November, Dezember, Januar, Februar, März – sie alle gehen Jahr für Jahr mehr oder weniger schnell vorbei, bis es irgendwann zu diesem einen Moment kommt, auf den man teilweise schon so unendlich lange gewartet hat: Im ersten Augenblick ist es ein ganz gewöhnlicher Gang vor die Haustür, der nichts Besonderes mit sich bringt. Aber bereits nach drei bis vier Sekunden wird schnell klar: Irgendwas ist diesmal anders! Die Sonne scheint, die Natur bringt die ersten zarten Grüntöne hervor und von irgendwoher hört man illustres Vogelgezwitscher. Ein wohliger Geruch macht sich in der Nase breit, so wohl, dass gleich ein weiterer, tiefer Zug inhaliert wird. Parallel dazu ziehen sich die Mundwinkel hoch und ein breites Grinsen kommt zum Vorschein. „Geschafft, der Winter scheint vorbei, die warme Jahreszeit steht im wahrsten Sinne des Wortes vor der Haustür. „Hasch mich, ich bin der Frühling! Na endlich!“

Diesen zweifelsohne glückbringenden Moment hatte ich am vergangenen Wochenende, als ich mich mit dem Sohnemann aufmachte, um beim naheliegenden Bäcker unseres Vertrauens ofenfrische Brötchen für das sonntägliche Familienfrühstück zu organisieren. Dem Kleinen ging es dabei scheinbar ähnlich, auch er war unmittelbar nach Verlassen des Hauses total gut drauf und plapperte munter vor sich her. Da er dabei (statt mit mir) lieber mit sich selbst und anschließend mit dem streunenden Hund auf der anderen Straßenseite sprach, nutzte ich die Zeit, um mir aus gegebenem Anlass einige Gedanken um das Wetter der Nation zu machen:

Spätestens als das mopsige Michelin-Männchen unsanft mit der Nase den Boden küsste, hatte keiner der Beteiligten mehr Bock auf den Winter.

Anfangs, irgendwann im November, war die Winterzeit noch gar nicht so schlimm. Ok, die Tage wurden kürzer und das Wetter ungemütlicher, aber dies war natürlich kein Grund, um im Haus zu bleiben. Ein Spaziergang inklusive matschigem Spielplatzbesuch war immer noch locker drin. Auch der erste Schnee war kein Problem, im Gegenteil, er brachte sogar jede Menge Spaß. Schneemann bauen, Schlittenfahren und Schneeengel formieren stehen schließlich relativ selten auf der Agenda und sind besonders in der Anfangszeit überaus spannend. Wirklich nervig wurden eher die letzten Wochen. Irgendwann konnten Mama, Papa und auch der Nachwuchs dem Wetter und den tristen Farben einfach nichts positives mehr abgewinnen, zumal es zwischendurch auch noch bitterkalt war. So kalt, dass draußen ohne eine raffiniert ausgetüftelte, mehrlagige Zwiebeltechnik gar nichts mehr ging. Leider konnte sich der Kleine darunter dummerweise kaum bewegen und stolperte unbedarft wie ein mopsiges Michelin-Männchen herum, bevor er mit der Nase unsanft den Boden küsste. Spätestens seit dieser Situation hielt der Frust in Sachen Winter dann endgültig Einzug.

Wenn sogar schon die Katze das Biene Maja Buch auswendig kann, wird es allerhöchste Zeit für etwas Neues!

Um weiterer mieser Laune vorzubeugen, wurde nunmehr noch mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht. Für ältere Kinder mag dies durchaus unproblematisch sein, ein zweijähriger Dötz beschäftigt sich in der Regel allerdings noch nicht über einen langen Zeitraum selbst, somit waren wir als Eltern in Sachen Spiel- und Spaßprozess meist mittendrin statt nur dabei. Je länger wir dabei so vor uns her spielten, desto häufiger wurde komplett zur zweifelsohne breiten Unterhaltungs-Produktpalette gegriffen. Aber selbst mit so einem weitreichenden Angebot machten sich mit zunehmender Zeit gewisse Wiederholungs- und Abnutzungserscheinungen breit. Und somit wurde das Tier-Puzzle zum hundertsteten Mal gepuzzelt, der imaginäre Kaffee in der Kinderküche etliche Male aufgebrüht und in der Wohnung ein Kilometer nach dem anderen mit dem kleinen Plastiktraktor abgespult. Ganz zu schweigen vom Biene Maja-Buch und dem Feuerwehrmann Sam Hörspiel, die irgendwann selbst die Katze auswendig konnte. Kurzum: Alle Beteiligten waren den Winter irgendwann schlichtweg leid. Soviel zum Rückblick …

Zwischen all den Gedankengängen verging unser morgendlicher Spaziergang wie im Flug, ehe wir uns versahen, waren der Sohnemann und ich in der Brötchenbackfabrik angekommen. Dort das übliche Ritual: zwei normale Brötchen, 1 x Dinkel, 1 x Mehrkorn und 1 x Milchbrötchen, dazu der obligatorische Gratisschnuller von Haribo für den Kleinen. Mit diesem bewaffnet, machten wir uns umgehend wieder auf den Rückweg.

Draußen bei schönem Wetter im Kreise der Liebsten: Familienherz, was willst du mehr?!?

Die Richtungsänderung nahm ich zum Anlass, auch wettertechnisch umzudenken und nicht mehr zurück, sondern nur noch nach zu blicken. Ein letzter Gruß noch an den scheidenden Winter, danach stieg eine immense Vorfreude in mir auf: Sonne, Wärme, frische Luft – ab sofort würde draußen ordentlich die Post abgehen. Ganz egal, ob auf dem Spielplatz im Sandkasten, im Garten auf der Spieldecke, unterwegs mit dem Laufrad oder auf der Mauer vor der Eisdiele – überall würden wir in den nächsten Monaten am Start sein, bewaffnet mit Ball, Schüppe, Plüschtier und weiteren Utensilien, um zu spielen, lachen, plaudern und einfach nur eine gute Zeit zu haben. Draußen bei schönem Wetter im Kreise der Liebsten: Familienherz, was willst du mehr?!?

Fotocredit/Copyright: Monkey Business – fotolia.com

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