beginnen, Muster zu bemerken, etwa dass Perlen in einer Reihenfolge angeordnet sind: blau, grün, blau, grün. Das sind die Fähigkeiten, die Kindern helfen, die Mathematik zu verstehen, die ihnen in der Schule begegnet.
Diese Konzepte lassen sich wunderbar in den Alltag einweben: Snacks zählen, vergleichen, wer mehr Bauklötze hat, über Formen auf einem Spaziergang sprechen oder Muster beim Tischdecken bemerken, all das bietet sinnvolle Lerngelegenheiten.

8. Lovevery setzt bewusst auf Spiel statt Arbeitsblätter oder Lern-Apps, mit echten Gegenständen, die Kinder anfassen können. Warum ist dieser haptische Zugang so wichtig, um Mathe wirklich zu verstehen statt nur auswendig zu lernen?
Kleine Kinder lernen Mathe, indem sie sich die Welt um sie herum erschließen. Deshalb betont die mathematikdidaktische Forschung den Einsatz von konkreten Erfahrungen, visuellen Darstellungen und abstrakten Symbolen – ein Ansatz, der oft als Konkret-Repräsentational-Abstrakt-Modell (CRA) bezeichnet wird.
Anschauungsmaterial gibt Kindern die Möglichkeit, mathematische Ideen zu sehen und zu fühlen, bevor von ihnen erwartet wird, allein mit Zahlen zu arbeiten. Ein Kind kann zum Beispiel zwei Gruppen von Bechern körperlich zusammenführen, vergleichen, welche Sammlung mehr enthält, oder sechs Gegenstände in verschiedene Muster anordnen und dabei entdecken, dass die Menge gleich bleibt. Diese Erfahrungen helfen Kindern, ein Fundament aufzubauen, das den späteren Gleichungen und Symbolen erst Bedeutung verleiht.
Arbeitsblätter und digitale Aktivitäten haben durchaus ihren Platz, um Fähigkeiten zu üben, aber sie ersetzen nicht das Verständnis, das durch praktisches Entdecken entsteht. Deshalb ist das Mathefähigkeiten-Set um echte Gegenstände herum aufgebaut, die Kinder halten, bewegen, vergleichen und ausprobieren können – so entwickeln sie ein tiefes Verständnis für mathematische Zusammenhänge.
9. Eure Studie zeigt: 93 Prozent der Kinder verbesserten ihre Mathefähigkeiten mit nur rund 20 Minuten Spielzeit täglich. Wie ist ein so schneller Fortschritt möglich?
Wir waren begeistert von diesen Ergebnissen. In unserer sechswöchigen Pilotstudie zu Teil 1 des Mathefähigkeiten-Sets nutzten 28 Kinder (4 bis 5 Jahre) die Spiele und Aktivitäten rund 20 Minuten täglich, fünf Tage die Woche.
Wir haben den Fortschritt auf zwei Arten gemessen. Erstens mit dem PENS (Preschool Early Numeracy Screener) – einem standardisierten Test, der Zählen, Zahlbeziehungen, Rechnen und Textaufgaben abdeckt. Zweitens mit einer studieneigenen Bewertung, die genau auf das ausgerichtet ist, was Teil 1 vermittelt. Beim PENS verbesserten sich 93 Prozent der Kinder, bei unserer studieneigenen Messung waren es 96 Prozent, mit nahezu verdoppelten Werten. Die Effektstärken waren groß bis außergewöhnlich groß – deutlich über dem, was für Bildungsinterventionen typisch ist.
Sechs Wochen sind ein kurzes Zeitfenster, um eine Fähigkeit aufzubauen, daher liegt die Geschwindigkeit vor allem an der Motivation: Weil es Spiel ist und kein Drill, blieben die Kinder auch über ihre 20 Minuten hinaus dabei – das bedeutete deutlich mehr Wiederholung als bei einer Arbeitsblatt-Routine. Und dass sich sowohl beim PENS als auch bei unserer eigenen Messung Fortschritte zeigten, ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Kinder echtes Verständnis aufgebaut haben und nicht nur die Spiele auswendig gelernt haben.
Allerdings: 28 Kinder über sechs Wochen ohne Kontrollgruppe sind ein starkes Signal, aber kein abschließender Beweis – genau deshalb sehen wir das Ergebnis als Grundlage für eine größere, kontrollierte Folgestudie und nicht als Schlusspunkt. Auch bei den Eltern hat sich etwas verändert: 96,4 Prozent fühlten sich sicherer dabei, das Mathelernen ihres Kindes zu unterstützen, und 100 Prozent fühlten sich besser vorbereitet.
10. Was bedeutet „Mathe im Alltag“ konkret? Gibt es Momente beim Frühstück, beim Einkaufen oder auf dem Spielplatz, die Eltern nutzen können, ohne dass es nach Lernen aussieht?
Bei alltäglicher Mathe-Sprache geht es darum, die mathematischen Ideen zu bemerken und laut anzusprechen, die ganz natürlich im Laufe eures Tages auftauchen. Beim Frühstück: gemeinsam Cracker abzählen oder vergleichen, wer mehr Trauben hat. Beim Einkaufen: Clementinen in die Tüte zählen, bemerken, welche Cerealienpackung größer oder kleiner ist, oder darüber sprechen, warum ein Produkt mehr kostet als ein anderes. Auf dem Spielplatz: Muster in der Zaunlattung bemerken, zählen, wie viele Kinder in der Schlange für die Rutsche stehen, oder vergleichen, wer „weiter“ oder „höher“ springen kann.
Nichts davon braucht einen Lehrplan. Das Ziel ist, Mathe so selbstverständlich zu nutzen wie Sprache, damit sie ein regelmäßiger, vertrauter Teil des Alltags eures Kindes wird – statt etwas, das nur zu einer bestimmten Zeit stattfindet. Kinder begegnen ständig Mengen, Vergleichen und Mustern in ganz gewöhnlichen Momenten. Als Eltern könnt ihr die Mathe entdecken, die im Alltag schon passiert, sie benennen und eurem Kind Worte dafür geben, was es gerade bemerkt – wie mehr, weniger, gleich viel, länger, unter, neben oder sich wiederholend.
11. Das Mathefähigkeiten-Set ist für Kinder von 3 bis 5 Jahren konzipiert. Warum lohnt es sich, mit mathematischem Selbstvertrauen schon so früh anzufangen, lange bevor die erste Matheklassenarbeit ansteht?
Die Grundlagen für mathematisches Lernen beginnen viel früher, als viele Menschen annehmen. Zwischen drei und fünf Jahren entwickeln Kinder bereits wichtige Vorstellungen von Menge, Zahl, Mustern, Formen, Raum und Vergleich. Kleine Kinder sind für Zahlenideen oft aufnahmefähiger, als Erwachsene vermuten.
Diese frühen Erfahrungen zählen, weil Mathematik kumulativ ist: Kinder nutzen ihr bestehendes Verständnis, um zunehmend komplexere Ideen zu verstehen. Längsschnittstudien zeigen, dass mathematisches Wissen bei Schuleintritt ein besonders starker Prädiktor für spätere schulische Leistungen ist – auch wenn es nur einer von vielen Faktoren ist, die das Lernen von Kindern über die Zeit prägen.
Der Start zwischen drei und fünf Jahren bedeutet nicht, Kinder in formalen Schulstoff zu beschleunigen. Es geht darum, ihnen häufige, spielerische Gelegenheiten zu geben, zu zählen, zu vergleichen, zu bauen, zu sortieren, zu messen, Muster zu bemerken und altersgerechte Probleme zu lösen. Wenn Kinder Mathe als bedeutsam und machbar erleben, können sie sowohl grundlegendes Wissen aufbauen als auch das Gefühl entwickeln, dass mathematisches Denken etwas ist, an dem sie teilhaben können. Das schafft einen unterstützenderen Startpunkt für späteres Lernen, als Mathe erst dann einzuführen, wenn sie formal, bewertet oder mit hohem Druck verbunden ist.
Liebe Caitlin, vielen Dank für die vielen wertvollen Einblicke! Wir sind sicher, dass sie vielen Vätern helfen, ihre Kinder entspannt an Mathe heranzuführen.
Unser Fazit für Papas
Matheangst entsteht selten über Nacht und sie lässt sich auch nicht mit einem einzigen Trick auflösen. Was aber aus dem Gespräch mit Caitlin Khoury deutlich wird: Es sind die kleinen, unaufgeregten Alltagsmomente, die zählen. Wie ihr über Mathe sprecht, wie ihr reagiert, wenn euer Kind an einer Aufgabe verzweifelt, und ob ihr eure eigene Unsicherheit offen zeigt oder verschweigt – all das prägt, welche Beziehung euer Kind zu Zahlen entwickelt. Die gute Nachricht: Dafür braucht es kein Mathestudium, sondern vor allem Geduld, ein paar bewusst gewählte Worte beim Frühstück und die Bereitschaft, auch mal zu sagen: „Lass uns das gemeinsam rausfinden.“

Das Mathefähigkeiten-Set von Lovevery im Detail
Wer nach dem Interview Lust bekommen hat, Mathe zuhause spielerisch anzugehen: Genau das ist die Idee hinter dem Mathefähigkeiten-Set von Lovevery. Es setzt konsequent das um, was Caitlin Khoury im Interview beschreibt – Mathe zum Anfassen statt zum Auswendiglernen, verpackt in Spiele, die Kinder aus eigenem Antrieb immer wieder spielen wollen.
Teil 1: Mathematik zum Anfassen richtet sich an Kinder von 3 bis 5 Jahren, ist ab Juli 2026 in Deutschland erhältlich, aktuell vorbestellbar und kostet 190 Euro. Enthalten sind neun kompetenzbasierte Spiele und Aktivitäten, drei Geschichtenbücher, ein Spielleitfaden für Eltern sowie sechs Monate kostenloser Zugang zu Experteninhalten in der Lovevery-App. Dazu gehören unter anderem:
- Zählbecher – für ein echtes Zahlengefühl durchs Zählen und Würfeln
- Zahlenbauerbrett – zeigt, wie sich Zahlen aus Teilen zusammensetzen und wieder zerlegen lassen
- Zusammenzähl-Zug-Spiel – erstes Verständnis für Addition und Subtraktion durch Zugteile
- Weiterzähl-Café – ein Restaurant-Simulationsspiel zum Üben von Weiterzählen
- Plus- und Minus-Weltraummissionen – einfache Gleichungen lösen mit Astronauten im Weltraum
- Drehbarer Musterersteller – fördert Mustererkennung und frühe Problemlösefähigkeiten
- Einlegepuzzle für räumliches Denken – Blöcke drehen und packen für räumliches Vorstellungsvermögen
Teil 2: Mathematik im Alltag ist für Kinder von 5 bis 7 Jahren gedacht, soll im Dezember 2026 versendet werden und ist für den gleichen Preis als Vorbestellung reservierbar. Hier stehen Alltagsanwendungen im Fokus: Uhrzeit lesen, Geld verwalten, Daten sammeln sowie erste Multiplikation und Division – unter anderem mit einer echten Kinderuhr, einer Spielbank zum Sparen und Ausgeben sowie einem Datenprojekt zu Lieblingsessen.
👉 Zum Mathefähigkeiten-Set bei Lovevery



Über Caitlin Khoury
Dr. Caitlin Khoury, M.S., Ph.D., ist interne Lernexpertin bei Lovevery, der auf frühkindliche Entwicklung spezialisierten Marke, die dafür bekannt ist, wie Familien spielen und lernen zu verändern. Sie ist approbierte Kinderpsychologin mit Schwerpunkt auf früher Leseförderung, mathematischer Entwicklung, Schulreife, kindlicher Entwicklung sowie der Erkennung neuroentwicklungsbedingter und lernbezogener Besonderheiten.

Caitlin hat einen Master-Abschluss in Sonderpädagogik und einen Doktortitel (Ph.D.) in Schulpsychologie. Durch ihre Arbeit als Wissenschaftlerin, praktizierende Klinikerin, Lehrbeauftragte und Beraterin bringt sie eine multidisziplinäre Perspektive mit, die wissenschaftliche Erkenntnisse über Lernen und Entwicklung in praxisnahe Hilfestellung für Familien übersetzt.
- Maloney, E. A., Ramirez, G., Gunderson, E. A., Levine, S. C., & Beilock, S. L. (2015). Intergenerational Effects of Parents‘ Math Anxiety on Children’s Math Achievement and Anxiety. Psychological Science, 26(9), 1480–1488. ↩︎
- Susperreguy, M. I., Douglas, H., Xu, C., Molina-Rojas, N., & LeFevre, J.-A. (2020). Research on parents‘ math beliefs, home numeracy, and children’s mathematical development. ↩︎
- Purpura & Napoli, 2015; Ramani et al., 2015 ↩︎
- Mueller, C. M., & Dweck, C. S. (1998). Praise for Intelligence Can Undermine Children’s Motivation and Performance. Journal of Personality and Social Psychology, 75(1), 33–52. ↩︎
- Geary, D. C. (2011). Cognitive Predictors of Achievement Growth in Mathematics. Developmental Psychology, 47(6), 1539–1552. ↩︎
- DSM-5-TR (American Psychiatric Association, 2022) ↩︎
- Duncan, G. J., et al. (2007). School Readiness and Later Achievement. Developmental Psychology, 43(6), 1428–1446. ↩︎
- Clements, D. H., & Sarama, J. (2014). Learning and Teaching Early Math. ↩︎









