Big Data. NSA. Helikopter-Eltern-Wahnsinn. Generell stellt sich einem Vater mit gesundem Menschenverstand die Frage, warum ein Babyphone jetzt auch noch mit Infrarot-Videofunktion ausgestattet werden muss. Reicht eine akustische Warnmeldung denn nicht aus, um den Schnuller wieder einzustöpseln oder kurz zu checken, ob nicht doch etwas Ernstes ist? In der Regel schon, aber es gibt auch Situationen, in denen der Blick auf das Display den ein oder anderen Gang ins Kinderzimmer erspart. Denn dieser kann ebenfalls die Nachruhe stören.

24/7: Totale Überwachung! Das war mein erster Gedanke zum Thema Video-Babyphone, mit dem man als Schreiber eines Online-Magazins für Väter unweigerlich in Berührung kommt. Noch ein weiteres Tool für die gestressten Helikopter-Eltern, die in der Sorge um das Kind bis zur totalen Erschöpfung fingernägelkauend vor dem 2,4 Zoll kleinen Bildschirm hocken. „DA! Er hat sich bewegt. Vielleicht hat er sich dabei den Arm ausgekugelt? Ich schau mal lieber nach.“

Video Babyphone JBY103 Janosch by beurer
Aber wir sind Themen wie diesen erst einmal offen und stellen uns dem #Neuland der Überwachungs-Elektronik so objektiv wie möglich. Und wir testen bevor wir schreiben. In diesem Falle das JBY 103 der Beurer GmbH, einem Spezialisten für allerlei elektronische Hilfsmittel, die auch in der Medizin Anwendung finden. Das Babyphone mit Videofunktion in der „Janosch by beurer“-Edition macht optisch einen qualitativ guten Eindruck. Die Monitor-Einheit und die Kamera sind mit Motiven des Künstlers bedruckt und die Bedienung ist bis auf ein paar Ausnahmen intuitiv und schnell erlernt. Für beide Einheiten stehen Standfüße bereit, die leider nicht über eine integrierte Lade-Möglichkeit oder einen Netzanschluss verfügen. Die Kamera-Einheit verfügt über keinen Akku und muss per Mini-USB-Kabel in der Verwendung an eine Stromquelle angeschlossen werden. Und hier hat der Produkt-Designer wohl gerade seinen Sekundenschlaf gehabt. Nett ist der Gedanke, durch die kreisrunde Form und dem dazu passenden Standfuß so ziemlich jeden Kamerawinkel einstellen zu können. Aber mit dem entsprechen Kabel an der Kamera ist das eben nicht mehr so einfach, da sich durch den Zug des Kabels die gewünschte Kameraperspektive dann gerne mal verschiebt. Die Lösung wäre hier der entsprechende Anschluss am Standfuß der Kamera. Hier hilft folglich nur Gefrickel mit der Kabellage oder der Griff zum guten alten Tesafilm.

Video Babyphone JBY103 Janosch by beurer
Ist die Sicht auf die Kulisse nun frei kann es ja losgehen. Die Verbindung beider Geräte ist für den Verwender von Infrarot-Controllern für Spielekonsolen ein Kinderspiel. Connector-Taste gedrückt, einen kurzen Moment gewartet und schon ist das gewünschte Bild auf dem Monitor zu erkennen. Das JBY 103 ist mit Zoom-Funktion ausgestattet, in der das Kamerabild wie gewünscht verschoben werden kann. Mit dem Geräusch- und/oder Bewegungsalarm stehen dem Anwender zwei Funktion der Signalgebung zur Verfügung. Um auch im Dunkeln gut erkennbare Übertragungsbilder zu sehen, ist die Kamera mit Infrarotlicht ausgestattet. Eine ausführliche Systemsteuerung mit verschiedenen Set-up-Funktionen rundet die Menüführung ab. Alles in Allem sind die Einstellungen und Anzeigen ohne Zuhilfenahme der Bedienungsanleitung vorzunehmen. Das erleichtert die schnelle Inbetriebnahme des Gerätes ungemein.

Die Laufzeit des Akkus in der Monitor-Einheit ist im LCD-Modus (dauerhaftes Bild) mit fünf Stunden angegeben. Im ECO-Modus, also nur bei Inbetriebnahme des Monitors durch einen Alarm (Geräusche oder Bewegung) beläuft sich die Akkuhaltedauer auf neun Stunden. Beide Alarmfunktionen konnten im Test überzeugen.

Ebenso überzeugt hat die Reichweite von angegebenen 200 Metern. Während bei der Standard-Teststrecke zu unseren Nachbarn bisher jedes Babyphone enttäuschte, war der Empfang der Signale des beurer-Gerätes einwandfrei. Und hier zeigen sich auch die Vorteile eines Video-Babyphones. Sind die Eltern nämlich nicht in den eigenen vier Wänden, kann der Blick auf den Bildschirm für den kurzen Check viel innere Unruhe und vielleicht auch den ein oder anderen Gang zum Kinderzimmer ersparen. Gerade wenn Familien unterwegs sind, das Gästezimmer sich im Keller oder Nebengebäude befindet, ist ein Video-Babyphone eine sinnvolle Anschaffung. Und wenn Kinder einen leichten Schlaf haben, kann schon das Öffnen der Kinderzimmer-Tür für Unruhe sorgen.

Preislich liegt das Gerät bei einer UVP von 149,99 Euro. Ein akustisches Babyphone des gleichen Herstellers liegt laut UVP bei 99,99 Euro. Laut Adam Riese kostet die Videofunktion dann rund 50 Euro mehr. Ein Wert, den wir auch bei anderen Herstellern gefunden haben.

Warum das Gerät über eine Gegensprechfunktion verfügt, hat sich uns nicht erschlossen. Sollen Eltern allen Ernstes das Kind über eine Gegensprechfunktion beruhigen? Oder Anweisung geben, wo der Schnuller liegt? „Ein bisschen weiter rechts, Klausi, und noch eine Kekslänge nach oben. Ja, WÄRMER, WÄRMER! Aaah, bitte. Geht doch! Over!“ Ne, also echt nicht. Das machen wir dann lieber persönlich. Soviel Zeit muss sein, liebe Freunde!

Zur Seite des Herstellers geht es hier entlang.

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