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„jugend creativ“ 2026 – Der Jugendwettbewerb fördert Kreativität von Schulkindern

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Mit Schulkindern unterm Dach kennen wir das wohl alle. Kaum haben die Kids ihre Hausaufgaben erledigt, verschwinden sie in ihren Zimmern und der erste Griff geht Richtung Smartphone oder Tablet. YouTube, TikTok, Roblox. Bildschirmzeit ohne Ende. Als Väter stehen wir oft ratlos daneben und fragen uns: Soll ich das verbieten? Limitieren? Oder einfach akzeptieren, dass das halt die Welt ist, in der unsere Kinder groß werden?

Was aber, wenn genau diese Medienaffinität unserer Kinder nicht das Problem ist, sondern die Lösung? Was, wenn aus der passiven Berieselung plötzlich aktives Gestalten wird? Der 56. Internationale Jugendwettbewerb „jugend creativ“ der Volksbanken und Raiffeisenbanken bietet genau diese Chance. Und das noch bis zum 12. Februar 2026.

Meer als nur Zeitvertreib

Unter dem Motto „Meer entdecken“ sind Kinder und Jugendliche von der ersten bis zur dreizehnten Klasse aufgerufen, sich kreativ mit der faszinierenden Welt der Ozeane auseinanderzusetzen. Drei Kategorien stehen zur Wahl: Bildgestaltung, Kurzfilm und Quiz. Klingt erst mal nach einem netten Schulprojekt, oder? Ist es aber nicht. Dahinter steckt deutlich mehr.

Dieser Wettbewerb hat Geschichte. Seit 1970 läuft er bereits und hat in dieser Zeit über 90 Millionen Teilnehmende aus sieben Nationen hervorgebracht, genug für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Schirmherren waren unter anderem der Dalai Lama, Astrid Lindgren und Michael Ende. Das allein zeigt: Hier geht es um mehr als um hübsche Buntstiftbilder.

Kreativität ist keine Hexerei, sondern Training

Die große Frage ist doch: Warum sollten wir als Väter unsere Kinder überhaupt zur Teilnahme motivieren? Reicht es nicht, wenn sie in der Schule ihre Aufgaben erledigen und ansonsten ihre Freizeit genießen?

Nun, Kreativität ist weit mehr als nur eine nette Freizeitbeschäftigung. Studien zeigen, dass kreative Kinder bessere Problemlösungsfähigkeiten entwickeln, flexibler denken und resilienter mit Rückschlägen umgehen können. Sie lernen, Herausforderungen anzunehmen, durchzuhalten und aus Fehlern zu lernen. Somit sind das alles Eigenschaften, die im späteren Leben Gold wert sind.

Der Hirnforscher Gerald Hüther drückt es so aus: Kreativität ermöglicht es Kindern, sich von klassischen Denkmustern zu lösen und neue Lösungswege zu finden. In einer Welt, die sich immer schneller verändert, ist genau diese Fähigkeit entscheidend. Wettbewerbe wie „jugend creativ“ bieten den perfekten Rahmen, um diese Kompetenz zu trainieren. Ganz ohne Notendruck, aber mit echten Erfolgserlebnissen.

Der unterschätzte Wert von Wettbewerben

Manche Eltern sträuben sich gegen Wettbewerbe. Zu viel Druck, zu viel Konkurrenz, zu viel Fokus auf Gewinnen. Dabei zeigen Entwicklungspsychologen: Kinder brauchen Vergleiche und Wettkampfsituationen, um ihre Fähigkeiten realistisch einschätzen zu können. Durch Wettbewerbe lernen sie, sich Ziele zu setzen, sich anzustrengen und mit Rückschlägen umzugehen.

Entscheidend ist allerdings, wie wir als Eltern damit umgehen. Es geht nicht darum, ob unser Kind gewinnt. Es geht darum, dass es sich überhaupt traut, etwas einzureichen. Dass es eine Idee entwickelt, sie umsetzt und fertigstellt. Dass es lernt: Ich kann etwas schaffen. Dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit ist unbezahlbar und lässt sich nicht durch Lobhudelei ersetzen, sondern nur durch echte Erfahrungen.

Drei Wege zur Teilnahme

Der Wettbewerb bietet drei verschiedene Kategorien, die unterschiedliche Stärken ansprechen:

Bildgestaltung ist der Klassiker. Ob Malerei, Zeichnung, Collage, Fotografie oder Mixed Media. Erlaubt ist, was das Format DIN A3 nicht sprengt. Besonders für jüngere Kinder ist das ideal. Sie brauchen nur Stifte, Farben und Papier. Keine Apps, keine komplizierten Programme. Einfach nur die eigene Fantasie und ein bisschen Material. Gerade in Zeiten, in denen schon Sechsjährige mit iPads jonglieren, ist das auch eine wertvolle Erfahrung: Kreativität funktioniert auch ohne Akku.

Kurzfilm ist die Königsdisziplin für alle, die ohnehin ständig am Smartphone hängen. Hier dürfen die Kids ihre Medienaffinität endlich sinnvoll einsetzen. Statt nur Videos zu konsumieren, produzieren sie selbst welche. Das erfordert Planung, Storytelling, technisches Know-how und Durchhaltevermögen. Ein Kurzfilm entsteht nicht mal eben zwischen zwei TikTok-Sessions. Er braucht Idee, Konzept, Dreh und Schnitt. Genau diese Erfahrung ist wertvoll.

Quiz ist die entspannte Variante für alle, die sich lieber mit Wissen als mit künstlerischen Fähigkeiten beschäftigen. Hier geht es um Fragen rund um das Thema Meer, also perfekt für die kleinen Schlaumeier, die beim Abendessen schon wieder mit Fakten über Tiefseeanglerfische um sich werfen.

Was Eltern tun können – und was nicht

Hier wird es interessant. Denn unsere Rolle als Väter ist nicht, das Bild zu malen oder den Film zu schneiden. Unsere Aufgabe ist es, zu motivieren, Raum zu schaffen und bei Bedarf zu unterstützen, aber nicht mitzumischen oder zu übernehmen.

Konkrete Tipps für Väter:

Schafft Zeit und Raum. Lange Wochenenden stehen vor der Tür, das Wetter ist mies. Das sind perfekte Bedingungen für ein kreatives Projekt. Statt dem x-ten Nachmittag vor der Glotze könnte euer Kind diese Zeit nutzen, um etwas Eigenes zu schaffen. Richtet eine kleine Bastelecke ein, besorgt Material und gebt eurem Kind das Gefühl: Ich glaube daran, dass du das kannst.

Fragt nach Ideen, statt welche vorzugeben. „Was fällt dir zum Thema Meer ein?“ ist besser als „Mal doch mal einen Delfin“. Kinder haben oft wildere, originellere Ideen als wir Erwachsenen, wenn wir sie nur lassen.

Lobt den Prozess, nicht nur das Ergebnis. „Du hast dir echt Mühe gegeben, das sieht man“ ist wertvoller als „Das ist aber schön geworden“. Durchhaltevermögen und Anstrengung verdienen Anerkennung. Unabhängig davon, ob am Ende ein preiswürdiges Werk entsteht.

Haltet euch raus, wenn es läuft. Wenn euer Kind in seiner kreativen Zone ist, vertieft in seine Arbeit, konzentriert und fokussiert, dann lasst es in Ruhe. Das sind die Momente, in denen echtes Lernen stattfindet.

Macht die Teilnahme nicht vom Gewinn abhängig. Niemand muss Bundessieger werden. Allein die Tatsache, dass euer Kind etwas fertiggestellt und eingereicht hat, ist ein Erfolg.

Kleine Kids: Analog bleibt King

Gerade bei jüngeren Kindern – etwa bis zur vierten, fünften Klasse – sollte der Fokus klar auf der analogen Kategorie Bildgestaltung liegen. Stifte, Farben, Papier, vielleicht noch Schere und Kleber. Das reicht vollkommen. Die feinmotorischen Fähigkeiten werden trainiert, die Konzentration gefördert und die Kinder lernen, dass man nicht immer einen Bildschirm braucht, um etwas Tolles zu erschaffen.

Erst ab etwa zehn Jahren, wenn Kinder auf weiterführende Schulen gehen, macht die Kurzfilm-Kategorie Sinn. Dann haben sie meist auch das technische Verständnis, um mit Schnitt-Apps und Kameraperspektiven umzugehen. Vorher überfordert es eher, als dass es Spaß macht.

Was am Ende wirklich zählt

Gewinne gibt es auf lokaler, regionaler und Bundesebene, Sach- und Geldpreise inklusive. Die Bundessieger dürfen sogar zur exklusiven Bundespreisträgerakademie im Sommer 2026, wo sie eine Woche lang in professionellen Werkstätten mit Experten zusammenarbeiten. Für Filmbegeisterte gibt es zusätzlich einen Publikumspreis im Wert von 300 Euro, der online abgestimmt wird.

Aber seien wir ehrlich: Die wenigsten Kinder werden Bundessieger. Und das ist auch völlig okay. Der eigentliche Gewinn liegt woanders. In dem Moment, in dem euer Kind feststellt: Ich habe eine Idee entwickelt, sie umgesetzt und etwas geschaffen, auf das ich stolz bin. In dem Gefühl, durchgehalten zu haben, auch wenn es zwischendurch schwierig war. In der Erfahrung, dass Kreativität mehr ist als Konsum, nämlich aktives Gestalten.

Und wer weiß: Vielleicht entdeckt euer Kind dabei ein Talent, von dem ihr bisher nichts wusstet. Vielleicht wird aus der YouTube-Sucht plötzlich eine Leidenschaft fürs Filmemachen. Vielleicht aus dem gelangweilten Gekritzel ein echtes Interesse an Kunst. Oder vielleicht auch nicht und das wäre auch völlig in Ordnung.

Die letzten Wochen nutzen

Noch bis zum 12. Februar können Beiträge eingereicht werden. Bilder und Quiz-Scheine werden bei den teilnehmenden Volksbanken und Raiffeisenbanken abgegeben, Kurzfilme über das Videoportal www.jugendcreativ-video.de hochgeladen.

Die Winterzeit bietet die perfekte Gelegenheit. Statt der üblichen Mischung aus Langeweile und Bildschirmzeit könnte daraus ein kleines Projekt werden. Nicht als Zwang, nicht als Pflichtprogramm, sondern als Angebot: „Hey, hast du Lust, bei diesem Wettbewerb mitzumachen? Ich unterstütze dich, wenn du willst.“


Weitere Informationen findet ihr unter www.jugendcreativ.de sowie auf Instagram und Facebook.

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