Väter kennen dieses Gefühl: Man schaut dem Nachwuchs beim Schlafen zu und plötzlich schießt einem dieser Gedanke durch den Kopf: „Was ist, wenn die mal 18 sind? Führerschein, Studium, die erste Wohnung… wie sollen die das eigentlich stemmen?“
In einer Welt, in der die Inflation munter an der Kaufkraft nagt und das klassische Sparbuch eher ein Museumsstück als eine Renditequelle ist, reicht „Geld zur Seite legen“ nicht mehr aus. Wer für seine Kinder echte finanzielle Sicherheit schaffen will, muss strategisch denken. Es geht nicht um den schnellen Euro, sondern um den Zinseszinseffekt über 18 Jahre oder mehr.
Hier ist der Fahrplan, wie wir Väter ein Portfolio aufbauen, das Hand und Fuß hat.
Die Strategie: Warum Zeit dein wichtigster Verbündeter ist
Bevor wir über Gold oder Aktien reden, müssen wir über den Faktor Zeit sprechen. Wenn du zur Geburt deines Kindes startest, hast du einen Anlagehorizont von 216 Monaten bis zur Volljährigkeit.
In der Finanzwelt ist Zeit wertvoller als das Startkapital. Durch den Zinseszinseffekt wächst das Vermögen gegen Ende der Laufzeit exponentiell.
👉 Der Clou für Väter: Wir müssen nicht die perfekten Stock-Picker sein. Wir müssen nur diszipliniert anfangen.
Das Herzstück: ETF-Sparpläne für den langfristigen Vermögensaufbau
Wenn es um den rationalen Kern der Vorsorge geht, führt kein Weg an ETFs (Exchange Traded Funds) vorbei. Ein breit gestreuter Welt-Index (wie der MSCI World oder der FTSE All-World) ist für Kinder-Depots das Maß der Dinge.
Warum ETFs für Kinder ideal sind:
- Risikostreuung: Du investierst in hunderte oder tausende Unternehmen gleichzeitig. Geht eines Pleite, fangen die anderen das auf.
- Niedrige Kosten: Da kein hochbezahlter Fondsmanager versucht, den Markt zu schlagen (und meistens scheitert), bleiben mehr Rendite-Prozente bei deinem Kind.
- Automatisierung: Ein Sparplan läuft per Dauerauftrag. Ob 25, 50 oder 250 Euro im Monat – Stetigkeit schlägt Timing.
Pro-Tipp für Väter: Überlegt euch, das Depot direkt auf den Namen des Kindes zu eröffnen (Junior-Depot). Das hat steuerliche Vorteile, da dem Kind ein eigener Grundfreibetrag und Sparerpauschbetrag zusteht. Aber Achtung: Mit 18 gehört das Geld rechtlich dem Nachwuchs. Erziehung ist hier also die beste Anlageberatung!
Der „Sicherheitsanker“: Gold als physische Reserve
Aktienkurse schwanken. Das gehört dazu. Um das Gesamtdepot zu stabilisieren und einen echten Sachwert in der Hinterhand zu haben, schwören viele Väter auf Gold. Gold ist seit Jahrtausenden wertbeständig und bietet einen psychologischen Vorteil: Man kann es (theoretisch) anfassen.
Gold als Generationen-Investment
Gold ist kein Renditewunder, aber die ultimative Versicherung gegen Währungsreformen oder extreme Krisen. Für die Kids eignet sich besonders der Kauf von kleinen Barren oder gängigen Anlagemünzen (Krügerrand, Maple Leaf).
Ein wichtiger Punkt: Die Lagerung
Wer physische Werte für seine Kinder aufbaut, muss sich zwangsläufig Gedanken um die Sicherheit machen. Die Aufbewahrung im Nachttisch ist keine gute Idee. Professionelle Verwahrung schützt vor Diebstahl und sorgt dafür, dass die Bestände versichert sind.

Praxis-Guide: Checkliste zur Eröffnung eines Junior-Depots
Die Theorie steht, jetzt folgt die Umsetzung. Ein Junior-Depot wird auf den Namen des Kindes geführt, was steuerlich clever ist (eigener Grundfreibetrag).
- [ ] Anbieter wählen: Achte auf kostenlose Depotführung und günstige ETF-Sparplan-Konditionen (z.B. Neobroker oder Direktbanken).
- [ ] Dokumente bereitlegen: Du benötigst die Geburtsurkunde und die Steuer-ID des Kindes (kommt meist kurz nach der Geburt per Post).
- [ ] Identität nachweisen: Beide Erziehungsberechtigten müssen sich per VideoIdent oder PostIdent ausweisen.
- [ ] Beide Unterschriften: Bei gemeinsamem Sorgerecht müssen beide Elternteile den Antrag unterzeichnen.
- [ ] Sparplan anlegen: Wähle einen thesaurierenden (wiederanlegenden) Welt-ETF aus.
- [ ] Freistellungsauftrag: Ganz wichtig! Hinterlege den Freistellungsauftrag (bis zu 1.000 €) direkt beim Broker auf den Namen des Kindes.
Die Mischung macht’s: Das „Core-Satellite“-Modell für Väter
Ein kluges Kinder-Portfolio ist wie ein gutes Team: Jeder hat seine Aufgabe. Ein bewährtes Modell für Familien könnte so aussehen:
| Anteil | Anlageklasse | Funktion |
|---|---|---|
| 70 – 80 % | Welt-ETF | Der Motor: Langfristiges Wachstum durch die Weltwirtschaft. |
| 10 – 15 % | Physisches Gold | Der Anker: Sicherheit und Inflationsschutz für Extremszenarien. |
| 5 – 10 % | Tagesgeld / Festgeld | Die Reserve: Liquidität für kurzfristige Wünsche (Fahrrad, Schüleraustausch). |
| Optional | Einzelaktien/Krypto | Die „Spielwiese“: Um dem Kind später spielerisch die Börse zu erklären. |
Fallstricke vermeiden: Was Väter oft falsch machen
A. Zu defensiv investieren
Viele Väter sichern das Geld der Kinder auf einem klassischen Sparkonto oder per Bausparvertrag. Bei einer Inflation von 2-3 % (oder mehr) verliert das Geld dort effektiv an Wert. Bei 18 Jahren Laufzeit ist das Risiko, nicht in den Aktienmarkt zu investieren, historisch gesehen größer als das Kursrisiko.
B. Die Ausbildungsversicherung
Vorsicht vor teuren Kombi-Produkten der Versicherer. „Versicherung plus Sparen“ ist oft intransparent und frisst durch hohe Provisionen die Rendite auf. Trenne Versicherung (z.B. deine eigene Risikolebensversicherung, um die Familie abzusichern) und Vermögensaufbau für das Kind strikt voneinander.
C. Den Partner/die Partnerin vergessen
Finanzielle Vorsorge ist Teamsport. Setzt euch zusammen und besprecht, welche Summen realistisch sind. Es bringt nichts, 200 Euro in ein Depot zu pumpen, wenn am Ende des Monats das Haushaltskonto im Minus steht und Dispozinsen gezahlt werden müssen.

Der pädagogische Mehrwert: Finanzbildung inklusive
Das beste Depot nützt nichts, wenn das Kind mit 18 alles für ein getuntes Auto verprasst (außer das war der Plan). Nutze den Vermögensaufbau, um dein Kind frühzeitig einzubinden.
- Zeig ihm mit 10 oder 12 Jahren, wie die Kurse stehen.
- Erkläre beim Einkaufen, dass ihm über den ETF ein winziges Stück der Firmen gehört, deren Produkte im Wagen liegen (Apple, Disney, Coca-Cola).
- Schenke zum 14. Geburtstag vielleicht mal eine echte Unze Silber oder einen kleinen Gold-Coin – das macht Finanzen „begreifbar“.
Fazit: Einfach anfangen
Die perfekte Strategie ist die, die man auch umsetzt. Du musst kein Finanzgenie sein, um deinem Kind den Start ins Erwachsenenleben massiv zu erleichtern. Ein solider ETF-Sparplan als Basis, ergänzt durch einen Sicherheitsbaustein in Gold und eine vernünftige Lagerstrategie, ist für 95 % aller Familien die Ideallösung.
Der wichtigste Tag zum Starten war der Tag der Geburt. Der zweitbeste Tag ist heute. Deine Kids werden es dir in 20 Jahren danken, wenn sie nicht bei Null anfangen müssen.






![Deutschlandticket kündigen: So beendest du dein Abo [2025] 11 deutschlandticket-kuendigen](https://www.daddylicious.de/wp-content/uploads/2024/12/deutschlandticket-kuendigen.jpg)
![Bahncard kündigen: So kündigst du richtig [inkl. Vorlage] 13 bahncard-kuendigen](https://www.daddylicious.de/wp-content/uploads/2024/12/bahncard-kuendigen.jpg)



