[Pressereise] Urlaub in Coronazeiten? Gar kein so leichtes Unterfangen. Unser Gastautor Christoph Salzig hat sich kurzerhand ein Hundewohnmobil geschnappt und ist auf Männertour direkt ins Auge des Covid-19-Sturms gefahren. Naja, ganz so dramatisch war es dann doch nicht, aber irgendwie hat er dann doch Abenteuerurlaub gemacht, nur eben anders.

Ich gehöre traditionell zu der Sorte Urlauber, die sich nicht schon Monate vor den Sommerferien Gedanken macht, wohin die Reise gehen soll. Es gab wohl kein anderes Jahr, in dem sich dieses Vorgehen so gelohnt hat, wie 2020. Wenn uns die Pandemie eines gelehrt hat, dann doch das: Nichts ist morgen so, wie es heute noch scheint. Und auch wenn viele Väter im Home-Office über Wochen das Gefühl gehabt haben sollten, dass ihre Kids eigentlich schon lange in den Ferien sind, die eigentlichen Großen Ferien sollten erst noch kommen.

Der Camper als perfekte Urlaubsalternative

Nun ist es mit einem 12-jährigen, der sich gezielt auf die Plagen der Pubertät vorbereitet, nicht ganz so einfach jenseits von Infektionsherden wie Urlaubsressorts oder überfüllten Urlaubsstränden eine passende Alternative zu finden. Die Verbindung zu den Hoffmanns von BestFriendCamper und die Möglichkeit für eine gute Woche ein hundefreundliches Wohnmobil auf Herz und Nieren zu testen, eröffnete eine ganz neue Perspektive. Mein Sohn war angetan und so war klar: Im Sommer gibt’s eine echte Männertour zu dritt mit acht Beinen – Ziel unbekannt.

Camper auswahl bestfriendcamper
Dieses Mal nur die kleinere Variante. Beim nächsten Mal: Think big!

Im Juli mit dem Start der Ferien war die Lage immer noch relativ unklar. Zwar herrschte nach Wochen zum ersten mal so etwas wie Zuversicht, aber die Lage war alles andere stabil. Mit dem Camper unterwegs zu sein hat dabei gleich eine ganze Reihe Vorteile: Wir konnten jederzeit einfach weiterreisen und uns vor allem selbstversorgen. Was das eigentliche Ziel anging, waren wir eigentlich offen. Wichtig war nur, dass sich alle am Urlaubsort wohlfühlen – inklusive unsere Vierbeiners Berti. Damit war klar: Wasser muss her, egal ob See oder Meer. Dank Standklimaanlage an Bord, die an kälteren Tagen auch als Standheizung genutzt werden kann, durfte es ruhig etwas wärmer sein (in Münster herrschten zum Abreisezeitpunkt etwa 30 Grad).

Auf zum ersten Corona-Hotspot: Piemont und Lombardei

Letztlich habe ich einfach zwei Tage vor Abfahrt nachgesehen, welche klassischen Campingregionen ausgelastet sind und wo noch Platz ist. Und natürlich wie sich die Infektionszahlen an den verschiedenen Zielorten entwickelt haben. Die Holländische Küste sowie Veluwe- oder Ijsselmeer schieden schnell aus – die Plätze dort platzten aus allen Nähten. Anders sah es in Norditalien aus – aus europäscher Sicht quasi die Keimzelle der Virusausbreitung. Insbesondere die norditalienischen Seen standen schon lange auf meiner Liste. Sie bieten – wie sich vor Ort zeigen sollte – eine perfekte Mischung aus Bergen und Wasser mit allen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.

Überraschenderweise lag die Zahl der Neuinfektionen in der Lombardei und im Piemont sogar unter denen, die wir hierzulande im Juli hatten. Campingplätze für jeden Anspruch gibt es in Hülle und Fülle und so fiel die Wahl schließlich auf den Lago Maggiore. Doch erstmal hieß es: Sachen packen und Camper in Remseck (nördlich von Stuttgart) abholen. Glücklicherweise sind die Wohnmobile schon so gute ausgestattet, dass ich eigentlich nur einen ersten Einkauf machen musste, um den Kühlschrank und die Vorratsschränke mit dem Grundbedarf zu füllen. Außer Taschenlampen und Handtüchern war quasi alles an Bord unseres BestFriendCampers.

Verweilen statt eilen

Ich fahre zwar seit Jahren einen VW der T-Reihe, das Fahren mit einem Wohnmobil war allerdings Neuland für mich. Wir haben uns für das kompakteste Modell entschieden, wie sich später zeigen sollte, eine weise Entscheidung. Denn die engen Straßen abseits des Lagos hoch in die Alpen hätten uns in einigen Spitzkehren wohl ein unfreiwilliges Ende bereitet. Ansonsten entpuppte sich der Laika Kosmo V9 als wirklich komfortabel und durchzugsstark – was allerdings gar nicht nötig war, weil wir eher zu den “Cruisern” unter den Urlaubsreisenden gehören.

vierwaldstädter see
Blick aus dem Camper: Vierwaldstäder See (könnte auch Côte d’Azur oder Nordkap sein)

Da wir keine Eile hatten und es quasi egal war, ob und wo wir einen Zwischenstopp einlegen, haben wir uns bei Einbrechen der Dunkelheit für den Vierwaldstädter See entschieden. Camper abgestellt, Hund ausgeführt, Aussicht genossen, Kochen, Flasche Wein raus. Der Urlaub kann kommen. Ich habe mich an die vielen Momente erinnert, in denen ich völlig abgekämpft am Reiseziel angekommen bin und musste grinsen. So konnte es weitergehen.

20 Minuten und dann ab in den Lago

Am nächsten Mittag sind wir am Zielort (Camping Village Isolino) angekommen. In 20 Minuten war alles fertig: Kofferinhalte verstaut, Tisch raus, Stühle raus, Camper an den Strom anschließen, Markise ausfahren und fixieren. Fertig. Bei unseren Ausflügen hat es auch nicht länger gedauert. Für mich war das ein neues und wirklich tolles Gefühl. Wir waren so nicht nur nicht angebunden am Urlaubsort, sondern hätten auch einfach mal ein paar Tage woanders hinfahren können. Einen wirklichen Grund dazu gab es allerdings nicht.

Links 24 Grad, rechts 14 Grad Wassertemperatur – nix für Warmduscher

Und das lag vor allem am Lago Maggiore: Der See bietet alles, was Wasserratten brauchen – Stand-up Paddling, Tretboote, Kajak, Kanus, Wasserski, sogar das Leihen von Motorbooten ist möglich (entsprechendes Kapitänspatent vorausgesetzt). Richtig cool fanden wir den Zufluss des Toce, der sich direkt von den Gletschern speist. Dadurch sinkt die Wassertemperatur innerhalb eines Meters um gefühlte 10 Grad. Bei 35 Grad Außentemperatur genau die richtige Erfrischung. Und wer mehr braucht: Klettermöglichkeiten, Freizeitparks, Kartbahn, oder ZipLine, für alle, die immer schon mal knapp 2 km nur an einem Stahlseil über eine 350m tiefe Schlucht “fliegen” wollten, sind gleich um die Ecke.

Corona, Mücken und Gewitter: Für alle Fälle Netflix

Unser Campingplatz war nur zu etwa zwei Drittel gefüllt und lag direkt am Wasser. Zudem hat er jede Menge sportliche Betätigungen geboten – Tischtennis, Fußball, Basketball, Beachvolleyball, Pool. Auf diese Weise kommt man dann auch schnell mit anderen Reisenden in Kontakt – mit gebotenem Abstand natürlich. Auch für den Fall, dass wir keinen Bock hatten, den Gasherd oder -grill anzuwerfen (letzterer gehört ebenfalls zur Standardausstattung der BestFriendCamper), war vorgesorgt: Italienische Küche im platzeigenen Restaurant. Mehr brauche ich nicht, um mich gut zu erholen.

Pizza, Pool und Mondlicht – bella Italia!

See und Sonne – das bedeutet auch: Mücken. Selbst der beste Schutz wirkt irgendwann nicht mehr. Wirklich Ruhe hatten wir nur im Camper selbst, der auch für diesen fall bestens präpariert ist mit entsprechenden Gittern. Dazu kamen gelegentliche Gewitter. Wer das einmal in oder am Rande der Alpen miterlebt hat weiß, dass es dann buchstäblich kübelt. Das waren die Momente, in denen wir froh waren nicht im Zelt abzusaufen, sondern gut geschützt, ausgestattet mit Fernsehen und eigener Küche im Wohnmobil sitzen zu können. Einzig das laute Trommeln des Regens auf dem Dach hat beim Netflixen etwas gestört.

Fazit

Das war definitiv nicht der letzte Urlaub im Camper. Mit Hund an Bord braucht es allerdings tatsächlich ein paar Vorrichtungen, wie den separaten Bereich für die Vierbeiner (samt Außendusche, um den gröbsten Dreck abzuduschen), um tatsächlich Ruhe zu haben. Der Umstand, jederzeit aufbrechen zu können und sich – gerade in diesen Zeiten – von anderen unabhängig zu bewegen und zu versorgen, bietet viele Vorteile, die ich in Zukunft nicht mehr missen möchte. Die nächste Reise wird dann allerdings etwas sorgfältiger geplant, um zwischendrin einfach auch mal ohne Campingplatz irgendwo weit weg stehen zu können. Und ganz sicher wird das dann ein echter Roadtrip. Wir freuen uns drauf!

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